{"id":5606,"date":"2025-12-06T00:00:22","date_gmt":"2025-12-06T00:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/edenshealth.de\/?page_id=5606"},"modified":"2026-09-18T08:33:47","modified_gmt":"2026-09-18T08:33:47","slug":"steinklee-melilotus-officinalis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wiki-archiv\/steinklee-melilotus-officinalis\/","title":{"rendered":"Steinklee (Melilotus officinalis)"},"content":{"rendered":"<style>.awb-menu__main-li{border-bottom:1px solid rgba(85,136,59,0.18);padding:5px 0;margin:0;}.awb-menu__main-li:last-child{border-bottom:none;}li.wiki-cat-heading{border-bottom:none;margin-top:22px;padding-top:0;}li.wiki-cat-heading:first-child{margin-top:0;}li.wiki-cat-heading > a.awb-menu__main-a{pointer-events:none;cursor:default;font-weight:700;color:#55883b;text-transform:uppercase;font-size:0.72rem;letter-spacing:0.06em;padding-bottom:6px;border-bottom:2px solid #c1e899;display:inline-block;}<\/style>\n<div style=\"position:relative;width:100%;min-height:60vh;height:560px;max-height:70vh;background-image:url('https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/steinklee-hero4k-scaled.jpg');background-size:cover;background-position:center;overflow:hidden;margin:0 0 -1px 0;\">\n<div style=\"position:absolute;top:0;left:0;right:0;height:45%;background:linear-gradient(180deg, rgba(20,15,5,0.40) 0%, rgba(20,15,5,0) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:0;left:0;right:0;height:60%;background:linear-gradient(180deg, rgba(252,250,246,0) 0%, rgba(252,250,246,0.55) 55%, rgba(252,250,246,1) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:14%;left:0;right:0;padding:0 6%;text-align:left;\">\n<h1 style=\"color:#ffffff;font-size:2.6rem;font-weight:600;margin:0;text-shadow:0 2px 16px rgba(0,0,0,0.55);letter-spacing:-0.5px;\">Steinklee (Melilotus officinalis)<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"eh-arch\">\n<div class=\"ea-steck\">\n<div>\n<div class=\"k\">Botanischer Name<\/div>\n<div class=\"v\">Melilotus officinalis<small>H\u00fclsenfr\u00fcchtler (Fabaceae)<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Verwendeter Teil<\/div>\n<div class=\"v\">Kraut<small>bl\u00fchende oberirdische Teile<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Leitstoff<\/div>\n<div class=\"v\">Cumarin<small>der Heu- und Waldmeisterduft<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Einstufung<\/div>\n<div class=\"v\">Kommission E positiv<small>chronisch-ven\u00f6se Insuffizienz, \u00e4u\u00dferlich Prellungen<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Historisch bedeutsam<\/div>\n<div class=\"v\">Warfarin<small>entdeckt an verschimmeltem Steinklee<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Bl\u00fctezeit<\/div>\n<div class=\"v\">Juni bis September<small>gelb, an Wegr\u00e4ndern und Bahnd\u00e4mmen<\/small><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ea-body\">\n<nav class=\"ea-nav\">\n<div class=\"t\">Auf dieser Seite<\/div>\n<p><a href=\"#herkunft\">Origin<\/a><a href=\"#nutzen\">Nutzen<\/a><a href=\"#inhalt\">Ingredients<\/a><a href=\"#kombi\">Verst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dft<\/a><a href=\"#gerichte\">Application<\/a><a href=\"#hausmittel\">Als Hausmittel<\/a><a href=\"#tradition\">Ayurveda &amp; TCM<\/a><a href=\"#warn\">Warnhinweise<\/a><a href=\"#passend\">Passend zum Thema<\/a><a href=\"#quellen\">Sources<\/a><\/p>\n<div class=\"box\"><b>Kurz gesagt<\/b><\/p>\n<p>Der Steinklee riecht nach frischem Heu, und dieser Duft hat Medizingeschichte geschrieben: Aus verschimmeltem Steinkleeheu, das in den 1920er Jahren Rinder verbluten lie\u00df, isolierte man den Stoff, aus dem sp\u00e4ter das Gerinnungsmittel Warfarin entwickelt wurde. Die intakte Pflanze ist harmlos und wird von der Kommission E positiv bei Venenbeschwerden und \u00e4u\u00dferlich bei Prellungen bewertet. Aber die Geschichte erkl\u00e4rt, warum man Steinklee niemals verschimmelt verwenden darf.