Jackfrucht (Artocarpus heterophyllus)
HerkunftDer Riese aus den Westghats

Jackfrüchte wachsen direkt am Stamm und an dicken Ästen - dünne Zweige würden ihr Gewicht nicht tragen.
Die Jackfrucht stammt aus den Regenwäldern der Westghats an der Südwestküste Indiens und wird dort seit Tausenden Jahren kultiviert. Sie ist Nationalfrucht von Bangladesch und offizielle Staatsfrucht des indischen Bundesstaates Kerala. Ein einzelner Baum kann über hundert Früchte im Jahr tragen, die meist 5 bis 25 Kilogramm wiegen, Rekordexemplare deutlich mehr.
In ihrer Heimat ist sie ein Grundnahrungsmittel für Hungerzeiten - reif als Obst, unreif als Gemüse im Curry, die Samen geröstet wie Esskastanien. In Europa wurde sie um 2015 bekannt, als Foodblogs die unreife Frucht als „Pulled Jackfruit“ entdeckten. Hierzulande kommt sie meist vorgekocht in Dosen oder Beuteln, frische Früchte gibt es nur im Asialaden.
NutzenWas die Jackfrucht für dich tut
100 g reifes Fruchtfleisch liefern rund 95 kcal, etwa 19 g Zucker, 1,5 g Ballaststoffe, gut 13 mg Vitamin C, reichlich Kalium (um 450 mg), Magnesium und Vitamin B6. Die reife Jackfrucht ist damit ein süßes, energiereiches Obst - vergleichbar mit Banane.
Unreif sieht das anders aus: Die junge Frucht hat kaum Zucker und kaum Kalorien, aber auch nur rund 1 bis 2 g Eiweiß pro 100 g. Hähnchen liefert gut zehnmal so viel, Tofu etwa das Acht- bis Zehnfache. Wer Fleisch durch „Pulled Jackfruit“ ersetzt, muss Eiweiß also anders ergänzen - etwa mit Bohnen, Linsen, Tofu oder Tempeh. Als ballaststoffreiches, fettarmes Gemüse mit fleischiger Textur ist sie dennoch eine gute Idee.
Die Samen sind der nahrhafteste Teil: gekocht oder geröstet liefern sie Stärke, Ballaststoffe und deutlich mehr Eiweiß als das Fruchtfleisch. Roh sind sie allerdings unbekömmlich, weil sie Stoffe enthalten, die die Eiweißverdauung hemmen - erst Hitze macht sie verträglich. Laborstudien zu antioxidativen und blutzuckersenkenden Effekten gibt es viele, belastbare Studien am Menschen kaum.
InhaltsstoffeDas steckt in der Jackfrucht
Das reife Fruchtfleisch enthält Fruchtzucker, Glukose und Saccharose, Ballaststoffe, Vitamin C, B-Vitamine (vor allem B6), Kalium, Magnesium, Carotinoide wie Beta-Carotin und Lutein sowie Polyphenole und Flavonoide. Die Samen liefern Stärke, Eiweiß, Ballaststoffe, das Lektin Jacalin und Trypsin-Inhibitoren, die beim Kochen weitgehend zerstört werden.
Rinde, Stiel und unreife Frucht führen einen weißen, klebrigen Milchsaft (Latex). Er ist nicht giftig, klebt aber hartnäckig an Händen und Messern und kann bei empfindlichen Menschen Hautreizungen auslösen.
Verstärkte KombinationenWas die Jackfrucht stärker macht
Unreife Jackfrucht ist ein Geschmacksträger - sie braucht Würze und einen Eiweißpartner.
Gleicht den geringen Eiweißgehalt aus.
Für die BBQ-Variante.
Wie in Südindien.
Für Tacos und Bowls.
Klassisches Dessert in Thailand.
Gekocht oder geröstet als Snack.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Liefert kaum Protein.
Immer kochen oder rösten.
Der klebrige Saft haftet stark.
Kreuzreaktionen möglich.
Lake oder Sirup abgießen und abspülen.
Reich an Kalium.
In der KücheWo sie hingehört
- Pulled JackfruitMit BBQ-Soße im Brötchen.
- TacosMit Bohnen, Limette und Koriander.
- Jackfrucht-CurrySüdindisch mit Kokosmilch.
- Chili sin CarneMit Kidneybohnen.
- BologneseFein gezupft mit Linsen.
- FrühlingsrollenMit Gemüse gefüllt.
- Reife Frucht purDie gelben Fruchtsegmente.
- Klebreis-DessertMit Kokosmilch.
- Geröstete SamenWie Maronen.
- SmoothieReife Frucht mit Mango.
Als HausmittelGeröstete Jackfruchtsamen als Snack
Geröstete Jackfruchtsamen
- Die Samen einer frischen Jackfrucht auslösen und die weiße Hülle abziehen.
- In Salzwasser 20 bis 30 Minuten weich kochen.
- Abgießen, die dünne braune Haut abreiben und die Samen halbieren.
- Mit etwas Öl und Salz bei 200 °C etwa 15 Minuten im Ofen rösten.
Als sättigender Snack zwischendurch: Die gekochten Samen liefern Stärke, Ballaststoffe und etwas Eiweiß und schmecken ähnlich wie Esskastanien.
Eine kleine Handvoll. Immer gut durchgegart - rohe Samen sind unverträglich.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Im Ayurveda heißt die Jackfrucht Panasa. Die reife Frucht gilt als süß, kühlend und schwer, stärkend und nährend - ausgleichend für Vata und Pitta, bei Kapha nur in kleinen Mengen. Sie gilt als schwer verdaulich; man isst sie nicht in großen Mengen und nicht zusammen mit Milch.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der südchinesischen Küche und Volksheilkunde gilt die reife Jackfrucht als warm und süß. Sie soll Durst stillen und die Mitte stärken; bei Hitzezeichen wird zur Mäßigung geraten.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Allergie: Kreuzreaktion bei Birkenpollenallergie (Bet-v-1-verwandt) und bei Latexallergie beschrieben - von Kribbeln im Mund bis zur Anaphylaxie.
- Eiweiß: kein vollwertiger Fleischersatz - Eiweiß anders ergänzen, besonders bei Kindern, Älteren und Sportlern.
- Samen: nur gekocht oder geröstet essen.
- Nieren: reich an Kalium - bei Nierenschwäche oder kaliumsparenden Medikamenten Menge begrenzen.
- Blutzucker: reife Frucht ist sehr zuckerreich - bei Diabetes Portion einplanen.
- Milchsaft: klebt stark und kann die Haut reizen - Hände und Messer vorher einölen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Swami SB, Thakor NJ, Haldankar PM, Kalse SB. Jackfruit and its many functional components as related to human health: a review. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety 2012; 11(6): 565–576.
- Bolhaar STHP, van Ree R, Bruijnzeel-Koomen CAFM, Knulst AC, Zuidmeer L. Allergy to jackfruit: a novel example of Bet v 1-related food allergy. Allergy 2004; 59(11): 1187–1192.
- Jalil M, Hostoffer R, Wu SS. Jackfruit anaphylaxis in a latex allergic non-healthcare worker. Allergy & Rhinology 2021.
- USDA FoodData Central: Jackfruit, raw.


