Krebserkrankungen · Begleitung
Begleitende Hilfe
Was deinem Körper wirklich etwas bringt - und was nur so aussieht. Ohne Versprechen, ohne Angst, ohne ein einziges Produkt.
Wie du diese Seite lesen kannst
Diese Seite empfiehlt keine Behandlung und rät von keiner ab. Sie ist dafür da, dass du verstehst, worüber du entscheidest.
Hier steht nichts, was du kaufen sollst. Wir verdienen an dieser Seite nichts, und das bleibt so.
Was hier steht, ist keine Behandlung und ersetzt keine. Es ist das, was in den deutschen Leitlinien und in guten Studien übrig bleibt, wenn man alles wegräumt, was nur behauptet wird. Manches davon ist erstaunlich stark. Anderes ist schwach, und dann sagen wir das auch.
Nimm während einer laufenden Behandlung nichts ohne Rücksprache - auch nichts Pflanzliches, keinen Tee als Kur, kein Vitamin. Der Grund steht in Kapitel 08.
Bewegung ist das Stärkste, was wir haben
Von allem, was du selbst tun kannst, hat Bewegung die beste Beleglage. Nicht knapp - mit Abstand.
- In der Leitlinie
- Körperliche Aktivität trägt dort den stärksten Empfehlungsgrad, den es gibt - „soll“. Keine andere begleitende Maßnahme kommt dort hin.
- Der Einstieg
- 10Minuten am Stück reichen, um anzufangen. Dreimal zehn schlagen einmal dreißig, wenn die Kraft fehlt.
Lange galt Schonung als richtig. Das hat sich umgedreht. Wer in Bewegung bleibt, auch während einer Behandlung und danach, ist weniger erschöpft, schläft besser, hält sein Gewicht leichter und kommt schneller wieder in den Alltag. Die deutsche S3-Leitlinie zur Komplementärmedizin führt Bewegung mit dem Empfehlungsgrad A - „soll“ - gegen Fatigue und für die Lebensqualität.
Fatigue ist diese bleierne Müdigkeit, die vom Schlafen nicht weggeht. Sie ist die häufigste Nebenwirkung überhaupt, und ausgerechnet Bewegung hilft dagegen am besten. Das klingt falsch herum, ist aber gut untersucht.
Wie anfangen, wenn gerade nichts geht
- Zehn Minuten zählen schon. Einmal um den Block, langsam. Das ist kein Kompromiss, das ist der Anfang.
- Lieber oft als lang. Dreimal zehn Minuten sind besser als einmal dreißig, wenn die Kraft fehlt.
- An guten Tagen nicht überziehen. Sonst kostet der übernächste Tag mehr, als der gute gebracht hat.
- Nach Kraft und Ausdauer zusammen wirkt es am besten - Spazieren plus ein paar einfache Übungen mit dem eigenen Körpergewicht.
Wann du erst fragen solltest
Bei Knochenmetastasen, sehr niedrigen Blutwerten, frischer Operation, einem Port oder starkem Schwindel gehört die Frage vorher ans Behandlungsteam. Nicht, weil Bewegung dann verboten wäre, sondern weil sich die Form ändert.
Was du halten musst, sind die Muskeln
Es geht nicht um die Zahl auf der Waage. Es geht um das, was darunter steckt - und um den Zeitpunkt.
- Der übersehene Fall
- Sarkopene Adipositas - zu viel Gewicht und zu wenig Muskeln, gleichzeitig. Das Fett verdeckt, dass die Substanz fehlt. Die Waage schlägt hier keinen Alarm.
- Der Richtwert
- 1,5Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht am Tag sind das obere Ende der Leitlinienempfehlung. Das untere liegt bei 1,0.
- Ankommen muss es auch
- Eiweiß nützt nur, wenn der Magen es zerlegt. Zu wenig Magensäure ist ein häufiger, übersehener Grund für schlechte Aufnahme - mehr dazu auf der Ernährungsseite.
