{"id":5356,"date":"2025-12-05T23:38:52","date_gmt":"2025-12-05T23:38:52","guid":{"rendered":"http:\/\/edenshealth.de\/?page_id=5356"},"modified":"2026-09-17T18:32:54","modified_gmt":"2026-09-17T18:32:54","slug":"estragon-artemisia-dracunculus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wiki-archiv\/estragon-artemisia-dracunculus\/","title":{"rendered":"Estragon (Artemisia dracunculus)"},"content":{"rendered":"<style>.awb-menu__main-li{border-bottom:1px solid rgba(85,136,59,0.18);padding:5px 0;margin:0;}.awb-menu__main-li:last-child{border-bottom:none;}li.wiki-cat-heading{border-bottom:none;margin-top:22px;padding-top:0;}li.wiki-cat-heading:first-child{margin-top:0;}li.wiki-cat-heading > a.awb-menu__main-a{pointer-events:none;cursor:default;font-weight:700;color:#55883b;text-transform:uppercase;font-size:0.72rem;letter-spacing:0.06em;padding-bottom:6px;border-bottom:2px solid #c1e899;display:inline-block;}<\/style>\n<div style=\"position:relative;width:100%;min-height:60vh;height:560px;max-height:70vh;background-image:url('https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/estragon-hero4k-scaled.jpg');background-size:cover;background-position:center;overflow:hidden;margin:0 0 -1px 0;\">\n<div style=\"position:absolute;top:0;left:0;right:0;height:45%;background:linear-gradient(180deg, rgba(20,15,5,0.40) 0%, rgba(20,15,5,0) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:0;left:0;right:0;height:60%;background:linear-gradient(180deg, rgba(252,250,246,0) 0%, rgba(252,250,246,0.55) 55%, rgba(252,250,246,1) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:14%;left:0;right:0;padding:0 6%;text-align:left;\">\n<h1 style=\"color:#ffffff;font-size:2.6rem;font-weight:600;margin:0;text-shadow:0 2px 16px rgba(0,0,0,0.55);letter-spacing:-0.5px;\">Estragon (Artemisia dracunculus)<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"eh-arch\">\n<div class=\"ea-steck\">\n<div>\n<div class=\"k\">Familie<\/div>\n<div class=\"v\">Korbbl\u00fctler<small>Artemisia dracunculus - dieselbe Gattung wie Beifu\u00df und Wermut<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Verwendet wird<\/div>\n<div class=\"v\">Das frische Blatt<small>frisch oder in Essig und \u00d6l konserviert; getrocknet verliert er fast alles<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Geschmack<\/div>\n<div class=\"v\">Anis, Fenchel, Heu<small>s\u00fc\u00dflich-w\u00fcrzig mit einer k\u00fchlen, leicht bet\u00e4ubenden Note<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Origin<\/div>\n<div class=\"v\">S\u00fcdrussland und Zentralasien<small>seit dem Mittelalter \u00fcber Arabien nach Europa gekommen<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Zwei Sorten<\/div>\n<div class=\"v\">Franz\u00f6sisch und Russisch<small>der franz\u00f6sische hat das Aroma, der russische die Robustheit<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">K\u00fcchenrolle<\/div>\n<div class=\"v\">Das Kraut der B\u00e9arnaise<small>und eines der vier Fines herbes der franz\u00f6sischen K\u00fcche<\/small><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ea-body\">\n<nav class=\"ea-nav\">\n<div class=\"t\">Auf dieser Seite<\/div>\n<p><a href=\"#herkunft\">Origin<\/a><a href=\"#nutzen\">Nutzen<\/a><a href=\"#inhalt\">Ingredients<\/a><a href=\"#kombi\">Verst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dft<\/a><a href=\"#gerichte\">Zu welchem Gericht<\/a><a href=\"#hausmittel\">Als Hausmittel<\/a><a href=\"#tradition\">Ayurveda &amp; TCM<\/a><a href=\"#warn\">Warnhinweise<\/a><a href=\"#passend\">Passend zum Thema<\/a><a href=\"#quellen\">Sources<\/a><\/p>\n<div class=\"box\"><b>Kurz gesagt<\/b>Nimm den franz\u00f6sischen Estragon, nicht den russischen - der eine hat Anisaroma, der andere fast nur Bitterkeit. Immer frisch und immer erst zum Schluss. Getrocknet lohnt er kaum, in Essig dagegen h\u00e4lt er ein Jahr. Wegen des Estragols ist er ein Gew\u00fcrz, kein Dauertee.