<\/p>\n<\/div>\n<\/nav>\n<div>\n<section class=\"ea-k\" id=\"herkunft\">\n<h2><span>Origin<\/span>Die Rinder von Wisconsin<\/h2>\n<div class=\"eh-kraeuter-img\"><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%271800%27%20viewBox%3D%270%200%201200%201800%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%271800%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/eh-kraeuter-steinklee.jpg\" alt=\"Steinklee gelbe Bl\u00fcten Nahaufnahme\" style=\"width:100%;height:auto;border-radius:14px;border:2px solid rgba(201,162,75,0.4);box-shadow:0 8px 24px rgba(23,58,36,0.15);\" loading=\"lazy\"><\/div>\n<p class=\"ea-satz\">Ein kanadischer Tierarzt und ein Eimer voll ungeronnenem Blut standen am Anfang der modernen Gerinnungshemmung.<\/p>\n<p class=\"ea-drop\"><em>Melilotus officinalis<\/em> ist ein zweij\u00e4hriger Schmetterlingsbl\u00fctler, der bis zu anderthalb Meter hoch wird und lockere Trauben kleiner gelber Bl\u00fcten tr\u00e4gt. Er w\u00e4chst auf Schutt, an Bahnd\u00e4mmen, Wegr\u00e4ndern und auf Rohb\u00f6den - eine Pionierpflanze, die als Leguminose Stickstoff bindet und deshalb auf n\u00e4hrstoffarmen Fl\u00e4chen im Vorteil ist. Fr\u00fcher wurde er als Gr\u00fcnd\u00fcnger und Viehfutter angebaut, und genau diese Nutzung f\u00fchrte zu der Geschichte, die ihn ber\u00fchmt machte.<\/p>\n<p>In den 1920er Jahren traten in Nordamerika geh\u00e4uft F\u00e4lle auf, in denen Rinder nach kleinen Verletzungen oder Enthornungen verbluteten. Der kanadische Tierpathologe Frank Schofield fand die Ursache: verschimmeltes Steinkleeheu. Die Erkrankung bekam den Namen <em>sweet clover disease<\/em>. In den 1930er Jahren brachte ein verzweifelter Farmer aus Wisconsin eine tote Kuh, eine Milchkanne mit ungeronnenem Blut und einen Arm voll verdorbenen Heus zu Karl Paul Link an die Universit\u00e4t Wisconsin. Link und seine Gruppe isolierten daraus den gerinnungshemmenden Stoff: Dicumarol.<\/p>\n<p>Aus dieser Arbeit entstand eine Substanzfamilie, aus der die Cumarin-Antikoagulanzien hervorgingen - zuerst als Rattengift vermarktet unter dem Namen Warfarin, benannt nach der Wisconsin Alumni Research Foundation, sp\u00e4ter als eines der wichtigsten Medikamente des 20. Jahrhunderts. Millionen Menschen mit Vorhofflimmern, k\u00fcnstlichen Herzklappen und Thrombosen verdanken ihre Behandlung einem Eimer ungeronnenen Rinderbluts. F\u00fcr unsere Zwecke ist die Geschichte doppelt lehrreich: Sie zeigt, wie Naturstoffforschung funktioniert - und sie erkl\u00e4rt in einem Satz, warum verschimmelter Steinklee gef\u00e4hrlich ist und frischer nicht.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"nutzen\">\n<h2><span>Nutzen<\/span>Venen und Bluterg\u00fcsse - eine \u00fcberschaubare, aber reale Anwendung<\/h2>\n<p class=\"ea-drop\">Die Kommission E hat f\u00fcr Steinkleekraut eine positive Monographie mit zwei Richtungen ausgestellt. Innerlich: Beschwerden bei chronisch-ven\u00f6ser Insuffizienz - Schmerzen und Schweregef\u00fchl in den Beinen, n\u00e4chtliche Wadenkr\u00e4mpfe, Juckreiz, Schwellung - sowie unterst\u00fctzend bei Thrombophlebitis, H\u00e4morrhoiden und Lymphstau. \u00c4u\u00dferlich: Prellungen, Verstauchungen und oberfl\u00e4chliche Bluterg\u00fcsse. Eine EMA-Monographie gibt es bislang nicht, was bedeutet, dass die europ\u00e4ische Bewertung auf dem \u00e4lteren deutschen Stand beruht.<\/p>\n<p>Die Wirkungsvermutung geht dahin, dass die Cumarine - zusammen mit Flavonoiden - die Durchl\u00e4ssigkeit der kleinen Gef\u00e4\u00dfe verringern und den Abtransport von Gewebsfl\u00fcssigkeit \u00fcber das Lymphsystem verbessern. In der Folge soll Schwellung zur\u00fcckgehen. F\u00fcr Cumarin gibt es entsprechende Untersuchungen zum Lymph\u00f6dem; sie stammen \u00fcberwiegend aus den 1980er und 90er Jahren und wurden mit isoliertem Cumarin in deutlich h\u00f6heren Dosen gemacht als in einem Steinkleetee.