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Krebs­erkrankungen

Eine Seite zur Orientierung. Kurz gehalten, weil das Wichtigste hier nicht von uns kommt, sondern von Menschen, die dich persönlich kennen.

12 Minuten6 KapitelGeprüft 10.09.2026Edenshealth Redaktion

Bevor du weiterliest

Diese Seite empfiehlt keine Behandlung und rät von keiner ab. Sie ist dafür da, dass du verstehst, worüber du entscheidest. Die Entscheidung triffst du - mit Menschen, die dich kennen, und mit einem Team, das die Diagnose kennt.

Nimm während einer laufenden Behandlung kein Präparat ohne Rücksprache - auch kein pflanzliches, keinen Tee als Kur, kein Vitamin. Manche schwächen eine Behandlung ab. Warum, steht in Kapitel 03.

In diesem Bereich steht kein einziger Produktlink. Wir verkaufen im Shop Tee und Nahrungsergänzung - aber nicht an Menschen, die gerade diese Diagnose bekommen haben. Das bleibt so.

01Der Anfang

Was jetzt zuerst zählt

Zwischen dem Satz beim Arzt und dem ersten Termin liegen oft Tage, in denen man das Gefühl hat, etwas tun zu müssen. Genau in diese Lücke hinein wird im Internet am meisten verkauft.

Es gibt in dieser Zeit sehr wenig, was du falsch machen kannst, solange du nichts auf eigene Faust einnimmst und die Termine wahrnimmst.

Was fast allen hilft

  • Jemanden mitnehmen. Zwei Menschen behalten mehr als einer, und der Zweite darf fragen, wenn der Erste blockiert ist.
  • Fragen vorher aufschreiben. Die sechs wichtigsten stehen weiter unten auf einer Karte zum Mitnehmen.
  • Eine Zweitmeinung ist normal. Niemand nimmt das persönlich.
02Bewegung

Das am besten Belegte

Angepasstes Training bessert die Erschöpfung, hält Muskeln und Belastbarkeit und verbessert die Lebensqualität - das ist belegt, nicht behauptet.

Was möglich ist, hängt von Blutwerten, Diagnose und Tagesform ab und gehört besprochen. Der übliche Einstieg sind Spaziergänge, leichtes Radfahren, sanftes Yoga.

Rehasport verschreibt der Arzt, die gesetzliche Kasse zahlt ohne Zuzahlung. Danach fragen - es passiert selten von allein.

Wann Bewegung pausiert

Bei akuten Infekten oder Fieber, bei niedrigen roten Blutkörperchen oder Blutplättchen, bei Gerinnungsstörungen, bei unklaren starken Schmerzen, bei Gleichgewichtsstörungen oder Nervenschäden an Händen und Füßen, bei Knochenmetastasen - und direkt nach einer Operation.

Quelle: Krebsinformationsdienst des DKFZ - Sport und Bewegung nach Krebs; Informationsblatt Fatigue.

03Essen

Essen, das trägt

Das ist der unbequemste Satz dieser Website, und er stimmt trotzdem. Ungewollter Gewichtsverlust ist bei Krebs keine Nebensache. Schon zehn Prozent Gewichtsverlust innerhalb von sechs Monaten verschlechtern Verträglichkeit, Lebensqualität und Verlauf.

Was dabei zuerst schwindet, ist nicht Fett, sondern Muskel. Deshalb geht es nicht nur um Kalorien, sondern um Eiweiß - und um beides früh genug, nicht erst wenn die Hose rutscht.

Der Bedarf, in Zahlen

25–30
Kilokalorien je Kilogramm Körpergewicht und TagBei 70 Kilogramm rund 1.750 bis 2.100 - mehr, als die meisten während einer Behandlung tatsächlich schaffen.
1,2–1,5
Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht und TagBei 70 Kilogramm also 84 bis 105 Gramm. Wie das aussieht, steht in der Tafel darunter.
10 %
Gewichtsverlust in sechs MonatenAb hier gilt es als erheblich und gehört angesprochen - auch wenn man vorher „etwas Reserve“ hatte.