Eine Krebserkrankung verändert den Stoffwechsel. Der Körper baut Muskeln ab, auch wenn genug auf dem Teller liegt - und eine Behandlung nimmt oft zusätzlich den Appetit. Wer dabei Muskeln verliert, verträgt eine Therapie schlechter und erholt sich langsamer. Die Medikamente einer Krebsbehandlung werden meist nach Körpergröße und Gewicht dosiert, nicht nach Muskelmasse. Zwei Menschen mit demselben Gewicht bekommen dieselbe Dosis, obwohl der eine viel mehr Substanz hat, um sie zu verkraften.
Deshalb geht es in dieser Zeit nicht um Kilos, sondern um Eiweiß und Bewegung. Die europäischen Ernährungsleitlinien nennen 1,0 bis 1,5 Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht am Tag - deutlich mehr als sonst empfohlen wird.
Und wenn ich Übergewicht habe?
Dann ist dein Gedanke richtig - nur der Zeitpunkt entscheidet.
Richtig ist: Übergewicht gehört zu den belegten Risikofaktoren. Fettgewebe ist kein totes Polster, es ist aktiv: Es hält eine stille Entzündung in Gang und bildet Hormone. Und nach abgeschlossener Behandlung ist Abnehmen ausdrücklich sinnvoll - die Leitlinien für Menschen nach einer Krebserkrankung empfehlen es.
Der Haken liegt im Dazwischen: Während eine Behandlung läuft, gibt der Körper unter Kalorienmangel bevorzugt Muskeln ab, nicht Fett. Man verliert also genau das, was gerade gebraucht wird, und das Fett bleibt. Deshalb ist eine laufende Behandlung der falsche Moment für eine Abnehmkur.
Der Weg, der beides zusammenbringt: nicht weniger essen, sondern anders. Wer Industriezucker und Fertigessen streicht und dafür Eiweiß, Gemüse und gute Fette auf den Teller legt, verliert überflüssiges Gewicht meist von allein - und behält die Muskeln. Das ist kein Kompromiss, das ist der bessere Weg.
Ein Zeichen, das immer zählt
Wenn du abnimmst, ohne es zu wollen, ist das ein Warnsignal - auch bei Übergewicht, auch wenn es sich erst mal gut anfühlt. Fünf Prozent des Gewichts in sechs Monaten gehören angesprochen, nicht abgewartet.
Zucker und Tumor: wie es wirklich läuft
Der Satz „Zucker füttert den Tumor“ stimmt - nur anders, als er klingt. Wer Zucker weglässt, entzieht der Krebszelle nichts, denn der Blutzucker bleibt: Die Leber stellt ihn her, im Zweifel aus Muskeln. Der belegte Weg läuft über das Insulin: Zucker treibt den Insulinspiegel, Insulin ist ein Wachstumssignal, und Tumorzellen tragen Empfänger dafür. Bei erhöhtem Insulin verlaufen mehrere Krebsarten nachweislich schwerer.
Der ehrliche Satz lautet also: Dein Zucker treibt das Hormon, das dem Tumor Wachsen sagt. Deshalb gehört Industriezucker weg - und deshalb bleiben Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Vollkorn trotzdem auf dem Teller. Ausführlich steht das im Kapitel „Zucker und Tumor“ auf der Ernährungsseite dieses Bereichs.
Die eine Ausnahme
Wenn jemand kaum noch etwas herunterbekommt und weiter abnimmt, dann gilt zuerst: essen. In dieser Lage ist jede Kalorie besser als keine, auch wenn sie nicht unserem Ideal entspricht. Dann gehört eine Ernährungsfachkraft dazu - in zertifizierten Krebszentren ist sie Teil des Teams.
Unsere Haltung
Bei Krebs kommt nichts Industrielles auf den Teller
Das ist unsere Haltung, keine Leitlinienempfehlung - und wir sagen dazu, worauf sie sich stützt. Wer sie nicht teilt, findet auf dieser Seite trotzdem alles, was er braucht.
