{"id":5659,"date":"2025-12-06T00:05:17","date_gmt":"2025-12-06T00:05:17","guid":{"rendered":"http:\/\/edenshealth.de\/?page_id=5659"},"modified":"2026-09-18T09:03:55","modified_gmt":"2026-09-18T09:03:55","slug":"ysop-hyssopus-officinalis-4","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wiki-archiv\/ysop-hyssopus-officinalis-4\/","title":{"rendered":"Ysop (Hyssopus officinalis)"},"content":{"rendered":"<style>.awb-menu__main-li{border-bottom:1px solid rgba(85,136,59,0.18);padding:5px 0;margin:0;}.awb-menu__main-li:last-child{border-bottom:none;}li.wiki-cat-heading{border-bottom:none;margin-top:22px;padding-top:0;}li.wiki-cat-heading:first-child{margin-top:0;}li.wiki-cat-heading > a.awb-menu__main-a{pointer-events:none;cursor:default;font-weight:700;color:#55883b;text-transform:uppercase;font-size:0.72rem;letter-spacing:0.06em;padding-bottom:6px;border-bottom:2px solid #c1e899;display:inline-block;}<\/style>\n<div style=\"position:relative;width:100%;min-height:60vh;height:560px;max-height:70vh;background-image:url('https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/ysop-hero4k-scaled.jpg');background-size:cover;background-position:center;overflow:hidden;margin:0 0 -1px 0;\">\n<div style=\"position:absolute;top:0;left:0;right:0;height:45%;background:linear-gradient(180deg, rgba(20,15,5,0.40) 0%, rgba(20,15,5,0) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:0;left:0;right:0;height:60%;background:linear-gradient(180deg, rgba(252,250,246,0) 0%, rgba(252,250,246,0.55) 55%, rgba(252,250,246,1) 100%);\"><\/div>\n<div style=\"position:absolute;bottom:14%;left:0;right:0;padding:0 6%;text-align:left;\">\n<h1 style=\"color:#ffffff;font-size:2.6rem;font-weight:600;margin:0;text-shadow:0 2px 16px rgba(0,0,0,0.55);letter-spacing:-0.5px;\">Ysop (Hyssopus officinalis)<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"eh-arch\">\n<div class=\"ea-steck\">\n<div>\n<div class=\"k\">Botanischer Name<\/div>\n<div class=\"v\">Hyssopus officinalis<small>Lippenbl\u00fctler (Lamiaceae)<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Verwendeter Teil<\/div>\n<div class=\"v\">Kraut<small>bl\u00fchende oberirdische Teile<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Leitstoffe<\/div>\n<div class=\"v\">Pinocamphon, Isopinocamphon<small>krampfausl\u00f6send in h\u00f6heren Dosen<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Einstufung<\/div>\n<div class=\"v\">Kommission E negativ<small>Wirksamkeit nicht ausreichend belegt<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">K\u00fcche<\/div>\n<div class=\"v\">Kr\u00e4uterlik\u00f6r<small>Bestandteil von Chartreuse und B\u00e9n\u00e9dictine<\/small><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Garten<\/div>\n<div class=\"v\">Bienenmagnet<small>eine der besten Trachtpflanzen \u00fcberhaupt<\/small><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ea-body\">\n<nav class=\"ea-nav\">\n<div class=\"t\">Auf dieser Seite<\/div>\n<p><a href=\"#herkunft\">Origin<\/a><a href=\"#nutzen\">Nutzen<\/a><a href=\"#inhalt\">Ingredients<\/a><a href=\"#kombi\">Verst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dft<\/a><a href=\"#gerichte\">Zu welchem Gericht<\/a><a href=\"#hausmittel\">Als Hausmittel<\/a><a href=\"#tradition\">Ayurveda &amp; TCM<\/a><a href=\"#warn\">Warnhinweise<\/a><a href=\"#passend\">Passend zum Thema<\/a><a href=\"#quellen\">Sources<\/a><\/p>\n<div class=\"box\"><b>Kurz gesagt<\/b><\/p>\n<p>Ysop ist ein Grenzfall, den wir offen als solchen behandeln: Die Kommission E hat f\u00fcr ihn eine <em>negative<\/em> Monographie ausgestellt, weil die Wirksamkeit nicht belegt ist und das \u00e4therische \u00d6l in h\u00f6heren Dosen krampfausl\u00f6send wirkt. Als K\u00fcchenkraut und Lik\u00f6rgew\u00fcrz ist er dagegen unproblematisch und interessant, und als Bienenweide geh\u00f6rt er zu den besten Pflanzen, die man in einen Garten setzen kann. Beim \u00e4therischen \u00d6l gilt: Finger weg.