<\/p>\n<p>Genau an dieser Stelle gab es einen R\u00fcckschlag, den man kennen muss. Ein hochdosiertes Cumarin-Pr\u00e4parat gegen Lymph\u00f6dem musste in den 1990er Jahren vom Markt genommen werden, nachdem F\u00e4lle von Lebersch\u00e4den aufgetreten waren - eine australische Studie mit mehreren hundert Teilnehmerinnen musste wegen Hepatotoxizit\u00e4t abgebrochen werden. Das betraf isoliertes, hochdosiertes Cumarin, nicht Steinkleetee, aber es hat die gesamte Cumarin-Therapie in Misskredit gebracht und erkl\u00e4rt, warum die Monographie-Dosis deutlich niedriger liegt und warum die Anwendung zeitlich begrenzt sein sollte.<\/p>\n<p>Praktisch hei\u00dft das: Steinklee ist eine sinnvolle begleitende Option bei schweren, m\u00fcden Beinen - neben Kompression, Bewegung und Hochlagern, die alle besser belegt sind als jede Pflanze. Bei akuter Thrombose, einseitiger Beinschwellung mit Schmerz und \u00dcberw\u00e4rmung, oder bei Atemnot mit Brustschmerz ist er keine Option, sondern ein Zeitverlust. Diese Zeichen sind ein Notfall.<\/p>\n<div class=\"ea-zahlen\">\n<div class=\"ea-zahl\"><b>0,4 - 1 %<\/b><span>Cumarin im getrockneten Kraut<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>3 - 30 mg<\/b><span>Cumarin als Tagesdosis nach Kommission E<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>1922<\/b><span>Beschreibung der sweet clover disease<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>1954<\/b><span>Zulassung von Warfarin als Arzneimittel<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"inhalt\">\n<h2><span>Ingredients<\/span>Cumarin, Melilotosid und ein wichtiger Unterschied<\/h2>\n<p>In der lebenden Steinkleepflanze ist kaum freies Cumarin enthalten. Es liegt als Melilotosid vor, ein glykosidisch gebundener Vorl\u00e4ufer ohne Geruch. Erst wenn die Pflanze verletzt wird oder trocknet, spalten Enzyme das Glykosid, und aus dem freigesetzten Baustein entsteht Cumarin. Deshalb riecht frischer Steinklee auf der Wiese kaum, angetrocknetes Heu dagegen intensiv - derselbe Effekt wie beim Waldmeister, der erst welk seinen Duft entwickelt.<\/p>\n<p>Cumarin selbst ist kein Gerinnungshemmer. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum, und er lohnt eine klare Trennung: Cumarin ist ein Aromastoff, den wir aus Waldmeister, Tonkabohne und Zimt kennen. Der Gerinnungshemmer ist Dicumarol, ein Dimer aus zwei Cumarin-Bausteinen, und dieses Dicumarol entsteht ausschlie\u00dflich dann, wenn Schimmelpilze - vor allem <em>Penicillium<\/em>&#8211; und <em>Aspergillus<\/em>-Arten - das Pflanzenmaterial befallen. Intakter, sauber getrockneter Steinklee enth\u00e4lt kein Dicumarol. Verschimmelter enth\u00e4lt es, und deshalb ist die Regel so eindeutig: Steinklee muss sauber und schnell getrocknet werden, und bei muffigem Geruch oder sichtbarem Belag geh\u00f6rt der ganze Vorrat weg.<\/p>\n<p>Neben dem Cumarin und seinen Vorstufen enth\u00e4lt das Kraut Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe und Schleimstoffe. Die Flavonoide werden bei der Wirkung auf die Gef\u00e4\u00dfdurchl\u00e4ssigkeit mitgedacht, sind aber nicht separat untersucht.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Umgang mit Cumarin gibt es zus\u00e4tzlich einen lebensmittelrechtlichen Kontext. Das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung hat f\u00fcr Cumarin einen tolerierbaren t\u00e4glichen Aufnahmewert von 0,1 mg pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht festgelegt, weil hohe Dosen bei empfindlichen Personen die Leber belasten k\u00f6nnen - die bekannteste Diskussion dazu betrifft Cassia-Zimt in Zimtsternen. Ein Steinkleetee nach Monographiedosis liegt in einer \u00e4hnlichen Gr\u00f6\u00dfenordnung wie eine reichliche Zimtportion; das ist handhabbar, aber ein Grund, nicht literweise und nicht monatelang zu trinken.