{"id":5645,"date":"2025-12-06T00:04:06","date_gmt":"2025-12-06T00:04:06","guid":{"rendered":"http:\/\/edenshealth.de\/?page_id=5645"},"modified":"2026-09-18T08:52:04","modified_gmt":"2026-09-18T08:52:04","slug":"weidenrinde-salix-alba-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wiki-archiv\/weidenrinde-salix-alba-2\/","title":{"rendered":"Weidenrinde (Salix alba)"},"content":{"rendered":"<style>.awb-menu__main-li{border-bottom:1px solid rgba(85,136,59,0.18);padding:5px 0;margin:0;}.awb-menu__main-li:last-child{border-bottom:none;}li.wiki-cat-heading{border-bottom:none;margin-top:22px;padding-top:0;}li.wiki-cat-heading:first-child{margin-top:0;}li.wiki-cat-heading > a.awb-menu__main-a{pointer-events:none;cursor:default;font-weight:700;color:#55883b;text-transform:uppercase;font-size:0.72rem;letter-spacing:0.06em;padding-bottom:6px;border-bottom:2px solid #c1e899;display:inline-block;}<\/style>\n<div style=\"position:relative;width:100%;min-height:60vh;height:560px;max-height:70vh;background-image:url('https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/weidenrinde-hero4k-scaled.jpg');background-size:cover;background-position:center;overflow:hidden;margin:0 0 -1px 0;\">\n<div style=\"position:absolute;top:0;left:0;right:0;height:45%;background:linear-gradient(180deg, rgba(20,15,5,0.40) 0%, rgba(20,15,5,0) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:0;left:0;right:0;height:60%;background:linear-gradient(180deg, rgba(252,250,246,0) 0%, rgba(252,250,246,0.55) 55%, rgba(252,250,246,1) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:14%;left:0;right:0;padding:0 6%;text-align:left;\">\n<h1 style=\"color:#ffffff;font-size:2.6rem;font-weight:600;margin:0;text-shadow:0 2px 16px rgba(0,0,0,0.55);letter-spacing:-0.5px;\">Weidenrinde (Salix alba)<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"eh-arch\">\n<div class=\"ea-steck\">\n<div>\n<div class=\"k\">Botanischer Name<\/div>\n<div class=\"v\">Salix alba und weitere Arten<small>Weidengew\u00e4chs (Salicaceae)<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Verwendeter Teil<\/div>\n<div class=\"v\">Rinde junger Zweige<small>zwei- bis dreij\u00e4hriges Holz<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Leitstoff<\/div>\n<div class=\"v\">Salicin<small>Vorstufe der Salicyls\u00e4ure<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Einstufung<\/div>\n<div class=\"v\">Well-established use (EMA)<small>kurzzeitig bei Kreuzschmerz<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Historisch<\/div>\n<div class=\"v\">Ursprung des Aspirins<small>der Weg f\u00fchrte \u00fcber die Weide<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Arzneipflanze<\/div>\n<div class=\"v\">2020<small>Arzneipflanze des Jahres<\/small><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ea-body\">\n<nav class=\"ea-nav\">\n<div class=\"t\">Auf dieser Seite<\/div>\n<p><a href=\"#herkunft\">Origin<\/a><a href=\"#nutzen\">Nutzen<\/a><a href=\"#inhalt\">Ingredients<\/a><a href=\"#kombi\">Verst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dft<\/a><a href=\"#gerichte\">Application<\/a><a href=\"#hausmittel\">Als Hausmittel<\/a><a href=\"#tradition\">Ayurveda &amp; TCM<\/a><a href=\"#warn\">Warnhinweise<\/a><a href=\"#passend\">Passend zum Thema<\/a><a href=\"#quellen\">Sources<\/a><\/p>\n<div class=\"box\"><b>Kurz gesagt<\/b><\/p>\n<p>Die Weidenrinde ist die Pflanze, aus der die Geschichte der Acetylsalicyls\u00e4ure hervorging - die Namensverwandtschaft zwischen <em>Salix<\/em> und Salicyls\u00e4ure ist kein Zufall. Die EMA f\u00fchrt sie als <em>well-established use<\/em> zur kurzzeitigen Behandlung von Kreuzschmerz. Was sie von Aspirin unterscheidet: Sie hemmt die Blutgerinnung praktisch nicht und belastet den Magen weniger. Was sie damit teilt: die Salicylat-Allergie und die Vorsicht bei Kindern mit Fieber.