Rosine (Vitis vinifera, getrocknet)

Botanischer Name
Vitis viniferaWeinrebengewächse (Vitaceae), getrocknete Beeren
Verwendet wird
Die getrockneten Weinbeerenals Rosine, Sultanine oder Korinthe
Geschmack
Süß, fruchtig, leicht karamelligKorinthen herber, Sultaninen milder
Herkunft
Türkei, USA, Iran, Griechenlandfast ausschließlich Import
Bekannt für
Konzentrierte Süße und Kaliumfür Hunde giftig
Saison
GanzjährigErnte und Trocknung im Spätsommer

HerkunftTrauben, von der Sonne konserviert

Rosinen in einer weißen Schale

Das Wort „Rosine“ kommt über das Altfranzösische roisin vom lateinischen racemus - der „Traube“.

Schon in der Antike ließ man Trauben rund ums Mittelmeer und in Vorderasien in der Sonne trocknen, um die Ernte über den Winter zu retten. Im Mittelalter waren sie ein kostbares Handelsgut für Festgebäck.

Heute unterscheidet man im Handel drei Gruppen: Rosinen im engeren Sinn sind dunkle, meist sonnengetrocknete Beeren verschiedener Sorten. Sultaninen stammen von hellen, kernlosen Sorten wie „Sultana“ oder „Thompson Seedless“, sind goldgelb bis hellbraun und oft mit Schwefeldioxid oder einem Trocknungsbeschleuniger behandelt. Korinthen sind die kleinen, fast schwarzen, herb-fruchtigen Beeren der Sorte „Schwarze Korinthe“. Für ein Kilo Rosinen braucht man rund vier Kilo frische Trauben.

NutzenWas Rosinen für dich tun

100 g Rosinen liefern rund 300 kcal, etwa 60 g Zucker (vor allem Trauben- und Fruchtzucker), 3,5 bis 4,5 g Ballaststoffe und rund 750 mg Kalium. Eine Handvoll (30 g) bringt knapp 100 kcal, etwa 18 g Zucker und gut 200 mg Kalium.

Beim Trocknen geht Vitamin C verloren, erhalten bleiben viele Polyphenole wie Phenolsäuren und Flavonole. In einer randomisierten Studie mit Menschen mit leicht erhöhtem Blutdruck sanken Blutdruck und Nüchternblutzucker unter drei Portionen Rosinen täglich stärker als unter verarbeiteten Snacks. Die Studie war klein und industriefinanziert - ein Hinweis, kein Beleg.

Realistisch betrachtet sind Rosinen ein Süßungsmittel mit Nährstoffen: besser als Süßigkeiten, aber nichts für große Mengen. Bei Diabetes zählen sie voll zur Kohlenhydratmenge.

ca. 300 kcalpro 100 g
ca. 750 mgKalium pro 100 g
ca. 4 kgfrische Trauben für 1 kg Rosinen
8 µg/kgEU-Höchstgehalt für Ochratoxin A in Trockentrauben

InhaltsstoffeDas steckt in Rosinen

Rosinen bestehen zu rund 15 Prozent aus Wasser und zu gut drei Vierteln aus Kohlenhydraten, fast alles Glukose und Fruktose. Dazu kommen Ballaststoffe (Pektin, Cellulose), organische Säuren wie Weinsäure, Kalium, Eisen, Magnesium, Kupfer, Bor, Vitamin B6 und Vitamin K sowie Polyphenole wie Kaffee- und Cumarsäure, Quercetin und Kaempferol.

Geschwefelte Sultaninen bleiben hell, weil Schwefeldioxid diese Bräunung bremst. Ein natürliches Risiko ist der Schimmelpilzgift Ochratoxin A, das sich bei feuchter oder langsamer Trocknung bilden kann; die EU begrenzt es streng.

Verstärkte KombinationenWas Rosinen stärker macht

Rosinen entfalten sich am besten als Süße im Hintergrund - mit Eiweiß, Fett und Säure an ihrer Seite.

Nüsse

mit Walnüssen & Mandeln

Studentenfutter: Fett und Eiweiß bremsen den Zuckeranstieg.

Frühstück

mit Haferflocken

Süßen das Müsli ohne Zucker.

Gewürz

mit Zimt & Kardamom

Für Porridge, Reis und Gebäck.

Herzhaft

mit Karotte & Zwiebel

Orientalische Salate und Schmorgerichte.

Eiweiß

mit Naturjoghurt oder Quark

Macht aus Süße eine Mahlzeit.

Getreide

mit Hirse oder Couscous

Klassisch in der nordafrikanischen Küche.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Hund

nie an Hunde verfüttern

Schon kleine Mengen können die Nieren schädigen.