Edenshealth
Was weg ist - und was stattdessen
Kommt weg
- Industriezucker, in jeder Form
- Fertiggerichte und alles mit langer Zutatenliste
- Wurst, Schinken, Speck, alles Gepökelte und Geräucherte
- Weißmehl in seinen üblichen Formen
- Softdrinks, auch die „zuckerfreien“
- Gesüßte Milchprodukte, Fruchtjoghurt, Frühstücksflocken
- Raffinierte Öle und Margarine
- Süßstoffe
Stattdessen
- Weiderind, Fleisch am Stück
- Bio-Eier, Hähnchen aus Weidehaltung
- Fisch
- Gemüse und Kräuter, frisch, nach Jahreszeit
- Kaltgepresste Öle: Olivenöl, Leinöl
- Nüsse, Hülsenfrüchte, Quark
- Wenn süß: ein Teelöffel Honig
- Wasser und Kräutertee
Die eine Ausnahme: Wer kaum noch etwas herunterbekommt und weiter abnimmt, isst, was geht. Dann zählt jede Kalorie mehr als jedes Ideal.
Was die Studien zum Fasten wirklich zeigen
Es gibt hier etwas Echtes - aber es ist kleiner und enger, als im Netz behauptet wird.
- Die Zahl dahinter
- 131Teilnehmerinnen in der bekanntesten Studie. Eine Phase-2-Studie - gut genug für „weiter untersuchen“, nicht für „so sollte man es machen“.
- Das Durchhalten
- Den ersten Zyklus schafften vier von fünf. Alle Zyklen schaffte nur jede Fünfte. Diese Zahl steht selten dabei, wenn die Studie zitiert wird.
Untersucht wurde nicht das lange Fasten, sondern das Scheinfasten: fünf Tage stark reduzierte, pflanzliche Kost rund um jede Chemotherapie, entwickelt von Valter Longo. In der niederländischen DIRECT-Studie bekamen 131 Frauen mit Brustkrebs entweder diese Kost oder ihre gewohnte Ernährung.
Das ehrliche Ergebnis: Der Hauptmesswert - schwere Nebenwirkungen - wurde nicht besser. Bei Nebenmessungen sah es günstiger aus, das Ansprechen auf die Chemotherapie war häufiger gut, und am Erbgut der Immunzellen zeigten sich weniger Schäden. Die Autoren selbst schreiben, dass man diese Nebenergebnisse vorsichtig lesen muss.
Und eine Zahl, die man selten liest: Den ersten Zyklus schafften vier von fünf Teilnehmerinnen. Alle Zyklen schaffte nur jede Fünfte. Das Durchhalten war das eigentliche Problem.
Was daraus folgt
Scheinfasten rund um eine Chemotherapie ist für alle, die diesen Weg gehen, ein ernstzunehmender Ansatz - und ein Thema für das Gespräch mit der Ärztin. Es ist kein Standard, und es ist keine Behandlung.
Wobei wir deutlich werden
Mehrtägiges Wasserfasten bei einer Krebserkrankung raten wir ab. Gewichtsverlust ist hier ein eigenes Risiko, und wer ohnehin schon abgenommen hat, verliert genau das Falsche. Wenn Fasten, dann nur in der untersuchten Form und nur mit dem Behandlungsteam abgesprochen.
Zur Autophagie, die in dem Zusammenhang immer genannt wird: Yoshinori Ohsumi hat 2016 den Nobelpreis dafür bekommen, dass er beschrieben hat, wie Zellen sich selbst aufräumen. Das ist Grundlagenforschung an Hefezellen - kein Beweis, dass Fasten bei Krebs hilft. Wer ihn so zitiert, zitiert ihn falsch.
Zum Mitnehmen
Die Rangliste, ehrlich sortiert
Wenn du dir aus dieser Seite eine Sache merkst, dann diese Reihenfolge. Sie stammt nicht von uns, sondern aus der deutschen Leitlinie - und sie ist kürzer, als das Internet glauben macht.
Edenshealth
Was wie gut belegt ist
- Bewegung - „soll“. Die stärkste Empfehlung im ganzen Feld. Gegen Fatigue, für die Lebensqualität.
- Genug Eiweiß, Muskeln halten - Grundlage für jeden Weg, keine Ergänzung dazu.
- Akupunktur bei Gelenkschmerzen unter Antihormontherapie - „sollte“.