So kommst du auf 100 Gramm

Eiweiß je üblicher Portion, in Gramm

Weiderind100 g26
Hähnchen, Weidehaltung100 g23
Lachs100 g20
Magerquark150 g19
Linsen, gekocht150 g15
Käse30 g8
Bio-Ei1 Stück7

Gelesen: Quark am Morgen, Linsen mittags, ein Stück Weiderind abends und ein Ei dazwischen - das sind schon 67 Gramm. Der Rest kommt über Brot, Milch und Nüsse zusammen. Werte gerundet.

Was praktisch hilft

  • Sechsmal wenig statt dreimal viel. Wer keinen Hunger hat, schafft kleine Portionen eher.
  • Eiweiß zuerst auf den Teller. Wenn die Portion klein bleibt, soll wenigstens der Anfang zählen.
  • Trinken zählt mit - als Brühe, Suppe, Milch oder Smoothie, wenn Kauen anstrengt.
  • Einmal pro Woche wiegen, nicht täglich. Ein Trend über vier Wochen sagt mehr als eine Zahl.
  • Nichts verbieten, was noch schmeckt. Ein Stück Kuchen, das runtergeht, ist mehr wert als ein Salat, der stehen bleibt.

Wenn Übelkeit, Geschmack oder Schleimhaut streiken

  • Übelkeit: kühle, geruchsarme Speisen, nichts Fettes, nicht in der Küche sitzen, während gekocht wird. Ingwer als Tee oder Bonbon hilft manchen - er ist mild und gut untersucht.
  • Metallgeschmack: Plastikbesteck statt Metall, kräftig säuern, kaltes Fleisch meiden, mit Kräutern statt Salz würzen.
  • Wunder Mund: nichts Saures, nichts Scharfes, nichts Krümeliges. Weich, lauwarm, mild. Mundpflege mehrmals täglich, aber ohne Alkohol im Spülwasser. Kamille oder Salbei als Spülung nur nach Rücksprache - bei wunder Schleimhaut ist nicht alles Milde auch verträglich.
  • Mundtrockenheit: häufig kleine Schlucke, angedickte Speisen, zuckerfreie Bonbons.
  • Durchfall: viel trinken, salzig ergänzen - ab drei Tagen oder bei Fieber ins Behandlungsteam melden statt selbst zu behandeln.

Zwei Wege, die kaum jemand kennt

Ernährungstherapie gibt es auf Rezept. Ein Screening auf Mangelernährung soll laut Leitlinie schon bei Diagnosestellung stattfinden und danach wiederholt werden - in der Praxis passiert das viel zu selten. Danach fragen kostet nichts.

Trinknahrung ist verordnungsfähig. Wenn normales Essen den Bedarf nicht mehr deckt, kann die Ärztin hochkalorische Trinknahrung auf Kassenrezept verschreiben. Die Zuzahlung beträgt zehn Prozent, mindestens fünf und höchstens zehn Euro.

Warum hier kein Fasten und keine Kur steht

Die aktualisierte S3-Leitlinie rät bei laufender Behandlung ausdrücklich von Fasten, Kurzzeitfasten, ketogenen Diäten und Konzepten nach Budwig oder Breuß ab - nicht aus Prinzip, sondern weil Nahrungsrestriktion genau hier Mangelernährung auslöst. Auch die viel zitierte Berliner Fastenstudie von 2018 nahm ausschließlich Frauen mit BMI ab 19 und ohne aktuellen Gewichtsverlust auf. Fasten hat auf dieser Website einen festen Platz - nur nicht in dieser einen Phase. Wann es wieder passt, steht in Kapitel 06.

Der eine Satz, der wirklich zählt

Johanniskraut beschleunigt in der Leber den Abbau vieler Medikamente, hochdosiertes Vitamin C oder E kann die Wirkung mancher Behandlungen verringern. Deshalb: kein Präparat ohne Rücksprache mit dem behandelnden Team. Nicht weil Pflanzen schaden - sondern weil nur dort bekannt ist, welcher Wirkspiegel gerade stimmen muss.

Quellen: S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie; Krebsinformationsdienst des DKFZ; Arzneimittel-Richtlinie des G-BA §§ 18–26 zur enteralen Ernährung.

Unsere Haltung

Bei Krebs kommt nichts Industrielles auf den Teller

Das ist unsere Haltung, keine Leitlinienempfehlung - und wir sagen dazu, worauf sie sich stützt. Wer sie nicht teilt, findet auf dieser Seite trotzdem alles, was er braucht.

