{"id":5602,"date":"2025-12-06T00:00:02","date_gmt":"2025-12-06T00:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/edenshealth.de\/?page_id=5602"},"modified":"2026-09-18T08:33:39","modified_gmt":"2026-09-18T08:33:39","slug":"taigawurzel-eleutherococcus-senticosus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wiki-archiv\/taigawurzel-eleutherococcus-senticosus\/","title":{"rendered":"Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)"},"content":{"rendered":"<style>.awb-menu__main-li{border-bottom:1px solid rgba(85,136,59,0.18);padding:5px 0;margin:0;}.awb-menu__main-li:last-child{border-bottom:none;}li.wiki-cat-heading{border-bottom:none;margin-top:22px;padding-top:0;}li.wiki-cat-heading:first-child{margin-top:0;}li.wiki-cat-heading > a.awb-menu__main-a{pointer-events:none;cursor:default;font-weight:700;color:#55883b;text-transform:uppercase;font-size:0.72rem;letter-spacing:0.06em;padding-bottom:6px;border-bottom:2px solid #c1e899;display:inline-block;}<\/style>\n<div style=\"position:relative;width:100%;min-height:60vh;height:560px;max-height:70vh;background-image:url('https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/taigawurzel-hero4k-scaled.jpg');background-size:cover;background-position:center;overflow:hidden;margin:0 0 -1px 0;\">\n<div style=\"position:absolute;top:0;left:0;right:0;height:45%;background:linear-gradient(180deg, rgba(20,15,5,0.40) 0%, rgba(20,15,5,0) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:0;left:0;right:0;height:60%;background:linear-gradient(180deg, rgba(252,250,246,0) 0%, rgba(252,250,246,0.55) 55%, rgba(252,250,246,1) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:14%;left:0;right:0;padding:0 6%;text-align:left;\">\n<h1 style=\"color:#ffffff;font-size:2.6rem;font-weight:600;margin:0;text-shadow:0 2px 16px rgba(0,0,0,0.55);letter-spacing:-0.5px;\">Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"eh-arch\">\n<div class=\"ea-steck\">\n<div>\n<div class=\"k\">Botanischer Name<\/div>\n<div class=\"v\">Eleutherococcus senticosus<small>Efeugew\u00e4chs (Araliaceae)<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Andere Namen<\/div>\n<div class=\"v\">Sibirischer Ginseng<small>irref\u00fchrend - kein Ginseng<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Verwendeter Teil<\/div>\n<div class=\"v\">Wurzel und Wurzelstock<small><\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Leitstoffe<\/div>\n<div class=\"v\">Eleutheroside<small>keine Ginsenoside<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Einstufung<\/div>\n<div class=\"v\">Traditional use (EMA)<small>bei Asthenie - M\u00fcdigkeit und Schw\u00e4che<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Anwendungsdauer<\/div>\n<div class=\"v\">H\u00f6chstens 3 Monate<small>wie beim echten Ginseng<\/small><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ea-body\">\n<nav class=\"ea-nav\">\n<div class=\"t\">Auf dieser Seite<\/div>\n<p><a href=\"#herkunft\">Origin<\/a><a href=\"#nutzen\">Nutzen<\/a><a href=\"#inhalt\">Ingredients<\/a><a href=\"#kombi\">Verst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dft<\/a><a href=\"#gerichte\">Application<\/a><a href=\"#hausmittel\">Als Hausmittel<\/a><a href=\"#tradition\">Ayurveda &amp; TCM<\/a><a href=\"#warn\">Warnhinweise<\/a><a href=\"#passend\">Passend zum Thema<\/a><a href=\"#quellen\">Sources<\/a><\/p>\n<div class=\"box\"><b>Kurz gesagt<\/b><\/p>\n<p>Die Taigawurzel wird als \u201esibirischer Ginseng\u201c verkauft, und das ist der erste Punkt, den man kl\u00e4ren muss: Sie ist mit dem echten Ginseng zwar entfernt verwandt - gleiche Familie \u2013, enth\u00e4lt aber keine Ginsenoside, sondern eine eigene Stoffgruppe. Die EMA f\u00fchrt sie als <em>traditional use<\/em> bei Asthenie, also M\u00fcdigkeit und Schw\u00e4chegef\u00fchl. Der Begriff \u201eAdaptogen\u201c, der ihr anh\u00e4ngt, stammt aus der sowjetischen Forschung der 1960er Jahre und ist bis heute kein anerkannter pharmakologischer Begriff.