<\/p>\n<\/div>\n<\/nav>\n<div>\n<section class=\"ea-k\" id=\"herkunft\">\n<h2><span>Origin<\/span>Von Reverend Stone zur Tablette<\/h2>\n<div class=\"eh-kraeuter-img\"><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%27800%27%20viewBox%3D%270%200%201200%20800%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%27800%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/eh-kraeuter-weidenrinde.jpg\" alt=\"Weidenzweige Nahaufnahme\" style=\"width:100%;height:auto;border-radius:14px;border:2px solid rgba(201,162,75,0.4);box-shadow:0 8px 24px rgba(23,58,36,0.15);\" loading=\"lazy\"><\/div>\n<p class=\"ea-satz\">Ein englischer Landpfarrer kaute 1757 Weidenrinde, weil er glaubte, Gott lasse Heilmittel dort wachsen, wo die Krankheit herkommt.<\/p>\n<p class=\"ea-drop\">Weiden sind eine artenreiche Gattung, und arzneilich werden mehrere Arten verwendet: die Silber-Weide <em>Salix alba<\/em>, die Purpur-Weide <em>Salix purpurea<\/em>, die Bruch-Weide <em>Salix fragilis<\/em> und andere. Entscheidend ist nicht die Art, sondern der Salicingehalt - das Europ\u00e4ische Arzneibuch verlangt einen Mindestgehalt, und Arten wie die Purpur-Weide liegen deutlich h\u00f6her als die Silber-Weide. Verwendet wird die Rinde zwei- bis dreij\u00e4hriger Zweige, geerntet im Fr\u00fchjahr, wenn der Saft steigt.<\/p>\n<p>Die Anwendung ist uralt: Der Papyrus Ebers erw\u00e4hnt Weidenbl\u00e4tter, Hippokrates empfahl Weidenrinde bei Schmerzen und im Wochenbett, Dioskurides beschreibt sie. Der moderne Strang beginnt 1757 mit Edward Stone, einem englischen Landpfarrer, der Weidenrinde kaute und die bittere Note der Chinarinde wiederzuerkennen glaubte. Seine \u00dcberlegung war theologisch: Die Weide w\u00e4chst im feuchten Grund, wo auch das Wechselfieber entsteht - also m\u00fcsse Gott hier das Mittel dagegen wachsen lassen. Die Begr\u00fcndung war falsch, das Ergebnis richtig: Er behandelte f\u00fcnfzig Fieberkranke erfolgreich und berichtete 1763 an die Royal Society.<\/p>\n<p>Der Rest ist Chemiegeschichte. 1828 isolierte Johann Buchner in M\u00fcnchen das Salicin, 1838 stellte Raffaele Piria daraus Salicyls\u00e4ure her. Die war wirksam, aber so magenreizend, dass viele Patienten sie nicht vertrugen. 1897 gelang Felix Hoffmann bei Bayer die Acetylierung - Acetylsalicyls\u00e4ure, ab 1899 als Aspirin vermarktet, wurde das meistverkaufte Medikament der Welt. Die Weidenrinde selbst geriet dar\u00fcber in Vergessenheit; 2020 wurde sie zur Arzneipflanze des Jahres gew\u00e4hlt, was wesentlich als Erinnerung an diese Geschichte zu verstehen ist.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"nutzen\">\n<h2><span>Nutzen<\/span>Keine pflanzliche Aspirin-Tablette - und warum das gut ist<\/h2>\n<p class=\"ea-drop\">Die Europ\u00e4ische Arzneimittel-Agentur f\u00fchrt Weidenrinde in zwei Kategorien. Als <em>well-established use<\/em> f\u00fcr die kurzzeitige Behandlung von Kreuzschmerz, wenn ausreichend dosierte standardisierte Extrakte verwendet werden. Als <em>traditional use<\/em> bei leichten Gelenkschmerzen und bei fiebrigen Erk\u00e4ltungsbeschwerden. Die Kommission E hatte 1984 eine positive Monographie f\u00fcr fieberhafte Erkrankungen, rheumatische Beschwerden und Kopfschmerzen ausgestellt.<\/p>\n<p>Der Stoffwechselweg ist interessant und erkl\u00e4rt die Unterschiede zu Aspirin. Salicin selbst ist unwirksam. Es wird im Darm durch Bakterien zu Saligenin gespalten, dieses in der Leber zu Salicyls\u00e4ure oxidiert. Erst die Salicyls\u00e4ure wirkt - schmerzlindernd, entz\u00fcndungshemmend, fiebersenkend, \u00fcber die Hemmung der Prostaglandinsynthese. Weil dieser Umweg Zeit braucht, setzt die Wirkung langsamer ein und h\u00e4lt l\u00e4nger an als bei einer Tablette.