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Was weg ist - und was stattdessen

Kommt weg

  • Industriezucker, in jeder Form
  • Fertiggerichte und alles mit langer Zutatenliste
  • Wurst, Schinken, Speck, alles Gepökelte und Geräucherte
  • Weißmehl in seinen üblichen Formen
  • Softdrinks, auch die „zuckerfreien“
  • Gesüßte Milchprodukte, Fruchtjoghurt, Frühstücksflocken
  • Raffinierte Öle und Margarine
  • Süßstoffe

Stattdessen

  • Weiderind, Fleisch am Stück
  • Bio-Eier, Hähnchen aus Weidehaltung
  • Fisch
  • Gemüse und Kräuter, frisch, nach Jahreszeit
  • Kaltgepresste Öle: Olivenöl, Leinöl
  • Nüsse, Hülsenfrüchte, Quark
  • Wenn süß: ein Teelöffel Honig
  • Wasser und Kräutertee
BelegtVerarbeitetes FleischGruppe 1 der WHO-Krebsagentur
BeobachtetUltraverarbeitetes105.000 Menschen: mehr davon, mehr Krebsfälle - ein Zusammenhang, keine bewiesene Ursache

Die eine Ausnahme: Wer kaum noch etwas herunterbekommt und weiter abnimmt, isst, was geht. Dann zählt jede Kalorie mehr als jedes Ideal.

04Die Prüfung

Woran du ein unseriöses Angebot erkennst

„Krebs“ ist keine Krankheit, sondern eine Familie von über hundert verschiedenen Erkrankungen. Wer ein Mittel anbietet, das „gegen Krebs“ hilft, ohne zu sagen gegen welchen, hat sich damit schon erledigt.

Sieben Warnzeichen

  • Es wirkt angeblich immer und hat keine Nebenwirkungen. Etwas, das wirkt, hat Nebenwirkungen.
  • Erfahrungsberichte statt Studien. Einzelne Geschichten sind kein Beleg - auch nicht zwanzig davon.
  • Man soll die reguläre Behandlung absetzen oder erst einmal abwarten. Das gefährlichste Zeichen von allen.
  • Die Rede ist von unterdrücktem Wissen. Wer dir sagt, nur er wisse, was alle anderen verschweigen, will vor allem eines: dass du niemanden mehr fragst. Frag trotzdem.
  • Vorkasse, Pakete, Zeitdruck. Seriöse Medizin verkauft keine Kur mit Rabatt bei Sofortbuchung.
  • Keine Quellen - oder Quellen, die es nicht gibt, wenn man nachsieht.
  • Der Preis steht vor der Diagnose. Wer nicht weiß, was du hast, kann nichts anbieten.

Unsere Haltung

Wir glauben: Krebs ist ein Geschäft. Für die, die Medikamente verkaufen, und genauso für die, die Wunderkuren, Geräte und Diäten verkaufen. Wer das weiß, liest anders. Diese Seite ist dafür da, dass du das Geschäft erkennst, bevor es dich erkennt - aus welcher Richtung es auch kommt. Was du dann entscheidest, ist deins.

05Davor

Vorbeugen und Früherkennung

Eine Arbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums um Ute Mons und Hermann Brenner hat das für Deutschland durchgerechnet: Von rund 440.000 für 2018 erwarteten Fällen bei 35- bis 84-Jährigen war gut ein Drittel auf beeinflussbare Faktoren zurückzuführen.

19 %
allein durch Tabakrauchen - der mit Abstand größte einzelne Faktor. Danach folgen Übergewicht, Bewegungsmangel und Ernährung, dann Alkohol, dann Infektionen und Umweltfaktoren.

Der Satz, der dazugehört: Wer erkrankt, hat nichts falsch gemacht. Zwei Drittel lassen sich auch durch ein perfektes Leben nicht verhindern.

Was nachweislich schützt: pflanzlich, ballaststoffreich, wenig Wurst

Die Empfehlungen zur Krebsvorbeugung sind seit Jahrzehnten dieselben, und sie sind unspektakulär - was ein gutes Zeichen ist. Nichts davon ist eine Kur, nichts davon muss man kaufen.

