{"id":5639,"date":"2025-12-06T00:03:39","date_gmt":"2025-12-06T00:03:39","guid":{"rendered":"http:\/\/edenshealth.de\/?page_id=5639"},"modified":"2026-09-18T08:46:08","modified_gmt":"2026-09-18T08:46:08","slug":"wacholderbeeren-juniperus-communis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wiki-archiv\/wacholderbeeren-juniperus-communis\/","title":{"rendered":"Wacholderbeeren (Juniperus communis)"},"content":{"rendered":"<style>.awb-menu__main-li{border-bottom:1px solid rgba(85,136,59,0.18);padding:5px 0;margin:0;}.awb-menu__main-li:last-child{border-bottom:none;}li.wiki-cat-heading{border-bottom:none;margin-top:22px;padding-top:0;}li.wiki-cat-heading:first-child{margin-top:0;}li.wiki-cat-heading > a.awb-menu__main-a{pointer-events:none;cursor:default;font-weight:700;color:#55883b;text-transform:uppercase;font-size:0.72rem;letter-spacing:0.06em;padding-bottom:6px;border-bottom:2px solid #c1e899;display:inline-block;}<\/style>\n<div style=\"position:relative;width:100%;min-height:60vh;height:560px;max-height:70vh;background-image:url('https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/wacholderbeeren-hero4k-scaled.jpg');background-size:cover;background-position:center;overflow:hidden;margin:0 0 -1px 0;\">\n<div style=\"position:absolute;top:0;left:0;right:0;height:45%;background:linear-gradient(180deg, rgba(20,15,5,0.40) 0%, rgba(20,15,5,0) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:0;left:0;right:0;height:60%;background:linear-gradient(180deg, rgba(252,250,246,0) 0%, rgba(252,250,246,0.55) 55%, rgba(252,250,246,1) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:14%;left:0;right:0;padding:0 6%;text-align:left;\">\n<h1 style=\"color:#ffffff;font-size:2.6rem;font-weight:600;margin:0;text-shadow:0 2px 16px rgba(0,0,0,0.55);letter-spacing:-0.5px;\">Wacholderbeeren (Juniperus communis)<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"eh-arch\">\n<div class=\"ea-steck\">\n<div>\n<div class=\"k\">Botanischer Name<\/div>\n<div class=\"v\">Juniperus communis<small>Zypressengew\u00e4chs (Cupressaceae)<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Verwendeter Teil<\/div>\n<div class=\"v\">Beerenzapfen<small>botanisch keine Beeren<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Leitstoffe<\/div>\n<div class=\"v\">\u00c4therisches \u00d6l<small>\u03b1-Pinen, Myrcen, Terpinen-4-ol<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Einstufung<\/div>\n<div class=\"v\">Traditional use (EMA)<small>dyspeptische Beschwerden; Durchsp\u00fclung<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Anwendungsdauer<\/div>\n<div class=\"v\">H\u00f6chstens 4 Wochen<small>so die Monographie<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Bekannt durch<\/div>\n<div class=\"v\">Gin<small>der Name kommt von <em>Genever<\/em> = Wacholder<\/small><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ea-body\">\n<nav class=\"ea-nav\">\n<div class=\"t\">Auf dieser Seite<\/div>\n<p><a href=\"#herkunft\">Origin<\/a><a href=\"#nutzen\">Nutzen<\/a><a href=\"#inhalt\">Ingredients<\/a><a href=\"#kombi\">Verst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dft<\/a><a href=\"#gerichte\">Zu welchem Gericht<\/a><a href=\"#hausmittel\">Als Hausmittel<\/a><a href=\"#tradition\">Ayurveda &amp; TCM<\/a><a href=\"#warn\">Warnhinweise<\/a><a href=\"#passend\">Passend zum Thema<\/a><a href=\"#quellen\">Sources<\/a><\/p>\n<div class=\"box\"><b>Kurz gesagt<\/b><\/p>\n<p>Der Wacholder ist das Gew\u00fcrz, ohne das es keinen Gin g\u00e4be - der Name kommt vom niederl\u00e4ndischen <em>Genever<\/em>, Wacholder. In der K\u00fcche geh\u00f6rt er zu Sauerkraut und Wild, arzneilich f\u00fchrt die EMA ihn als <em>traditional use<\/em> bei Verdauungsbeschwerden und zur Durchsp\u00fclung. Zwei Dinge musst du wissen: Die Anwendung ist auf vier Wochen begrenzt, und es gibt einen giftigen Verwandten, den Sadebaum, den man nicht verwechseln darf. Sein Erkennungsmerkmal: schuppige statt nadelige Bl\u00e4tter.