<\/p>\n<\/div>\n<\/nav>\n<div>\n<section class=\"ea-k\" id=\"herkunft\">\n<h2><span>Origin<\/span>Die Wurzel aus dem Kalten Krieg<\/h2>\n<div class=\"eh-kraeuter-img\"><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%271800%27%20viewBox%3D%270%200%201200%201800%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%271800%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/eh-kraeuter-taigawurzel.jpg\" alt=\"Wurzelgeflecht Nahaufnahme\" style=\"width:100%;height:auto;border-radius:14px;border:2px solid rgba(201,162,75,0.4);box-shadow:0 8px 24px rgba(23,58,36,0.15);\" loading=\"lazy\"><\/div>\n<p class=\"ea-satz\">Die Taigawurzel wurde in der Sowjetunion systematisch erforscht, weil man eine billige Alternative zum teuren koreanischen Ginseng suchte.<\/p>\n<p class=\"ea-drop\"><em>Eleutherococcus senticosus<\/em> ist ein zwei bis f\u00fcnf Meter hoher, dicht bestachelter Strauch aus dem russischen Fernen Osten, aus Nordostchina, Korea und Nordjapan. Er w\u00e4chst in den Misch- und Nadelw\u00e4ldern der Taiga, ist extrem frosthart und bildet ein ausgedehntes Wurzelsystem. Der Artname <em>senticosus<\/em> hei\u00dft \u201edornig\u201c, und das ist eine Untertreibung: Die jungen Triebe sind so dicht mit feinen Stacheln besetzt, dass die Ernte eine unangenehme Arbeit ist. In Russland hei\u00dft er deshalb auch \u201eTeufelsstrauch\u201c.<\/p>\n<p>Seine Karriere als Heilpflanze ist jung und hat einen politischen Hintergrund. In den 1950er und 60er Jahren suchte die sowjetische Forschung nach einer heimischen Alternative zum koreanischen Ginseng, der teuer und schwer zu beschaffen war. Der Pharmakologe Israel Brekhman untersuchte daf\u00fcr zahlreiche Pflanzen und landete beim Eleutherococcus. Er pr\u00e4gte in diesem Zusammenhang auch den Begriff <em>Adaptogen<\/em> - eine Substanz, die unspezifisch die Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Belastungen erh\u00f6hen soll, ohne die normale Funktion zu st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der Begriff hat sich gehalten, aber man sollte wissen, was er ist und was nicht. \u201eAdaptogen\u201c ist keine pharmakologische Kategorie im Sinne von Analgetikum oder Antibiotikum; es ist eine Arbeitsdefinition aus einem bestimmten Forschungskontext, die weder von der EMA noch von einer anderen Arzneimittelbeh\u00f6rde als Wirkkategorie anerkannt wird. In der Vermarktung wird sie trotzdem breit verwendet, weil sie sich gut anh\u00f6rt und sich gleichzeitig jeder \u00dcberpr\u00fcfung entzieht: Etwas, das unspezifisch die Widerstandskraft erh\u00f6ht, kann man kaum widerlegen. Wir verwenden den Begriff auf dieser Seite deshalb nur mit Anf\u00fchrungszeichen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"nutzen\">\n<h2><span>Nutzen<\/span>Was die Monographie sagt - und was die Studien hergeben<\/h2>\n<p class=\"ea-drop\">Die Europ\u00e4ische Arzneimittel-Agentur f\u00fchrt Eleutherococcus-Wurzel als <em>traditional use<\/em> mit einer eng gefassten Indikation: bei Asthenie - Symptomen von Schw\u00e4che und Ersch\u00f6pfung \u2013, f\u00fcr Erwachsene, nach Ausschluss ernsthafter Ursachen. Die Kommission E hatte 1991 eine positive Monographie als Tonikum bei M\u00fcdigkeits- und Schw\u00e4chegef\u00fchl, nachlassender Leistungsf\u00e4higkeit und in der Rekonvaleszenz ausgestellt. Das ist inhaltlich dieselbe Indikation wie beim echten Ginseng.