Judasohr (Auricularia auricula-judae)

Lateinischer Name: Auricularia auricula-judae

Judasohr

Herkunft

Das Judasohr wächst vor allem auf Totholz von Holunder und ist in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet. Sein Name geht auf die Legende zurück, Judas Iskariot habe sich an einem Holunderbaum erhängt – der ohrenförmige Pilz gilt seither symbolisch als sein „Ohr“.

Verwendung in der Küche

In der asiatischen Küche, besonders in China, ist das Judasohr als „Mu-Err“ ein fester Bestandteil vieler Gerichte. Es wird meist getrocknet gekauft, vor der Zubereitung eingeweicht und verleiht Suppen und Wok-Gerichten eine charakteristisch knorpelige Textur, hat selbst aber nur einen milden Eigengeschmack.

Anwendung als Heilmittel

Historisch wurde das Judasohr in europäischen Apotheken unter dem Namen „Fungus Sambuci“ geführt und als Gurgelmittel bei Halsentzündungen eingesetzt. Diese traditionelle Anwendung ist mittlerweile weitgehend in Vergessenheit geraten, wird aber in der Naturheilkunde gelegentlich wieder aufgegriffen.

Gesundheitlicher Nutzen

Das Judasohr wird im Zusammenhang mit der Unterstützung von Herz-Kreislauf-Gesundheit und Blutzuckerstoffwechsel erforscht. Die enthaltenen Lektine und Beta-Glucane sind Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen.

Inhaltsstoffe

Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor und Silizium, außerdem Vitamin B1, verschiedene Lektine und Beta-Glucane.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt das Judasohr als kühlend und wird bei „Hitze-Erkrankungen“ eingesetzt. Es soll die Blutzirkulation fördern und die Lungenfunktion unterstützen.

Ayurvedische Medizin

Das Judasohr ist kein traditioneller Bestandteil der ayurvedischen Medizin und findet in den klassischen indischen Schriften keine Erwähnung.

Wirkungsverstärkende Kombinationen

In der chinesischen Küche häufig mit Ingwer und Frühlingszwiebeln kombiniert, was gleichzeitig die verdauungsfördernde Wirkung unterstützt.

Warnhinweise

Da das Judasohr blutverdünnende Eigenschaften haben kann, ist bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern oder vor Operationen Vorsicht geboten und ärztlicher Rat einzuholen.