<\/p>\n<\/div>\n<\/nav>\n<div>\n<section class=\"ea-k\" id=\"herkunft\">\n<h2><span>Origin<\/span>Der Strauch der Heide und der Geist des Gin<\/h2>\n<div class=\"eh-kraeuter-img\"><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%271600%27%20viewBox%3D%270%200%201200%201600%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%271600%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/eh-kraeuter-wacholder.jpg\" alt=\"Wacholderbeeren blau am Zweig\" style=\"width:100%;height:auto;border-radius:14px;border:2px solid rgba(201,162,75,0.4);box-shadow:0 8px 24px rgba(23,58,36,0.15);\" loading=\"lazy\"><\/div>\n<p class=\"ea-satz\">Ein niederl\u00e4ndischer Arzt destillierte im 17. Jahrhundert Wacholder in Alkohol - und erfand damit versehentlich den Gin.<\/p>\n<p class=\"ea-drop\"><em>Juniperus communis<\/em> ist der am weitesten verbreitete Nadelbaum der Welt: Er w\u00e4chst quer \u00fcber die Nordhalbkugel, von Nordamerika \u00fcber Europa bis Asien, vom Meeresspiegel bis an die Baumgrenze. Er wird als Strauch oder kleiner Baum bis zu zehn Meter hoch, ist extrem gen\u00fcgsam und w\u00e4chst dort, wo der Boden mager und sauer ist - in Heiden, auf Magerrasen, an Felsh\u00e4ngen. In Deutschland ist er ein Charakterbaum der L\u00fcneburger Heide und der Schw\u00e4bischen Alb.<\/p>\n<p>Botanisch ist eine Pr\u00e4zisierung f\u00e4llig: Die \u201eBeeren\u201c sind keine. Wacholder ist ein Nadelbaum, und was aussieht wie eine Beere, ist ein Zapfen, dessen Schuppen fleischig verwachsen sind - ein Beerenzapfen. Er braucht zwei bis drei Jahre bis zur Reife, weshalb an einem Strauch immer gr\u00fcne und blauschwarze Fr\u00fcchte gleichzeitig h\u00e4ngen. Geerntet werden nur die vollreifen blauschwarzen, und weil die Zweige stechen, wird traditionell ein Tuch untergelegt und der Strauch gesch\u00fcttelt.<\/p>\n<p>Die ber\u00fchmteste Anwendung ist der Gin, und seine Geschichte beginnt medizinisch. Der niederl\u00e4ndische Arzt Franciscus Sylvius destillierte im 17. Jahrhundert Wacholder in Alkohol, um ein harntreibendes Mittel herzustellen - das Ergebnis hie\u00df <em>Genever<\/em>. Englische Soldaten in den Niederlanden brachten den Geschmack nach Hause, wo daraus im 18. Jahrhundert der Gin wurde und mit ihm die Gin-Epidemie des Londoner Elends, die Hogarth in seinem \u201eGin Lane\u201c festhielt. Bis heute ist Wacholder das gesetzlich vorgeschriebene Leitaroma: Ohne ihn darf ein Destillat nicht Gin hei\u00dfen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"nutzen\">\n<h2><span>Nutzen<\/span>Verdauung und Durchsp\u00fclung - mit einer Zeitgrenze<\/h2>\n<p class=\"ea-drop\">Die Europ\u00e4ische Arzneimittel-Agentur f\u00fchrt Wacholderbeeren als <em>traditional use<\/em> mit zwei Anwendungsgebieten: zur Linderung leichter dyspeptischer Beschwerden wie V\u00f6llegef\u00fchl und Bl\u00e4hungen sowie zur Steigerung der Harnmenge im Sinne einer Durchsp\u00fclung bei leichten Harnwegsbeschwerden. Die Kommission E hatte 1984 eine positive Monographie f\u00fcr dyspeptische Beschwerden ausgestellt. F\u00fcr beide Anwendungen gilt eine ausdr\u00fcckliche zeitliche Begrenzung: h\u00f6chstens zwei Wochen bei Verdauungsbeschwerden, h\u00f6chstens vier Wochen bei der Durchsp\u00fclung.