<\/p>\n<p>Und weil Salicyls\u00e4ure eben nicht Acetylsalicyls\u00e4ure ist, fehlt der entscheidende Effekt der Tablette: Nur die acetylierte Form hemmt die Cyclooxygenase der Blutpl\u00e4ttchen irreversibel. Weidenrinde beeinflusst die Blutgerinnung deshalb praktisch nicht - ein Vorteil in der Vertr\u00e4glichkeit, aber auch der Grund, warum sie den kardiologischen Nutzen von niedrig dosiertem ASS nicht hat. Wer Aspirin zur Herzinfarktvorbeugung nimmt, kann es nicht durch Weidenrinde ersetzen. Aus demselben Grund ist auch die Magenbelastung geringer, wenn auch nicht null.<\/p>\n<p>Eine ehrliche Einordnung der Wirkst\u00e4rke: In Studien wurden Tagesdosen von 120 bis 240 Milligramm Salicin eingesetzt. Zum Vergleich enth\u00e4lt eine Aspirin-Tablette 500 Milligramm Acetylsalicyls\u00e4ure. Die Weidenrinde spielt also in einer anderen Liga der Dosierung - und interessanterweise legen mehrere Untersuchungen nahe, dass sie st\u00e4rker wirkt, als der reine Salicingehalt erwarten lie\u00dfe. Das spricht daf\u00fcr, dass Polyphenole und Flavonoide im Extrakt mitwirken. Praktisch ist sie ein Mittel f\u00fcr anhaltende, mittelstarke Beschwerden - nicht f\u00fcr akute starke Schmerzen.<\/p>\n<div class=\"ea-zahlen\">\n<div class=\"ea-zahl\"><b>mind. 1,5 %<\/b><span>Salicin - Vorgabe des Europ\u00e4ischen Arzneibuchs<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>120 - 240 mg<\/b><span>Salicin t\u00e4glich in den Studien<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>bis 10 %<\/b><span>Salicin in der Purpur-Weide - deutlich mehr als in der Silber-Weide<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>1897<\/b><span>Acetylierung der Salicyls\u00e4ure bei Bayer<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"inhalt\">\n<h2><span>Ingredients<\/span>Salicin, Gerbstoffe und die Frage nach der Art<\/h2>\n<p>Die Salicylate der Weidenrinde treten in mehreren Formen auf: Salicin selbst, dazu Salicortin, Tremulacin und Fragilin, die im K\u00f6rper ebenfalls zu Salicin und weiter zu Salicyls\u00e4ure umgesetzt werden. Der Gesamtgehalt wird deshalb als \u201eGesamtsalicin\u201c angegeben. Er schwankt zwischen den Arten erheblich: Die Purpur-Weide kann \u00fcber acht Prozent erreichen, die Silber-Weide oft unter zwei. Das Europ\u00e4ische Arzneibuch verlangt mindestens anderthalb Prozent - wer eine wirksame Droge will, braucht eine Angabe.<\/p>\n<p>Neben den Salicylaten enth\u00e4lt die Rinde zehn bis zwanzig Prozent Gerbstoffe, dazu Flavonoide und Phenolglykoside wie Isosalipurposid. Die Gerbstoffe machen den Tee herb und zusammenziehend und sind ein Grund, warum die Droge auf n\u00fcchternen Magen schlecht vertragen wird. Die Flavonoide werden als Mitwirkende an der entz\u00fcndungshemmenden Wirkung diskutiert und k\u00f6nnten erkl\u00e4ren, warum Extrakte st\u00e4rker wirken, als ihr Salicingehalt allein vermuten lie\u00dfe.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Praxis der Zubereitung: Salicin ist wasserl\u00f6slich und hitzestabil, die Rinde ist hart. Deshalb wird Weidenrinde als Abkochung zubereitet - kalt angesetzt, aufgekocht, f\u00fcnf Minuten gek\u00f6chelt - und nicht als Aufguss. Ein einfacher Tee erreicht die Studiendosierung allerdings kaum: Bei zwei bis drei Gramm Rinde pro Tasse und einem Gehalt um zwei Prozent kommt man auf deutlich weniger als die untersuchten 120 Milligramm Salicin. Wer die belegte Anwendung will, braucht einen standardisierten Extrakt.