Kaki (Diospyros kaki)
HerkunftDie Götterfrucht aus Ostasien

Der Gattungsname Diospyros ist griechisch und bedeutet „Speise des Zeus“ oder „Götterfrucht“.
Die Kaki stammt aus China und wird dort seit mehr als 2000 Jahren angebaut. Über Korea kam sie nach Japan, wo sie zur Nationalfrucht wurde - getrocknete Kaki, Hoshigaki, sind dort bis heute eine Neujahrsspezialität. Im 19. Jahrhundert brachten Reisende die Bäume nach Europa und Amerika. Mit dem Ebenholzbaum ist die Kaki übrigens eng verwandt.
Heute kommen die meisten Früchte in unseren Läden aus Spanien und Italien, im Sommer auch aus Südamerika oder Südafrika. In Valencia wächst die Sorte Rojo Brillante, die als „Persimon“ verkauft wird, in Israel die kernlose Sharonfrucht. Beide werden nach der Ernte mit Kohlendioxid behandelt, das die Gerbstoffe unlöslich macht - deshalb kann man sie fest wie einen Apfel essen. Die klassische Kaki muss dagegen weich wie Gelee nachreifen. In milden Lagen Deutschlands tragen einzelne Bäume im Garten, einen Erwerbsanbau gibt es kaum.
NutzenWas die Kaki für dich tut
100 g Kaki liefern rund 70 kcal, etwa 3,5 g Ballaststoffe und viel Fruchtzucker. Ihre orange Farbe verdankt sie Carotinoiden, vor allem Beta-Cryptoxanthin, Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin. Der Körper kann Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin zu Vitamin A umbauen, das Augen, Haut und Schleimhäute brauchen.
Beim Vitamin C schwanken die Werte je nach Sorte und Reife stark: Die US-Nährstoffdatenbank nennt etwa 7,5 mg pro 100 g, andere Analysen deutlich mehr. Eine große Frucht von 200 g deckt also einen kleinen bis mittleren Teil des Tagesbedarfs. Dazu kommen Kalium, Mangan und Polyphenole.
Die herben Gerbstoffe (Tannine) wirken in Laborversuchen antioxidativ, und in Tierstudien senkten Kaki-Extrakte Blutfette. Beim Menschen gibt es dazu aber kaum aussagekräftige Studien. Die Kaki ist deshalb vor allem eines: eine süße, ballaststoffreiche Obstsorte für die dunkle Jahreszeit, wenn heimisches Obst knapp wird.
InhaltsstoffeDas steckt in der Kaki
Kaki enthalten Fruchtzucker, Traubenzucker und Saccharose, Ballaststoffe (Pektin, Zellulose), Carotinoide (Beta-Cryptoxanthin, Beta-Carotin, Lycopin, Lutein, Zeaxanthin), Vitamin C, Kalium, Mangan, Kupfer sowie Gerbstoffe (Proanthocyanidine, von Japanern „Shibuol“ genannt) und weitere Polyphenole.
Die Gerbstoffe sitzen in unreifen Früchten in löslicher Form und ziehen den Mund zusammen. Beim Nachreifen oder durch die Behandlung mit Kohlendioxid werden sie unlöslich - der Geschmack wird mild, die Stoffe sind aber noch vorhanden.
Verstärkte KombinationenWas die Kaki stärker macht
Kaki mag Säure, Würze und etwas Fett - und viel Geduld beim Reifen.
Carotinoide werden mit Fett besser aufgenommen.
Hebt die Süße, bringt Vitamin C.
Winterlich im Porridge.
Süß trifft herb.
Kaki-Mus statt Zucker.
Deren Ethylen lässt Kaki schneller reifen.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Tannine - pelzig und Bezoar-Risiko.
Besonders bei Magenproblemen.
Höheres Bezoar-Risiko.
Gerbstoffe können die Aufnahme mindern.
Die Schale ist essbar, aber waschen.
Viel Fruchtzucker.
In der KücheWo sie hingehört
- Pur gelöffeltWeiche Kaki halbieren, auslöffeln.
- WintersalatMit Feldsalat, Walnuss und Ziegenkäse.
- Kaki-PorridgeMit Zimt und Kardamom.
- SmoothieMit Banane und Orange.
- Kaki-MusAls natürliche Süße.
- ChutneyMit Ingwer und Essig zu Käse.
- HoshigakiJapanisch getrocknete Kaki.
- CarpaccioDünne Scheiben mit Limette.
- Kaki-KuchenWie Apfelkuchen, mit Sharon.
- SorbetGefrorene reife Kaki pürieren.
Als HausmittelKaki sicher nachreifen lassen
Kaki nachreifen
- Feste, herbe Kaki mit der Blattkrone nach unten in eine Schale legen.
- Einen reifen Apfel oder eine Banane dazulegen und alles locker mit einer Papiertüte abdecken.
- Bei Zimmertemperatur einige Tage liegen lassen und täglich fühlen, ob die Frucht weich nachgibt.
- Alternativ die Früchte über Nacht einfrieren und wieder auftauen - das mildert die Herbe ebenfalls.
Damit die Gerbstoffe unlöslich werden: Reife Kaki schmecken süß statt pelzig und liegen leichter im Magen. So lässt sich auch das seltene Bezoar-Risiko durch unreife Früchte vermeiden.
Reife Kaki im Kühlschrank nur ein bis zwei Tage lagern. Feste Früchte halten gekühlt etwa einen Monat.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Kaki ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung gilt die reife Frucht als süß, kühlend und etwas zusammenziehend - ausgleichend für Pitta, bei Vata gut gereift und mit Gewürzen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM gilt die Kaki (Shi Zi) als kalt und süß-herb. Sie soll Hitze klären und die Lunge befeuchten. Der Kelch (Shi Di) ist ein klassisches Mittel gegen Schluckauf.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Bezoar: große Mengen unreifer, herber Kaki können im Magen harte Klumpen (Diospyrobezoare) bilden - besonders nach Magenoperationen, bei Diabetes mit Magenlähmung oder schlechtem Kauen.
- Symptome: anhaltendes Völlegefühl, Erbrechen oder Bauchschmerzen nach viel Kaki ärztlich abklären lassen.
- Zucker: bei Diabetes Portionen im Blick behalten.
- Allergie: selten, Kreuzreaktionen mit Pollen möglich.
- Medikamente: Gerbstoffe können die Aufnahme von Eisenpräparaten mindern - mit Abstand einnehmen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Butt MS et al. Persimmon (Diospyros kaki) fruit: hidden phytochemicals and health claims. EXCLI Journal 2015; 14.
- Iwamuro M et al. Review of the diagnosis and management of gastrointestinal bezoars. World Journal of Gastrointestinal Endoscopy 2015; 7(4): 336–345.
- Verbraucherzentrale: Kaki: Warum gibt es sie vor allem im Winter?
- USDA FoodData Central: Persimmons, japanese, raw.