<\/p>\n<p>Der Verdauungseffekt ist der eines aromatischen Bittermittels: Das \u00e4therische \u00d6l regt Speichel- und Magensaftproduktion an, wirkt leicht krampfl\u00f6send und karminativ. Das ist plausibel, gut erprobt und der Grund, warum Wacholder zu Sauerkraut, Kohl und fettem Wild geh\u00f6rt - dieselbe Logik wie beim K\u00fcmmel. Der harntreibende Effekt beruht auf dem Terpinen-4-ol im \u00e4therischen \u00d6l, das im Tierversuch die Nierendurchblutung und damit die Harnproduktion steigert.<\/p>\n<p>Nun zu der Warnung, die man bei Wacholder \u00fcberall liest: Er sch\u00e4dige bei l\u00e4ngerem Gebrauch die Nieren. Diese Aussage geht auf \u00e4ltere Tierversuche zur\u00fcck, die mit \u00d6len gemacht wurden, die Terpentin-\u00e4hnliche Verunreinigungen enthielten. Neuere Untersuchungen mit sauberem Wacholder\u00f6l haben eine direkte Nierensch\u00e4digung nicht best\u00e4tigt. Die Vorsicht bleibt trotzdem berechtigt - deshalb steht die Zeitgrenze in der Monographie, und deshalb gilt weiterhin: nicht bei bestehender Nierenerkrankung. Wir halten es f\u00fcr richtig, hier die Unsicherheit zu benennen, statt eine \u00fcberholte Warnung zu wiederholen oder sie einfach wegzulassen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Durchsp\u00fclung gilt dieselbe Bedingung wie bei Goldrute, Liebst\u00f6ckel und Brennnessel: Sie funktioniert nur mit ausreichender Trinkmenge, rund zwei Liter am Tag, und sie ist bei Nieren- oder Herzschw\u00e4che mit Wasseransammlungen nicht angezeigt. Und wie immer ist die Grenze das Fieber: Blasenbeschwerden mit Fieber, Sch\u00fcttelfrost, Flankenschmerz oder Blut im Urin sind keine Selbstbehandlungssituation.<\/p>\n<div class=\"ea-zahlen\">\n<div class=\"ea-zahl\"><b>0,8 - 2 %<\/b><span>\u00e4therisches \u00d6l in den reifen Beerenzapfen<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>2 - 10 g<\/b><span>Tagesdosis nach Kommission E<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Max. 4 Wochen<\/b><span>Anwendungsdauer bei Durchsp\u00fclung<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>2 - 3 Jahre<\/b><span>bis ein Beerenzapfen reif ist<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"inhalt\">\n<h2><span>Ingredients<\/span>Harzig, s\u00fc\u00df und mit einem gef\u00e4hrlichen Verwandten<\/h2>\n<p>Das \u00e4therische \u00d6l der reifen Beerenzapfen enth\u00e4lt \u00fcberwiegend Monoterpene: \u03b1-Pinen bringt den harzig-kiefernartigen Ton, Myrcen und Sabinen die krautige Tiefe, Limonen die Frische. Terpinen-4-ol ist mengenm\u00e4\u00dfig kleiner, gilt aber als der Bestandteil, der f\u00fcr den harntreibenden Effekt verantwortlich ist - derselbe Stoff, der auch im Teebaum\u00f6l eine tragende Rolle spielt. Dazu kommen Invertzucker mit bis zu drei\u00dfig Prozent, Harze, Gerbstoffe und Flavonoide.<\/p>\n<p>Der Zuckergehalt erkl\u00e4rt eine Eigenheit: Reife Wacholderbeeren schmecken beim Zerkauen zuerst deutlich s\u00fc\u00df, bevor die harzige Bitterkeit kommt. Das ist ein gutes Reifemerkmal - unreife gr\u00fcne Zapfen sind hart, bitter und ohne S\u00fc\u00dfe, und sie geh\u00f6ren weder in die K\u00fcche noch in den Tee.<\/p>\n<p>Jetzt zum wichtigsten Sicherheitspunkt dieser Seite. Es gibt einen nahen Verwandten, den Sadebaum <em>Juniperus sabina<\/em>, der giftig ist. Sein \u00e4therisches \u00d6l enth\u00e4lt Sabinylacetat und wirkt stark reizend auf Nieren und Geb\u00e4rmutter; er wurde historisch als Abtreibungsmittel verwendet, mit h\u00e4ufig t\u00f6dlichem Ausgang. Der Unterschied ist zum Gl\u00fcck leicht zu erkennen: Der Gemeine Wacholder hat spitze, stechende Nadeln in Dreierquirlen, die oben einen wei\u00dfen L\u00e4ngsstreifen tragen. Der Sadebaum hat schuppenf\u00f6rmig anliegende Bl\u00e4tter wie eine Zypresse und riecht beim Zerreiben unangenehm streng. Merksatz: stechend und nadelig ist gut, schuppig und \u00fcbelriechend ist gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Der Sadebaum w\u00e4chst in Mitteleuropa wild in den Alpen, wird aber auch als Ziergeh\u00f6lz gepflanzt - und genau das macht ihn zum Risiko. In G\u00e4rten und Parks stehen niedrige, kriechende Wacholder-Zierformen, und wer ohne Bestimmung \u201eWacholderbeeren\u201c sammelt, kann an die falsche Art geraten. F\u00fcr die K\u00fcche gilt deshalb: aus dem Handel kaufen oder nur von eindeutig bestimmten Str\u00e4uchern mit stechenden Nadeln sammeln.