{"id":5542,"date":"2025-12-05T23:54:42","date_gmt":"2025-12-05T23:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/edenshealth.de\/?page_id=5542"},"modified":"2026-09-18T07:55:55","modified_gmt":"2026-09-18T07:55:55","slug":"beifuss-artemisia-vulgaris-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wiki-archiv\/beifuss-artemisia-vulgaris-2\/","title":{"rendered":"Beifu\u00df (Artemisia vulgaris)"},"content":{"rendered":"<style>.awb-menu__main-li{border-bottom:1px solid rgba(85,136,59,0.18);padding:5px 0;margin:0;}.awb-menu__main-li:last-child{border-bottom:none;}li.wiki-cat-heading{border-bottom:none;margin-top:22px;padding-top:0;}li.wiki-cat-heading:first-child{margin-top:0;}li.wiki-cat-heading > a.awb-menu__main-a{pointer-events:none;cursor:default;font-weight:700;color:#55883b;text-transform:uppercase;font-size:0.72rem;letter-spacing:0.06em;padding-bottom:6px;border-bottom:2px solid #c1e899;display:inline-block;}<\/style>\n<div style=\"position:relative;width:100%;min-height:60vh;height:560px;max-height:70vh;background-image:url('https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/beifuss-hero4k-scaled.jpg');background-size:cover;background-position:center;overflow:hidden;margin:0 0 -1px 0;\">\n<div style=\"position:absolute;top:0;left:0;right:0;height:45%;background:linear-gradient(180deg, rgba(20,15,5,0.40) 0%, rgba(20,15,5,0) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:0;left:0;right:0;height:60%;background:linear-gradient(180deg, rgba(252,250,246,0) 0%, rgba(252,250,246,0.55) 55%, rgba(252,250,246,1) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:14%;left:0;right:0;padding:0 6%;text-align:left;\">\n<h1 style=\"color:#ffffff;font-size:2.6rem;font-weight:600;margin:0;text-shadow:0 2px 16px rgba(0,0,0,0.55);letter-spacing:-0.5px;\">Beifu\u00df (Artemisia vulgaris)<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"eh-arch\">\n<div class=\"ea-steck\">\n<div>\n<div class=\"k\">Familie<\/div>\n<div class=\"v\">Korbbl\u00fctler<small>Artemisia vulgaris - der bodenst\u00e4ndige Verwandte von Wermut und Estragon<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Verwendet wird<\/div>\n<div class=\"v\">Das Kraut<small>Bl\u00e4tter und Bl\u00fctenrispen kurz vor dem Aufbl\u00fchen<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Geschmack<\/div>\n<div class=\"v\">Bitter-w\u00fcrzig<small>herb, leicht kampferartig - ein Gew\u00fcrz f\u00fcr Fettes<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Origin<\/div>\n<div class=\"v\">Europa und Asien<small>an Wegr\u00e4ndern, Schuttpl\u00e4tzen und Bahnd\u00e4mmen<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Bekannt als<\/div>\n<div class=\"v\">G\u00e4nsebratengew\u00fcrz<small>das klassische Gew\u00fcrz f\u00fcr fette Braten in Mitteleuropa<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Wichtig<\/div>\n<div class=\"v\">Starkes Allergen<small>Beifu\u00dfpollen sind ein Hauptausl\u00f6ser der Sp\u00e4tsommer-Allergie<\/small><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ea-body\">\n<nav class=\"ea-nav\">\n<div class=\"t\">Auf dieser Seite<\/div>\n<p><a href=\"#herkunft\">Origin<\/a><a href=\"#nutzen\">Nutzen<\/a><a href=\"#inhalt\">Ingredients<\/a><a href=\"#kombi\">Verst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dft<\/a><a href=\"#gerichte\">Zu welchem Gericht<\/a><a href=\"#hausmittel\">Als Hausmittel<\/a><a href=\"#tradition\">Ayurveda &amp; TCM<\/a><a href=\"#warn\">Warnhinweise<\/a><a href=\"#passend\">Passend zum Thema<\/a><a href=\"#quellen\">Sources<\/a><\/p>\n<div class=\"box\"><b>Kurz gesagt<\/b>Das Gew\u00fcrz f\u00fcr fette Braten - und weltweit betrachtet vor allem die Pflanze der Moxibustion. Arzneilich hat er in Europa keine anerkannte Anwendung. Was man kennen sollte: Beifu\u00dfpollen sind ein Hauptausl\u00f6ser der Sp\u00e4tsommer-Allergie, und wer darauf reagiert, vertr\u00e4gt oft auch Sellerie und bestimmte Gew\u00fcrze schlecht.