Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)

Botanischer Name
Ribes rubrumStachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Verwendet wird
Die Beerenfrisch, als Gelee, Saft oder Sirup
Geschmack
Hell, spritzig sauermit feiner Süße bei voller Reife
Herkunft
West- und Mitteleuropaseit dem Spätmittelalter im Garten
Bekannt für
Säure und Pektindie klassische Gelee-Beere
Saison
Juni bis Augustdie ersten reifen um den Johannistag

HerkunftDie Beere vom Johannistag

Rote Johannisbeeren in einer Holzschale

Ihren Namen trägt sie, weil die ersten Sorten um den 24. Juni reifen - den Tag Johannes des Täufers.

Anders als viele Obstarten musste die Johannisbeere nicht aus dem Süden eingeführt werden: Wildformen wachsen in den feuchten Wäldern und Auen West- und Mitteleuropas. Griechen und Römer kannten sie kaum. Erst im Spätmittelalter holten Klostergärtner und Bauern die Sträucher in ihre Gärten, zuerst in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland.

In Österreich und Bayern heißt sie bis heute Ribisel, in der Schweiz „Meertrübeli“. Weiße Johannisbeeren sind übrigens keine eigene Art, sondern eine farblose Spielart der Roten ohne Anthocyane. Heute ist die Johannisbeere ein fester Bestandteil fast jedes Schrebergartens und wird in Deutschland auch im Erwerbsanbau geerntet.

NutzenWas Rote Johannisbeeren für dich tun

100 g Rote Johannisbeeren liefern nach USDA-Daten rund 41 mg Vitamin C - das deckt fast die Hälfte des Tagesbedarfs. Die Schwarze Johannisbeere kommt mit rund 180 mg auf mehr als das Vierfache. Dazu bringen die roten Beeren gut 4 g Ballaststoffe, etwa 275 mg Kalium und nur rund 56 kcal. Ein Großteil der Ballaststoffe steckt in Schale und Kernen.

Ihren typischen Geschmack verdanken sie der Zitronen- und Apfelsäure. Die Säure macht die Beeren erfrischend und schützt beim Einkochen Farbe und Vitamin C, reizt aber empfindliche Mägen und Zahnschmelz. Das rote Farbspiel stammt von Anthocyanen, die in roten Sorten den größten Teil der Polyphenole ausmachen - allerdings in viel geringerer Menge als in schwarzen Johannisbeeren oder Heidelbeeren.

Besonders ist das Pektin: Zusammen mit der Säure sorgt es dafür, dass Johannisbeersaft beim Kochen mit Zucker sicher geliert. Pektin ist ein löslicher Ballaststoff, der im Darm quillt und sättigt. Gezielte Studien zur Gesundheitswirkung der Roten Johannisbeere gibt es kaum - sie ist einfach ein gutes, vitaminreiches Sommerobst.

ca. 41 mgVitamin C pro 100 g
ca. 180 mgVitamin C in 100 g Schwarzer Johannisbeere zum Vergleich
ca. 4 gBallaststoffe pro 100 g
24. JuniJohannistag - Namensgeber der Beere

InhaltsstoffeDas steckt in Roten Johannisbeeren

Rote Johannisbeeren enthalten Wasser, Fruchtzucker und Traubenzucker, Zitronen- und Apfelsäure, Pektin und weitere Ballaststoffe, Vitamin C, etwas Vitamin K und Folat sowie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. An Polyphenolen finden sich Anthocyane (vor allem Cyanidin-Glykoside), Flavonole wie Quercetin, Proanthocyanidine und Phenolsäuren.

Weiße Johannisbeeren sind ähnlich zusammengesetzt, enthalten aber keine Anthocyane und schmecken etwas milder. Beim Kochen geht ein Teil des Vitamin C verloren, Pektin und Mineralstoffe bleiben weitgehend erhalten.

Verstärkte KombinationenWas Johannisbeeren stärker macht

Die Säure der Johannisbeere braucht einen weichen Gegenpart - und passt erstaunlich gut zu Herzhaftem.

Cremig

mit Quark & Joghurt

Mildert die Säure, bringt Eiweiß dazu.

Eisen

mit Haferflocken

Vitamin C hilft bei pflanzlichem Eisen.