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"kombi\">\n<h2><span>Verst\u00e4rkte Kombinationen<\/span>Wacholder in K\u00fcche, Glas und Teekanne<\/h2>\n<p>Wacholder ist ein Gew\u00fcrz f\u00fcr Fettes und Schweres - und f\u00fcr alles, was lange schmort. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern dieselbe Verdauungslogik wie beim K\u00fcmmel.<\/p>\n<div class=\"ea-kombi\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Kraut<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + Sauerkraut<\/div>\n<p>Die klassischste aller Verbindungen: f\u00fcnf bis sechs angedr\u00fcckte Beeren in den Krauttopf. Sie machen das Kraut aromatischer und bek\u00f6mmlicher zugleich.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Wild<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + Reh, Hirsch und Wildschwein<\/div>\n<p>In Marinade und Schmorsud. Der harzige Ton vertr\u00e4gt sich mit dem kr\u00e4ftigen Eigengeschmack von Wild besser als jedes andere Gew\u00fcrz.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">P\u00f6keln<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + Salz und Lorbeer<\/div>\n<p>In P\u00f6kelmischungen f\u00fcr Schinken und Wildbret - Wacholder ist dort seit Jahrhunderten fest verankert.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Gin<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + Destillat<\/div>\n<p>Das gesetzlich vorgeschriebene Leitaroma. Wer selbst ansetzt: Beeren in Neutralalkohol ziehen lassen, dazu Koriander, Zitrusschale und Angelikawurzel.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">R\u00e4uchern<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + R\u00e4ucherholz<\/div>\n<p>Wacholderzweige im R\u00e4ucherofen geben Schinken und Fisch einen unverwechselbaren harzigen Ton.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">digestion<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + Fenchel und K\u00fcmmel<\/div>\n<p>F\u00fcr die arzneiliche Anwendung bei V\u00f6llegef\u00fchl: eine milde Mischung, in der Wacholder das harzige Element setzt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ea-beisst-h\"><span>Was sich bei\u00dft<\/span>Diese Kombinationen lieber lassen<\/h3>\n<div class=\"ea-kombi beisst\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Verwechslung<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + Sadebaum<\/div>\n<p><em>Juniperus sabina<\/em> ist giftig und w\u00e4chst als Ziergeh\u00f6lz in G\u00e4rten. Erkennungsmerkmal: schuppige, anliegende Bl\u00e4tter statt stechender Nadeln, und ein unangenehm strenger Geruch.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Nieren<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + bestehende Nierenerkrankung<\/div>\n<p>Bei eingeschr\u00e4nkter Nierenfunktion ist Wacholder nicht anzuwenden. Das gilt unabh\u00e4ngig davon, wie die alte Nierensch\u00e4digungs-Warnung heute bewertet wird.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Length of time<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + l\u00e4ngere Anwendung<\/div>\n<p>Die Monographie begrenzt: h\u00f6chstens zwei Wochen bei Verdauungsbeschwerden, vier Wochen bei Durchsp\u00fclung. Das ist kein Formalismus.