<\/p>\n<p>Zur Ernte: Die Rinde wird im Fr\u00fchjahr von zwei- bis dreij\u00e4hrigen Zweigen gesch\u00e4lt, wenn sie sich leicht l\u00f6st. \u00c4ltere Rinde ist gerbstoffreicher und salicin\u00e4rmer. Weiden regenerieren nach Schnitt sehr gut - wer eine Kopfweide pflegt, hat ohnehin regelm\u00e4\u00dfig Material. Ein Hinweis f\u00fcrs Bestimmen: Weiden lassen sich als Gattung leicht erkennen, die Arten untereinander aber nur schwer, weil sie ausgiebig hybridisieren. F\u00fcr die Selbstversorgung ist das ein Grund, auf Apothekenware auszuweichen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"kombi\">\n<h2><span>Verst\u00e4rkte Kombinationen<\/span>Wo die Weidenrinde passt<\/h2>\n<p>Weidenrinde ist ein Mittel f\u00fcr die mittlere Schmerzst\u00e4rke \u00fcber l\u00e4ngere Zeit. Diese Punkte geh\u00f6ren zur Anwendung.<\/p>\n<div class=\"ea-kombi\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">R\u00fccken<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + Bewegungstherapie<\/div>\n<p>Bei chronischem Kreuzschmerz ist die Bewegung die tragende Ma\u00dfnahme; die Weidenrinde macht sie leichter durchf\u00fchrbar. In dieser Reihenfolge ergibt es Sinn.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Gelenke<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + Teufelskralle<\/div>\n<p>Zwei Pflanzen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen und jeweils eigener EMA-Monographie. Die Kombination ist plausibel; auf die Magenvertr\u00e4glichkeit achten.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Erk\u00e4ltung<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + Lindenbl\u00fcten oder Holunder<\/div>\n<p>F\u00fcr die <em>traditional use<\/em>-Anwendung bei fiebrigen Erk\u00e4ltungsbeschwerden: die Weidenrinde als fiebersenkender Anteil, die Bl\u00fctendrogen f\u00fcr die Schwitzkur.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Magen<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + zum Essen einnehmen<\/div>\n<p>Die Gerbstoffe belasten den n\u00fcchternen Magen. Zur Mahlzeit eingenommen ist die Vertr\u00e4glichkeit deutlich besser.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Qualit\u00e4t<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + Salicin-Deklaration<\/div>\n<p>120 bis 240 mg Salicin t\u00e4glich ist die Studiendosis. Ein Pr\u00e4parat ohne Gehaltsangabe erreicht sie meist nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Geduld<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + regelm\u00e4\u00dfige Einnahme<\/div>\n<p>Der Effekt setzt langsamer ein als bei einer Tablette, h\u00e4lt aber l\u00e4nger an. Ein bis zwei Wochen regelm\u00e4\u00dfig, dann bewerten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ea-beisst-h\"><span>Was sich bei\u00dft<\/span>Diese Kombinationen lieber lassen<\/h3>\n<div class=\"ea-kombi beisst\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Allergie<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + Salicylat-Unvertr\u00e4glichkeit<\/div>\n<p>Wer auf Acetylsalicyls\u00e4ure mit Hautreaktionen, Nasenpolypen oder Asthmaanf\u00e4llen reagiert, kann auch auf Weidenrinde reagieren. Das ist die wichtigste Gegenanzeige.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Asthma<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + Analgetika-Asthma<\/div>\n<p>Bei Samter-Trias oder salicylatinduziertem Asthma ist die Anwendung kontraindiziert.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Kinder<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + Kinder und Jugendliche mit Fieber<\/div>\n<p>Salicylate stehen bei fiebrigen Virusinfekten im Kindesalter im Zusammenhang mit dem Reye-Syndrom. Auch wenn das f\u00fcr Weidenrinde nicht belegt ist, gilt vorsorglich: nicht unter 18 Jahren bei fieberhaften Erkrankungen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Ersatz<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + ASS zur Herzvorbeugung<\/div>\n<p>Weidenrinde hemmt die Blutpl\u00e4ttchen praktisch nicht. Wer ASS 100 zur Vorbeugung