- Akupunktur bei verzögerter Übelkeit - „kann“, zusätzlich zu den Medikamenten.
- Mistel für die Lebensqualität - „kann“, nur ärztlich begleitet.
- Scheinfasten rund um eine Chemotherapie - für die, die diesen Weg gehen: ein Gespräch wert, kein Standard.
Was hier nicht steht, ist nicht verboten - es ist nur nicht belegt. Genau dieser Unterschied gehört ins Arztgespräch.
Die Mistel, ehrlich betrachtet
Kaum eine Pflanze wird in Deutschland so oft bei Krebs eingesetzt - und kaum eine wird so unterschiedlich beurteilt.
- In der Leitlinie
- Für die Lebensqualität: „kann“ - die schwächste der drei Empfehlungsstufen. Für Tumorkontrolle oder längeres Leben: keine Empfehlung.
- Drei Stufen
- soll · sollte · kann - die Mistel steht auf der dritten. Was die drei Wörter bedeuten, erklärt Kapitel 09.
Die Misteltherapie gehört in Deutschland seit hundert Jahren dazu, sie wird von vielen Ärztinnen und Ärzten begleitend gespritzt, und viele Betroffene berichten, dass es ihnen damit besser geht. Das ist ernst zu nehmen.
Gleichzeitig ist die Studienlage dünner, als der Verbreitungsgrad vermuten lässt. Die deutsche S3-Leitlinie sagt: Man kann Mistelgesamtextrakt unter die Haut geben, um die Lebensqualität zu verbessern - mit ausdrücklich begrenzter Beleglage. Zu der Frage, ob die Mistel den Tumor bremst oder das Leben verlängert, gibt sie keine Empfehlung.
Das ist kein Urteil gegen die Mistel. Es ist die genaue Auskunft darüber, was sie kann und was nicht - und damit mehr, als die meisten Seiten dazu sagen.
Wenn du darüber nachdenkst
- Nur ärztlich begleitet. Dosis und Präparat werden angepasst, es ist kein Tee und keine Selbstbehandlung.
- Sag es deinem Onkologen. Nicht, weil er es verbieten wird, sondern weil er es wissen muss.
- Erwarte Lebensqualität, nicht mehr. Wer es mit anderer Erwartung beginnt, wird enttäuscht.
Akupunktur - wo sie nachweislich trägt
Bei zwei ganz bestimmten Beschwerden ist die Beleglage gut. Bei allem anderen nicht.
- In der Leitlinie
- Gegen Gelenkschmerzen unter Antihormontherapie: „sollte“ - die mittlere Stufe, gestützt auf eine Metaanalyse.
- Genau zwei
- 2Situationen sind in der Leitlinie belegt. Für alles andere gibt sie nichts her.
Akupunktur ist eines der wenigen Verfahren aus der traditionellen Medizin, das den Sprung in eine deutsche S3-Leitlinie geschafft hat - allerdings nicht pauschal, sondern für zwei klar umrissene Situationen.
Die zwei belegten Fälle
- Gelenkschmerzen unter Aromatasehemmern. Diese Nebenwirkung führt oft dazu, dass Frauen das Medikament absetzen. Hier lautet die Empfehlung „sollte“.
- Verzögerte Übelkeit nach platinhaltiger Chemotherapie. Zusätzlich zu den üblichen Medikamenten, nicht statt ihnen. Hier lautet die Empfehlung „kann“.
Für andere Beschwerden gibt die Leitlinie das nicht her. Wenn dir jemand Akupunktur gegen den Tumor selbst anbietet, ist das der Punkt, an dem du gehen solltest.
Schlaf, und was gegen die bleierne Müdigkeit hilft
Fatigue ist keine gewöhnliche Müdigkeit. Sie geht vom Ausschlafen nicht weg - und genau das macht sie so zermürbend.
- Der Reihe nach
- Erst Ursachen ausschließen - Blutarmut, Schilddrüse, Schmerzen, Medikamente. Dann Bewegung. Dann der Rhythmus.
- Morgens
- 20Minuten Tageslicht stellen die innere Uhr sicherer als jede Tablette. Auch bei Wolken.