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Schwangerschaft<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + Schwangerschaft<\/div>\n<p>Wacholder gilt als uteruswirksam und ist in arzneilichen Mengen in der Schwangerschaft kontraindiziert. Als K\u00fcchengew\u00fcrz in kleinen Mengen unproblematisch.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">\u00d6deme<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + Herz- oder Nierenschw\u00e4che mit Wassereinlagerung<\/div>\n<p>Wie bei allen Durchsp\u00fclungsdrogen: Bei \u00d6demen infolge Herz- oder Niereninsuffizienz nicht anwenden.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Unreif<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Wacholder + gr\u00fcne Zapfen<\/div>\n<p>Nur die vollreifen blauschwarzen Beerenzapfen verwenden. Unreife sind hart, bitter und magenreizend.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"gerichte\">\n<h2><span>Zu welchem Gericht<\/span>Was mit den blauschwarzen Zapfen geht<\/h2>\n<ul class=\"ea-gerichte\">\n<li><span class=\"g\">Sauerkraut<\/span><span class=\"w\">F\u00fcnf bis sechs angedr\u00fcckte Beeren f\u00fcr einen Topf - die Standardw\u00fcrzung.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Wildmarinade<\/span><span class=\"w\">Mit Rotwein, Lorbeer, Thymian und Zwiebel; das Fleisch zwei Tage einlegen.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Sauerbraten<\/span><span class=\"w\">In der Beize neben Essig, Lorbeer und Nelke.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Rotkohl<\/span><span class=\"w\">Zwei bis drei Beeren mit Apfel und Nelke - gibt Tiefe ohne Sch\u00e4rfe.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">P\u00f6kelmischung<\/span><span class=\"w\">Mit grobem Salz, Pfeffer und Lorbeer f\u00fcr Schinken und Wildbret.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">R\u00e4ucherzweige<\/span><span class=\"w\">Frische Wacholderzweige im R\u00e4ucherofen f\u00fcr Schinken, Forelle und Aal.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Gin-Ansatz<\/span><span class=\"w\">Beeren mit Koriander, Zitrusschale und Angelikawurzel in Neutralalkohol.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Gew\u00fcrzbutter<\/span><span class=\"w\">Fein gem\u00f6rsert in Butter zu gebratenem Wild.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Verdauungstee<\/span><span class=\"w\">Zwei bis drei angedr\u00fcckte Beeren pro Tasse, zugedeckt ziehen lassen.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Kauen<\/span><span class=\"w\">Zwei bis drei reife Beeren langsam gekaut - die einfachste traditionelle Anwendung nach dem Essen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"ea-tipp\"><b>Faustregel:<\/b> Die Beeren immer andr\u00fccken, bevor sie in den Topf kommen - ganz geben sie kaum etwas ab. Mit der flachen Messerklinge oder im M\u00f6rser kurz anquetschen, dann mitkochen und vor dem Servieren herausnehmen; ganz zerbissen wird der harzige Ton f\u00fcr viele zu dominant.<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"hausmittel\">\n<h2><span>Als Hausmittel<\/span>Der Wacholdertee - mit klaren Grenzen<\/h2>\n<div class=\"ea-rezept\">\n<div>\n<div class=\"k\">So geht&#8217;s<\/div>\n<h3>Wacholderbeeren-Aufguss<\/h3>\n<ol>\n<li>Vorher pr\u00fcfen: keine bekannte Nierenerkrankung, keine Schwangerschaft, keine Wassereinlagerungen bei Herz- oder Nierenschw\u00e4che, kein Fieber und kein Flankenschmerz. Trifft eines zu, ist dieser Tee nicht der richtige Weg.<\/li>\n<li>Zwei bis drei reife, blauschwarze Beerenzapfen im M\u00f6rser andr\u00fccken - nicht zermahlen, nur aufbrechen.<\/li>\n<li>Mit einer Tasse kochendem Wasser \u00fcbergie\u00dfen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Das Zudecken h\u00e4lt das \u00e4therische \u00d6l im Aufguss.