  • 30 Gramm Ballaststoffe am Tag. Eine Übersichtsarbeit im British Medical Journal fand pro 10 Gramm täglich rund 10 Prozent weniger Darmkrebsrisiko. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 30 Gramm - im Schnitt kommen wir auf 23 bis 25.
  • Mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag. Die älteste Regel im Buch, und sie hält.
  • Wenn Fleisch, dann Weiderind und Hähnchen aus Weidehaltung - am Stück, nicht verarbeitet, und in Maßen: Die DGE nennt höchstens 300 bis 600 Gramm pro Woche. Was wirklich ins Gewicht fällt, ist nicht das Steak, sondern die Wurst.
  • Vollkorn statt Weißmehl. Der einfachste Tausch mit der größten Wirkung: Er bringt Ballaststoffe, ohne dass man etwas weglassen muss.
  • Alkohol so wenig wie möglich. Er steht bei der WHO-Krebsagentur in derselben Beweisgruppe wie Tabakrauch.

Und das Fasten? Es gehört in diesen Abschnitt, nicht in Kapitel 03 - als Lebensstil für gesunde Zeiten, nicht als Behandlung. Was dabei im Körper geschieht, was belegt ist und wo die Grenze liegt, steht ausführlich im Kernthema Der Reset am Ende dieser Seite.

Wie sicher ist „krebserregend“?

Die Gruppen der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO

Gruppe 1Krebserregend für den Menschen
  • Tabakrauch
  • Asbest
  • Alkohol
  • UV-Strahlung
  • Verarbeitetes Fleisch

Der Zusammenhang gilt als gesichert. Für verarbeitetes Fleisch - Wurst, Schinken, Speck, Salami, alles Gepökelte und Geräucherte - steigt das Darmkrebsrisiko je 50 Gramm am Tag um rund 18 Prozent.

Gruppe 2AWahrscheinlich krebserregend
  • Rotes Fleisch
  • Sehr heiße Getränke über 65 °C
  • Nachtschichtarbeit

Deutliche Hinweise, aber die Beweislage ist dünner als bei Gruppe 1.

Gruppe 2BMöglicherweise krebserregend
  • Eingelegtes Gemüse nach asiatischer Art
  • Aloe-vera-Ganzblattextrakt

Begrenzte Hinweise. Hier steht auch manches, was sonst als „natürlich“ verkauft wird.

Der Satz, auf den es ankommt: Die Gruppe sagt, wie sicher der Zusammenhang ist - nicht, wie stark das Risiko. Wurst steht in derselben Beweisgruppe wie Tabakrauch, ist aber nicht annähernd so gefährlich. Wer diesen Unterschied nicht macht, erzeugt Angst statt Wissen.

Warum die Sonne trotzdem nicht der Feind ist: UV steht zu Recht auf dieser Liste - gemeint ist aber die Überdosis, nicht das Tageslicht. Sonnenbrand, Solarium, Hochsommermittag. Ohne Sonne bildet dein Körper kein Vitamin D, und deine innere Uhr findet keinen Takt. Unsere Regel: 25 bis 30 Minuten direkt in der Sonne, danach Schatten, Kleidung, Hut. Länger bringt nichts - auch kein zusätzliches Vitamin D, denn ab einem gewissen Punkt hört die Haut auf, mehr davon zu bilden. Und was gutes Essen dabei leistet: Es entscheidet mit, wie gut dein Körper Schäden wieder repariert. Mehr dazu im Kernthema Sonnenlicht.

Wo wir stehen: nichts Ultraverarbeitetes

Nicht Maschine gegen Handarbeit - sondern wie weit ein Lebensmittel von seiner Ursprungsform weggeführt wurde

Gruppe 1Unverarbeitet
  • Gemüse
  • Obst
  • Eier
  • Milch
  • Fleisch am Stück
  • Getreidekörner
  • Nüsse
  • Kräuter

Gewaschen, geschnitten, getrocknet, gekühlt, gemahlen, pasteurisiert. Das ist die Basis.

Gruppe 2Küchenzutaten
  • Kaltgepresstes Öl
  • Butter
  • Honig
  • Salz
  • Zucker

Entsteht durch Pressen, Mahlen, Trocknen aus Gruppe 1. Hier liegt der Unterschied, den die meisten nicht machen: Kaltgepresstes Olivenöl wird maschinell hergestellt und gehört trotzdem hierher, nicht zur Industriekost. Eine Presse ist keine Fabrik.

