Durian (Durio zibethinus)

Botanischer Name
Durio zibethinusMalvengewächse (Malvaceae)
Verwendet wird
Das cremige Fruchtfleischfrisch oder tiefgekühlt
Geschmack
Süß, sahnig, käsig-zwiebeligje nach Sorte sehr unterschiedlich
Herkunft
Borneo und Sumatraangebaut vor allem in Thailand und Malaysia
Bekannt für
Den GeruchSchwefelverbindungen, die tagelang bleiben
Saison
Mai bis Augustbei uns fast nur tiefgekühlt

HerkunftDer König mit dem Hausverbot

Aufgeschnittene Durian mit gelbem Fruchtfleisch

In Singapur ist die Mitnahme von Durian im Nahverkehr untersagt - ein eigenes Schild zeigt die Frucht mit rotem Strich.

Der Durianbaum stammt aus den Regenwäldern von Borneo und Sumatra und wird bis zu 50 Meter hoch. Seine stacheligen Früchte wiegen ein bis drei Kilogramm und fallen reif vom Baum - wer darunter steht, ist in Gefahr. Allein Thailand führt über 300 benannte Sorten; die bekannteste ist Monthong mit dickem, mildem Fruchtfleisch und kleinen Kernen - für Einsteiger die beste Wahl.

Der Ruf der Frucht ist zweigeteilt. In Südostasien ist sie Statussymbol und Geschenk; ganze Familien versammeln sich um eine frisch aufgebrochene Durian. Gleichzeitig haben Hotels und Nahverkehrsbetriebe von Singapur bis Bangkok das Mitbringen verboten, weil der Geruch tagelang in Teppichen und Klimaanlagen hängt. In Deutschland liegt Durian meist tiefgekühlt im Asia-Laden - gefroren riecht sie deutlich zurückhaltender.

NutzenWas Durian für dich tut

100 g Fruchtfleisch liefern rund 147 kcal und etwa 5,3 g Fett - für eine Frucht außergewöhnlich viel; die meisten Tropenfrüchte liegen unter 1 g. Dazu kommen rund 27 g Kohlenhydrate, 3,8 g Ballaststoffe, etwa 436 mg Kalium, 20 mg Vitamin C, 36 µg Folat sowie reichlich Vitamin B1 und B6. Zwei bis drei Segmente entsprechen einer kleinen Mahlzeit.

Der Geruch entsteht durch flüchtige Schwefelverbindungen. Eine deutsche Arbeitsgruppe hat die Geruchsstoffe der Sorte Monthong vermessen: Verantwortlich ist ein Zusammenspiel aus schwefelhaltigen Thiolen und fruchtigen Estern - daher der Eindruck von Zwiebel, Käse und Honig zugleich. Eine Erbgutanalyse von 2017 fand im Durian-Genom viele aktive Gene für den Schwefelstoffwechsel.

In Südostasien gilt die Regel, Durian nicht mit Alkohol zu kombinieren - dahinter steckt mehr als Aberglaube: Im Laborversuch hemmt Durianextrakt das Enzym Aldehyddehydrogenase, das beim Alkoholabbau das giftige Acetaldehyd weiterverarbeitet. Ob das beim Menschen eine Rolle spielt, ist nicht untersucht. Wer sichergehen will, lässt an einem Durian-Abend den Alkohol weg.

ca. 147 kcalpro 100 g - Spitzenwert unter den Tropenfrüchten
ca. 5,3 gFett pro 100 g
ca. 436 mgKalium pro 100 g
über 300benannte Sorten allein in Thailand

InhaltsstoffeDas steckt in der Durian

Durian enthält Zucker aus Saccharose, Glucose und Fructose, ungewöhnlich viel Fett mit Öl- und Palmitinsäure, Ballaststoffe, Eiweiß, Kalium, Magnesium, Kupfer, Mangan, Vitamin C, Folat sowie Vitamin B1, B2 und B6. Dazu kommen Carotinoide für die gelbe Farbe und Polyphenole.

Der Geruch geht auf schwefelhaltige Verbindungen zurück, darunter Ethanthiol sowie Di- und Trisulfide, dazu fruchtige Ester. Die Kerne sind roh nicht bekömmlich; geröstet werden sie wie Maronen gegessen.

Verstärkte KombinationenWas Durian stärker macht

Durian ist laut und süß - sie verträgt Kühle, Salz und Bitterkeit besser als noch mehr Süße.

Kälte

gut gekühlt servieren

Der Geruch bleibt zurückhaltender.

Klebreis

mit Klebreis & Kokosmilch

Thailändischer Klassiker.

Bitter

mit Kaffee oder dunklem Kakao

Fängt die Süße ab.

Salz

mit einer Prise Salz

Hebt das Aroma erstaunlich.

