Pastinake (Pastinaca sativa)

Botanischer Name
Pastinaca sativaDoldenblütler (Apiaceae)
Verwendet wird
Die Wurzelmit Schale, gut gewaschen
Geschmack
Süß, nussig, würzignach Frost süßer
Herkunft
Europa, Westasienwild an Wegrändern
Bekannt für
Ballaststoffe, Kalium, Folatideal als erste Beikost
Saison
Oktober bis Märzwinterhart im Boden

HerkunftDas Gemüse vor der Kartoffel

Pastinaken in einer Holzschale

Im Mittelalter süßte man mit Pastinaken, als Zucker noch Luxus war - nach dem Frost sind sie erstaunlich süß.

Die wilde Pastinake wächst in ganz Europa an Wegrändern und auf Wiesen. Die Römer kultivierten sie, im Mittelalter war sie neben Rüben und Möhren das wichtigste Wurzelgemüse und wurde als Brei, in Suppen und als Süßungsmittel gegessen. Mit dem Siegeszug der Kartoffel im 18. Jahrhundert geriet sie in Deutschland fast in Vergessenheit.

In Großbritannien und Skandinavien blieb sie Teil der Küche, bei uns kam sie über den Biohandel und die Babynahrung zurück. Pastinaken bleiben über den Winter im Boden und werden nach Bedarf geerntet; durch Frost wandelt sich Stärke in Zucker um.

NutzenWas die Pastinake für dich tut

Pastinaken liefern rund 5 g Ballaststoffe pro 100 g, dazu Kalium (etwa 375 mg), Folat, Vitamin C, Vitamin K und Mangan. Sie sind stärkereicher und kalorienreicher als Karotten (rund 75 kcal pro 100 g), sättigen gut und sind sehr bekömmlich.

Wegen ihres milden, süßlichen Geschmacks und ihrer guten Verträglichkeit gehört die Pastinake zu den empfohlenen ersten Beikostgemüsen - sie enthält deutlich weniger Nitrat als Spinat oder Fenchel und bläht selten.

Pastinaken enthalten Polyacetylene wie Falcarinol, die auch in Karotten vorkommen und in Laborstudien untersucht werden. Belastbare Humanstudien zu Heilwirkungen gibt es nicht - ihr Wert ist der eines guten, sättigenden Wintergemüses.

ca. 5 gBallaststoffe pro 100 g
ca. 375 mgKalium pro 100 g
ca. 75 kcalpro 100 g
nach Frostdeutlich süßer

InhaltsstoffeDas steckt in der Pastinake

Pastinaken enthalten Stärke, Zucker, lösliche und unlösliche Ballaststoffe, Kalium, Folat, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin K, Mangan und Polyacetylene. Die ätherischen Öle der Doldenblütler geben ihr das würzige Aroma zwischen Karotte, Sellerie und Petersilie.

Kraut und Wurzelhaut enthalten Furocumarine (Psoralene). Bei der wilden Pastinake sind es so viele, dass der Saft auf der Haut in Verbindung mit Sonnenlicht blasige Verbrennungen auslösen kann (Wiesendermatitis). In der geschälten, gekochten Wurzel spielt das keine Rolle.

Verstärkte KombinationenWas die Pastinake stärker macht

Pastinaken mögen Röstaromen, Butter und Würze - und sie sind der ideale Partner für Karotten.

Geschmack

geröstet im Ofen

Bei 200 °C karamellisieren sie und werden nussig-süß.

Partner

mit Karotten

Pastinaken und Karotten zusammen - als Ofengemüse, Püree oder Suppe.

Gewürze

mit Muskat & Thymian

Klassische Würze für Püree und Suppe.

Süß

mit Apfel & Honig

Pastinaken-Apfel-Suppe oder mit Honig glasiert.

Baby

als erster Brei

Gedämpft, püriert, mit einem Teelöffel Rapsöl.