Gruppe 3Verarbeitet
  • Brot
  • Gereifter Käse
  • Eingelegtes Gemüse
  • Konserven

Gruppe 1 plus Gruppe 2, meist drei oder vier Zutaten, konserviert oder vergoren. Handwerk, kein Labor.

Gruppe 4Ultraverarbeitet
  • Wurst
  • Fertiggerichte
  • Softdrinks
  • Snacks
  • Aromen
  • Eiweißisolate
  • Emulgatoren
  • Süßstoffe

Industrielle Formulierungen aus Stoffen, die in keiner Küche vorkommen. Gebaut dafür, verzehrfertig zu sein und nicht satt zu machen. Das ist die Gruppe, die es bei uns nicht gibt.

Unsere Hausregel: Wir verbieten nichts. Wir empfehlen die gute Fassung.

  • Rind: Weiderind vom Metzger, am Stück - statt Wurst aus der Kühltheke.
  • Geflügel: Hähnchen aus Weidehaltung.
  • Eier: Bio, aus Freilandhaltung.
  • Öl: kaltgepresst, nicht raffiniert.
  • Getreide: Vollkorn statt Auszugsmehl.
  • Süßen: ein Teelöffel Honig - kein Industriezucker, keine Süßstoffe.

Was dabei von allein wegfällt, ist Gruppe 4: Aromen, Isolate, Emulgatoren, Süßstoffe, Fertiggerichte - und Fleisch aus dem Labor oder aus dem Drucker. Die Faustregel dafür ist einfach: Steht auf der Zutatenliste etwas, das in keiner Küche im Regal stünde, ist es Gruppe 4.

Und etwas, das kaum jemand mitdenkt: Was gutes Essen leistet, hängt auch davon ab, ob dein Magen es zerlegen kann. Zu wenig Magensäure ist ein häufiger, oft übersehener Grund, warum Eiweiß, Eisen und B12 nicht ankommen - was dahintersteckt und was hilft, steht auf der Ernährungsseite dieses Bereichs.

NOVA-Klassifikation nach Monteiro u. a., Universität São Paulo - Grundlage der staatlichen brasilianischen Ernährungsempfehlungen und in der Forschung der übliche Maßstab für Verarbeitungsgrad.

Was die Zahlen zu Gruppe 4 sagen

Die Haltung oben ist eine Entscheidung. Die Zahlen darunter sind keine.

  • Verarbeitetes Fleisch steht in Gruppe 1 der WHO-Krebsagentur - siehe die Beweisleiter oben. Je 50 Gramm am Tag rund 18 Prozent mehr Darmkrebsrisiko. Gemeint ist Gepökeltes und Geräuchertes: Wurst, Schinken, Speck, Salami. Ein Stück Weiderind ist etwas anderes - unverarbeitetes rotes Fleisch steht in Gruppe 2A, und dort zählt vor allem die Menge.
  • Je höher der Anteil ultraverarbeiteter Lebensmittel, desto höher das Krebsrisiko. Die französische NutriNet-Santé-Studie begleitete knapp 105.000 Menschen: Steigt der Anteil um zehn Prozentpunkte, steigt das Gesamtkrebsrisiko um rund 12 Prozent. Eine Beobachtungsstudie - sie zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache. Der Zusammenhang ist trotzdem in mehreren großen Kohorten unabhängig gefunden worden.
  • Ballaststoffe wirken in die andere Richtung. Pro 10 Gramm am Tag rund 10 Prozent weniger Darmkrebsrisiko. Und Ballaststoffe sind genau das, was Gruppe 4 nicht hat.

Und warum dann Weidehaltung? Ehrlich gesagt nicht wegen des Krebsrisikos - dass Weidehaltung es senkt, ist schlicht nicht untersucht. Belegt ist etwas anderes: Fleisch von Weidetieren hat ein anderes Fettsäuremuster. Im EU-Projekt „Healthy Beef“ wurde rund dreimal so viel Omega-3 gemessen, ein Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 unter 2 zu 1, weniger gesättigte Fettsäuren und mehr Vitamin E. Dazu kommt, dass das Tier besser gelebt hat. Beides sind gute Gründe. Eine Krebsvorsorge ist es nicht, und so verkaufen wir es auch nicht.