<\/div>\n<\/nav>\n<div>\n<section class=\"ea-k\" id=\"herkunft\">\n<h2><span>Origin<\/span>Der kleine Drache aus der Steppe<\/h2>\n<div class=\"eh-kraeuter-img\"><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%271600%27%20viewBox%3D%270%200%201200%201600%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%271600%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/eh-kraeuter-estragon.jpg\" alt=\"Frische gr\u00fcne Kr\u00e4uterbl\u00e4tter\" style=\"width:100%;height:auto;border-radius:14px;border:2px solid rgba(201,162,75,0.4);box-shadow:0 8px 24px rgba(23,58,36,0.15);\" loading=\"lazy\"><\/div>\n<p class=\"ea-satz\">Der lateinische Name <em>dracunculus<\/em> hei\u00dft \u201ekleiner Drache\u201c - wegen der geringelten Wurzeln, sagen die einen, wegen der alten Verwendung gegen Schlangenbisse, sagen die anderen.<\/p>\n<p class=\"ea-drop\">Estragon stammt aus den Steppen S\u00fcdrusslands, der Mongolei und Zentralasiens und ist damit ein naher Verwandter von Beifu\u00df und Wermut - dieselbe Gattung <em>Artemisia<\/em>, benannt nach Artemis, der griechischen G\u00f6ttin der Jagd. Nach Europa kam er vergleichsweise sp\u00e4t: \u00fcber die arabische Medizin, \u00fcber Spanien und Italien, und erst im 16. Jahrhundert ist er in mitteleurop\u00e4ischen Kr\u00e4uterb\u00fcchern sicher fassbar. Die arabischen \u00c4rzte sch\u00e4tzten ihn als verdauungsf\u00f6rderndes Mittel und gegen Zahnschmerzen - wer ein frisches Blatt kaut, merkt schnell warum: Die Zunge wird leicht taub.<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die K\u00fcche ist die Sortenfrage, und daran scheitern die meisten Estragon-Entt\u00e4uschungen. Der <strong>franz\u00f6sische Estragon<\/strong> (auch Deutscher Estragon genannt) bildet keine keimf\u00e4higen Samen und l\u00e4sst sich nur \u00fcber Stecklinge oder Wurzelteilung vermehren. Er ist der mit dem feinen, s\u00fc\u00dflichen Anisaroma - und der, den man im Gartencenter nur als Topfpflanze bekommt, nie als Saatgut. Der <strong>russische Estragon<\/strong> dagegen ist samenfest, w\u00e4chst schneller, wird h\u00f6her, vertr\u00e4gt Frost besser und schmeckt deutlich flacher, herber, fast grasig. Wer eine T\u00fcte \u201eEstragon-Samen\u201c kauft, bekommt immer den russischen. Das ist der ganze Trick.<\/p>\n<p>In Frankreich ist Estragon eines der vier <em>Fines herbes<\/em> - zusammen mit Petersilie, Schnittlauch und Kerbel - und das Kraut, ohne das eine Sauce b\u00e9arnaise keine B\u00e9arnaise ist. In Georgien und im Kaukasus geht man einen anderen Weg: Dort wird Estragon zur Limonade verarbeitet, dem leuchtend gr\u00fcnen <em>Tarchun<\/em>, und in Kr\u00e4utersaucen zu Fleisch verwendet. In Skandinavien und Russland wandert er in Essig und Einlegegurken. Getrocknet ist er fast \u00fcberall eine Entt\u00e4uschung: Die \u00e4therischen \u00d6le sind fl\u00fcchtig, nach einigen Monaten im Glas bleibt vor allem Heu.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"nutzen\">\n<h2><span>Nutzen<\/span>Was Estragon f\u00fcr dich tut<\/h2>\n<p class=\"ea-drop\">Estragon ist in erster Linie ein <strong>K\u00fcchenkraut mit einer langen Verdauungstradition<\/strong>, nicht eine Heilpflanze mit Studienlage. In der Volksmedizin galt er als appetitanregend, verdauungsf\u00f6rdernd, bl\u00e4hungstreibend und harntreibend - das klassische Profil eines Bitter- und Aromakrauts. Die arabische und sp\u00e4ter die europ\u00e4ische Medizin nutzte ihn bei Zahnschmerzen und Mundbeschwerden, weil die frischen Bl\u00e4tter eine leicht bet\u00e4ubende Wirkung auf die Schleimhaut haben. Eine anerkannte arzneiliche Anwendung gibt es heute nicht; weder die Kommission E noch die europ\u00e4ische Arzneimittelagentur f\u00fchren Estragonkraut als Arzneidroge.