<\/p>\n<p>Studien gibt es, aber sie sind ein schwieriges Feld. Ein gro\u00dfer Teil der Originalarbeiten stammt aus der sowjetischen Forschung und ist nach heutigen Ma\u00dfst\u00e4ben methodisch nicht bewertbar - oft ohne Kontrollgruppe, ohne Verblindung, mit unklaren Endpunkten. Westliche Untersuchungen sind meist klein. Ein Cochrane-Review zum chronischen Ersch\u00f6pfungssyndrom fand keine ausreichende Evidenz. Arbeiten zur k\u00f6rperlichen Leistungsf\u00e4higkeit bei Sportlern kommen zu widerspr\u00fcchlichen Ergebnissen; mehrere gut gemachte Studien fanden keinen Effekt.<\/p>\n<p>Ein etwas interessanterer Befund liegt im Bereich der Immunologie. Eine deutsche placebokontrollierte Studie aus den 1980er Jahren zeigte unter Eleutherococcus-Extrakt eine Zunahme bestimmter Lymphozytenpopulationen. Das ist ein Laborbefund an Blutzellen, kein klinisches Ergebnis: Mehr T-Helferzellen im Blutbild bedeuten nicht weniger Erk\u00e4ltungen. Die Studie wird bis heute als Beleg f\u00fcr \u201eimmunst\u00e4rkende Wirkung\u201c zitiert, und diese Zuspitzung geht deutlich \u00fcber das hinaus, was sie zeigt.<\/p>\n<p>Unser ehrliches Fazit: Die Taigawurzel ist eine gut vertr\u00e4gliche Pflanze mit einer traditionellen Anwendung bei Ersch\u00f6pfung und einer schwachen, aber nicht nicht vorhandenen Datengrundlage. Sie ist keine Leistungssteigerung im sportlichen Sinn, kein Immunsystem-Booster und keine Behandlung f\u00fcr ein chronisches Ersch\u00f6pfungssyndrom. Wer sie probieren will: drei Monate, dann Pause, und die Ursache der M\u00fcdigkeit vorher abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<div class=\"ea-zahlen\">\n<div class=\"ea-zahl\"><b>0,6 - 0,9 %<\/b><span>Eleutheroside in der getrockneten Wurzel<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>0,5 - 4 g<\/b><span>Tagesdosis Wurzel nach Kommission E<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Max. 3 Monate<\/b><span>Anwendungsdauer laut EMA-Monographie<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>2 - 5 m<\/b><span>Wuchsh\u00f6he des dornigen Strauchs<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"inhalt\">\n<h2><span>Ingredients<\/span>Eleutheroside - eine Sammelbezeichnung, kein Stoff<\/h2>\n<p>Der wichtigste Punkt zur Chemie ist eine begriffliche Klarstellung. \u201eEleutheroside\u201c ist keine einheitliche Stoffklasse, sondern eine Sammelbezeichnung f\u00fcr sieben chemisch sehr verschiedene Verbindungen, die in der Wurzel gefunden wurden und durchnummeriert sind - A bis G. Eleutherosid A ist ein Sterol, B ist das Phenylpropanoid Syringin, D und E sind Lignane. Sie haben miteinander nichts gemein au\u00dfer der Herkunft. Wenn ein Pr\u00e4parat \u201estandardisiert auf Eleutheroside\u201c wirbt, muss man fragen: auf welche?<\/p>\n<p>Die beiden Verbindungen, die in der Standardisierung tats\u00e4chlich gemessen werden, sind Eleutherosid B (Syringin) und Eleutherosid E (Syringaresinol-Diglucosid). Sie sind die Marker der Europ\u00e4ischen Arzneibuch-Monographie. Ob sie auch die wirksamen Bestandteile sind, ist offen - Marker und Wirkstoff sind nicht dasselbe, sondern nur bei gut untersuchten Drogen deckungsgleich.<\/p>\n<p>Was ausdr\u00fccklich nicht drin ist: Ginsenoside. Die Taigawurzel geh\u00f6rt zwar mit dem echten Ginseng in dieselbe Familie der Araliaceae, ist aber eine andere Gattung mit einem v\u00f6llig anderen Stoffprofil. Der Handelsname \u201esibirischer Ginseng\u201c ist deshalb irref\u00fchrend und in mehreren L\u00e4ndern f\u00fcr Etiketten nicht mehr zul\u00e4ssig. Wer Ginsenoside will, braucht <em>Panax<\/em>; wer Eleutheroside will, braucht <em>Eleutherococcus<\/em>. Pr\u00e4parate, die beides versprechen, sollte man genau lesen.<\/p>\n<p>Dazu kommen Polysaccharide, Cumarine, Triterpensaponine und Flavonoide. F\u00fcr die Polysaccharide gibt es die meisten immunologischen Laborbefunde - sie geh\u00f6ren zu der Stoffgruppe, die auch beim Sonnenhut untersucht wird. Ein praktischer Hinweis zur Qualit\u00e4t: Die Wurzel sollte hell und faserig sein und beim Kochen einen leicht s\u00fc\u00dflich-holzigen Geruch entwickeln. Verf\u00e4lschungen mit anderen Araliaceen sind auf dem Markt dokumentiert, weshalb Apothekenware oder ein Pr\u00e4parat mit deklarierter Standardisierung die sichere Wahl ist.