nimmt, darf es keinesfalls durch Weidenrinde ersetzen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Magen<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + Magengeschw\u00fcr<\/div>\n<p>Auch wenn die Belastung geringer ist als bei ASS: Bei aktivem Ulkus oder schwerer Gastritis ist die Anwendung nicht angezeigt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Schwangerschaft<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Weidenrinde + drittes Schwangerschaftsdrittel<\/div>\n<p>Salicylate sind im letzten Trimenon problematisch. F\u00fcr die gesamte Schwangerschaft und Stillzeit fehlen Daten - dann nicht anwenden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"gerichte\">\n<h2><span>Application<\/span>Zubereitung und Dosierungsfragen<\/h2>\n<ul class=\"ea-gerichte\">\n<li><span class=\"g\">Abkochung<\/span><span class=\"w\">2 bis 3 g Rinde in einer Tasse Wasser, aufkochen und f\u00fcnf Minuten k\u00f6cheln - die Rinde gibt nur so etwas ab.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Kaltansatz mit Aufkochen<\/span><span class=\"w\">Rinde \u00fcber Nacht kalt ansetzen, morgens kurz aufkochen; schont die Flavonoide.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Trockenextrakt<\/span><span class=\"w\">Die Studienform: 120 bis 240 mg Salicin t\u00e4glich, standardisiert.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Tinktur<\/span><span class=\"w\">Alkoholischer Auszug, meist ohne Standardisierung.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Erk\u00e4ltungstee<\/span><span class=\"w\">Mit Lindenbl\u00fcten und Holunder als Schwitzkurmischung.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Zum Essen<\/span><span class=\"w\">Immer zur Mahlzeit einnehmen - die Gerbstoffe reizen den n\u00fcchternen Magen.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Ernte<\/span><span class=\"w\">Rinde von zwei- bis dreij\u00e4hrigen Zweigen im Fr\u00fchjahr, wenn sie sich leicht l\u00f6st.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Trocknung<\/span><span class=\"w\">Rindenstreifen luftig trocknen, dann schneiden; sie h\u00e4lt zwei Jahre.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Art beachten<\/span><span class=\"w\">Purpur-Weide ist salicinreicher als Silber-Weide; Apothekenware ist auf Gehalt gepr\u00fcft.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Dosisrealit\u00e4t<\/span><span class=\"w\">Ein einfacher Tee erreicht die Studiendosierung kaum - f\u00fcr die belegte Anwendung braucht es Extrakte.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"ea-tipp\"><b>Faustregel:<\/b> Weidenrinde muss gekocht werden, nicht \u00fcberbr\u00fcht. Und sie geh\u00f6rt zur Mahlzeit, nicht auf den n\u00fcchternen Magen - die zehn bis zwanzig Prozent Gerbstoffe sind der Grund, warum viele Menschen den Tee auf leeren Magen schlecht vertragen.<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"hausmittel\">\n<h2><span>Als Hausmittel<\/span>Die Abkochung<\/h2>\n<div class=\"ea-rezept\">\n<div>\n<div class=\"k\">So geht&#8217;s<\/div>\n<h3>Weidenrinden-Dekokt<\/h3>\n<ol>\n<li>Vorher pr\u00fcfen: keine bekannte Unvertr\u00e4glichkeit gegen Acetylsalicyls\u00e4ure, kein salicylatinduziertes Asthma, kein aktives Magengeschw\u00fcr, keine Schwangerschaft, nicht f\u00fcr Kinder und Jugendliche mit Fieber.<\/li>\n<li>2 bis 3 g geschnittene Weidenrinde mit einer Tasse kaltem Wasser ansetzen.<\/li>\n<li>Aufkochen und f\u00fcnf Minuten zugedeckt k\u00f6cheln lassen. Die harte Rinde gibt ihre Inhaltsstoffe erst beim Kochen ab; ein Aufguss reicht nicht.<\/li>\n<li>Abseihen und zur Mahlzeit trinken - nicht auf n\u00fcchternen Magen. Der Geschmack ist herb und zusammenziehend.