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"kombi\">\n<h2><span>Verst\u00e4rkte Kombinationen<\/span>Was mit Steinklee zusammenpasst<\/h2>\n<p>Bei Venenbeschwerden sind die wirksamsten Ma\u00dfnahmen nicht pflanzlich. Steinklee kann begleiten - und tut das am besten neben diesen Dingen.<\/p>\n<div class=\"ea-kombi\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Venen<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + Kompressionsstr\u00fcmpfe<\/div>\n<p>Die Kompression ist die mit Abstand bestbelegte Ma\u00dfnahme bei chronisch-ven\u00f6ser Insuffizienz. Steinklee ist die Begleitung, nicht der Ersatz - wer das umdreht, macht es falsch herum.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Venen<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + Bewegung und Hochlagern<\/div>\n<p>Wadenmuskelpumpe und Hochlagern sind kostenlos und wirksam. Jede pflanzliche Anwendung wirkt neben diesen Ma\u00dfnahmen, nicht anstelle.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Venen<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + Rosskastanie<\/div>\n<p>Rosskastaniensamenextrakt ist bei chronisch-ven\u00f6ser Insuffizienz die besser untersuchte Pflanze, mit mehreren kontrollierten Studien und einem Cochrane-Review. Wer eine Pflanze w\u00e4hlen muss, w\u00e4hlt sie.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Prellung<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + Umschlag und K\u00fchlung<\/div>\n<p>\u00c4u\u00dferlich bei Prellungen und Bluterg\u00fcssen: ein Aufguss als k\u00fchler Umschlag. In den ersten Stunden z\u00e4hlt vor allem die K\u00fchlung selbst.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Lymphe<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + Lymphdrainage<\/div>\n<p>Bei Lymphstau ist die manuelle Lymphdrainage plus Kompression die Standardbehandlung. Steinklee kann begleiten - die Therapie ist sie nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Trocknung<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + schnelles, luftiges Trocknen<\/div>\n<p>Der wichtigste Verarbeitungsschritt \u00fcberhaupt. D\u00fcnn ausgebreitet, luftig, z\u00fcgig - nie in dicken B\u00fcndeln, in denen es im Inneren feucht bleibt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ea-beisst-h\"><span>Was sich bei\u00dft<\/span>Diese Kombinationen lieber lassen<\/h3>\n<div class=\"ea-kombi beisst\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Schimmel<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + verdorbenes oder feuchtes Material<\/div>\n<p>Die zentrale Regel dieser Seite. Aus verschimmeltem Steinklee entsteht Dicumarol, ein echter Gerinnungshemmer. Bei muffigem Geruch, Belag oder Verf\u00e4rbung den ganzen Vorrat entsorgen - nichts abschneiden, nichts retten.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Gerinnung<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + Marcumar, DOAK oder ASS<\/div>\n<p>Bei laufender Gerinnungshemmung hat Steinklee nichts zu suchen. Das gilt auch vor geplanten Operationen - zwei Wochen vorher absetzen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Leber<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + bestehende Lebererkrankung<\/div>\n<p>Cumarin kann bei empfindlichen Personen die Leber belasten. Bei bekannter Lebererkrankung ist die innerliche Anwendung nicht angezeigt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Notfall<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + einseitig geschwollenes, schmerzendes Bein<\/div>\n<p>Das ist ein Thrombose-Verdacht und ein Notfall. Ebenso Atemnot mit Brustschmerz. Sofort \u00e4rztlich abkl\u00e4ren lassen, nicht behandeln.