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"kombi\">\n<h2><span>Verst\u00e4rkte Kombinationen<\/span>Die Taigawurzel richtig einsetzen<\/h2>\n<p>Wie beim echten Ginseng entscheidet weniger die Kombination als der Rahmen: der richtige Zeitpunkt, die begrenzte Dauer und eine abgekl\u00e4rte Ursache.<\/p>\n<div class=\"ea-kombi\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Ersch\u00f6pfung<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + morgens einnehmen<\/div>\n<p>Die anregende Komponente st\u00f6rt den Schlaf. Morgens oder mittags einnehmen, nie abends - derselbe Fehler wie beim Ginseng, und ebenso leicht zu vermeiden.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Kur<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + zeitliche Begrenzung<\/div>\n<p>Zwei bis drei Monate, dann mindestens einen Monat Pause. Diese Struktur kommt aus der Monographie und ist der ehrliche Umgang mit fehlenden Langzeitdaten.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Rekonvaleszenz<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + Genesungsphase<\/div>\n<p>Die traditionelle Anwendung: nach einer durchgemachten Erkrankung, wenn die Kraft nicht zur\u00fcckkommt - begleitend zu Schlaf, Bewegung und Ern\u00e4hrung, nicht statt dessen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Qualit\u00e4t<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + deklarierte Standardisierung<\/div>\n<p>Ein Pr\u00e4parat sollte den Gehalt an Eleutherosid B oder E angeben. \u201eSibirischer Ginseng-Extrakt\u201c ohne Zahl ist nicht beurteilbar.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Tee<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + Ingwer oder Zimt<\/div>\n<p>Der Geschmack ist holzig-erdig und unauff\u00e4llig; w\u00e4rmende Gew\u00fcrze machen die Abkochung angenehmer und passen zur Anwendungsrichtung.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Alternative<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + Vergleich mit Ginseng<\/div>\n<p>Wer beides erw\u00e4gt: Der echte Ginseng hat die bessere Datenlage, die Taigawurzel den niedrigeren Preis und das mildere Profil. Beides gleichzeitig ergibt keinen Sinn.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ea-beisst-h\"><span>Was sich bei\u00dft<\/span>Diese Kombinationen lieber lassen<\/h3>\n<div class=\"ea-kombi beisst\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Blutdruck<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + unbehandelter Bluthochdruck<\/div>\n<p>Die Kommission E nennt Bluthochdruck als Gegenanzeige. Bei nicht eingestelltem Hochdruck ist die Anwendung ungeeignet.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Gerinnung<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + Antikoagulanzien<\/div>\n<p>F\u00fcr Warfarin sind Wechselwirkungen berichtet, die Datenlage ist uneinheitlich. Bei Gerinnungshemmung nicht ungefragt kombinieren.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Blutzucker<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + Diabetesmedikamente<\/div>\n<p>Hinweise auf eine Beeinflussung des Blutzuckers liegen vor. Neben entsprechender Medikation \u00e4rztlich ansprechen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Digitalis<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + Herzglykoside<\/div>\n<p>F\u00fcr Eleutherococcus wurde eine Erh\u00f6hung von Digoxin-Spiegeln beschrieben. Bei Digitalis-Therapie ist die Anwendung ohne \u00e4rztliche Begleitung nicht sinnvoll.