<\/p>\n<\/div>\n<\/nav>\n<div>\n<section class=\"ea-k\" id=\"herkunft\">\n<h2><span>Origin<\/span>Der Ysop der Bibel war wahrscheinlich ein anderer<\/h2>\n<div class=\"eh-kraeuter-img\"><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%271800%27%20viewBox%3D%270%200%201200%201800%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%271800%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/edenshealth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/eh-kraeuter-ysop.jpg\" alt=\"Ysop Bl\u00fcten lila Nahaufnahme\" style=\"width:100%;height:auto;border-radius:14px;border:2px solid rgba(201,162,75,0.4);box-shadow:0 8px 24px rgba(23,58,36,0.15);\" loading=\"lazy\"><\/div>\n<p class=\"ea-satz\">\u201eEnts\u00fcndige mich mit Ysop\u201c - der Psalmvers meint fast sicher nicht die Pflanze, die wir heute so nennen.<\/p>\n<p class=\"ea-drop\"><em>Hyssopus officinalis<\/em> ist ein niedriger, halbstrauchiger Lippenbl\u00fctler aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien, der vierzig bis sechzig Zentimeter hoch wird, schmale, dunkelgr\u00fcne Bl\u00e4tter und dichte \u00c4hren tiefblauer - seltener rosa oder wei\u00dfer - Lippenbl\u00fcten tr\u00e4gt. Er w\u00e4chst auf trockenen, kalkhaltigen H\u00e4ngen, ist winterhart und in Mitteleuropa seit dem Mittelalter in G\u00e4rten verwildert.<\/p>\n<p>Der Name hat eine verwickelte Geschichte. Die Bibel nennt an mehreren Stellen einen <em>ezov<\/em>, der bei rituellen Reinigungen und beim Blutstreichen an den T\u00fcrpfosten verwendet wurde - der bekannteste Vers ist \u201eEnts\u00fcndige mich mit Ysop, dass ich rein werde\u201c aus Psalm 51. Botaniker sind sich weitgehend einig, dass damit nicht <em>Hyssopus officinalis<\/em> gemeint war, der in Pal\u00e4stina gar nicht wild vorkommt, sondern eher der Syrische Oregano <em>Origanum syriacum<\/em> oder eine verwandte Art - eine Pflanze mit filzigen Bl\u00e4ttern, die sich zum Besprengen eignet. Die \u00dcbersetzer der Septuaginta w\u00e4hlten das griechische <em>hyssopos<\/em>, und daraus wurde im Lauf der Jahrhunderte unser Ysop.<\/p>\n<p>In den Klosterg\u00e4rten war Ysop trotzdem fest verankert - Karl der Gro\u00dfe listet ihn, Hildegard von Bingen widmet ihm ein Kapitel, und in den mittelalterlichen Arzneig\u00e4rten stand er selbstverst\u00e4ndlich. Seine dauerhafteste Spur hat er allerdings in einem anderen Bereich hinterlassen: Er ist Bestandteil mehrerer Klosterlik\u00f6re, darunter Chartreuse und B\u00e9n\u00e9dictine, und war fr\u00fcher auch eine der Zutaten des Absinths. Dort ist er bis heute im Einsatz.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"nutzen\">\n<h2><span>Nutzen<\/span>Eine negative Monographie - und warum das wichtig ist<\/h2>\n<p class=\"ea-drop\">Beim Ysop m\u00fcssen wir etwas schreiben, das in diesem Archiv selten vorkommt: Die Kommission E hat f\u00fcr Ysopkraut eine <em>negative<\/em> Monographie ausgestellt. Das bedeutet nicht, dass die Pflanze gef\u00e4hrlich w\u00e4re, sondern dass die Kommission zu dem Schluss kam, die Wirksamkeit f\u00fcr die beanspruchten Anwendungsgebiete sei nicht ausreichend belegt und ein therapeutischer Nutzen daher nicht nachvollziehbar. Eine EMA-Monographie gibt es ebenfalls nicht. Das ist der Stand, und er wird in der Kr\u00e4uterliteratur meist nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Die beanspruchten Anwendungen waren die \u00fcblichen f\u00fcr ein aromatisches Kraut: Husten und Katarrhe der Atemwege, Verdauungsbeschwerden, \u00e4u\u00dferlich bei Prellungen. Traditionell gilt Ysop als schleiml\u00f6send und krampfl\u00f6send, und die Volksmedizin setzt ihn seit Jahrhunderten bei Erk\u00e4ltungen ein. Plausibel ist das durchaus - ein \u00e4therisch-\u00f6l-haltiger Lippenbl\u00fctler mit Bitterstoffen tut vermutlich \u00c4hnliches wie Thymian oder Salbei. Belegt ist es nicht, und die verwandten Pflanzen sind es sehr wohl. Das ist der eigentliche Grund, warum man Ysop daf\u00fcr nicht braucht: Es gibt bessere Optionen.