Warum wir nicht über einzelne Zusatzstoffe streiten: Ob dieser oder jener E-Stoff für sich genommen schädlich ist, lässt sich für jeden einzeln jahrelang diskutieren - und genau das ist die Debatte, die der Industrie am besten passt. Belegt ist etwas anderes und Größeres: Es ist die Bauart dieser Produkte, die das Risiko trägt - der Verarbeitungsgrad, die Energiedichte ohne Sättigung, das Nitritpökeln, das Salz, der Zucker, und dass sie das Frische vom Teller verdrängen. Deshalb ist unsere Antwort nicht eine Liste verbotener Stoffe, sondern eine ganze Gruppe.

Eine Ausnahme, und nur eine: Während einer laufenden Krebsbehandlung gilt Kapitel 03. Wer nicht essen kann, isst das, was runtergeht - auch wenn es aus Gruppe 4 kommt. Untergewicht ist in dieser Phase das größere Problem. Sobald die Behandlung vorbei ist, gilt wieder, was hier steht.

Quellen: IARC-Monographie zu rotem und verarbeitetem Fleisch, 2015; Fiolet u. a., NutriNet-Santé, BMJ 2018; Aune u. a., BMJ 2011 (Ballaststoffe).

Untersuchung Für wen Ab wann Wie oft
Gebärmutterhals - Abstrich Frauen 20–34 jährlich
Gebärmutterhals - Abstrich + HPV-Test Frauen ab 35 alle 3 Jahre
Brust - Tastuntersuchung Frauen ab 30 jährlich
Brust - Mammographie-Screening Frauen 50–75 alle 2 Jahre
Prostata - Tastuntersuchung Männer ab 45 jährlich
Haut - Ganzkörper-Screening alle ab 35 alle 2 Jahre
Darm - Stuhlbluttest alle ab 50 alle 2 Jahre
Darm - Darmspiegelung alle ab 50 zweimal, Abstand 10 Jahre

Die Darmspiegelung ist der Sonderfall: Sie findet nicht nur Krebs, sie entfernt Vorstufen, aus denen später einer geworden wäre. Größter Nutzen, am seltensten genutzt.

Quellen: DKFZ (Mons/Brenner, Deutsches Ärzteblatt 2018); Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, Stand September 2026.

06Danach

Wenn die Behandlung vorbei ist

Das Ende der Therapie fühlt sich für viele nicht wie eine Befreiung an, sondern wie ein Absturz. Während der Behandlung ist der Kalender voll und jemand kümmert sich. Danach fällt beides weg - und plötzlich ist Platz für die Erschöpfung, die noch da ist, und für die Angst vor dem Rückfall.

Genau hier kehrt sich die Ernährungsregel aus Kapitel 03 wieder um. Wer sein Gewicht gehalten hat und dessen Blutwerte stimmen, für den gelten wieder die ganz normalen Regeln: pflanzlich, ballaststoffreich, wenig Wurst und Alkohol - und, wenn die Nachsorge zustimmt, auch wieder Essenspausen und Fastenzeiten.

Der Reihenfolge halber: zuerst Kraft und Gewicht zurück, dann Bewegung aufbauen, und erst danach Zäsuren wie eine Fastenwoche. Nicht umgekehrt.

Zwei Dinge, die zustehen und selten beantragt werden

Die onkologische Reha muss beantragt werden - der Sozialdienst der Klinik hilft dabei. Und Rehasport läuft auf Verordnung weiter, auch nach der Behandlung. Beides kostet nichts und wird selten von allein angeboten.

Zum Mitnehmen

Die Karte fürs Arztgespräch

Abfotografieren und aufs Handy legen. Sechs Fragen, die in jedem Erstgespräch weiterhelfen - und darunter die beiden Nummern, die kostenlos und unabhängig beraten.