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Schlaf<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + abendliche Einnahme<\/div>\n<p>Schlafst\u00f6rungen und Unruhe geh\u00f6ren zu den berichteten Nebenwirkungen. Wer ohnehin schlecht schl\u00e4ft, verst\u00e4rkt das Problem.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Ursache<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Taigawurzel + unabgekl\u00e4rte M\u00fcdigkeit<\/div>\n<p>Anhaltende Ersch\u00f6pfung kann Blutarmut, Schilddr\u00fcsenprobleme, Schlafapnoe oder Depression bedeuten. Ein Tonikum, das die Abkl\u00e4rung verschiebt, ist keine gute Idee.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"gerichte\">\n<h2><span>Application<\/span>Anwendungsformen<\/h2>\n<ul class=\"ea-gerichte\">\n<li><span class=\"g\">Abkochung<\/span><span class=\"w\">2 bis 4 g geschnittene Wurzel in 500 ml Wasser 20 Minuten leise k\u00f6cheln - die traditionelle Zubereitung.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Trockenextrakt<\/span><span class=\"w\">Standardisierte Kapseln mit Angabe des Eleutherosidgehalts - die dosierungssicherste Form.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Fluidextrakt<\/span><span class=\"w\">Die russische Standardform: alkoholischer Auszug, tropfenweise dosiert.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Tinktur<\/span><span class=\"w\">20 bis 40 Tropfen in Wasser, morgens und mittags.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Teemischung<\/span><span class=\"w\">Mit Ingwer und Zimt f\u00fcr einen w\u00e4rmenden Wintertee, der auch schmeckt.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Morgens<\/span><span class=\"w\">Der Einnahmezeitpunkt ist Teil der Anwendung: fr\u00fch, nie abends.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Kurplan<\/span><span class=\"w\">Zwei bis drei Monate, dann Pause - und danach neu pr\u00fcfen, ob es \u00fcberhaupt gebraucht wird.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Etikett lesen<\/span><span class=\"w\">\u201eSibirischer Ginseng\u201c ist ein Handelsname. Auf dem Etikett sollte <em>Eleutherococcus senticosus<\/em> stehen.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Standardisierung<\/span><span class=\"w\">Eleutherosid B oder E mit Zahl - ohne Zahl ist ein Extrakt nicht vergleichbar.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Nicht kombinieren<\/span><span class=\"w\">Taigawurzel und Panax-Ginseng gleichzeitig ergibt keinen Sinn und verdoppelt nur die Wechselwirkungsrisiken.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"ea-tipp\"><b>Faustregel:<\/b> Der Handelsname \u201esibirischer Ginseng\u201c ist der h\u00e4ufigste Grund f\u00fcr Fehlk\u00e4ufe. Wer ein Pr\u00e4parat in der Hand hat, sucht auf dem Etikett den botanischen Namen - <em>Eleutherococcus senticosus<\/em> ist die Taigawurzel, <em>Panax ginseng<\/em> der echte Ginseng. Alles andere ist Werbetext.<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"hausmittel\">\n<h2><span>Als Hausmittel<\/span>Die Abkochung - mit dem n\u00f6tigen Rahmen<\/h2>\n<div class=\"ea-rezept\">\n<div>\n<div class=\"k\">So geht&#8217;s<\/div>\n<h3>Taigawurzel als Dekokt<\/h3>\n<ol>\n<li>Vorher die Ursache kl\u00e4ren: Anhaltende Ersch\u00f6pfung hat viele m\u00f6gliche Gr\u00fcnde, von Blutarmut \u00fcber die Schilddr\u00fcse bis zur Depression. Ein Tonikum ist kein Ersatz f\u00fcr eine Abkl\u00e4rung.<\/li>\n<li>Gegenanzeigen pr\u00fcfen: nicht bei unbehandeltem Bluthochdruck, nicht neben Digitalis, bei Gerinnungshemmern und Diabetesmedikation nur nach R\u00fccksprache, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht f\u00fcr Kinder und Jugendliche.<\/li>\n<li>2 bis 4 g geschnittene Wurzel mit 500 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und zugedeckt zwanzig Minuten leise k\u00f6cheln lassen. Die holzige Wurzel braucht das Kochen.