<\/p>\n<p>Was es gibt, sind Laborbefunde - und die muss man als das lesen, was sie sind. Im Reagenzglas zeigen Estragonextrakte antioxidative und antibakterielle Effekte; in Tierversuchen wurden blutzuckersenkende Wirkungen einer speziellen Zubereitung aus russischem Estragon beschrieben, die seit Jahren als Nahrungserg\u00e4nzung vermarktet wird. F\u00fcr den Menschen ist daraus bislang nichts Belastbares geworden. Das ist ein Laborwert, kein Heilversprechen - und bei einem Kraut, von dem man einen Essl\u00f6ffel gehackt \u00fcber den Teller streut, w\u00e4re selbst ein echter Effekt kaum relevant.<\/p>\n<p>Es gibt sogar einen Grund, Estragon bewusst als Gew\u00fcrz und nicht als Kur zu behandeln: Sein Hauptaromastoff <strong>Estragol<\/strong> hat sich in Tierversuchen mit hohen, lang gegebenen Dosen als lebersch\u00e4digend und erbgutver\u00e4ndernd erwiesen. Die europ\u00e4ische Arzneimittelagentur hat deshalb in einem eigenen Public Statement die zul\u00e4ssigen Estragolmengen in pflanzlichen Arzneimitteln begrenzt. F\u00fcr die K\u00fcche hei\u00dft das ganz praktisch: Ein paar Bl\u00e4tter in der Sauce sind kein Thema, t\u00e4glicher Estragontee \u00fcber Monate w\u00e4re einer - und in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kleinkindern h\u00e4lt man sich ganz an die K\u00fcchenmenge.<\/p>\n<div class=\"ea-zahlen\">\n<div class=\"ea-zahl\"><b>1 von 4<\/b><span>Kr\u00e4utern der franz\u00f6sischen Fines herbes<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Nur Stecklinge<\/b><span>der aromatische franz\u00f6sische Estragon setzt keine keimf\u00e4higen Samen an<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Estragol<\/b><span>der Aromastoff - und der Grund, warum es beim Gew\u00fcrz bleiben sollte<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>1 Jahr<\/b><span>h\u00e4lt Estragon in Essig; getrocknet ist er nach Monaten fad<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"inhalt\">\n<h2><span>Ingredients<\/span>Das steckt im Estragon<\/h2>\n<p>Das \u00e4therische \u00d6l des franz\u00f6sischen Estragons besteht zu einem gro\u00dfen Teil aus <strong>Estragol<\/strong> (Methylchavicol) - demselben Stoff, der auch Basilikum und Anis-Basilikum ihren s\u00fc\u00dflichen Ton gibt. Dazu kommen Ocimen, Limonen, Phellandren und kleine Mengen Anethol; zusammen ergeben sie diese eigent\u00fcmliche Mischung aus Anis, Fenchel und frischem Heu. Der russische Estragon enth\u00e4lt von diesen \u00d6len deutlich weniger und daf\u00fcr mehr Bitter- und Gerbstoffe - deshalb der flachere, herbere Geschmack.<\/p>\n<p>Daneben finden sich <strong>Cumarine<\/strong> (sie erkl\u00e4ren den heuartigen Unterton und die leichte gerinnungshemmende Wirkung), Flavonoide wie Quercetin und Rutin, Gerbstoffe, Bitterstoffe und f\u00fcr ein gr\u00fcnes Blatt beachtliche Mengen Kalium, Magnesium, Eisen und Mangan - allerdings in Mengen, die bei einem Essl\u00f6ffel Kraut ern\u00e4hrungsphysiologisch keine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Die \u00e4therischen \u00d6le sitzen in feinen Dr\u00fcsen an der Blattoberfl\u00e4che und sind sehr fl\u00fcchtig. Deshalb funktioniert Estragon so schlecht getrocknet und so gut in Fett und Essig: \u00d6l und S\u00e4ure binden die Aromastoffe, Luft und W\u00e4rme tragen sie davon. Wer ihn haltbar machen will, hackt ihn und friert ihn in \u00d6l in Eisw\u00fcrfelformen ein - das funktioniert besser als jedes Trocknen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"kombi\">\n<h2><span>Verst\u00e4rkte Kombinationen<\/span>Was Estragon st\u00e4rker macht<\/h2>\n<p>Estragon ist ein Schlusskraut. Fast alles, was ihm hilft, hei\u00dft: sp\u00e4t zugeben, mit Fett oder S\u00e4ure arbeiten, nicht kochen.