<\/li>\n<li>Abseihen und langsam trinken, nach dem Essen oder wenn der Bauch spannt. Zwei Tassen t\u00e4glich reichen.<\/li>\n<li>Bei der Durchsp\u00fclungsanwendung zus\u00e4tzlich auf rund zwei Liter Gesamtfl\u00fcssigkeit am Tag kommen - ohne diese Menge findet keine Durchsp\u00fclung statt.<\/li>\n<li>Nach sp\u00e4testens zwei Wochen (Verdauung) beziehungsweise vier Wochen (Durchsp\u00fclung) beenden. Das ist die Grenze aus der Monographie und kein Richtwert zum Verhandeln.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Wof\u00fcr<\/div>\n<p>Bei leichten Verdauungsbeschwerden - V\u00f6llegef\u00fchl, Bl\u00e4hungen - und zur Durchsp\u00fclung bei leichten Beschwerden im Harntrakt. Nicht bei Nierenerkrankung, nicht in der Schwangerschaft, nicht bei fieberhaftem Harnwegsinfekt.<\/p>\n<div class=\"k\" style=\"margin-top:14px\">Menge<\/div>\n<p>2 bis 10 g Beeren t\u00e4glich nach Kommission E, praktisch also etwa vier bis sechs angedr\u00fcckte Beeren pro Tag. Zeitlich streng begrenzen. F\u00fcr Kinder unter zw\u00f6lf Jahren ist die arzneiliche Anwendung nicht vorgesehen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"tradition\">\n<h2><span>Ayurveda &amp; TCM<\/span>Was die alten Systeme sagen<\/h2>\n<div class=\"ea-trad\">\n<div>\n<h3>Ayurveda<\/h3>\n<p>Der Gemeine Wacholder ist im klassischen Ayurveda nicht zentral vertreten, verwandte <em>Juniperus<\/em>-Arten aus dem Himalaya aber schon: <em>Hapusha<\/em> bezeichnet dort Wacholderfr\u00fcchte und wird als scharf, bitter und erw\u00e4rmend beschrieben, <em>kapha<\/em>&#8211; und <em>vata<\/em>-senkend, mit Bezug zur Harnausscheidung und zur Verdauung. Die Zuordnung deckt sich bemerkenswert genau mit der europ\u00e4ischen Monographie - zwei unabh\u00e4ngige Traditionen, dieselben zwei Anwendungsgebiete.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Traditional Chinese Medicine<\/h3>\n<p>In der chinesischen Materia medica spielt <em>Juniperus communis<\/em> kaum eine Rolle; verwandte Arten werden als <em>Gui Bai<\/em> und in regionalen Traditionen verwendet. Bedeutender ist der Wacholder in der tibetischen Medizin und in den rituellen Traditionen des Himalaya, wo Wacholderzweige als R\u00e4ucherwerk verbrannt werden - <em>Sang<\/em> - und diese R\u00e4ucherung sowohl religi\u00f6se als auch reinigende Bedeutung hat. Die Verbindung von Wacholder und Rauch ist damit \u00fcber Kontinente hinweg dieselbe wie beim europ\u00e4ischen R\u00e4ucherschinken, nur mit anderem Zweck.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"warn\">\n<h2><span>Warnhinweise<\/span>Wann du aufpassen solltest<\/h2>\n<div class=\"ea-warn\">\n<h3>Bitte beachten<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Verwechslung mit dem Sadebaum:<\/strong> <em>Juniperus sabina<\/em> ist giftig und steht als Ziergeh\u00f6lz in vielen G\u00e4rten. Merkmal: schuppige, anliegende Bl\u00e4tter statt stechender Nadeln und ein streng-unangenehmer Geruch. Im Zweifel nicht sammeln.<\/li>\n<li><strong>Nicht bei Nierenerkrankung:<\/strong> Bei eingeschr\u00e4nkter Nierenfunktion ist Wacholder nicht anzuwenden - weder als Tee noch als Pr\u00e4parat.<\/li>\n<li><strong>Anwendungsdauer begrenzen:<\/strong> H\u00f6chstens zwei Wochen bei Verdauungsbeschwerden, vier Wochen bei Durchsp\u00fclung. Danach pausieren.<\/li>\n<li><strong>Nicht in der Schwangerschaft:<\/strong> Wacholder gilt als uteruswirksam; arzneiliche Mengen sind in der Schwangerschaft kontraindiziert.<\/li>\n<li><strong>Nur reife Beeren:<\/strong> Unreife gr\u00fcne Zapfen sind hart, bitter und magenreizend. Verwendet werden nur die vollreifen blauschwarzen.