Edenshealth

Was ich fragen will

  1. Um welche Krebsart und welches Stadium geht es genau?
  2. Was ist das Ziel der Behandlung - Heilung oder Kontrolle?
  3. Welche Möglichkeiten gibt es, und warum diese?
  4. Was passiert, wenn ich zwei Wochen später anfange?
  5. Welche Nebenwirkungen sind wahrscheinlich, und was hilft dagegen?
  6. Wer ist meine feste Ansprechperson, und wie erreiche ich sie?
Krebsinformationsdienst0800 420 30 40täglich 8–20 Uhr, kostenfrei
Infonetz Krebs0800 80708877Mo–Fr 8–17 Uhr, kostenfrei

Nimm jemanden mit ins Gespräch. Zwei Menschen behalten mehr als einer.

Zwei Wege weiter

Essen, das trägt

Eiweiß, Ballaststoffe, Mikronährstoffe - was der Körper zum Reparieren braucht, woran man gute Lebensmittel erkennt und wie man auf 30 Gramm Ballaststoffe kommt, ohne zu rechnen.

Zum Kernthema

Der Reset

Wie der Körper sich erneuert und was Reparatur ausbremst - Zellerneuerung, Autophagie, stille Entzündung, Schlaf, Bewegung und das Fasten als einer von vier Takten.

Zum Kernthema

Wo du Hilfe bekommst

Kostenfrei, unabhängig und ohne Verkaufsabsicht.

Krebsinformationsdienst · DKFZ

0800 420 30 40

Täglich 8 bis 20 Uhr, kostenfrei aus Deutschland, auch per E-Mail. Beantwortet auch die Frage, ob an einem Angebot aus dem Internet etwas dran ist.

Infonetz Krebs · Deutsche Krebshilfe

0800 80708877

Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr, kostenfrei. Auch zu Anträgen, Reha und sozialen Fragen.

Vor Ort

Krebsberatungsstellen

In den meisten größeren Städten, kostenfrei und ohne Überweisung - auch für Angehörige.

In der Klinik

Psychoonkologie

Viele zertifizierte Krebszentren bieten Begleitung kostenfrei an. Ein Hinweis beim Behandlungsteam genügt.

Quellen

  1. Krebsinformationsdienst des DKFZ: Sport und Bewegung nach Krebs · Informationsblatt Fatigue · Ernährung bei Krebs · Mangelernährung und Ernährungstherapie · Nahrungsergänzungsmittel gegen Krebs?
  2. S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie: Screening bei Diagnosestellung und im Verlauf; Bedarfswerte 25–30 kcal/kg und 1,2–1,5 g Eiweiß/kg pro Tag.
  3. S3-Leitlinie Onkologische Ernährungsmedizin: Krebsdiäten, Fasten und Kurzzeitfasten werden bei laufender Therapie nicht empfohlen.
  4. Bauersfeld S. P., Michalsen A. u. a.: Kurzzeitfasten bei Chemotherapie, BMC Cancer 2018;18:476.
  5. Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, §§ 18–26: Verordnungsfähigkeit enteraler Ernährung.
  6. Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO: Einstufung von verarbeitetem Fleisch (Gruppe 1) und rotem Fleisch (Gruppe 2A), 2015.
  7. Fiolet T. u. a.: Ultra-processed food intake and risk of cancer, NutriNet-Santé, BMJ 2018.
  8. Aune D. u. a.: Dietary fibre and colorectal cancer, British Medical Journal 2011; Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
  9. Mons U., Brenner H. u. a., DKFZ: Anteil vermeidbarer Risikofaktoren, Deutsches Ärzteblatt 2018.
  10. Gemeinsamer Bundesausschuss: Krebsfrüherkennungs-Richtlinie; Bundesministerium für Gesundheit: Krebsfrüherkennung.

Die Inhalte dieser Seite dienen der Information und Bildung. Sie stellen keine medizinische Beratung dar, begründen kein Behandlungsverhältnis und ersetzen weder Diagnose noch Therapie durch ärztliches Fachpersonal. Bei Beschwerden, vor jeder Änderung einer laufenden Behandlung und vor der Einnahme jedes Präparats - auch pflanzlicher - wende dich an dein behandelndes onkologisches Team. Stand: 10. September 2026.

Warum es diesen Bereich gibt

Dieser Bereich ist meinem Bruder gewidmet, der 2019 an Krebs verstarb. Er soll helfen, das Unaussprechliche zu benennen, das Unfassbare zu begleiten - und das Unmögliche vielleicht ein Stück zu öffnen.