<\/div>\n<\/nav>\n<div>\n<section class=\"ea-k\" id=\"herkunft\">\n<h2><span>Origin<\/span>Das Kraut an jedem Bahndamm<\/h2>\n<div class=\"eh-kraeuter-img\"><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%27814%27%20viewBox%3D%270%200%201200%20814%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%27814%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/eh-kraeuter-beifuss.jpg\" alt=\"Beifu\u00df Pflanze mit Tautropfen\" style=\"width:100%;height:auto;border-radius:14px;border:2px solid rgba(201,162,75,0.4);box-shadow:0 8px 24px rgba(23,58,36,0.15);\" loading=\"lazy\"><\/div>\n<p class=\"ea-satz\">Er w\u00e4chst dort, wo niemand hinschaut: an Bahnd\u00e4mmen, Z\u00e4unen, Schuttpl\u00e4tzen, Stra\u00dfenr\u00e4ndern - und ist gleichzeitig eine der wichtigsten Heilpflanzen der Welt, nur nicht bei uns.<\/p>\n<p class=\"ea-drop\">Der Gemeine Beifu\u00df w\u00e4chst als hochw\u00fcchsige Staude an Wegr\u00e4ndern, Bahnd\u00e4mmen, Schuttpl\u00e4tzen und Z\u00e4unen in ganz Europa und Asien. Er wird bis zu zwei Meter hoch, hat tief eingeschnittene Bl\u00e4tter, die oberseits dunkelgr\u00fcn und unterseits auff\u00e4llig <strong>wei\u00dffilzig<\/strong> sind, und tr\u00e4gt im Sp\u00e4tsommer unscheinbare, gelblich-braune Bl\u00fctenrispen. Genau diese Rispen sind der Grund, warum viele Menschen ihn kennen, ohne ihn zu kennen - als Allergieausl\u00f6ser.<\/p>\n<p>Kulturgeschichtlich ist er eine der \u00e4ltesten Ritualpflanzen Europas. Er hie\u00df <strong>Sonnwendg\u00fcrtel<\/strong>, weil man ihn zur Sommersonnenwende um den Leib band und danach ins Feuer warf; er galt als Schutzkraut gegen Ersch\u00f6pfung auf Reisen - der Name \u201eBeifu\u00df\u201c wird auf diese Verwendung zur\u00fcckgef\u00fchrt, Zweige in den Schuhen sollten m\u00fcde F\u00fc\u00dfe verhindern. Vor der Einf\u00fchrung des Hopfens war er au\u00dferdem eines der Gruit-Kr\u00e4uter zum W\u00fcrzen von Bier.<\/p>\n<p>Seine weltweit wichtigste Verwendung hat mit Tee und Gew\u00fcrz nichts zu tun: <strong>Moxibustion<\/strong>. In der ostasiatischen Medizin werden die getrockneten, zu Watte verriebenen Bl\u00e4tter - <em>Moxa<\/em> - \u00fcber Akupunkturpunkten abgebrannt, um W\u00e4rme in den K\u00f6rper zu bringen. Verwendet wird daf\u00fcr meist <em>Artemisia argyi<\/em>, eine nahe Verwandte, in Japan auch <em>Artemisia princeps<\/em>. Gemessen an der Zahl der Anwendungen ist der Beifu\u00df damit eine der meistgenutzten Heilpflanzen der Welt - nur eben nicht in der Form, die wir kennen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"nutzen\">\n<h2><span>Nutzen<\/span>Was der Beifu\u00df kann - ehrlich betrachtet<\/h2>\n<p class=\"ea-drop\">Fangen wir mit der klaren Aussage an: <strong>F\u00fcr Beifu\u00dfkraut gibt es in Europa keine anerkannte arzneiliche Anwendung.<\/strong> Weder die europ\u00e4ische Arzneimittelagentur noch die Kommission E f\u00fchren eine positive Monographie. Traditionell wurde er als verdauungsf\u00f6rderndes Bitterkraut, als Wurmmittel und bei Frauenbeschwerden eingesetzt - das ist \u00dcberlieferung, und wir schreiben sie hier nicht als etwas anderes hin.