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Length of time<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + monatelange Einnahme<\/div>\n<p>Wegen der Cumarinbelastung ist die Anwendung zeitlich zu begrenzen. Ein paar Wochen, dann Pause - keine Dauertherapie.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Schwangerschaft<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Steinklee + Schwangerschaft und Stillzeit<\/div>\n<p>Ohne Daten und mit einem Cumaringehalt, der in der Schwangerschaft grunds\u00e4tzlich kritisch gesehen wird: nicht anwenden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"gerichte\">\n<h2><span>Application<\/span>Anwendung - und ein paar Randnotizen<\/h2>\n<ul class=\"ea-gerichte\">\n<li><span class=\"g\">Venentee<\/span><span class=\"w\">1 bis 2 g Kraut pro Tasse, zehn Minuten ziehen lassen, zwei Tassen t\u00e4glich \u00fcber wenige Wochen.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Umschlag<\/span><span class=\"w\">Starker Aufguss, abgek\u00fchlt, als Umschlag auf Prellung oder Bluterguss - zwanzig Minuten.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Salbe<\/span><span class=\"w\">In Fertigpr\u00e4paraten wird Steinkleeextrakt f\u00fcr Venengele und -salben verwendet.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Teemischung<\/span><span class=\"w\">Mit Rosskastanie und Weinlaub als Venenmischung - wobei die Rosskastanie die tragende Komponente ist.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Cheese<\/span><span class=\"w\">Im Schweizer Schabziger ist der verwandte Schabzigerklee <em>Trigonella caerulea<\/em> das Gew\u00fcrz - nicht der gelbe Steinklee.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Duftkissen<\/span><span class=\"w\">Getrocknetes Kraut riecht kr\u00e4ftig nach Heu und wurde traditionell in W\u00e4scheschr\u00e4nke gelegt.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Bienenweide<\/span><span class=\"w\">Eine hervorragende Trachtpflanze: Steinkleehonig ist hell, mild und in Nordamerika eine eigene Sortenbezeichnung.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Gr\u00fcnd\u00fcnger<\/span><span class=\"w\">Als Leguminose bindet er Stickstoff und erschlie\u00dft mit der tiefen Pfahlwurzel verdichtete B\u00f6den.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Trocknung<\/span><span class=\"w\">D\u00fcnn ausgebreitet, luftig, z\u00fcgig. Der wichtigste Arbeitsschritt - und der, bei dem alles schiefgehen kann.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Lagerkontrolle<\/span><span class=\"w\">Vor jeder Verwendung riechen und ansehen. Muffig oder belegt hei\u00dft: weg damit.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"ea-tipp\"><b>Faustregel:<\/b> Der Heugeruch ist das Qualit\u00e4tsmerkmal: frisch, s\u00fc\u00dflich, nach Waldmeister. Alles, was dumpf, muffig oder erdig riecht, ist verdorben - und verdorbener Steinklee ist die einzige Form dieser Pflanze, die wirklich gef\u00e4hrlich ist.<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"hausmittel\">\n<h2><span>Als Hausmittel<\/span>Der Umschlag bei Prellung und Bluterguss<\/h2>\n<div class=\"ea-rezept\">\n<div>\n<div class=\"k\">So geht&#8217;s<\/div>\n<h3>Steinklee-Auflage<\/h3>\n<ol>\n<li>Zuerst die Qualit\u00e4t pr\u00fcfen: Das Kraut muss frisch nach Heu riechen. Muffiger Geruch, dunkle Flecken oder ein Belag bedeuten Schimmel - dann den gesamten Vorrat entsorgen und nichts davon verwenden.<\/li>\n<li>F\u00fcr einen Umschlag 5 g Kraut mit 250 ml kochendem Wasser \u00fcbergie\u00dfen und zugedeckt f\u00fcnfzehn Minuten ziehen lassen.<\/li>\n<li>Abseihen und vollst\u00e4ndig abk\u00fchlen lassen. Bei einer frischen Prellung ist die K\u00fchlung der wichtigste Teil der Anwendung.<\/li>\n<li>Ein sauberes Baumwolltuch tr\u00e4nken, ausdr\u00fccken und zwanzig Minuten auf die betroffene Stelle legen. Zwei- bis dreimal t\u00e4glich.