<\/p>\n<div class=\"ea-kombi\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">S\u00e4ure<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">mit <i>Wei\u00dfweinessig &amp; Schalotte<\/i><\/div>\n<p>Die Grundlage der B\u00e9arnaise: Essig, Schalotte und Estragonstiele einkochen, abseihen, dann Butter und Eigelb - und ganz zum Schluss die frischen Bl\u00e4tter.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Fett<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">mit <i>Butter &amp; Sahne<\/i><\/div>\n<p>Estragonbutter zum Steak, Estragonsahne zum Huhn: Das Fett nimmt die fl\u00fcchtigen \u00d6le auf und h\u00e4lt sie fest.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">eggs<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">mit <i>Ei &amp; Senf<\/i><\/div>\n<p>R\u00fchrei, Eiersalat, Remoulade, Sauce gribiche - Estragon ist das Kraut, das Eierspeisen aus der Schwere holt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Gefl\u00fcgel<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">mit <i>Huhn &amp; Zitrone<\/i><\/div>\n<p>Poulet \u00e0 l&#8217;estragon ist ein Klassiker, weil das Anisaroma genau die L\u00fccke f\u00fcllt, die mildes Fleisch l\u00e4sst.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Fines herbes<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">mit <i>Petersilie, Schnittlauch &amp; Kerbel<\/i><\/div>\n<p>Zu gleichen Teilen, alles frisch und fein gehackt: die franz\u00f6sische Grundmischung f\u00fcr Omelette, Fisch und Salat.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Haltbarkeit<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">in <i>Essig &amp; \u00d6l<\/i><\/div>\n<p>Zweige in Wei\u00dfweinessig ansetzen oder gehackt in \u00d6l einfrieren - so bleibt das Aroma ein Jahr statt drei Tage.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ea-beisst-h\"><span>Was sich bei\u00dft<\/span>Diese Kombinationen lieber lassen<\/h3>\n<div class=\"ea-kombi beisst\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Technik<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht <i>lange mitkochen<\/i><\/div>\n<p>Die \u00e4therischen \u00d6le sind nach wenigen Minuten Hitze weg und was bleibt, schmeckt bitter. Estragon kommt in den letzten zwei Minuten dazu - oder erst danach.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Einkauf<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht den <i>russischen aus der Sament\u00fcte<\/i><\/div>\n<p>Wer Estragon als Saatgut kauft, bekommt zwangsl\u00e4ufig die aromaarme russische Form. Das gute Kraut gibt es nur als Topfpflanze oder Steckling.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Vorrat<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht <i>getrocknet aus dem Glas<\/i><\/div>\n<p>Getrockneter Estragon verliert innerhalb weniger Monate praktisch sein gesamtes Aroma und schmeckt danach nur noch nach Heu.