Durian (Durio zibethinus)
HerkunftDer König mit dem Hausverbot

In Singapur ist die Mitnahme von Durian im Nahverkehr untersagt - ein eigenes Schild zeigt die Frucht mit rotem Strich.
Der Durianbaum stammt aus den Regenwäldern von Borneo und Sumatra und wird bis zu 50 Meter hoch. Seine stacheligen Früchte wiegen ein bis drei Kilogramm und fallen reif vom Baum - wer darunter steht, ist in Gefahr. Allein Thailand führt über 300 benannte Sorten; die bekannteste ist Monthong mit dickem, mildem Fruchtfleisch und kleinen Kernen - für Einsteiger die beste Wahl.
Der Ruf der Frucht ist zweigeteilt. In Südostasien ist sie Statussymbol und Geschenk; ganze Familien versammeln sich um eine frisch aufgebrochene Durian. Gleichzeitig haben Hotels und Nahverkehrsbetriebe von Singapur bis Bangkok das Mitbringen verboten, weil der Geruch tagelang in Teppichen und Klimaanlagen hängt. In Deutschland liegt Durian meist tiefgekühlt im Asia-Laden - gefroren riecht sie deutlich zurückhaltender.
NutzenWas Durian für dich tut
100 g Fruchtfleisch liefern rund 147 kcal und etwa 5,3 g Fett - für eine Frucht außergewöhnlich viel; die meisten Tropenfrüchte liegen unter 1 g. Dazu kommen rund 27 g Kohlenhydrate, 3,8 g Ballaststoffe, etwa 436 mg Kalium, 20 mg Vitamin C, 36 µg Folat sowie reichlich Vitamin B1 und B6. Zwei bis drei Segmente entsprechen einer kleinen Mahlzeit.
Der Geruch entsteht durch flüchtige Schwefelverbindungen. Eine deutsche Arbeitsgruppe hat die Geruchsstoffe der Sorte Monthong vermessen: Verantwortlich ist ein Zusammenspiel aus schwefelhaltigen Thiolen und fruchtigen Estern - daher der Eindruck von Zwiebel, Käse und Honig zugleich. Eine Erbgutanalyse von 2017 fand im Durian-Genom viele aktive Gene für den Schwefelstoffwechsel.
In Südostasien gilt die Regel, Durian nicht mit Alkohol zu kombinieren - dahinter steckt mehr als Aberglaube: Im Laborversuch hemmt Durianextrakt das Enzym Aldehyddehydrogenase, das beim Alkoholabbau das giftige Acetaldehyd weiterverarbeitet. Ob das beim Menschen eine Rolle spielt, ist nicht untersucht. Wer sichergehen will, lässt an einem Durian-Abend den Alkohol weg.
InhaltsstoffeDas steckt in der Durian
Durian enthält Zucker aus Saccharose, Glucose und Fructose, ungewöhnlich viel Fett mit Öl- und Palmitinsäure, Ballaststoffe, Eiweiß, Kalium, Magnesium, Kupfer, Mangan, Vitamin C, Folat sowie Vitamin B1, B2 und B6. Dazu kommen Carotinoide für die gelbe Farbe und Polyphenole.
Der Geruch geht auf schwefelhaltige Verbindungen zurück, darunter Ethanthiol sowie Di- und Trisulfide, dazu fruchtige Ester. Die Kerne sind roh nicht bekömmlich; geröstet werden sie wie Maronen gegessen.
Verstärkte KombinationenWas Durian stärker macht
Durian ist laut und süß - sie verträgt Kühle, Salz und Bitterkeit besser als noch mehr Süße.
Der Geruch bleibt zurückhaltender.
Thailändischer Klassiker.
Fängt die Süße ab.
Hebt das Aroma erstaunlich.
In Asien der kühlende Gegenpol.
Fett und Zucker summieren sich schnell.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Möglicherweise gehemmter Alkoholabbau.
Das entspricht mehreren Mahlzeiten.
Der Geruch bleibt wochenlang.
Alles andere nimmt den Geruch an.
Erst gekocht oder geröstet bekömmlich.
Viel Zucker und Fett auf einmal.
In der KücheWo sie hingehört
- Durian mit KlebreisMit Kokosmilch, wie Mango Sticky Rice.
- Durian-EisDer mildeste Einstieg.
- Durian-ShakeMit Milch oder Kokosmilch.
- Durian-PancakesDünner Teig, kalte Creme.
- TempoyakFermentierte Durian aus Sumatra.
- MooncakesSüße Füllung für Gebäck.
- Geröstete KerneWie Maronen, in Südostasien üblich.
- Durian-CheesecakeKalt gerührt, ohne Backen.
- Curry mit TempoyakHerzhaft und fermentiert.
- Gefriergetrocknete ChipsDer Snack für Vorsichtige.
Als HausmittelDurian-Shake, wenn Appetit und Gewicht fehlen
Durian-Shake
- 80 bis 100 g aufgetautes Durian-Fruchtfleisch entkernen.
- Mit 200 ml Milch oder Kokosmilch und einer Prise Salz im Mixer glatt pürieren.
- Nach Geschmack eine halbe Banane und etwas Limettensaft zugeben.
- Gut gekühlt in kleinen Portionen über den Tag verteilt trinken.
Als kaloriendichter Aufbau-Shake, wenn nach einer Krankheit der Appetit fehlt und Gewicht verloren ging. In Südostasien ist Durian genau dafür bekannt: viel Energie in kleinem Volumen. Eine ärztlich begleitete Ernährungstherapie ersetzt er nicht.
Ein Glas am Tag reicht. Bei Diabetes, Nierenschwäche oder verordneter Diät vorher Rücksprache halten.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Durian ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung wäre sie süß, schwer, ölig und deutlich erhitzend - für Vata aufbauend, bei Pitta und Kapha nur in kleinen Mengen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der Volksmedizin Südostasiens und in der westlichen TCM-Ernährungslehre gilt Durian als stark erwärmend und aufbauend. Als kühlender Gegenpol wird traditionell die Mangostan dazu gegessen - die „Königin“ zum „König“.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Alkohol: Durian und Alkohol besser nicht zusammen - Laborversuche deuten auf eine Hemmung des Alkoholabbaus hin, auch wenn Daten am Menschen fehlen.
- Kalorien: sehr fett- und zuckerreich; bei Diabetes nur kleine Portionen.
- Kalium: bei eingeschränkter Nierenfunktion ist der hohe Kaliumgehalt zu beachten.
- Kerne: roh nicht essen, nur gekocht oder geröstet.
- Geruch: in vielen Hotels, Flugzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln Südostasiens ist das Mitführen ausdrücklich verboten.
- Reife: aufgebrochene Frucht rasch essen oder einfrieren.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- USDA FoodData Central: Durian, raw or frozen.
- Li JX, Schieberle P, Steinhaus M. Characterization of the major odor-active compounds in Thai durian (Durio zibethinus L. „Monthong“) by aroma extract dilution analysis and headspace gas chromatography-olfactometry. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2012; 60(45): 11253–11262.
- Maninang JS, Lizada MCC, Gemma H. Inhibition of aldehyde dehydrogenase enzyme by durian (Durio zibethinus Murray) fruit extract. Food Chemistry 2009; 117(2): 352–355.
- Teh BT et al. The draft genome of tropical fruit durian (Durio zibethinus). Nature Genetics 2017; 49(11): 1633–1641.
- Aziz NAA, Mhd Jalil AM. Bioactive compounds, nutritional value, and potential health benefits of indigenous durian (Durio zibethinus Murr.): a review. Foods 2019; 8(3): 96.