<\/p>\n<p>Der zweite Punkt betrifft die Sicherheit, und er wiegt schwerer. Das \u00e4therische \u00d6l des Ysops enth\u00e4lt Pinocamphon und Isopinocamphon, zwei Ketone, die in h\u00f6heren Dosen neurotoxisch sind und Krampfanf\u00e4lle ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Es gibt dokumentierte Fallberichte von Krampfanf\u00e4llen nach Einnahme von Ysop\u00f6l, teils bei Kindern, teils bei Erwachsenen, die es als \u201enat\u00fcrliches Mittel\u201c eingenommen hatten. \u00c4therisches Ysop\u00f6l geh\u00f6rt deshalb nicht in die Selbstanwendung - weder innerlich noch in gr\u00f6\u00dferen Mengen \u00e4u\u00dferlich.<\/p>\n<p>Der Tee und das K\u00fcchenkraut sind davon nicht betroffen. Die Menge an \u00e4therischem \u00d6l, die in einen Aufguss \u00fcbergeht oder mit einem Gew\u00fcrz aufgenommen wird, liegt um Gr\u00f6\u00dfenordnungen unter dem, was in den Fallberichten eine Rolle spielte. Wer Ysoptee trinkt, weil er ihn mag, tut nichts Gef\u00e4hrliches. Er sollte nur wissen, dass er kein belegtes Heilmittel zu sich nimmt - und dass das konzentrierte \u00d6l eine ganz andere Sache ist.<\/p>\n<div class=\"ea-zahlen\">\n<div class=\"ea-zahl\"><b>0,3 - 1,5 %<\/b><span>\u00e4therisches \u00d6l im getrockneten Kraut<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>bis 50 %<\/b><span>Pinocamphon und Isopinocamphon im \u00d6l<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Negativ<\/b><span>Bewertung der Kommission E<\/span><\/div>\n<div class=\"ea-zahl\"><b>Juli - Sept.<\/b><span>Bl\u00fctezeit - dann ist er voller Bienen<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"inhalt\">\n<h2><span>Ingredients<\/span>Zwei Ketone, die den Unterschied machen<\/h2>\n<p>Das \u00e4therische \u00d6l des Ysops wird von zwei bicyclischen Ketonen dominiert: Pinocamphon und Isopinocamphon, die zusammen bis zur H\u00e4lfte des \u00d6ls ausmachen k\u00f6nnen. Ketone sind in \u00e4therischen \u00d6len die Stoffgruppe, bei der am ehesten Vorsicht geboten ist - dasselbe gilt f\u00fcr Thujon im Wermut und Campher in hoher Dosis. Sie sind fettl\u00f6slich, \u00fcberwinden die Blut-Hirn-Schranke und k\u00f6nnen in ausreichender Menge die Krampfschwelle senken.<\/p>\n<p>Es gibt Chemotypen mit unterschiedlichem Profil. Der als <em>Hyssopus officinalis<\/em> var. <em>decumbens<\/em> gehandelte Typ ist pinocamphonarm und linalool- beziehungsweise cineolreich und gilt in der Aromatherapie als deutlich sicherer. F\u00fcr Handelsware ist diese Unterscheidung allerdings nicht verl\u00e4sslich nachvollziehbar, und f\u00fcr die Selbstanwendung halten wir sie nicht f\u00fcr eine tragf\u00e4hige Grundlage - ein \u00d6l, dessen Sicherheit von einer Chemotyp-Angabe abh\u00e4ngt, geh\u00f6rt in fachkundige H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Neben dem \u00e4therischen \u00d6l enth\u00e4lt das Kraut Flavonoide wie Diosmin und Hesperidin, Gerbstoffe, Rosmarins\u00e4ure und Bitterstoffe. Die wasserl\u00f6slichen Anteile sind es, die einen Ysopaufguss ausmachen - er schmeckt herb-aromatisch, leicht bitter, mit einer minzig-kampferartigen Note, die an Bohnenkraut und Salbei erinnert.