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Geschmack<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht mit <i>Rosmarin &amp; Lorbeer<\/i><\/div>\n<p>Die harzig-herben Mittelmeerkr\u00e4uter und das s\u00fc\u00dfliche Anisaroma arbeiten gegeneinander - man schmeckt am Ende beides nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Menge<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht als <i>t\u00e4glicher Tee<\/i><\/div>\n<p>Wegen des Estragols geh\u00f6rt Estragon in die K\u00fcche und nicht in die Teekanne - schon gar nicht kurm\u00e4\u00dfig \u00fcber Wochen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Gesundheit<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht in Mengen bei <i>Schwangerschaft &amp; Blutverd\u00fcnnern<\/i><\/div>\n<p>In Schwangerschaft und Stillzeit bei der K\u00fcchenmenge bleiben; die Cumarine k\u00f6nnen die Gerinnung leicht beeinflussen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"gerichte\">\n<h2><span>Zu welchem Gericht<\/span>Wo er hingeh\u00f6rt<\/h2>\n<ul class=\"ea-gerichte\">\n<li><span class=\"g\">Sauce b\u00e9arnaise<\/span><span class=\"w\">Estragonessig-Reduktion mit Schalotte, aufgeschlagen mit Eigelb und Butter, zum Schluss frische Bl\u00e4tter - zum Steak.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Poulet \u00e0 l&#8217;estragon<\/span><span class=\"w\">H\u00e4hnchen in Wei\u00dfwein geschmort, mit Sahne und einem Bund Estragon abgerundet.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Fines herbes<\/span><span class=\"w\">Estragon, Petersilie, Kerbel, Schnittlauch zu gleichen Teilen - in Omelette, auf Ziegenk\u00e4se, \u00fcber Fr\u00fchlingsgem\u00fcse.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Estragonessig<\/span><span class=\"w\">Ein paar Zweige in guten Wei\u00dfweinessig, drei Wochen ziehen lassen - die Basis f\u00fcr Vinaigrette und B\u00e9arnaise.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Senf \u00e0 l&#8217;estragon<\/span><span class=\"w\">Dijonsenf mit fein gehacktem Estragon verr\u00fchrt - zu Bratwurst, Schinken und kaltem Braten.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Eingelegte Gurken<\/span><span class=\"w\">In Osteuropa geh\u00f6rt Estragon neben Dill und Knoblauch ins Einlegeglas.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Tarchun<\/span><span class=\"w\">Georgische Estragonlimonade: Kr\u00e4uterauszug, Zucker, Zitrone, Sprudelwasser - leuchtend gr\u00fcn.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Kr\u00e4uterbutter<\/span><span class=\"w\">Weiche Butter mit Estragon, Zitronenabrieb und Fleur de Sel - zu Fisch, Spargel und Ofenkartoffel.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Sauce gribiche<\/span><span class=\"w\">Hartes Ei, Kapern, Cornichons, Senf, Estragon - kalt zu Fisch, Kalbskopf und Gem\u00fcse.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Spargel und junge Erbsen<\/span><span class=\"w\">Ein paar Bl\u00e4tter \u00fcber ged\u00fcnsteten Spargel oder in Erbsen mit Butter - Fr\u00fchling in einem Satz.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"ea-tipp\"><b>Faustregel:<\/b> Immer frisch, immer zum Schluss. Beim Kauf die Sorte pr\u00fcfen: Wenn es Samen gibt, ist es der russische - der franz\u00f6sische kommt nur als Pflanze. Bl\u00e4tter erst kurz vor dem Servieren hacken, weil sie an der Schnittfl\u00e4che schnell Aroma verlieren, und Reste in \u00d6l einfrieren statt trocknen.<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"hausmittel\">\n<h2><span>Als Hausmittel<\/span>Estragonessig selbst ansetzen<\/h2>\n<div class=\"ea-rezept\">\n<div>\n<div class=\"k\">So geht&#8217;s<\/div>\n<h3>Estragonessig<\/h3>\n<ol>\n<li>Drei bis vier kr\u00e4ftige Estragonzweige waschen und richtig trocken tupfen - jeder Wassertropfen verk\u00fcrzt die Haltbarkeit.<\/li>\n<li>Die Zweige in eine saubere Flasche geben, mit 500 ml gutem Wei\u00dfweinessig \u00fcbergie\u00dfen, sodass alles bedeckt ist.<\/li>\n<li>Verschlie\u00dfen und drei Wochen an einem hellen, aber nicht sonnigen Platz ziehen lassen, ab und zu schwenken.