<\/li>\n<li><strong>Fieber ist die Grenze:<\/strong> Harnwegsbeschwerden mit Fieber, Sch\u00fcttelfrost, Flankenschmerz oder Blut im Urin geh\u00f6ren am selben Tag \u00e4rztlich abgekl\u00e4rt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Diese Seite informiert und ersetzt keine \u00e4rztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"passend\">\n<h2><span>Passend zum Thema<\/span>Weiterlesen und mitkochen<\/h2>\n<div class=\"ea-passend\"><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/goldrute-solidago-virgaurea\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Goldenrod<\/span><span class=\"d\">Die besser untersuchte Durchsp\u00fclungspflanze.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/liebstoeckel-levisticum-officinale-2\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Lovage<\/span><span class=\"d\">Der zweite Klassiker der Durchsp\u00fclungstherapie.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/kuemmel-carum-carvi-2\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Caraway seeds<\/span><span class=\"d\">Der Partner beim Sauerkraut - und beim V\u00f6llegef\u00fchl.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/fencheltee-fruechte\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Fenchelfr\u00fcchte<\/span><span class=\"d\">F\u00fcr die milde Verdauungsmischung.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/brennnessel-getrocknet\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">dried nettles<\/span><span class=\"d\">Die sanfte Basis f\u00fcr eine eigene Durchsp\u00fclungsmischung.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/bitterstoff-tropfen\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Bitter drops<\/span><span class=\"d\">Wenn V\u00f6llegef\u00fchl das eigentliche Thema ist.<\/span><\/a><\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Shop-Links f\u00fchren zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k ea-quellen\" id=\"quellen\">\n<h2><span>Sources<\/span>Worauf sich das st\u00fctzt<\/h2>\n<ol>\n<li>European Medicines Agency, HMPC: European Union herbal monograph on <em>Juniperus communis<\/em> L., pseudo-fructus - traditional use.<\/li>\n<li>Kommission E, Monographie \u201eJuniperi fructus\u201c, BAnz Nr. 228 vom 05.12.1984.<\/li>\n<li>Schilcher H., Leuschner F.: Zur Frage der Nierentoxizit\u00e4t von Wacholderbeer\u00f6l - Untersuchungen zur Neubewertung. Arzneimittelforschung 1997.<\/li>\n<li>Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung: Hinweise zu <em>Juniperus sabina<\/em> (Sadebaum) als Giftpflanze.<\/li>\n<li>Blaschek W. (Hrsg.): Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka, Kapitel Juniperi pseudo-fructus.<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wacholderbeeren (Juniperus communis) Botanischer Name Juniperus communisZypressengew\u00e4chs (Cupressaceae) Verwendeter Teil Beerenzapfenbotanisch keine Beeren Leitstoffe \u00c4therisches \u00d6l\u03b1-Pinen, Myrcen, Terpinen-4-ol Einstufung Traditional use (EMA)dyspeptische Beschwerden; Durchsp\u00fclung Anwendungsdauer H\u00f6chstens 4 Wochenso die Monographie Bekannt durch Ginder Name kommt von Genever = Wacholder Auf dieser Seite HerkunftNutzenInhaltsstoffeVerst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dftZu welchem GerichtAls HausmittelAyurveda &amp; TCMWarnhinweisePassend zum ThemaQuellen<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":7133,"parent":5278,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5639","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5639"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5639\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9834,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5639\/revisions\/9834"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7133"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}