<\/li>\n<li>Bis zu drei Tassen t\u00e4glich. Sei dir bewusst, dass das die Studiendosierung nicht erreicht; f\u00fcr die belegte Kreuzschmerz-Anwendung braucht es einen standardisierten Extrakt mit 120 bis 240 mg Salicin.<\/li>\n<li>Nach ein bis zwei Wochen bewerten. H\u00e4lt der Schmerz an, \u00e4ndert sich oder kommen Taubheitsgef\u00fchle, L\u00e4hmungserscheinungen oder Blasen- und Darmst\u00f6rungen dazu, geh\u00f6rt das umgehend \u00e4rztlich abgekl\u00e4rt.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Wof\u00fcr<\/div>\n<p>Kurzzeitig bei Kreuzschmerz, bei leichten Gelenkschmerzen und bei fiebrigen Erk\u00e4ltungsbeschwerden. Kein Ersatz f\u00fcr eine Schmerztherapie bei starken Schmerzen und kein Ersatz f\u00fcr ASS in der Herzvorbeugung.<\/p>\n<div class=\"k\" style=\"margin-top:14px\">Menge<\/div>\n<p>Entsprechend 60 bis 120 mg Gesamtsalicin t\u00e4glich nach Kommission E, in Studien 120 bis 240 mg. Nicht bei Salicylat-Unvertr\u00e4glichkeit, nicht bei Asthma vom Analgetika-Typ, nicht f\u00fcr Kinder und Jugendliche mit Fieber, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"tradition\">\n<h2><span>Ayurveda &amp; TCM<\/span>Was die alten Systeme sagen<\/h2>\n<div class=\"ea-trad\">\n<div>\n<h3>Ayurveda<\/h3>\n<p>Die Weide ist in der ayurvedischen Tradition nicht zentral, aber die Gattung ist in Indien mit mehreren Arten vertreten, und in regionalen Traditionen werden Rinde und Bl\u00e4tter bei Fieber und Schmerzen verwendet. Zugeordnet w\u00e4re sie dem bitteren und zusammenziehenden Geschmack, der als k\u00fchlend und <em>pitta<\/em>-senkend gilt - bei einer fiebersenkenden Droge eine folgerichtige Einordnung. Die tragende ayurvedische Fieberpflanze ist eine andere: <em>Guduchi<\/em> (<em>Tinospora cordifolia<\/em>).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Traditional Chinese Medicine<\/h3>\n<p>In der chinesischen Medizin sind Weiden als <em>Liu<\/em> mit mehreren Teilen vertreten - Rinde, Zweige und K\u00e4tzchen \u2013, allerdings als Randdrogen. Beschrieben werden sie als bitter und k\u00fchl mit der Funktion, Hitze zu kl\u00e4ren und Wind-Feuchtigkeit zu vertreiben; eingesetzt bei Fieber, Gelenkschmerzen und Hautentz\u00fcndungen. Die Zuordnung \u201ebitter und k\u00fchl\u201c f\u00fcr eine fiebersenkende, entz\u00fcndungshemmende Droge ist dabei bemerkenswert konsistent mit dem, was die Pharmakologie \u00fcber Salicylate sagt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"warn\">\n<h2><span>Warnhinweise<\/span>Wann du aufpassen solltest<\/h2>\n<div class=\"ea-warn\">\n<h3>Bitte beachten<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Salicylat-Unvertr\u00e4glichkeit:<\/strong> Wer auf Acetylsalicyls\u00e4ure mit Hautreaktionen, Nasenpolypen oder Atemnot reagiert, kann auch auf Weidenrinde reagieren. Das ist die wichtigste Gegenanzeige.<\/li>\n<li><strong>Kein Ersatz f\u00fcr ASS 100:<\/strong> Weidenrinde hemmt die Blutpl\u00e4ttchen praktisch nicht und sch\u00fctzt nicht vor Herzinfarkt oder Schlaganfall. Eine verordnete ASS-Therapie darf nie dadurch ersetzt werden.<\/li>\n<li><strong>Nicht f\u00fcr Kinder und Jugendliche mit Fieber:<\/strong> Wegen des Zusammenhangs von Salicylaten mit dem Reye-Syndrom bei fiebrigen Virusinfekten gilt vorsorglich: keine Anwendung unter 18 Jahren bei fieberhaften Erkrankungen.<\/li>\n<li><strong>Magenvertr\u00e4glichkeit:<\/strong> Geringer belastend als ASS, aber nicht neutral. Immer zur Mahlzeit einnehmen, nicht bei aktivem Magengeschw\u00fcr.<\/li>\n<li><strong>Schwangerschaft und Stillzeit:<\/strong> Salicylate sind besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel problematisch; f\u00fcr die gesamte Zeit fehlen Daten.