Amaranth (Amaranthus caudatus)
HerkunftDas Korn der Inka und Azteken

Der Name kommt aus dem Griechischen: amarantos bedeutet „unverwelklich“.
Amaranth wurde in Amerika schon vor Tausenden von Jahren angebaut. Der Gartenfuchsschwanz Amaranthus caudatus - in Peru kiwicha genannt - stammt aus den Anden, wo ihn die Inka neben Quinoa und Mais nutzten. In Mexiko waren verwandte Arten bei den Azteken ein Grundnahrungsmittel; aus gepufften Samen und Honig formten sie auch Figuren für religiöse Feste.
Die spanischen Eroberer drängten den Anbau zurück, wohl auch wegen dieser rituellen Bedeutung. Überlebt hat Amaranth in Bergdörfern und in Süßigkeiten wie der mexikanischen alegría. Seit den 1970er-Jahren wird er wieder erforscht und angebaut. Unser Amaranth kommt meist aus Peru, Bolivien, Mexiko oder Indien; in Mitteleuropa gibt es nur kleine Anbauversuche. Mit dem heimischen Unkraut Fuchsschwanz ist er verwandt.
NutzenWas Amaranth für dich tut
100 g ungekochter Amaranth liefern rund 14 g Eiweiß, 7 g Ballaststoffe, etwa 7,6 mg Eisen und rund 250 mg Magnesium - mehr als die meisten Getreide. Hinzu kommen Calcium, Phosphor, Zink und Mangan. Eine gekochte Portion aus 60 g Trockenware deckt damit etwa ein Drittel des Magnesiumbedarfs eines Erwachsenen.
Besonders ist sein Eiweiß: Es enthält deutlich mehr Lysin als Weizen, Reis oder Mais, die gerade an dieser Aminosäure arm sind. Zusammen mit Getreide oder Hülsenfrüchten entsteht so eine gute Eiweißmischung - interessant für alle, die wenig oder kein Fleisch essen.
Weil Amaranth glutenfrei ist, bereichert er die Ernährung bei Zöliakie. Das Eisen stammt allerdings aus Pflanzen und wird, gebremst durch Phytinsäure, nur zum Teil aufgenommen. Hinweise auf cholesterinsenkende oder blutzuckerfreundliche Wirkungen stammen bisher vor allem aus Tierversuchen; gepuffter Amaranth lässt den Blutzucker sogar recht schnell ansteigen.
InhaltsstoffeDas steckt im Amaranth
Amaranth enthält Stärke, Eiweiß mit hohem Lysin-Anteil, Fett mit viel Linolsäure sowie Squalen und Tocotrienolen, Ballaststoffe, Eisen, Magnesium, Calcium, Phosphor, Zink, Mangan, Folat und Polyphenole wie Rutin. Dazu kommen Saponine, Phytinsäure, Gerbstoffe und Oxalsäure.
Die Saponine sitzen in der Samenschale, sind aber deutlich geringer als bei Quinoa. Kurzes Waschen, Einweichen oder Keimen senkt Saponine und Phytinsäure zusätzlich.
Verstärkte KombinationenWas Amaranth stärker macht
Amaranth ist klein, aber gesellig - er ergänzt Getreide, Obst und Gemüse.
Verbessert die Eisenaufnahme.
Ergänzt die Aminosäuren.
Leicht und knusprig.
Bis zu 20 Prozent im Teig.
Weniger Phytinsäure.
Für süßen Amaranthbrei.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Immer kochen, puffen oder backen.
Gerbstoffe hemmen das Eisen.
Oxalsäure beachten.
Verunreinigung mit Weizen möglich.
Hirse oder Hafer sind geeigneter.
Gepufft pur kaufen.
In der KücheWo er hingehört
- Amaranth-PorridgeMit Apfel und Zimt.
- Gepuffter AmaranthIm Müsli oder Joghurt.
- Amaranth-BratlingeMit Gemüse und Kräutern.
- FüllungFür Paprika oder Kürbis.
- SalatMit Gurke, Minze und Zitrone.
- SuppeneinlageWie Graupen.
- EnergieriegelMit Datteln und Nüssen.
- Glutenfreies BrotAls Mehl-Anteil.
- AlegríaMexikanische Süßigkeit mit Honig.
- PanadeGepufft statt Semmelbröseln.
Als HausmittelMagnesium-Frühstück aus Amaranth
Amaranth-Brei
- 50 g Amaranth heiß abspülen.
- Mit 125 ml Wasser und 50 ml Pflanzendrink aufkochen und 20 Minuten leise köcheln lassen.
- Vom Herd nehmen, 10 Minuten nachquellen lassen.
- Mit einer Handvoll Beeren, etwas Zimt und einem Löffel gehackter Nüsse servieren.
Als nahrhafter, glutenfreier Start in den Tag mit Eiweiß, Magnesium und Eisen - die Beeren liefern Vitamin C dazu, das die Eisenaufnahme verbessert.
Eine Portion am Tag, im Wechsel mit Hafer, Hirse oder Buchweizen. Bei Nierensteinen aus Calciumoxalat nicht täglich.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Amaranth (rajgira) wird in Indien traditionell an Fastentagen gegessen. Er gilt als leicht und kühlend und soll alle drei Doshas ausgleichen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM wird vor allem das Blattgemüse der Amaranth-Arten beschrieben, als kühlend und entgiftend. Die Samen spielen traditionell keine große Rolle; nach heutiger Einordnung gelten sie als süß und neutral.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Oxalsäure: bei Neigung zu Calciumoxalat-Nierensteinen nur in Maßen essen.
- Zöliakie: nur als „glutenfrei“ gekennzeichnete Ware kaufen, da Verunreinigungen mit Weizen möglich sind.
- Eisen: Pflanzeneisen wird schlechter aufgenommen - einen echten Eisenmangel ärztlich abklären lassen.
- Kleinkinder: für Babybrei eher Hirse oder Hafer nehmen; Amaranth nur gelegentlich und gut gekocht.
- Allergie: selten, Kreuzreaktionen mit Quinoa oder Fuchsschwanz-Pollen sind beschrieben.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Caselato-Sousa VM, Amaya-Farfán J. State of knowledge on amaranth grain: a comprehensive review. Journal of Food Science 2012; 77(4): R93–R104.
- Venskutonis PR, Kraujalis P. Nutritional components of amaranth seeds and vegetables: a review on composition, properties, and uses. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety 2013; 12(4): 381–412.
- USDA FoodData Central: Amaranth grain, uncooked.
- Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG): Glutenfreie Ernährung.