Menge

nicht tütenweise naschen

Konzentrierter Zucker, rund 300 kcal pro 100 g.

Sulfite

nicht geschwefelt bei Sulfitempfindlichkeit

Auf „Schwefeldioxid“ oder E 220 bis E 228 achten.

Zähne

nicht als Dauer-Snack

Kleben lange an den Zähnen.

Schimmel

nicht feucht oder muffig lagern

Trocken und kühl aufbewahren.

Kinder

nicht für Kleinkinder unzerkleinert

Verschluckgefahr, besser einweichen oder hacken.

In der KücheWo sie hingehören

  • Müsli und PorridgeStatt Zucker.
  • StudentenfutterMit Nüssen und Kernen.
  • RosinenbrötchenMit Hefeteig.
  • ChriststollenMit Rum eingeweichte Rosinen.
  • KarottensalatMit Zitrone und Walnüssen.
  • Couscous und PilawMit Zimt und Mandeln.
  • KaiserschmarrnMit Rosinen und Apfelmus.
  • RotkohlEin paar Rosinen zur Süße.
  • ChutneyMit Apfel, Ingwer und Essig.
  • SauerbratenDie Soße mit Rosinen abrunden.
Faustregel: Rosinen vor dem Backen 15 bis 30 Minuten in warmem Wasser, Tee oder Saft einweichen und gut abtropfen lassen - so bleiben sie saftig und verbrennen nicht.

Als HausmittelEingeweichte Rosinen am Morgen

So geht’s

Eingeweichte Rosinen

  1. Am Abend 1 kleine Handvoll (etwa 20 bis 30 g) ungeschwefelte Rosinen kurz heiß abspülen.
  2. In ein Glas geben und mit etwa 150 ml Wasser übergießen.
  3. Abgedeckt über Nacht im Kühlschrank quellen lassen.
  4. Am Morgen die weichen Rosinen gut kauen und das leicht süße Einweichwasser dazu trinken oder ins Müsli geben.
Wofür

Als sanfter, süßer Start in den Tag und kleine Hilfe bei träger Verdauung - die Ballaststoffe der Rosinen quellen etwas vor, und die Flüssigkeit kommt gleich mit.

Menge

Eine kleine Handvoll pro Tag reicht. Den Zucker bei Diabetes einrechnen.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Im Ayurveda gilt die Traube, vor allem die getrocknete Rosine (Draksha), als eines der besten Früchte: süß, kühlend und nährend. Sie soll Pitta und Vata beruhigen und ist Grundlage des Heiltranks Drakshasava. Für Kapha gilt sie in größeren Mengen als zu schwer.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM wird die Weintraube als süß-sauer und neutral beschrieben. Sie soll Qi und Blut stärken, die Flüssigkeiten auffüllen und die Sehnen und Knochen kräftigen.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Hunde: Weintrauben und Rosinen können bei Hunden akutes Nierenversagen auslösen - eine sichere Menge ist nicht bekannt. Sofort zur Tierarztpraxis.
  • Sulfite: helle Sultaninen sind oft geschwefelt. Bei Asthma oder Sulfitempfindlichkeit drohen Atemnot oder Hautrötung - ungeschwefelte Ware wählen.
  • Zucker: rund 60 g Zucker pro 100 g - bei Diabetes, Übergewicht und für die Zähne in Maßen essen.
  • Kleinkinder: ganze Rosinen können verschluckt werden; für Kleinkinder eingeweicht und gehackt anbieten.
  • Schimmel: muffig riechende, verklebte oder verfärbte Rosinen entsorgen - Schimmelgifte wie Ochratoxin A sind unsichtbar und hitzestabil.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Raisins, seedless.
  2. Verordnung (EU) 2023/915 der Kommission über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln (Ochratoxin A in getrockneten Weintrauben: Korinthen, Rosinen, Sultaninen).
  3. EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain. Risk assessment of ochratoxin A in food. EFSA Journal 2020; 18(5): 6113.
  4. EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food. Scientific Opinion on the re-evaluation of sulfur dioxide (E 220), sodium sulfite (E 221), sodium bisulfite (E 222), sodium metabisulfite (E 223), potassium metabisulfite (E 224), calcium sulfite (E 226), calcium bisulfite (E 227) and potassium bisulfite (E 228) as food additives. EFSA Journal 2016; 14(4): 4438.
  5. Anderson JW et al. Raisins compared with other snack effects on glycemia and blood pressure: a randomized, controlled trial. Postgraduate Medicine 2014; 126(1): 37–43.
  6. Wegenast CA et al. Acute kidney injury in dogs following ingestion of cream of tartar and tamarinds and the connection to tartaric acid as the proposed toxic principle in grapes and raisins. Journal of Veterinary Emergency and Critical Care 2022; 32(6): 812–816.