<\/li>\n<li>F\u00fcr die innerliche Anwendung bei schweren Beinen: 1 bis 2 g Kraut pro Tasse, zehn Minuten ziehen lassen, zwei Tassen t\u00e4glich - und zwar begleitend zu Kompression, Bewegung und Hochlagern.<\/li>\n<li>Nach zwei bis drei Wochen pausieren. Bei einseitiger Beinschwellung mit Schmerz, \u00dcberw\u00e4rmung oder R\u00f6tung sofort abbrechen und \u00e4rztlich abkl\u00e4ren lassen - das kann eine Thrombose sein.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Wof\u00fcr<\/div>\n<p>\u00c4u\u00dferlich bei Prellungen, Verstauchungen und oberfl\u00e4chlichen Bluterg\u00fcssen; innerlich begleitend bei Beschwerden durch Venenschw\u00e4che - schwere, m\u00fcde Beine, Spannungsgef\u00fchl, n\u00e4chtliche Wadenkr\u00e4mpfe.<\/p>\n<div class=\"k\" style=\"margin-top:14px\">Menge<\/div>\n<p>Innerlich entsprechend 3 bis 30 mg Cumarin t\u00e4glich nach Kommission E, also etwa 1 bis 2 g Kraut pro Tasse und h\u00f6chstens zwei Tassen. Nicht bei Gerinnungshemmung, nicht bei Lebererkrankung, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, und nicht \u00fcber Monate.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"tradition\">\n<h2><span>Ayurveda &amp; TCM<\/span>Was die alten Systeme sagen<\/h2>\n<div class=\"ea-trad\">\n<div>\n<h3>Ayurveda<\/h3>\n<p>Der gelbe Steinklee ist im Ayurveda nicht vertreten. Seine Gattungsverwandtschaft f\u00fchrt aber direkt zu einer zentralen ayurvedischen Pflanze: <em>Trigonella foenum-graecum<\/em>, der Bockshornklee, geh\u00f6rt in dieselbe Verwandtschaftsgruppe der Schmetterlingsbl\u00fctler und ist dort als <em>Methika<\/em> eine t\u00e4gliche K\u00fcchen- und Arzneipflanze. Der blaue Schabzigerklee <em>Trigonella caerulea<\/em>, mit dem Steinklee h\u00e4ufig verwechselt wird, ist ebenfalls ein naher Verwandter.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Traditional Chinese Medicine<\/h3>\n<p>In der chinesischen Materia medica spielt <em>Melilotus<\/em> keine nennenswerte Rolle. F\u00fcr Beschwerden, die wir als Venen- und Lymphstau beschreiben, kennt die TCM ein eigenes Konzept - \u201eBlut-Stagnation\u201c und \u201eFeuchtigkeit\u201c - und behandelt es mit blutbewegenden und ausleitenden Drogen wie <em>Dan Shen<\/em> and <em>Yi Yi Ren<\/em>. Die Beobachtung, dass geschwollene, schwere Beine mit stockender Zirkulation zu tun haben, ist in beiden Systemen dieselbe; die Mittel sind v\u00f6llig verschiedene.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"warn\">\n<h2><span>Warnhinweise<\/span>Wann du aufpassen solltest<\/h2>\n<div class=\"ea-warn\">\n<h3>Bitte beachten<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Niemals verschimmeltes Material:<\/strong> Aus verdorbenem Steinklee entsteht Dicumarol, ein wirksamer Gerinnungshemmer. Bei muffigem Geruch, Verf\u00e4rbung oder Belag den gesamten Vorrat entsorgen.<\/li>\n<li><strong>Nicht bei Gerinnungshemmung:<\/strong> Marcumar, DOAK, ASS in Dauertherapie - hier hat Steinklee nichts zu suchen. Vor geplanten Operationen zwei Wochen vorher absetzen.<\/li>\n<li><strong>Leber beachten:<\/strong> Cumarin kann bei empfindlichen Personen die Leber belasten. Bei bekannter Lebererkrankung nicht innerlich anwenden, und die Anwendung zeitlich begrenzen.<\/li>\n<li><strong>Thrombosezeichen sind ein Notfall:<\/strong> Einseitig geschwollenes, schmerzendes, \u00fcberw\u00e4rmtes Bein oder Atemnot mit Brustschmerz - sofort \u00e4rztlich abkl\u00e4ren, nicht selbst behandeln.<\/li>\n<li><strong>Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit:<\/strong> Es fehlen Daten, und Cumarin wird in dieser Zeit grunds\u00e4tzlich kritisch gesehen.