Frische

mit Mangostan

In Asien der kühlende Gegenpol.

Portion

in kleinen Stücken

Fett und Zucker summieren sich schnell.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Alkohol

nicht mit Bier oder Schnaps

Möglicherweise gehemmter Alkoholabbau.

Menge

nicht eine ganze Frucht

Das entspricht mehreren Mahlzeiten.

Auto

nicht im geschlossenen Wagen transportieren

Der Geruch bleibt wochenlang.

Kühlschrank

nicht offen lagern

Alles andere nimmt den Geruch an.

Kerne

nicht roh essen

Erst gekocht oder geröstet bekömmlich.

Diabetes

nicht als schnelle Zwischenmahlzeit

Viel Zucker und Fett auf einmal.

In der KücheWo sie hingehört

  • Durian mit KlebreisMit Kokosmilch, wie Mango Sticky Rice.
  • Durian-EisDer mildeste Einstieg.
  • Durian-ShakeMit Milch oder Kokosmilch.
  • Durian-PancakesDünner Teig, kalte Creme.
  • TempoyakFermentierte Durian aus Sumatra.
  • MooncakesSüße Füllung für Gebäck.
  • Geröstete KerneWie Maronen, in Südostasien üblich.
  • Durian-CheesecakeKalt gerührt, ohne Backen.
  • Curry mit TempoyakHerzhaft und fermentiert.
  • Gefriergetrocknete ChipsDer Snack für Vorsichtige.
Faustregel: Für den ersten Versuch tiefgekühlte Segmente halb aufgetaut essen - kalt ist der Geruch schwächer und die Konsistenz fester. Die Frucht bei offenem Fenster öffnen und Reste in einem gut schließenden Glas aufbewahren, sonst riecht der Kühlschrank tagelang mit.

Als HausmittelDurian-Shake, wenn Appetit und Gewicht fehlen

So geht’s

Durian-Shake

  1. 80 bis 100 g aufgetautes Durian-Fruchtfleisch entkernen.
  2. Mit 200 ml Milch oder Kokosmilch und einer Prise Salz im Mixer glatt pürieren.
  3. Nach Geschmack eine halbe Banane und etwas Limettensaft zugeben.
  4. Gut gekühlt in kleinen Portionen über den Tag verteilt trinken.
Wofür

Als kaloriendichter Aufbau-Shake, wenn nach einer Krankheit der Appetit fehlt und Gewicht verloren ging. In Südostasien ist Durian genau dafür bekannt: viel Energie in kleinem Volumen. Eine ärztlich begleitete Ernährungstherapie ersetzt er nicht.

Menge

Ein Glas am Tag reicht. Bei Diabetes, Nierenschwäche oder verordneter Diät vorher Rücksprache halten.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Durian ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung wäre sie süß, schwer, ölig und deutlich erhitzend - für Vata aufbauend, bei Pitta und Kapha nur in kleinen Mengen.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der Volksmedizin Südostasiens und in der westlichen TCM-Ernährungslehre gilt Durian als stark erwärmend und aufbauend. Als kühlender Gegenpol wird traditionell die Mangostan dazu gegessen - die „Königin“ zum „König“.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Alkohol: Durian und Alkohol besser nicht zusammen - Laborversuche deuten auf eine Hemmung des Alkoholabbaus hin, auch wenn Daten am Menschen fehlen.
  • Kalorien: sehr fett- und zuckerreich; bei Diabetes nur kleine Portionen.
  • Kalium: bei eingeschränkter Nierenfunktion ist der hohe Kaliumgehalt zu beachten.
  • Kerne: roh nicht essen, nur gekocht oder geröstet.
  • Geruch: in vielen Hotels, Flugzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln Südostasiens ist das Mitführen ausdrücklich verboten.
  • Reife: aufgebrochene Frucht rasch essen oder einfrieren.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Durian, raw or frozen.
  2. Li JX, Schieberle P, Steinhaus M. Characterization of the major odor-active compounds in Thai durian (Durio zibethinus L. „Monthong“) by aroma extract dilution analysis and headspace gas chromatography-olfactometry. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2012; 60(45): 11253–11262.
  3. Maninang JS, Lizada MCC, Gemma H. Inhibition of aldehyde dehydrogenase enzyme by durian (Durio zibethinus Murray) fruit extract. Food Chemistry 2009; 117(2): 352–355.
  4. Teh BT et al. The draft genome of tropical fruit durian (Durio zibethinus). Nature Genetics 2017; 49(11): 1633–1641.
  5. Aziz NAA, Mhd Jalil AM. Bioactive compounds, nutritional value, and potential health benefits of indigenous durian (Durio zibethinus Murr.): a review. Foods 2019; 8(3): 96.