<\/p>\n<p>Im Garten ist Ysop eine der lohnendsten Pflanzen \u00fcberhaupt, und das aus einem Grund, der nichts mit Heilkunde zu tun hat: Er bl\u00fcht von Juli bis September und wird in dieser Zeit von Honigbienen, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen regelrecht belagert. Wer eine bl\u00fchende Ysoppflanze im August beobachtet, sieht selten weniger als ein Dutzend Insekten gleichzeitig. Er ist trockenheitsvertr\u00e4glich, winterhart, braucht keine D\u00fcngung und l\u00e4sst sich zu niedrigen Hecken schneiden - in den Knoteng\u00e4rten der Renaissance wurde er genau daf\u00fcr verwendet.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"kombi\">\n<h2><span>Verst\u00e4rkte Kombinationen<\/span>Wo Ysop tats\u00e4chlich hingeh\u00f6rt<\/h2>\n<p>Wir nennen hier, was wir vertreten k\u00f6nnen: K\u00fcche, Lik\u00f6r und Garten. F\u00fcr die arzneiliche Anwendung gibt es bessere Pflanzen.<\/p>\n<div class=\"ea-kombi\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">K\u00fcche<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + fette Fleischgerichte<\/div>\n<p>Als Gew\u00fcrz \u00e4hnlich wie Bohnenkraut einzusetzen: zu Lamm, Ente, Wurst und fetten Braten. Die Bitterkeit schneidet durch das Fett.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">K\u00fcche<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + Bohnen und H\u00fclsenfr\u00fcchte<\/div>\n<p>In Bohnengerichten traditionell verankert, aus demselben Grund wie Bohnenkraut - aromatisch und bek\u00f6mmlichkeitsf\u00f6rdernd.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Lik\u00f6r<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + Klosterlik\u00f6r<\/div>\n<p>Bestandteil von Chartreuse und B\u00e9n\u00e9dictine. Wer selbst Kr\u00e4uterlik\u00f6r ansetzt, verwendet ihn in kleiner Menge als aromatische Spitze.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Garten<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + Magerbeet<\/div>\n<p>Trockenheitsvertr\u00e4glich, winterhart, schnittfest - eine der pflegeleichtesten Gartenpflanzen, die es gibt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Bienen<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + Sp\u00e4tsommertracht<\/div>\n<p>Von Juli bis September einer der besten Insektenmagneten \u00fcberhaupt. Allein daf\u00fcr lohnt sich die Pflanze.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Hecke<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + niedrige Einfassung<\/div>\n<p>In Knoteng\u00e4rten und Kr\u00e4uterbeeten traditionell als niedrige Einfassungshecke geschnitten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ea-beisst-h\"><span>Was sich bei\u00dft<\/span>Diese Kombinationen lieber lassen<\/h3>\n<div class=\"ea-kombi beisst\">\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">\u00d6l<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + \u00e4therisches \u00d6l zur Selbstanwendung<\/div>\n<p>Pinocamphon und Isopinocamphon k\u00f6nnen Krampfanf\u00e4lle ausl\u00f6sen; Fallberichte liegen vor. \u00c4therisches Ysop\u00f6l geh\u00f6rt nicht in die Selbstanwendung.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Epilepsie<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + Krampfleiden<\/div>\n<p>Bei Epilepsie oder Krampfneigung ist Ysop - und erst recht sein \u00d6l - strikt zu meiden.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Kinder<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + Kinder<\/div>\n<p>Mehrere der dokumentierten Krampf-Fallberichte betrafen Kinder. F\u00fcr Kinder ist Ysop in arzneilicher Form nicht geeignet.