<\/li>\n<li><strong>Warnzeichen bei R\u00fcckenschmerz:<\/strong> Taubheitsgef\u00fchle, L\u00e4hmungen, Blasen- oder Darmst\u00f6rungen, Fieber oder n\u00e4chtlicher Ruheschmerz geh\u00f6ren sofort \u00e4rztlich abgekl\u00e4rt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Diese Seite informiert und ersetzt keine \u00e4rztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"passend\">\n<h2><span>Passend zum Thema<\/span>Weiterlesen und mitkochen<\/h2>\n<div class=\"ea-passend\"><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/teufelskralle-harpagophytum-procumbens-2\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Devil&#039;s Claw<\/span><span class=\"d\">Der zweite Weg bei Kreuzschmerz - mit anderem Mechanismus.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/lindenblueten-tilia-cordata\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Linden blossoms<\/span><span class=\"d\">F\u00fcr die Erk\u00e4ltungsanwendung: der Schwitzkur-Partner.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/holunderblueten-sambucus-nigra\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Elderflowers<\/span><span class=\"d\">Die dritte Komponente im klassischen Erk\u00e4ltungstee.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/kurkuma-extrakt\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Turmeric extract<\/span><span class=\"d\">Ein weiterer entz\u00fcndungsbezogener Ansatz.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/omega-3-aus-algenoel\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Omega-3 from algae oil<\/span><span class=\"d\">Mit eigener Datenbasis bei Gelenkbeschwerden.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/hagebuttentee\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Rosehip tea<\/span><span class=\"d\">Die milde Basis f\u00fcr den Erk\u00e4ltungstee.<\/span><\/a><\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Shop-Links f\u00fchren zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k ea-quellen\" id=\"quellen\">\n<h2><span>Sources<\/span>Worauf sich das st\u00fctzt<\/h2>\n<ol>\n<li>European Medicines Agency, HMPC: European Union herbal monograph on <em>Salix<\/em> species, cortex - well-established and traditional use.<\/li>\n<li>Kommission E, Monographie \u201eSalicis cortex\u201c, BAnz Nr. 228 vom 05.12.1984.<\/li>\n<li>Chrubasik S. et al.: Treatment of low back pain exacerbations with willow bark extract - a randomized double-blind study. American Journal of Medicine 2000.<\/li>\n<li>Oltean H. et al.: Herbal medicine for low-back pain. Cochrane Database of Systematic Reviews 2014.<\/li>\n<li>Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde, Universit\u00e4t W\u00fcrzburg: Arzneipflanze des Jahres 2020 - Echter Lavendel und Vorjahre; Dokumentation zur Weide.<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weidenrinde (Salix alba) Botanischer Name Salix alba und weitere ArtenWeidengew\u00e4chs (Salicaceae) Verwendeter Teil Rinde junger Zweigezwei- bis dreij\u00e4hriges Holz Leitstoff SalicinVorstufe der Salicyls\u00e4ure Einstufung Well-established use (EMA)kurzzeitig bei Kreuzschmerz Historisch Ursprung des Aspirinsder Weg f\u00fchrte \u00fcber die Weide Arzneipflanze 2020Arzneipflanze des Jahres Auf dieser Seite HerkunftNutzenInhaltsstoffeVerst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dftAnwendungAls HausmittelAyurveda &amp; TCMWarnhinweisePassend zum<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":7137,"parent":5278,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5645","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5645"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5645\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9836,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5645\/revisions\/9836"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7137"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}