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Nahrungsergänzung richtig anwenden

Nahrungsergänzungsmittel können sinnvoll sein – aber nur, wenn sie das tun, wofür sie gedacht sind: Lücken schließen, nicht Überschüsse aufhäufen. Ein funktionierender Körper braucht Ausgleich, kein Übermaß. Hier die wichtigsten Grundregeln, eingeordnet nach Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der Verbraucherzentrale.

Ergänzung, nicht Ersatz

Nahrungsergänzungsmittel sollen die Lücken füllen, die eine unvollständige Ernährung hinterlässt – zum Beispiel wenn kaum Milchprodukte oder Fisch auf dem Speiseplan stehen. Da sie immer nur einzelne Bausteine abdecken, können sie eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung nicht ersetzen, sondern höchstens sinnvoll begleiten.

Die Dosis macht das Gift

Mehr als 100 % der empfohlenen Tagesreferenzmenge sind in aller Regel unnötig – ein Blatt Salat oder ein Glas Orangensaft liefert schließlich auch schon etwas. Wer hochdosierte Vitamine einnimmt, ohne dass es nötig ist, riskiert laut BfR eine Überversorgung mit unerwünschten Folgen für die Gesundheit.

Konkrete Risiken, die man kennen sollte

Einige Beispiele aus der Praxis: Zusätzliches Beta-Carotin kann bei Raucherinnen und Rauchern die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen – das BfR rät inzwischen grundsätzlich von Beta-Carotin in Nahrungsergänzungsmitteln ab. Zu viel Vitamin A in der Schwangerschaft kann die Entwicklung des Kindes stören. Und eine dauerhafte Vitamin-D-Überdosierung kann zu Nierensteinen und Verkalkungen von Gefäßen und Organen führen.

Vier Faustregeln für den Alltag

Erstens: Packungsangaben genau einhalten – nie mehr, weniger ist nicht schlimm. Zweitens: Keine Produkte mit denselben Inhaltsstoffen kombinieren. Drittens: Zusätzlich angereicherte Lebensmittel (z. B. angereicherte Frühstücksflocken oder Säfte) mitzählen, nicht vergessen. Viertens: Bei bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder Medikamenteneinnahme vorher ärztlich oder apothekerisch Rücksprache halten – Wechselwirkungen sind real.

Wichtiger Hinweis
Diese Inhalte ersetzen keine individuelle ernährungsmedizinische oder ärztliche Beratung. Ob und welche Nahrungsergänzung für dich sinnvoll ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab – im Zweifel gilt: erst abklären, dann einnehmen.