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Erwartung<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + Hustenmittel<\/div>\n<p>Die Kommission E hat negativ bewertet. F\u00fcr Husten gibt es mit Thymian, Efeu und Schl\u00fcsselblume Pflanzen mit echten Belegen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Schwangerschaft<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + Schwangerschaft und Stillzeit<\/div>\n<p>Ketonhaltige \u00e4therische \u00d6le sind in dieser Zeit grunds\u00e4tzlich zu meiden; f\u00fcr Ysop fehlen zudem Daten.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"c\"><span class=\"tag\">Menge<\/span><\/p>\n<div class=\"mit\">Ysop + gro\u00dfe Mengen als Tee<\/div>\n<p>Als K\u00fcchenkraut und gelegentlicher Tee unproblematisch. Kurm\u00e4\u00dfiger Konsum gro\u00dfer Mengen ist bei einer negativ bewerteten Droge ohne Nutzen und ohne Sicherheitsbewertung.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"gerichte\">\n<h2><span>Zu welchem Gericht<\/span>K\u00fcche, Lik\u00f6r und Beet<\/h2>\n<ul class=\"ea-gerichte\">\n<li><span class=\"g\">Lammbraten<\/span><span class=\"w\">Ysop mit Knoblauch und Rosmarin - kr\u00e4ftig, aber sparsam dosiert.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Bohneneintopf<\/span><span class=\"w\">Wie Bohnenkraut eingesetzt; ein Zweig f\u00fcr den Topf.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Wurstw\u00fcrzung<\/span><span class=\"w\">In einigen traditionellen Wurstrezepten S\u00fcddeutschlands und Italiens enthalten.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Ente und Gans<\/span><span class=\"w\">Die Bitterkeit passt zu fettem Gefl\u00fcgel.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Kr\u00e4uterlik\u00f6r<\/span><span class=\"w\">Als aromatische Spitze im selbst angesetzten Kr\u00e4uterbitter - wenige Zweige reichen.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Kr\u00e4uteressig<\/span><span class=\"w\">Bl\u00fchende Zweige in hellem Weinessig; der Essig nimmt einen blauvioletten Ton an.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Salat<\/span><span class=\"w\">Einzelne Bl\u00fcten \u00fcber den Salat gestreut - essbar und optisch auff\u00e4llig.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Tee<\/span><span class=\"w\">1 bis 2 g Kraut pro Tasse; herb-aromatisch, als Genussgetr\u00e4nk unproblematisch.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Einfassungshecke<\/span><span class=\"w\">Zwei- bis dreimal im Jahr schneiden; er bleibt dicht und formstabil.<\/span><\/li>\n<li><span class=\"g\">Bienenweide<\/span><span class=\"w\">Verbl\u00fchtes zur\u00fcckschneiden - er bl\u00fcht dann ein zweites Mal.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"ea-tipp\"><b>Faustregel:<\/b> Ysop schmeckt kr\u00e4ftiger, als seine zarte Erscheinung vermuten l\u00e4sst - er liegt geschmacklich zwischen Bohnenkraut und Salbei, mit einer minzigen Spitze. In der K\u00fcche gilt: die Menge, die du von Bohnenkraut nehmen w\u00fcrdest, und davon die H\u00e4lfte.<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"hausmittel\">\n<h2><span>Als Hausmittel<\/span>Der K\u00fcchenansatz statt der Arznei<\/h2>\n<div class=\"ea-rezept\">\n<div>\n<div class=\"k\">So geht&#8217;s<\/div>\n<h3>Ysop-Kr\u00e4uteressig<\/h3>\n<ol>\n<li>Wir empfehlen hier bewusst eine K\u00fcchenanwendung statt einer arzneilichen: F\u00fcr Husten und Verdauung gibt es Pflanzen mit Belegen, und das \u00e4therische \u00d6l des Ysops geh\u00f6rt nicht in die Selbstanwendung.<\/li>\n<li>Vier bis f\u00fcnf bl\u00fchende Ysopzweige an einem trockenen Vormittag schneiden, kurz absch\u00fctteln, nicht waschen.<\/li>\n<li>In eine saubere Flasche geben und mit hellem Weinessig oder Apfelessig aufgie\u00dfen, bis alles bedeckt ist.