Bevor man an der Müdigkeit selbst arbeitet, lohnt sich der Blick auf das, was man beheben kann. Blutarmut, eine schlecht eingestellte Schilddrüse, Schmerzen in der Nacht und manche Medikamente machen Fatigue schlimmer und lassen sich behandeln. Frag danach - es wird nicht immer von allein geprüft.
Was den Rhythmus wieder trägt
- Morgens raus ins Licht. Zwanzig Minuten Tageslicht stellen die innere Uhr sicherer als jede Tablette.
- Mittagsschlaf kurz halten. Zwanzig bis dreißig Minuten, nicht später als am frühen Nachmittag - sonst nimmt er die Nacht mit.
- Feste Zeiten, auch an schlechten Tagen. Aufstehen zur gleichen Zeit hilft mehr als Zubettgehen zur gleichen Zeit.
- Den Tag in Portionen teilen. Das Wichtigste in die Stunden legen, in denen die Kraft erfahrungsgemäß da ist.
Wenn das Einschlafen über Wochen nicht funktioniert, gibt es dafür eine eigene, gut untersuchte Gesprächstherapie. Frag in der Krebsberatungsstelle danach - sie ist wirksamer als Schlafmittel und hat keinen Kater.
Der Teil, den fast alle zu spät annehmen
Psychoonkologie klingt nach „wenn man es nicht aushält“. Sie ist eher das Gegenteil: ein Werkzeug, um handlungsfähig zu bleiben.
- Kostenfrei
- In zertifizierten Krebszentren und in den Krebsberatungsstellen - ohne Überweisung, auch für Angehörige.
- Auch für dich
- Partner, Kinder und Eltern dürfen in die Beratung. Sie tragen mit - und werden selten gefragt, wie es ihnen selbst geht.
Eine Krebsdiagnose wirft nicht nur den Körper um. Sie stellt die Reihenfolge des ganzen Lebens infrage, oft von einem Tag auf den anderen. Wer dabei Unterstützung annimmt, entscheidet nachweislich ruhiger und kommt besser durch diese Zeit.
Es kostet nichts und braucht keine Überweisung. Ein Hinweis beim Behandlungsteam genügt, oder ein Anruf bei der nächsten Krebsberatungsstelle. Auch Partner, Kinder und Eltern dürfen dort hin - sie tragen mit, und sie werden selten gefragt, wie es ihnen geht.
Was vielen zusätzlich gutgetan hat
- Zeit draußen. Wald, Garten, Wasser. Kein Ersatz für Therapie, aber die Erholung ist messbar.
- Etwas mit den Händen. Kochen, Pflanzen, Musik - alles, was den Kopf für eine Weile herausnimmt.
- Eine Gruppe. Andere zu treffen, die dasselbe durchmachen, nimmt das Gefühl weg, allein damit zu sein.
- Aufschreiben. Fragen, Nebenwirkungen, gute Tage. Es hilft beim nächsten Termin und beim eigenen Überblick.
Unsere Zusage
In diesem Bereich verkaufen wir nichts
EdensHealth führt einen Shop, und wir stehen dazu. Aber nicht hier. Auf keiner Seite im Krebsbereich steht ein Produktlink, keine Empfehlung, kein Partner - und das bleibt so, auch wenn es uns Geld kostet. Wer diese Diagnose bekommen hat, soll lesen können, ohne dass ihm dabei etwas verkauft wird.
Was du nicht nebenbei einnehmen solltest
Der häufigste Schaden aus dem Naturbereich entsteht nicht durch ein giftiges Kraut. Er entsteht durch ein harmloses zur falschen Zeit.
- Klarer Fall
- Vitamin E und Beta-Carotin während einer Bestrahlung bei Kopf-Hals-Tumoren: „soll nicht“. Die Leitlinie wird hier ungewöhnlich deutlich.
- Der stille Fall
- Johanniskraut. Es beschleunigt den Abbau vieler Medikamente in der Leber. Der Wirkstoffspiegel kann zu weit fallen, ohne dass es jemand merkt.