<\/p>\n<p>Was tats\u00e4chlich nachvollziehbar funktioniert, ist seine Rolle als <strong>Gew\u00fcrz f\u00fcr fettes Fleisch<\/strong>. Beifu\u00df enth\u00e4lt Bitterstoffe, und Bitterstoffe regen \u00fcber die Zunge Speichel-, Magensaft- und Gallenfluss an. Genau das braucht man bei Gans, Ente, Schweinebraten und fettem Lamm - und genau deshalb ist er in der mitteleurop\u00e4ischen K\u00fcche traditionell das Bratengew\u00fcrz. Das ist keine Heilwirkung, sondern angewandte Physiologie, und sie ist der beste Grund, ihn zu verwenden.<\/p>\n<p>Die wichtigste Information \u00fcber den Beifu\u00df ist heute allerdings eine ganz andere: Er ist ein <strong>starkes Allergen<\/strong>. Seine Pollen fliegen von Juli bis September und geh\u00f6ren in Mitteleuropa zu den Hauptausl\u00f6sern der Sp\u00e4tsommer-Pollenallergie. Und er steht im Zentrum eines gut beschriebenen Kreuzallergie-Musters, des sogenannten <strong>Beifu\u00df-Sellerie-Gew\u00fcrz-Syndroms<\/strong>: Wer auf Beifu\u00dfpollen reagiert, reagiert h\u00e4ufig auch auf Sellerie, Karotte, Anis, Fenchel, Koriander, K\u00fcmmel und Kamille - teils mit erheblichen Reaktionen. Wer also im Sp\u00e4tsommer Heuschnupfen hat, sollte das wissen, bevor er eine Gew\u00fcrzmischung ausprobiert.<\/p>\n<p>Bleibt die <strong>Moxibustion<\/strong>, die weltweit wichtigste Anwendung. Dass die W\u00e4rme \u00fcber Akupunkturpunkten angenehm ist und muskul\u00e4re Verspannung l\u00f6st, ist unmittelbar nachvollziehbar. Ein besonders untersuchtes Anwendungsgebiet ist die Moxibustion bei Beckenendlage in der Schwangerschaft; die Studien dazu sind uneinheitlich, und eine Cochrane-\u00dcbersicht kam zu dem Schluss, dass die Evidenz f\u00fcr eine Empfehlung nicht ausreicht. Wie bei vielen Verfahren dieser Art: interessant, nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt, und nichts, was man ohne Begleitung macht.<\/p>\n<div class=\"ea-zahlen\">\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Keine Monographie<\/b><span>es gibt in Europa keine anerkannte arzneiliche Anwendung<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Juli bis September<\/b><span>fliegen die Pollen - Hauptausl\u00f6ser der Sp\u00e4tsommer-Allergie<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Beifu\u00df-Sellerie-Gew\u00fcrz<\/b><span>das bekannteste Kreuzallergie-Syndrom<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Moxa<\/b><span>weltweit die wichtigste Verwendung der Gattung<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"inhalt\">\n<h2><span>Ingredients<\/span>Das steckt im Kraut<\/h2>\n<p>Das <strong>\u00e4therische \u00d6l<\/strong> macht nur etwa 0,03 bis 0,3 Prozent aus - deutlich weniger als beim Wermut - und enth\u00e4lt je nach Herkunft Cineol, Campher, Linalool und, in wechselnden Mengen, <strong>Thujon<\/strong>. Der Thujongehalt ist niedriger als beim Wermut, aber vorhanden; f\u00fcr die K\u00fcchenmenge spielt er keine Rolle, f\u00fcr Teekuren ist er einer von mehreren Gr\u00fcnden zur Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n<p>Die <strong>Sesquiterpenlactone<\/strong> - Vulgarin und verwandte Verbindungen - sind die Bitterstoffe der Pflanze und f\u00fcr die Verdauungswirkung verantwortlich. Sie sind gleichzeitig ein Teil des allergenen Potenzials, wie bei allen Korbbl\u00fctlern. Dazu kommen Flavonoide, Cumarinderivate, Gerbstoffe und Inulin in der Wurzel.