Crunch

als Chips

Dünn gehobelt im Ofen gebacken.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Wild

nicht wilde Pastinake mit bloßen Händen in der Sonne

Der Saft kann in Verbindung mit Sonnenlicht Verbrennungen auslösen - Handschuhe tragen.

Verwechslung

nicht wild sammeln ohne Kenntnis

Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldenblütlern wie dem Schierling.

Lagerung

nicht warm lagern

Pastinaken werden weich - kühl und feucht im Gemüsefach oder im Sand.

Allergie

vorsichtig bei Sellerie- & Karottenallergie

Doldenblütler-Kreuzallergie möglich.

Technik

nicht zu große Stücke ungleich garen

Das dicke Ende braucht länger - gleich große Stücke schneiden.

Kerngeschmack

nicht den holzigen Kern großer Wurzeln

Bei sehr dicken Pastinaken den faserigen Kern entfernen.

In der KücheWo sie hingehört

  • PastinakensuppeMit Apfel und etwas Sahne.
  • OfengemüseMit Karotten, Roter Bete und Thymian.
  • PastinakenpüreeMit Butter und Muskat zu Fleisch oder Fisch.
  • BabybreiGedämpft, püriert, mit Öl.
  • PastinakenchipsIm Ofen gebacken.
  • Honigglasierte PastinakenEnglische Art zum Braten.
  • Pastinaken-RöstiMit Kartoffeln gemischt.
  • EintopfMit Linsen und Lauch.
  • PastinakenkuchenWie Karottenkuchen.
  • RohkostFein geraspelt mit Apfel und Zitrone.
Faustregel: Kleine bis mittelgroße Pastinaken sind zarter als dicke. Waschen und dünn schälen oder gut abbürsten; geschnitten mit etwas Zitrone beträufeln, sonst werden sie braun.

Als HausmittelPastinakenbrei für empfindliche Bäuche

So geht’s

Pastinaken-Brei

  1. Eine mittelgroße Pastinake schälen und in Würfel schneiden.
  2. Über Dampf oder in wenig Wasser 12 bis 15 Minuten weich garen.
  3. Mit etwas Kochwasser fein pürieren und einen Teelöffel Rapsöl unterrühren.
  4. Lauwarm servieren - für Babys ohne Salz.
Wofür

Als erste Beikost für Babys ab etwa dem fünften bis siebten Monat und als leichte, sättigende Schonkost für Erwachsene mit empfindlichem Magen. Pastinaken sind mild, süßlich und blähen selten.

Menge

Bei Babys mit wenigen Löffeln beginnen. Bei Unverträglichkeit oder Allergie in der Familie mit der Kinderärztin besprechen.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Pastinake ist im Ayurveda nicht klassisch beschrieben. Als süßes, schweres Wurzelgemüse wird sie heute ähnlich wie die Karotte eingeordnet: erdend, Vata-beruhigend, am besten warm mit Ghee und Gewürzen.

Traditionelle Chinesische Medizin

Auch in der TCM ist die Pastinake nicht traditionell. Moderne Einordnungen sehen Wurzelgemüse als süß und warm, die Mitte (Milz und Magen) stärkend - passend für die kalte Jahreszeit.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Wildform: Saft und Sonne können Hautverbrennungen auslösen - Handschuhe.
  • Wildsammlung: Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldenblütlern.
  • Allergie: Kreuzreaktion mit Sellerie, Karotte, Petersilie.
  • Kalium: bei Niereninsuffizienz Mengen beachten.
  • Babys: ohne Salz und Zucker zubereiten.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Kavli G, Volden G. Phytophotodermatitis. Photodermatology 1984; 1(2): 65–75.
  2. Christensen LP. Aliphatic C17-polyacetylenes of the falcarinol type as potential health promoting compounds in food plants of the Apiaceae family. Recent Patents on Food, Nutrition & Agriculture 2011; 3(1): 64–77.
  3. Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung von Säuglingen, aktualisierte Fassung.
  4. Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
  5. USDA FoodData Central: Parsnips, raw.