<\/li>\n<li>Verschlie\u00dfen und zwei bis drei Wochen an einen hellen, nicht prall sonnigen Platz stellen. Der Essig nimmt dabei einen zarten blauvioletten Ton und das Aroma an.<\/li>\n<li>Abseihen, in eine saubere Flasche umf\u00fcllen, beschriften und dunkel lagern. H\u00e4lt etwa ein Jahr.<\/li>\n<li>F\u00fcr Vinaigrettes zu kr\u00e4ftigen Salaten, zu Bohnen und zu gegrilltem Gem\u00fcse. Ein Zweig in der fertigen Flasche sieht gut aus - dann allerdings k\u00fchl lagern.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div>\n<div class=\"k\">Wof\u00fcr<\/div>\n<p>Als aromatischer Kr\u00e4uteressig f\u00fcr die K\u00fcche. Eine arzneiliche Anwendung empfehlen wir nicht: Die Kommission E hat Ysopkraut negativ bewertet, und f\u00fcr Husten und Verdauung stehen besser belegte Pflanzen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<div class=\"k\" style=\"margin-top:14px\">Menge<\/div>\n<p>Als K\u00fcchengew\u00fcrz und gelegentlicher Tee unproblematisch. \u00c4therisches Ysop\u00f6l geh\u00f6rt nicht in die Selbstanwendung. Bei Epilepsie oder Krampfneigung, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern ist Ysop zu meiden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"tradition\">\n<h2><span>Ayurveda &amp; TCM<\/span>Was die alten Systeme sagen<\/h2>\n<div class=\"ea-trad\">\n<div>\n<h3>Ayurveda<\/h3>\n<p>Ysop ist im klassischen Ayurveda nicht vertreten. Die Kategorie, in die er fallen w\u00fcrde - scharf-bitter, erw\u00e4rmend, <em>kapha<\/em>-senkend, den Atemwegen zugeordnet - ist dort gut besetzt, unter anderem mit <em>Vasa<\/em> and <em>Tulsi<\/em>, dem Heiligen Basilikum, das als Lippenbl\u00fctler ihm botanisch am n\u00e4chsten steht. Wo Ysop in moderner ayurvedisch inspirierter Literatur auftaucht, geschieht das mit westlichen Begr\u00fcndungen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Traditional Chinese Medicine<\/h3>\n<p>Auch in der chinesischen Materia medica fehlt <em>Hyssopus officinalis<\/em>. Die \u00e4hnlichste Droge ist <em>Huo Xiang<\/em> (<em>Pogostemon cablin<\/em> beziehungsweise <em>Agastache rugosa<\/em>) - ein aromatischer Lippenbl\u00fctler, der als scharf und leicht warm beschrieben wird und \u201eFeuchtigkeit umwandelt und die Mitte harmonisiert\u201c. Bemerkenswert: <em>Agastache<\/em> wird im Deutschen manchmal Duftnessel oder \u201eAnis-Ysop\u201c genannt, ist aber eine andere Gattung.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"warn\">\n<h2><span>Warnhinweise<\/span>Wann du aufpassen solltest<\/h2>\n<div class=\"ea-warn\">\n<h3>Bitte beachten<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>\u00c4therisches Ysop\u00f6l nicht selbst anwenden:<\/strong> Pinocamphon und Isopinocamphon k\u00f6nnen Krampfanf\u00e4lle ausl\u00f6sen; es gibt dokumentierte Fallberichte, teils bei Kindern.<\/li>\n<li><strong>Nicht bei Epilepsie oder Krampfneigung:<\/strong> Weder das Kraut in arzneilicher Menge noch das \u00d6l.<\/li>\n<li><strong>Negative Monographie:<\/strong> Die Kommission E hat Ysopkraut negativ bewertet - die Wirksamkeit ist f\u00fcr die beanspruchten Anwendungen nicht belegt.<\/li>\n<li><strong>Nicht f\u00fcr Kinder:<\/strong> In arzneilicher Form nicht geeignet; als K\u00fcchengew\u00fcrz in \u00fcblichen Mengen unproblematisch.<\/li>\n<li><strong>Schwangerschaft und Stillzeit:<\/strong> Ketonhaltige \u00e4therische \u00d6le sind in dieser Zeit grunds\u00e4tzlich zu meiden.<\/li>\n<li><strong>F\u00fcr Husten gibt es Besseres:<\/strong> Thymian, Efeu und Schl\u00fcsselblume haben Monographien und Studien. Ysop hat weder das eine noch das andere.