<\/p>\n<p>Die <strong>Pollen<\/strong> verdienen eine eigene Betrachtung, weil sie das praktisch Relevanteste an dieser Pflanze sind. Beifu\u00df ist windbest\u00e4ubt und produziert gro\u00dfe Mengen sehr leichter Pollen, die weit fliegen. Das Hauptallergen <strong>Art v 1<\/strong> ist gut charakterisiert und weist strukturelle \u00c4hnlichkeiten zu Allergenen in Sellerie, Karotte und verschiedenen Doldenbl\u00fctler-Gew\u00fcrzen auf - das ist die molekulare Grundlage des Kreuzallergie-Syndroms. F\u00fcr Betroffene bedeutet das konkret: Selleriehaltige Speisen und Gew\u00fcrzmischungen k\u00f6nnen Beschwerden ausl\u00f6sen, die von Kribbeln im Mund bis zu ernsten Reaktionen reichen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"kombi\">\n<h2><span>Verst\u00e4rkte Kombinationen<\/span>Was den Beifu\u00df st\u00e4rker macht<\/h2>\n<p>Als Bratengew\u00fcrz ist er ausgezeichnet - und die wichtigste Regel betrifft nicht die K\u00fcche, sondern die Allergie.<\/p>\n<div class=\"ea-kombi\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Fettes Fleisch<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">mit <i>Gans, Ente &amp; Schwein<\/i><\/div>\n<p>Die Bitterstoffe regen Galle und Magensaft an - genau das braucht fettes Fleisch.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Technik<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\"><i>in die F\u00fcllung oder mitgeschmort<\/i><\/div>\n<p>Anders als zarte Kr\u00e4uter vertr\u00e4gt Beifu\u00df lange Garzeiten.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Menge<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">mit <i>wenig<\/i><\/div>\n<p>Er ist kr\u00e4ftig bitter - ein Zweig in die F\u00fcllung gen\u00fcgt f\u00fcr eine Gans.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">digestion<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">mit <i>K\u00fcmmel &amp; Majoran<\/i><\/div>\n<p>Die klassische mitteleurop\u00e4ische Kombination f\u00fcr schwere Gerichte.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Ernte<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\"><i>vor dem Aufbl\u00fchen<\/i><\/div>\n<p>Dann ist der Bitterstoffgehalt hoch und die Pollenbelastung noch gering.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Moxa<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">mit <i>erfahrener Begleitung<\/i><\/div>\n<p>Die weltweit wichtigste Anwendung - aber nichts f\u00fcr den Eigenversuch.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ea-beisst-h\"><span>Was sich bei\u00dft<\/span>Diese Kombinationen lieber lassen<\/h3>\n<div class=\"ea-kombi beisst\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Allergie<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht bei <i>Beifu\u00dfpollen-Allergie<\/i><\/div>\n<p>Kreuzreaktionen mit Sellerie, Karotte und Doldenbl\u00fctler-Gew\u00fcrzen sind h\u00e4ufig und teils erheblich.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Erwartung<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht als <i>Arzneimittel<\/i><\/div>\n<p>Es gibt in Europa keine anerkannte arzneiliche Anwendung.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Schwangerschaft<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht in <i>Kurmengen<\/i><\/div>\n<p>Traditionell als uteruswirksam eingestuft - als Gew\u00fcrz unproblematisch, als Tee nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Menge<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht <i>gro\u00dfz\u00fcgig dosieren<\/i><\/div>\n<p>Zu viel macht das Gericht bitter und ungenie\u00dfbar.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Wurmkur<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht als <i>Wurmmittel<\/i><\/div>\n<p>Die traditionelle Anwendung ist obsolet - daf\u00fcr gibt es wirksame Medikamente.