Chemotherapie und Bestrahlung wirken zum Teil darüber, dass sie in Tumorzellen oxidativen Stress auslösen. Hoch dosierte Antioxidantien können genau das abschwächen. Was in der Werbung nach Schutz klingt, kann dann die Behandlung schwächen.
Womit du warten solltest, bis dein Team zustimmt
- Hoch dosierte Antioxidantien - Vitamin C in Grammdosen, Vitamin E, Beta-Carotin, Selen.
- Johanniskraut. Es beschleunigt den Abbau vieler Medikamente in der Leber. Die Wirkstoffspiegel können dadurch zu weit fallen.
- Grapefruit in jeder Form - sie wirkt in die andere Richtung und kann Spiegel gefährlich steigen lassen.
- Kurkuma, Grüntee-Extrakt, Ingwer als Kapsel. Als Gewürz im Essen unbedenklich. Als hochdosierter Auszug greifen sie in denselben Stoffwechselweg ein.
- Alles, was „zur Entgiftung“ verkauft wird - während einer laufenden Behandlung ist das keine gute Zeit dafür.
Vitamin D ist ein Sonderfall: Ein nachgewiesener Mangel wird ausgeglichen, das ist unstrittig. Für mehr als den Ausgleich reichen die Daten nicht. Also messen lassen, statt zu schätzen.
Nichts davon heißt: Finger weg von Pflanzen. Es heißt: Während der Behandlung entscheidet das Team mit, danach wieder du allein.
Drei Wörter, mit denen du jede Empfehlung einordnen kannst
Deutsche Leitlinien benutzen drei Stufen. Wenn du sie kennst, brauchst du niemandem mehr zu glauben - du kannst nachsehen.
- Wo du nachsiehst
- Leitlinienprogramm Onkologie und der Krebsinformationsdienst des DKFZ. Beide kostenlos, beide ohne Verkaufsinteresse.
- Die Gegenprobe
- 5Merkmale reichen, um ein unseriöses Angebot zu erkennen. Sie stehen rechts.
- „soll“ - starke Empfehlung, gute Studienlage. In dieser Leitlinie erreicht das bei den begleitenden Maßnahmen praktisch nur die Bewegung.
- „sollte“ - mittlere Empfehlung. Beispiel: Akupunktur gegen Gelenkschmerzen unter Antihormontherapie.
- „kann“ - schwache Empfehlung, dünne Datenlage, im Einzelfall vertretbar. Hier steht die Mistel.
Und es gibt die Gegenrichtung: „sollte nicht“ und „soll nicht“. Dort stehen die ketogene Diät und die hoch dosierten Antioxidantien während der Bestrahlung.
Woran du ein unseriöses Angebot erkennst
- Es verspricht Heilung oder spricht von „Ursache beseitigen“.
- Es rät von der ärztlichen Behandlung ab - offen oder zwischen den Zeilen.
- Es kostet Geld und der Anbieter ist zugleich die Quelle.
- Es beruft sich auf Zellversuche und nennt sie Wirkung.
- Es drängt. Seriöse Medizin drängt nicht.
Im selben Bereich
Alle Seiten dieses Bereichs auf einen Blick: Krebserkrankungen, die Übersicht
Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe): S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen, Version 2.0, Mai 2024 - Empfehlungen zu körperlicher Aktivität, Misteltherapie, Akupunktur, ketogener Ernährung, Vitaminen und Antioxidantien.
- de Groot S. et al.: Fasting mimicking diet as an adjunct to neoadjuvant chemotherapy for breast cancer in the multicentre randomized phase 2 DIRECT trial. Nature Communications, 2020.
- ESPEN - Europäische Gesellschaft für klinische Ernährung: Praxisleitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie (Eiweißbedarf, Gewichtserhalt, Mangelernährung).
- Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Sport und Bewegung nach Krebs · Informationsblatt Fatigue · Ernährung bei Krebs · Komplementäre Verfahren.
- Yoshinori Ohsumi: Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2016 für die Aufklärung der Mechanismen der Autophagie.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sie empfiehlt kein Verfahren und kein Produkt. Bei allem, was dich gesundheitlich beschäftigt, ist dein Behandlungsteam die richtige Adresse.