<\/li>\n<li>Abseihen, in eine saubere Flasche umf\u00fcllen und einen frischen Zweig als Erkennungszeichen hineinlegen. K\u00fchl und dunkel h\u00e4lt der Essig etwa ein Jahr.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Wof\u00fcr<\/div>\n<p>F\u00fcr Vinaigrette, B\u00e9arnaise, Remoulade und alles, was einen Hauch Anis vertragen kann - und traditionell als Verdauungshelfer: ein Teel\u00f6ffel in ein Glas Wasser nach einem schweren Essen. Die alte Bezeichnung daf\u00fcr war \u201eMagenessig\u201c, und mehr als eine \u00fcberlieferte Anwendung ist es auch nicht. Was hier sicher funktioniert, ist der Geschmack; ob der Essig die Verdauung wirklich anst\u00f6\u00dft, ist nie ordentlich untersucht worden.<\/p>\n<div class=\"k\" style=\"margin-top:14px\">Menge<\/div>\n<p>In der K\u00fcche nach Belieben. Als Verdauungshelfer h\u00f6chstens ein Teel\u00f6ffel verd\u00fcnnt nach dem Essen, nicht mehrmals t\u00e4glich und nicht auf n\u00fcchternen Magen - Essig reizt bei Sodbrennen und empfindlichem Magen. Wer Reflux hat oder Zahnschmelzprobleme kennt, l\u00e4sst es bei der Vinaigrette.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"tradition\">\n<h2><span>Ayurveda &amp; TCM<\/span>Was die alten Systeme sagen<\/h2>\n<div class=\"ea-trad\">\n<div>\n<h3>Ayurveda<\/h3>\n<p>Estragon ist keine klassische ayurvedische Pflanze - er war im indischen Raum nicht heimisch und taucht in den alten Texten nicht auf. Nach seinen Eigenschaften eingeordnet w\u00e4re er leicht, warm und scharf-s\u00fc\u00df: Vata und Kapha senkend, Pitta in gr\u00f6\u00dferen Mengen erh\u00f6hend, also ein Kraut f\u00fcr tr\u00e4ge Verdauung und kalte Jahreszeiten. Das ist eine \u00dcbertragung nach Prinzip, keine \u00fcberlieferte Anwendung - wir schreiben es lieber ehrlich hin.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Traditional Chinese Medicine<\/h3>\n<p>Die Gattung <em>Artemisia<\/em> ist in der TCM prominent vertreten - Beifu\u00df als <em>Ai Ye<\/em> f\u00fcr Moxibustion, der Einj\u00e4hrige Beifu\u00df als <em>Qing Hao<\/em> \u2013, der Estragon selbst aber nicht. Er geh\u00f6rt nicht zur chinesischen Materia Medica. Nach seinem Charakter w\u00e4re er ein warmes, scharfes Kraut, das die Mitte w\u00e4rmt und Qi bewegt, vergleichbar mit anderen aromatischen Verdauungsgew\u00fcrzen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"warn\">\n<h2><span>Warnhinweise<\/span>Wann du aufpassen solltest<\/h2>\n<div class=\"ea-warn\">\n<h3>Bitte beachten<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Estragol:<\/strong> in Tierversuchen mit hohen Dauerdosen lebersch\u00e4digend und erbgutver\u00e4ndernd - deshalb K\u00fcchenmengen statt Tee oder Kuren.<\/li>\n<li><strong>Schwangerschaft und Stillzeit:<\/strong> bei der normalen W\u00fcrzmenge bleiben; auf Estragontee, Extrakte und \u00e4therisches \u00d6l ganz verzichten.<\/li>\n<li><strong>Kleinkinder:<\/strong> kein Estragontee und kein \u00e4therisches \u00d6l - hier gilt dasselbe wie bei Anis und Fenchel\u00f6l.<\/li>\n<li><strong>Blutgerinnung:<\/strong> die enthaltenen Cumarine k\u00f6nnen die Gerinnung leicht beeinflussen; mit Blutverd\u00fcnnern gro\u00dfe Mengen meiden.<\/li>\n<li><strong>Korbbl\u00fctler-Allergie:<\/strong> wer auf Beifu\u00df, Kamille oder Ambrosia reagiert, kann auch auf Estragon reagieren - erst in kleiner Menge testen.<\/li>\n<li><strong>\u00c4therisches \u00d6l:<\/strong> reines Estragon\u00f6l geh\u00f6rt nicht in die K\u00fcche und nicht unverd\u00fcnnt auf die Haut.