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Standort<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">nicht vom <i>Bahndamm<\/i><\/div>\n<p>Er w\u00e4chst bevorzugt an Verkehrswegen - f\u00fcr die K\u00fcche saubere Standorte w\u00e4hlen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"gerichte\">\n<h2><span>Zu welchem Gericht<\/span>Wo er hingeh\u00f6rt<\/h2>\n<ul class=\"ea-gerichte\">\n<li><span class=\"g\">G\u00e4nsebraten<\/span><span class=\"w\">Ein Zweig in die F\u00fcllung oder unter die Haut - das klassische Weihnachtsgew\u00fcrz.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Ente und Schweinebraten<\/span><span class=\"w\">Dieselbe Logik: Bitterstoffe f\u00fcr fettes Fleisch.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Sauerbraten<\/span><span class=\"w\">Im Beizsud mitziehen lassen.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Aal gr\u00fcn<\/span><span class=\"w\">In der norddeutschen K\u00fcche geh\u00f6rt Beifu\u00df in die Kr\u00e4utersauce.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Fette Fischgerichte<\/span><span class=\"w\">Zu Karpfen und Aal - wie bei Fleisch geht es um die Bitterkeit.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Kartoffelgerichte<\/span><span class=\"w\">Sparsam in Kartoffelsuppe und Bratkartoffeln.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Kr\u00e4uterlik\u00f6r<\/span><span class=\"w\">Beifu\u00df ist Bestandteil vieler traditioneller Magenbitter.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Bierw\u00fcrze<\/span><span class=\"w\">Vor dem Hopfen war er eines der Gruit-Kr\u00e4uter.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Moxa<\/span><span class=\"w\">Die getrockneten, verriebenen Bl\u00e4tter f\u00fcr die Moxibustion.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">R\u00e4ucherkraut<\/span><span class=\"w\">Eines der \u00e4ltesten R\u00e4ucherkr\u00e4uter Europas.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"ea-tipp\"><b>Faustregel:<\/b> Sparsam dosieren und vor der Bl\u00fcte ernten - dann ist er w\u00fcrzig statt bitter. Er geh\u00f6rt zu fettem Fleisch und vertr\u00e4gt lange Garzeiten, anders als zarte Kr\u00e4uter. Und wenn du im Sp\u00e4tsommer Heuschnupfen hast: Beifu\u00df ist wahrscheinlich dein Ausl\u00f6ser, und dann lohnt sich ein Blick auf Sellerie und Doldenbl\u00fctler-Gew\u00fcrze.<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"hausmittel\">\n<h2><span>Als Hausmittel<\/span>Das Bratengew\u00fcrz<\/h2>\n<div class=\"ea-rezept\">\n<div>\n<div class=\"k\">So geht&#8217;s<\/div>\n<h3>Beifu\u00df f\u00fcr Gans, Ente und Schweinebraten<\/h3>\n<ol>\n<li>Beifu\u00df vor der Bl\u00fcte ernten - im Juni oder Anfang Juli, an einem sauberen Standort abseits von Stra\u00dfen und Bahnd\u00e4mmen. Die oberen Triebspitzen abschneiden.<\/li>\n<li>Kopf\u00fcber in kleinen B\u00fcndeln an einem luftigen, schattigen Ort trocknen. Danach die Bl\u00e4tter abstreifen und in einem dunklen Glas aufbewahren; sie halten etwa ein Jahr.<\/li>\n<li>F\u00fcr eine Gans oder Ente einen kr\u00e4ftigen Zweig oder einen Teel\u00f6ffel getrocknetes Kraut in die F\u00fcllung geben - nicht mehr. Beim Schweinebraten das Kraut mit Salz und K\u00fcmmel in die Schwarte reiben.<\/li>\n<li>W\u00e4hrend der langen Garzeit mitziehen lassen. Anders als Petersilie oder Basilikum verliert Beifu\u00df dabei nicht sein Aroma, sondern gibt es langsam ab.