Süße

mit reifen Erdbeeren

Gleicht die Säure ohne Zucker aus.

Herzhaft

mit Wild & Käse

Als Gelee oder Cumberland-Soße.

Beerenmix

mit Himbeeren & Stachelbeeren

Für Rote Grütze.

Aroma

mit Vanille oder Minze

Rundet den Geschmack ab.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Zähne

nicht direkt danach putzen

Die Säure weicht den Zahnschmelz kurz auf - 30 Minuten warten.

Magen

nicht in großen Mengen auf leeren Magen

Kann Sodbrennen verstärken.

Zucker

nicht nur als Gelee und Sirup

Dann überwiegt der Zucker.

Waschen

nicht lange im Wasser liegen lassen

Die Beeren platzen und laugen aus.

Lagerung

nicht tagelang aufbewahren

Im Kühlschrank höchstens drei Tage.

Vitamin C

nicht als Ersatz für Schwarze

Deutlich weniger Vitamin C.

In der KücheWo sie hingehören

  • JohannisbeergeleeKlar, fest, leuchtend rot.
  • JohannisbeerkuchenMit Baiserhaube.
  • Rote GrützeMit anderen Sommerbeeren.
  • Cumberland-SoßeZu Wild und Pastete.
  • JohannisbeersirupMit Wasser als Schorle.
  • QuarkspeiseMit etwas Honig.
  • MüsliFrisch über Hafer gestreut.
  • SorbetSpritzig und kühl.
  • SalatEin paar Beeren an Feldsalat mit Ziegenkäse.
  • ChutneyMit Zwiebel und Essig.
Faustregel: Die Rispen in der einen Hand halten und die Beeren mit einer Gabel abstreifen - das sogenannte Abrebeln geht so schnell und schonend. Erst kurz vor dem Essen waschen, am besten noch an der Rispe.

Als HausmittelJohannisbeergelee mit eigenem Pektin

So geht’s

Johannisbeergelee

  1. 1 kg Rote Johannisbeeren waschen und samt Rispen mit 100 ml Wasser aufkochen, bis die Beeren platzen.
  2. Die Masse in ein Tuch oder feines Sieb geben und den Saft ohne Pressen abtropfen lassen.
  3. 750 ml Saft mit 500 g Zucker oder Gelierzucker 2:1 aufkochen und nach Packungsangabe sprudelnd kochen.
  4. Gelierprobe machen: Ein Tropfen auf einem kalten Teller sollte fest werden.
  5. Heiß in saubere Gläser füllen und sofort verschließen.
Wofür

Für einen Vorrat aus dem eigenen Garten. Johannisbeeren bringen so viel Pektin und Säure mit, dass sie auch mit weniger Zucker gut gelieren. Ein Genussmittel, kein Heilmittel.

Menge

Ein Teelöffel zum Frühstück oder als Beilage. Wegen des Zuckers bleibt Gelee etwas für kleine Portionen - frische Beeren sind die bessere Wahl.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Johannisbeere ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung gilt sie als sauer und kühlend - erfrischend im Sommer, bei viel Pitta aber nur in kleinen Mengen.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM spielt die Rote Johannisbeere keine klassische Rolle. In der westlichen TCM-Ernährungslehre wird sie als sauer und kühl eingeordnet und soll Körperflüssigkeiten bewahren und Hitze kühlen.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Säure: bei empfindlichem Magen, Sodbrennen oder Gastritis nur kleine Mengen.
  • Zähne: nach dem Essen mit Wasser spülen, Zähne erst nach einer halben Stunde putzen.
  • Zucker: Gelee, Sirup und Nektar enthalten viel zugesetzten Zucker.
  • Allergie: selten, Reaktionen auf Johannisbeeren sind aber beschrieben.
  • Waschen: gekaufte und bodennah gepflückte Beeren vor dem Essen kurz abspülen.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Currants, red and white, raw.
  2. USDA FoodData Central: Currants, european black, raw.
  3. Määttä K, Kamal-Eldin A, Törrönen R. Phenolic compounds in berries of black, red, green, and white currants (Ribes sp.). Antioxidants & Redox Signaling 2001; 3(6): 981–993.
  4. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Die Johannisbeeren sind reif. Pressemeldung, 2023.