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Diese Seite informiert und ersetzt keine \u00e4rztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"passend\">\n<h2><span>Passend zum Thema<\/span>Weiterlesen und mitkochen<\/h2>\n<div class=\"ea-passend\"><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/beifuss-artemisia-vulgaris-2\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">mugwort<\/span><span class=\"d\">Der bodenst\u00e4ndige Bruder aus derselben Gattung.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/wermut-artemisia-absinthium\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Vermouth<\/span><span class=\"d\">Der bittere Verwandte f\u00fcr Magen und Galle.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/petersilie-petroselinum-crispum-2\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Parsley<\/span><span class=\"d\">Das zweite Kraut der Fines herbes.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/rosmarin-getrocknet\/\"><span class=\"art\">Unser Shop<\/span><span class=\"n\">Rosmarin, getrocknet<\/span><span class=\"d\">F\u00fcr alles, was Estragon nicht kann: Ofen, Grill, Schmortopf.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/thymian-getrocknet\/\"><span class=\"art\">Unser Shop<\/span><span class=\"n\">Thymian, getrocknet<\/span><span class=\"d\">Der zuverl\u00e4ssige Partner f\u00fcr Gefl\u00fcgel und Fond.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/schwarzer-pfeffer-ganz\/\"><span class=\"art\">Unser Shop<\/span><span class=\"n\">Schwarzer Pfeffer, ganz<\/span><span class=\"d\">Frisch gemahlen in jede Vinaigrette.<\/span><\/a><\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Shop-Links f\u00fchren zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k ea-quellen\" id=\"quellen\">\n<h2><span>Sources<\/span>Worauf sich das st\u00fctzt<\/h2>\n<ol>\n<li>EMA\/HMPC: <em>Public statement on the use of herbal medicinal products containing estragole<\/em>, Revision 1, European Medicines Agency - Begrenzung der Estragolaufnahme aus pflanzlichen Arzneimitteln.<\/li>\n<li>Blaschek W (Hrsg.): <em>Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka.<\/em> 6. Auflage 2016, Monographie <em>Artemisia dracunculus<\/em>.<\/li>\n<li>Obolskiy D et al. <em>Artemisia dracunculus L. (tarragon): a critical review of its traditional use, chemical composition, pharmacology, and safety.<\/em> Journal of Agricultural and Food Chemistry 2011; 59(21): 11367\u201311384.<\/li>\n<li>Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung: <em>Estragol- und methyleugenolhaltige Lebensmittel<\/em>, Stellungnahme zur Aufnahme aromawirksamer Stoffe.<\/li>\n<li>USDA FoodData Central: <em>Tarragon, fresh<\/em>.<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Estragon (Artemisia dracunculus) Familie Korbbl\u00fctlerArtemisia dracunculus - dieselbe Gattung wie Beifu\u00df und Wermut Verwendet wird Das frische Blattfrisch oder in Essig und \u00d6l konserviert; getrocknet verliert er fast alles Geschmack Anis, Fenchel, Heus\u00fc\u00dflich-w\u00fcrzig mit einer k\u00fchlen, leicht bet\u00e4ubenden Note Herkunft S\u00fcdrussland und Zentralasienseit dem Mittelalter \u00fcber Arabien nach Europa gekommen Zwei Sorten Franz\u00f6sisch und Russischder<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":6967,"parent":5278,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5356","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5356","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5356"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5356\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9751,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5356\/revisions\/9751"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6967"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5356"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}