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Wof\u00fcr<\/div>\n<p>F\u00fcr alles Fette und Schwere - Gans, Ente, Schweinebraten, Sauerbraten, Aal. Was hier wirkt, ist keine Heilwirkung, sondern der Bitterreflex: Bitterstoffe auf der Zunge regen Speichel, Magensaft und Gallenfluss an, und Galle ist genau das, was der K\u00f6rper zur Verdauung von Fett braucht. Deshalb ist der Beifu\u00df in der mitteleurop\u00e4ischen K\u00fcche traditionell dort gelandet, wo er hingeh\u00f6rt - das ist angewandte Physiologie, kein Aberglaube.<\/p>\n<div class=\"k\" style=\"margin-top:14px\">Menge<\/div>\n<p>Ein Zweig oder ein Teel\u00f6ffel pro Braten - deutlich weniger, als man bei anderen Kr\u00e4utern nehmen w\u00fcrde. Zu viel macht das Gericht bitter. <strong>Nicht bei bekannter Beifu\u00dfpollen-Allergie<\/strong>, und Vorsicht bei Kreuzallergien zu Sellerie, Karotte, Anis, Fenchel, Koriander und K\u00fcmmel. In der Schwangerschaft ist die Gew\u00fcrzmenge unproblematisch; auf Beifu\u00dftee und Kuren sollte man dort verzichten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"tradition\">\n<h2><span>Ayurveda &amp; TCM<\/span>Was die alten Systeme sagen<\/h2>\n<div class=\"ea-trad\">\n<div>\n<h3>Ayurveda<\/h3>\n<p>Der Beifu\u00df ist im Ayurveda als <strong>Nagadamani<\/strong> bekannt - eine <em>Artemisia<\/em>-Art, die als scharf, bitter und erw\u00e4rmend gilt und bei Verdauungsschw\u00e4che, Hautproblemen und in der Frauenheilkunde eingesetzt wird. Eingeordnet wird sie als <em>Kapha<\/em> and <em>Vata<\/em> senkend, <em>Pitta<\/em> erh\u00f6hend. Der europ\u00e4ische Beifu\u00df f\u00e4llt nach denselben Kriterien in dieselbe Gruppe.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Traditional Chinese Medicine<\/h3>\n<p>Hier ist der Beifu\u00df eine zentrale Figur: <strong>Ai Ye<\/strong>, das Blatt von <em>Artemisia argyi<\/em>, gilt als bitter, scharf und warm, Leber, Milz und Niere zugeordnet. Innerlich wird es zum W\u00e4rmen der Geb\u00e4rmutter, zum Stillen von Blutungen und bei k\u00e4ltebedingten Unterleibsschmerzen eingesetzt. Seine ber\u00fchmteste Verwendung ist aber die \u00e4u\u00dferliche: Aus den getrockneten, zu Watte verriebenen Bl\u00e4ttern wird <strong>Moxa<\/strong> hergestellt und \u00fcber Akupunkturpunkten abgebrannt - die Moxibustion, die in Ostasien zum Kernbestand der Medizin geh\u00f6rt und gemeinsam mit der Akupunktur gelehrt wird.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"warn\">\n<h2><span>Warnhinweise<\/span>Wann du aufpassen solltest<\/h2>\n<div class=\"ea-warn\">\n<h3>Bitte beachten<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Pollenallergie:<\/strong> Beifu\u00dfpollen geh\u00f6ren zu den Hauptausl\u00f6sern der Sp\u00e4tsommer-Allergie in Mitteleuropa.<\/li>\n<li><strong>Kreuzallergien:<\/strong> das Beifu\u00df-Sellerie-Gew\u00fcrz-Syndrom betrifft Sellerie, Karotte, Anis, Fenchel, Koriander, K\u00fcmmel und Kamille - Reaktionen k\u00f6nnen erheblich sein.<\/li>\n<li><strong>Keine Monographie:<\/strong> f\u00fcr Beifu\u00dfkraut gibt es keine anerkannte arzneiliche Anwendung.<\/li>\n<li><strong>Schwangerschaft:<\/strong> als Gew\u00fcrz unproblematisch, auf Tee und Kuren verzichten - traditionell als uteruswirksam eingestuft.<\/li>\n<li><strong>Thujon:<\/strong> im \u00e4therischen \u00d6l vorhanden, wenn auch weniger als beim Wermut - kein Dauertee.<\/li>\n<li><strong>Standort:<\/strong> er w\u00e4chst bevorzugt an Bahnd\u00e4mmen und Stra\u00dfenr\u00e4ndern - f\u00fcr die K\u00fcche saubere Fl\u00e4chen w\u00e4hlen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Diese Seite informiert und ersetzt keine \u00e4rztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"passend\">\n<h2><span>Passend zum Thema<\/span>Weiterlesen und mitkochen<\/h2>\n<div class=\"ea-passend\"><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/wermut-artemisia-absinthium\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Vermouth<\/span><span class=\"d\">Der bittere Verwandte mit anerkannter Anwendung.