<\/li>\n<li>Abseihen und \u00fcber den Vormittag und Mittag verteilt trinken. Nach 15 Uhr nichts mehr - sonst liegt man abends wach.<\/li>\n<li>Zwei bis drei Wochen beobachten. \u00c4ndert sich nichts, ist eine h\u00f6here Dosis nicht die Antwort; dann ist es einfach nicht die passende Pflanze.<\/li>\n<li>Nach sp\u00e4testens drei Monaten beenden und mindestens einen Monat pausieren. Bei Unruhe, Schlafst\u00f6rungen, Kopfschmerz oder steigendem Blutdruck vorher abbrechen.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Wof\u00fcr<\/div>\n<p>Bei vor\u00fcbergehender M\u00fcdigkeit und Schw\u00e4chegef\u00fchl sowie in der Genesung nach einer Erkrankung - die Indikation, die EMA und Kommission E nennen. Keine Anwendung bei chronischem Ersch\u00f6pfungssyndrom ohne \u00e4rztliche Begleitung.<\/p>\n<div class=\"k\" style=\"margin-top:14px\">Menge<\/div>\n<p>0,5 bis 4 g Wurzel t\u00e4glich nach Kommission E, bei Extrakten nach Packungsangabe. H\u00f6chstens drei Monate am St\u00fcck. Nicht bei unbehandeltem Bluthochdruck.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"tradition\">\n<h2><span>Ayurveda &amp; TCM<\/span>Was die alten Systeme sagen<\/h2>\n<div class=\"ea-trad\">\n<div>\n<h3>Ayurveda<\/h3>\n<p>Die Taigawurzel ist eine nordostasiatische Pflanze und im Ayurveda nicht vertreten. Die funktional entsprechende Kategorie sind dort die <em>Rasayana<\/em>, die kr\u00e4ftigenden und regenerierenden Mittel, mit <em>Ashwagandha<\/em> als bekanntestem Vertreter. Dass alle drei Pflanzen - Ashwagandha, Ginseng und Taigawurzel - heute unter dem Sammelbegriff \u201eAdaptogene\u201c vermarktet werden, ist eine moderne Zusammenfassung aus drei v\u00f6llig getrennten Traditionen und keine gemeinsame Herkunft.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Traditional Chinese Medicine<\/h3>\n<p>In der chinesischen Materia medica erscheint die Taigawurzel als <em>Ci Wu Jia<\/em> - \u201estachliges f\u00fcnfbl\u00e4ttriges Gew\u00e4chs\u201c. Sie gilt als scharf, leicht bitter und warm, mit Bezug zu Milz, Niere und Herz, und hat die Funktion, Milz und Niere zu tonisieren sowie Geist und Schlaf zu beruhigen. Interessant ist, dass sie in der TCM ausdr\u00fccklich nicht als Ersatz f\u00fcr <em>Ren Shen<\/em>, den echten Ginseng, gilt, sondern als eigene, schw\u00e4chere Droge mit anderem Schwerpunkt - genau die Unterscheidung, die die westliche Vermarktung verwischt hat.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"warn\">\n<h2><span>Warnhinweise<\/span>Wann du aufpassen solltest<\/h2>\n<div class=\"ea-warn\">\n<h3>Bitte beachten<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Kein Ginseng:<\/strong> <em>Eleutherococcus senticosus<\/em> enth\u00e4lt keine Ginsenoside. Der Handelsname \u201esibirischer Ginseng\u201c ist irref\u00fchrend; auf das Etikett mit dem botanischen Namen achten.<\/li>\n<li><strong>Nicht bei unbehandeltem Bluthochdruck:<\/strong> Die Kommission E nennt Hypertonie als Gegenanzeige.<\/li>\n<li><strong>Wechselwirkung mit Digitalis:<\/strong> Erh\u00f6hte Digoxin-Spiegel wurden beschrieben. Bei Herzglykosid-Therapie nicht ohne \u00e4rztliche Begleitung.<\/li>\n<li><strong>Gerinnungshemmer und Diabetesmedikamente:<\/strong> Wechselwirkungen sind berichtet, die Datenlage ist uneinheitlich. Vor der Anwendung in der Praxis ansprechen.<\/li>\n<li><strong>H\u00f6chstens drei Monate:<\/strong> Zur Dauereinnahme gibt es keine Daten. Die Monographie begrenzt die Anwendungsdauer ausdr\u00fccklich.