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Diese Seite informiert und ersetzt keine \u00e4rztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k\" id=\"passend\">\n<h2><span>Passend zum Thema<\/span>Weiterlesen und mitkochen<\/h2>\n<div class=\"ea-passend\"><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/thymian-thymus-vulgaris-5\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">thyme<\/span><span class=\"d\">Die Hustenpflanze mit echten Belegen - und dieselbe K\u00fcchenfamilie.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/salbei-salvia-officinalis-2\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">sage<\/span><span class=\"d\">Geschmacklich und botanisch der n\u00e4chste Verwandte im Archiv.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/wiki-archiv\/wermut-artemisia-absinthium\/\"><span class=\"art\">Archiv<\/span><span class=\"n\">Vermouth<\/span><span class=\"d\">Die andere ketonhaltige Pflanze mit derselben Vorsichtsfrage.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/thymian-getrocknet\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">dried thyme<\/span><span class=\"d\">F\u00fcr Husten die belegte Alternative.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/bergoregano\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Bergoregano<\/span><span class=\"d\">Der mediterrane Verwandte f\u00fcr die K\u00fcche.<\/span><\/a><a href=\"\/en\/product\/salbei-getrocknet\/\"><span class=\"art\">Shop<\/span><span class=\"n\">Dried sage<\/span><span class=\"d\">F\u00fcr Hals und K\u00fcche, mit Monographie.<\/span><\/a><\/div>\n<p class=\"ea-hinw\">Shop-Links f\u00fchren zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.<\/p>\n<\/section>\n<section class=\"ea-k ea-quellen\" id=\"quellen\">\n<h2><span>Sources<\/span>Worauf sich das st\u00fctzt<\/h2>\n<ol>\n<li>Kommission E, Negativmonographie \u201eHyssopi herba\u201c, BAnz Nr. 122 vom 06.07.1988.<\/li>\n<li>Millet Y. et al.: Toxicity of some essential plant oils - clinical and experimental study. Clinical Toxicology 1981 - Krampfanf\u00e4lle nach Ysop\u00f6l.<\/li>\n<li>Burkhard P.R. et al.: Plant-induced seizures: reappearance of an old problem. Journal of Neurology 1999.<\/li>\n<li>Blaschek W. (Hrsg.): Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka, Eintrag Hyssopi herba.<\/li>\n<li>Zohary M.: Plants of the Bible, Cambridge University Press - zur Identifikation des biblischen <em>ezov<\/em>.<\/li>\n<\/ol>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ysop (Hyssopus officinalis) Botanischer Name Hyssopus officinalisLippenbl\u00fctler (Lamiaceae) Verwendeter Teil Krautbl\u00fchende oberirdische Teile Leitstoffe Pinocamphon, Isopinocamphonkrampfausl\u00f6send in h\u00f6heren Dosen Einstufung Kommission E negativWirksamkeit nicht ausreichend belegt K\u00fcche Kr\u00e4uterlik\u00f6rBestandteil von Chartreuse und B\u00e9n\u00e9dictine Garten Bienenmagneteine der besten Trachtpflanzen \u00fcberhaupt Auf dieser Seite HerkunftNutzenInhaltsstoffeVerst\u00e4rkte Kombis &amp; was sich bei\u00dftZu welchem GerichtAls HausmittelAyurveda &amp; TCMWarnhinweisePassend zum ThemaQuellen Kurz<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":7151,"parent":5278,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5659","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5659","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5659"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5659\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9843,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5659\/revisions\/9843"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7151"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/edenshealth.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}