<\/li>\n<li><strong>Kompression schl\u00e4gt Pflanze:<\/strong> Bei Venenschw\u00e4che sind Kompression, Bewegung und Hochlagern die belegten Ma\u00dfnahmen. Steinklee begleitet sie, ersetzt sie nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Diese Seite informiert und ersetzt keine \u00e4rztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"passend\">\n<h2><span>Passend zum Thema<\/span>Weiterlesen und mitkochen<\/h2>\n<div class=\"ea-passend\"><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/gaensefingerkraut-potentilla-anserina\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Silverweed<\/span><span class=\"d\">Die andere Wiesenpflanze f\u00fcr Kr\u00e4mpfe - mit eigenem Profil.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/schafgarbe-achillea-millefolium-2\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">yarrow<\/span><span class=\"d\">Traditionell ebenfalls bei Venenbeschwerden eingesetzt.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/zimt-cinnamomum-verum-2\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Cinnamon<\/span><span class=\"d\">Die andere gro\u00dfe Cumarin-Diskussion - und warum Ceylon-Zimt z\u00e4hlt.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/ceylon-zimt-gemahlen\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Ground Ceylon cinnamon<\/span><span class=\"d\">Der cumarinarme Zimt - dieselbe Stoffgeschichte, andere Seite.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/opc-traubenkernextrakt\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">OPC Grape Seed Extract<\/span><span class=\"d\">Flavonoide f\u00fcr die Gef\u00e4\u00dfe - mit eigener, ebenfalls begrenzter Datenlage.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/brennnessel-getrocknet\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">dried nettles<\/span><span class=\"d\">Die milde Basis f\u00fcr eine eigene Beinmischung.<\/span><\/a><\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Shop-Links f\u00fchren zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k ea-quellen\" id=\"quellen\">\n<h2><span>Sources<\/span>Worauf sich das st\u00fctzt<\/h2>\n<ol>\n<li>Kommission E, Monographie \u201eMeliloti herba\u201c, BAnz Nr. 50 vom 13.03.1986.<\/li>\n<li>Link K.P.: The discovery of dicumarol and its sequels. Circulation 1959 - Originaldarstellung der Warfarin-Geschichte.<\/li>\n<li>Loprinzi C.L. et al.: Lack of effect of coumarin in women with lymphedema after treatment for breast cancer. New England Journal of Medicine 1999 - Abbruch wegen Lebertoxizit\u00e4t.<\/li>\n<li>Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung: Stellungnahme zu Cumarin in Lebensmitteln, tolerierbare t\u00e4gliche Aufnahmemenge.<\/li>\n<li>Blaschek W. (Hrsg.): Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka, Kapitel Meliloti herba.<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steinklee (Melilotus officinalis) Botanischer Name Melilotus officinalisH\u00fclsenfr\u00fcchtler (Fabaceae) Verwendeter Teil Krautbl\u00fchende oberirdische Teile Leitstoff Cumarinder Heu- und Waldmeisterduft Einstufung Kommission E positivchronisch-ven\u00f6se Insuffizienz, \u00e4u\u00dferlich Prellungen Historisch bedeutsam Warfarinentdeckt an verschimmeltem Steinklee Bl\u00fctezeit Juni bis Septembergelb, an Wegr\u00e4ndern und Bahnd\u00e4mmen Auf dieser Seite HerkunftNutzenInhaltsstoffeVerst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dftAnwendungAls HausmittelAyurveda &amp; TCMWarnhinweisePassend zum ThemaQuellen Kurz gesagt<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":7121,"parent":5278,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5606","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5606","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5606"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5606\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9828,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5606\/revisions\/9828"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5606"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}