<\/li>\n<li><strong>Nicht f\u00fcr Kinder, Schwangere und Stillende:<\/strong> F\u00fcr diese Gruppen ist die Anwendung mangels Daten nicht vorgesehen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Diese Seite informiert und ersetzt keine \u00e4rztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"passend\">\n<h2><span>Passend zum Thema<\/span>Weiterlesen und mitkochen<\/h2>\n<div class=\"ea-passend\"><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/ginseng-panax-ginseng\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">ginseng<\/span><span class=\"d\">Der echte - mit ganz anderen Inhaltsstoffen und besserer Datenlage.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/roter-ginseng-panax-ginseng\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Red ginseng<\/span><span class=\"d\">Was das D\u00e4mpfen aus der Ginsengwurzel macht.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/ashwagandha-withania-somnifera\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Ashwagandha<\/span><span class=\"d\">Die dritte Pflanze im \u201eAdaptogen\u201c-Regal - eher beruhigend.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/panax-ginseng-extrakt\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Panax Ginseng Extrakt<\/span><span class=\"d\">Wenn es der echte sein soll, standardisiert dosiert.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/ashwagandha-extrakt\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Ashwagandha extract<\/span><span class=\"d\">F\u00fcr Ersch\u00f6pfung, bei der Unruhe im Vordergrund steht.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/vitamin-b-komplex\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Vitamin B complex<\/span><span class=\"d\">Was bei anhaltender M\u00fcdigkeit zuerst gepr\u00fcft geh\u00f6rt.<\/span><\/a><\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Shop-Links f\u00fchren zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k ea-quellen\" id=\"quellen\">\n<h2><span>Sources<\/span>Worauf sich das st\u00fctzt<\/h2>\n<ol>\n<li>European Medicines Agency, HMPC: European Union herbal monograph on <em>Eleutherococcus senticosus<\/em> (Rupr. et Maxim.) Maxim., radix - traditional use.<\/li>\n<li>Kommission E, Monographie \u201eEleutherococci radix\u201c, BAnz Nr. 11 vom 17.01.1991.<\/li>\n<li>Cochrane Database of Systematic Reviews: Interventions for the treatment of chronic fatigue syndrome - Bewertung pflanzlicher Ans\u00e4tze.<\/li>\n<li>Bohn B. et al.: Flow-cytometric studies with <em>Eleutherococcus senticosus<\/em> extract as an immunomodulatory agent. Arzneimittelforschung 1987.<\/li>\n<li>Panossian A., Wikman G.: Evidence-based efficacy of adaptogens in fatigue. Current Clinical Pharmacology 2009 - kritisch zu lesen.<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) Botanischer Name Eleutherococcus senticosusEfeugew\u00e4chs (Araliaceae) Andere Namen Sibirischer Ginsengirref\u00fchrend - kein Ginseng Verwendeter Teil Wurzel und Wurzelstock Leitstoffe Eleutherosidekeine Ginsenoside Einstufung Traditional use (EMA)bei Asthenie - M\u00fcdigkeit und Schw\u00e4che Anwendungsdauer H\u00f6chstens 3 Monatewie beim echten Ginseng Auf dieser Seite HerkunftNutzenInhaltsstoffeVerst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dftAnwendungAls HausmittelAyurveda &amp; TCMWarnhinweisePassend zum ThemaQuellen Kurz gesagt<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":7117,"parent":5278,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5602","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5602","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5602"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5602\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9826,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5602\/revisions\/9826"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7117"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5602"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}