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/estragon-artemisia-dracunculus\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">tarragon<\/span><span class=\"d\">Der feine Verwandte f\u00fcr die franz\u00f6sische K\u00fcche.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/colakraut-artemisia-abrotanum\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Cola herb<\/span><span class=\"d\">Die Eberraute - der duftende Vierte im Bunde.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/schwarzer-pfeffer-ganz\/\"><span class=\"art\">Unser Shop<\/span><span class=\"n\">Schwarzer Pfeffer, ganz<\/span><span class=\"d\">Frisch gemahlen zu jedem Braten.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/bergoregano\/\"><span class=\"art\">Unser Shop<\/span><span class=\"n\">Bergoregano<\/span><span class=\"d\">F\u00fcr mediterranes Fleisch statt mitteleurop\u00e4isches.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/rosmarin-getrocknet\/\"><span class=\"art\">Unser Shop<\/span><span class=\"n\">Rosmarin, getrocknet<\/span><span class=\"d\">Der zweite Braten-Klassiker - harzig statt bitter.<\/span><\/a><\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Shop-Links f\u00fchren zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k ea-quellen\" id=\"quellen\">\n<h2><span>Sources<\/span>Worauf sich das st\u00fctzt<\/h2>\n<ol>\n<li>Blaschek W (Hrsg.): <em>Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka.<\/em> 6. Auflage 2016, Gattung <em>Artemisia<\/em> - Bewertung der traditionellen Anwendungsgebiete.<\/li>\n<li>Wopfner N et al. <em>The spectrum of allergens in ragweed and mugwort pollen.<\/em> International Archives of Allergy and Immunology 2005; 138(4): 337\u2013346.<\/li>\n<li>Bauer L et al. <em>Modulation of the celery-mugwort-spice syndrome.<\/em> Journal of Allergy and Clinical Immunology - zur Kreuzallergie.<\/li>\n<li>Coyle ME et al. <em>Cephalic version by moxibustion for breech presentation.<\/em> Cochrane Database of Systematic Reviews 2012; CD003928.<\/li>\n<li>Chinesische Arzneimittellehre: <em>Artemisiae argyi folium (Ai Ye)<\/em> - Moxibustion und innerliche Anwendung.<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beifu\u00df (Artemisia vulgaris) Familie Korbbl\u00fctlerArtemisia vulgaris - der bodenst\u00e4ndige Verwandte von Wermut und Estragon Verwendet wird Das KrautBl\u00e4tter und Bl\u00fctenrispen kurz vor dem Aufbl\u00fchen Geschmack Bitter-w\u00fcrzigherb, leicht kampferartig - ein Gew\u00fcrz f\u00fcr Fettes Herkunft Europa und Asienan Wegr\u00e4ndern, Schuttpl\u00e4tzen und Bahnd\u00e4mmen Bekannt als G\u00e4nsebratengew\u00fcrzdas klassische Gew\u00fcrz f\u00fcr fette Braten in Mitteleuropa Wichtig Starkes AllergenBeifu\u00dfpollen sind<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":7089,"parent":5278,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5542","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5542","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5542"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5542\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9812,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5542\/revisions\/9812"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7089"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}