Banane (Musa × paradisiaca)
HerkunftDas Obst, das es nur als Klon gibt

Fast jede Banane im deutschen Supermarkt ist genetisch identisch - ein Klon der Sorte Cavendish.
Die Banane wurde vor etwa 7.000 Jahren in Neuguinea und Südostasien domestiziert. Wildbananen sind voller harter Kerne; die essbare Banane entstand aus zufälligen Kreuzungen, deren Früchte keine keimfähigen Samen bilden - die schwarzen Punkte im Inneren sind verkümmerte Samenanlagen. Vermehrt wird sie deshalb seit Jahrtausenden nur über Ableger. Die Pflanze ist übrigens keine Palme, sondern eine riesige Staude, deren „Stamm“ aus eingerollten Blattscheiden besteht.
Bis in die 1950er-Jahre war die Sorte Gros Michel die Exportbanane der Welt - bis ein Bodenpilz, die Panamakrankheit, die Plantagen vernichtete. Ersatz wurde die resistente Cavendish. Weil sie ein Klon ist, ist sie genauso verwundbar: Eine neue Pilzrasse, Tropical Race 4, breitet sich seit den 1990er-Jahren weltweit aus. In den Anbauländern gibt es Hunderte andere Sorten, darunter die Kochbanane, die roh ungenießbar ist und wie Kartoffeln gegart wird.
NutzenWas die Banane für dich tut
Die Banane ist ein Kaliumlieferant: Eine mittelgroße Frucht (rund 120 g Fruchtfleisch) enthält etwa 430 mg Kalium, dazu Vitamin B6, Magnesium, Vitamin C und Ballaststoffe. Kalium ist wichtig für Muskeln, Nerven und einen gesunden Blutdruck. Weil sie schnell verfügbare Kohlenhydrate liefert und gut verträglich ist, ist sie der Klassiker im Ausdauersport.
Spannend ist der Reifegrad. Grüne Bananen bestehen zu einem großen Teil aus resistenter Stärke, die der Dünndarm nicht verdaut und die im Dickdarm die Darmbakterien füttert. In Studien aus Bangladesch verkürzte gekochte grüne Banane als Zusatz zur Behandlung den Durchfall bei Kindern. Mit dem Reifen wird die Stärke zu Zucker: Eine braun gefleckte Banane ist süß, weich und lässt den Blutzucker deutlich schneller steigen.
Als Schonkost bei Magen-Darm-Infekten hat sich die Banane bewährt - sie ist mild, liefert das beim Durchfall verlorene Kalium und wird meist gut vertragen. Dass Bananen „glücklich machen“, weil sie Serotonin enthalten, ist ein Mythos: Serotonin aus der Nahrung gelangt nicht ins Gehirn.
InhaltsstoffeDas steckt in der Banane
Die Banane enthält Kohlenhydrate, deren Form sich mit der Reife ändert: grün vor allem resistente Stärke, reif Glukose, Fruktose und Saccharose. Dazu kommen Kalium, Magnesium, Vitamin B6, Vitamin C, Pektin und Polyphenole. In der Schale sitzen noch mehr Ballaststoffe und Polyphenole - in manchen Ländern wird sie gekocht gegessen.
Bananen enthalten die Botenstoffe Serotonin und Dopamin sowie biogene Amine; überreife Bananen etwas Tyramin. Das natürliche Kalium enthält einen winzigen Anteil radioaktives Kalium-40 - so wenig, dass Physiker die „Bananen-Äquivalenzdosis“ als Scherz-Maßeinheit für harmlose Strahlung nutzen.
Verstärkte KombinationenWas die Banane stärker macht
Die Banane ist Süßungsmittel, Bindemittel und Snack zugleich - und der Reifegrad entscheidet über die Verwendung.
Fett und Eiweiß bremsen den Zuckeranstieg - Banane mit Nussmus oder Naturjoghurt statt allein.
Grüne Banane oder Kochbanane gekocht, wie Kartoffeln - viel resistente Stärke für die Darmflora.
Braune Bananen ersetzen in Bananenbrot und Pfannkuchen einen großen Teil des Zuckers und binden wie Ei.
Kalium plus Kohlenhydrate plus Flüssigkeit - der Klassiker bei langen Einheiten.
Gebratene Bananenscheiben mit Zimt, oder Bananen-Lassi mit Kardamom.
Zerdrückte Banane im Porridge süßt ohne Zucker.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann Kalium gefährlich ansteigen - Mengen mit dem Arzt klären.
ACE-Hemmer, Sartane und kaliumsparende Diuretika erhöhen das Kalium - dann nicht zusätzlich große Mengen Bananen.
Braune Bananen lassen den Blutzucker schneller steigen als grünlich-gelbe.
Banane mit Milch gilt im Ayurveda als unverträgliche Kombination. Wissenschaftlich unbelegt, aber manche vertragen den Shake schlecht.
Rohe grüne Bananen sind schwer verdaulich und blähen - grün immer kochen.
Unter 12 °C wird die Schale schwarz und das Aroma leidet.
In der KücheWo sie hingehört
- BananenbrotMit drei überreifen Bananen, wenig Zucker, Walnüssen.
- NicecreamGefrorene Bananenstücke im Mixer cremig pürieren - Eis ohne Zucker.
- PorridgeHaferflocken mit zerdrückter Banane und Zimt.
- BananenpfannkuchenEine Banane, zwei Eier, etwas Hafermehl.
- Kochbanane frittiertTostones: grüne Kochbanane in Scheiben, frittiert, platt gedrückt, nochmal frittiert.
- Bananen-CurryKerala: grüne Banane mit Kokos und Curryblättern.
- SmoothieBanane als cremige Basis für jeden Smoothie.
- Gebratene BananeIn Butter mit Zimt und etwas Limette.
- Bananen-LassiJoghurt, Banane, Kardamom, Wasser.
- SchonkostZerdrückte Banane mit Zwieback bei Magen-Darm-Infekten.
Als HausmittelBanane als Schonkost bei Durchfall
Bananen-Schonkost
- Eine reife, aber nicht braune Banane mit der Gabel zerdrücken.
- Nach Belieben einen geriebenen Apfel und etwas Zwieback dazugeben.
- In kleinen Portionen über den Tag verteilt essen.
- Dazu viel trinken: Wasser, Kräutertee, leicht gesalzene Brühe.
Magen-Darm-Infekt und leichter Durchfall: Die Banane ist mild, gut verträglich und ersetzt Kalium, das beim Durchfall verloren geht. Pektin bindet zusätzlich Wasser.
Zwei bis drei Bananen am Tag, bis die Beschwerden abklingen. Bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen früh an Flüssigkeitsverlust denken - eine Elektrolytlösung aus der Apotheke ist dann wichtiger als jede Schonkost.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Banane (Kadali) gilt im Ayurveda als süß, schwer und kühlend - gut für Vata und Pitta, eher belastend für Kapha. Berühmt ist die Regel, Banane nicht mit Milch zu kombinieren (Viruddha Ahara, unverträgliche Speisen); die grüne Kochbanane gilt als stopfend und wird bei Durchfall gegeben.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM ist die Banane (Xiang Jiao) süß und kalt. Sie soll Hitze kühlen, die Lunge befeuchten und den Darm befeuchten - traditionell eher bei Verstopfung durch Trockenheit empfohlen. Bei Kälte in Magen und Darm und bei weichem Stuhl rät die Tradition zur Zurückhaltung.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Kalium: bei Nierenerkrankungen und mit ACE-Hemmern, Sartanen oder kaliumsparenden Diuretika Mengen mit dem Arzt klären.
- Diabetes: lieber grünlich-gelbe als braune Bananen, und mit Eiweiß oder Fett kombinieren.
- Latex-Frucht-Syndrom: wer auf Latex allergisch ist, reagiert oft auch auf Banane, Avocado und Kiwi.
- Migräne: überreife Bananen enthalten etwas Tyramin - bei empfindlichen Menschen möglicher Auslöser.
- Grün roh: unreife Bananen roh sind schwer verdaulich.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Falcomer AL et al. Health benefits of green banana consumption: a systematic review. Nutrients 2019; 11(6): 1222.
- Rabbani GH et al. Green banana reduces clinical severity of childhood shigellosis: a double-blind, randomized, controlled clinical trial. Pediatric Infectious Disease Journal 2009; 28(5): 420–425.
- Ploetz RC. Fusarium wilt of banana. Phytopathology 2015; 105(12): 1512–1521.
- Perrier X et al. Multidisciplinary perspectives on banana (Musa spp.) domestication. PNAS 2011; 108(28): 11311–11318.
- USDA FoodData Central: Bananas, raw.


