Cranberry (Vaccinium macrocarpon)
HerkunftDie Beere aus dem Moor

Der Name kommt von „crane berry“: Die Blüte erinnerte die Siedler an Kopf und Schnabel eines Kranichs.
Cranberrys wachsen als niedrige, kriechende Zwergsträucher in den sauren Mooren Nordamerikas. Indigene Völker nutzten die Beeren lange vor den Europäern, etwa im Trockenfleisch Pemmikan. Die Siedler übernahmen sie, und bis heute gehört Cranberrysoße in den USA zum Truthahn an Thanksgiving.
Angebaut wird die Beere in flachen Becken. Zur Ernte werden die Felder geflutet, die Beeren vom Strauch geschüttelt - sie schwimmen dank kleiner Lufträume im Inneren auf und werden abgeschöpft. Die in Europa heimische Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos) ist eine kleinfrüchtige Verwandte. Die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) ist eine eigene Art mit kleineren Beeren, die auf trockeneren Böden wächst.
NutzenWas Cranberrys für dich tun
Frische Cranberrys liefern pro 100 g nur rund 46 kcal, etwa 3,6 g Ballaststoffe, 14 mg Vitamin C und gut 1 mg Vitamin E. Bemerkenswert ist ihr Gehalt an Polyphenolen: Anthocyane, Flavonole wie Quercetin und vor allem Proanthocyanidine vom Typ A. Diese besondere Bindungsform ist in anderen Obstarten selten.
Im Labor hemmen die Typ-A-Proanthocyanidine, dass sich E.-coli-Bakterien mit ihren Haftfäden an die Zellen der Harnwege heften. Ein Cochrane-Review von 2023 mit 50 Studien und fast 9.000 Teilnehmenden kommt zu dem Schluss, dass Cranberry-Produkte das Risiko für symptomatische Harnwegsinfekte senken können - mit moderater Vertrauenswürdigkeit der Evidenz bei Frauen mit wiederkehrenden Infekten, bei Kindern und nach Eingriffen an der Blase. Bei Pflegeheimbewohnern und Schwangeren zeigte sich kaum ein Nutzen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2011 eine gesundheitsbezogene Angabe zu Cranberry-Proanthocyanidinen und der Abwehr von Bakterien in den unteren Harnwegen abgelehnt, weil sie keinen ausreichenden Wirkungsnachweis sah. Cranberry kann vorbeugend ein Baustein sein - ein akuter Harnwegsinfekt mit Fieber, Flankenschmerz oder Blut im Urin gehört dagegen in ärztliche Hände.
InhaltsstoffeDas steckt in Cranberrys
Cranberrys enthalten Wasser, wenig Zucker, viel Fruchtsäure (Chinasäure, Zitronen- und Apfelsäure), Pektin und andere Ballaststoffe, Vitamin C, Vitamin E, etwas Vitamin K und Mangan. An sekundären Pflanzenstoffen finden sich Proanthocyanidine vom Typ A, Anthocyane (Cyanidin- und Peonidin-Glykoside), Flavonole wie Quercetin und Myricetin, Phenolsäuren und Triterpene wie Ursolsäure.
Getrocknete Cranberrys werden fast immer mit Zuckersirup getränkt und mit Öl beschichtet, damit sie nicht verkleben. Sie enthalten dann rund 65 g Zucker pro 100 g. Säfte im Handel sind meist gezuckerte Nektare.
Verstärkte KombinationenWas Cranberrys stärker macht
Die herbe Säure der Cranberry verlangt nach Partnern - am besten nach solchen, die ohne viel Zucker auskommen.
Mildert die Säure ganz natürlich.
Für die Harnwege die wichtigste Grundlage.
Frische oder ungesüßte Beeren im Porridge.
Als selbst gekochte Soße.
Im Salat oder Studentenfutter.
Für Soße und Kompott.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Trockenfrüchte und Nektar sind Zuckerquellen.
Akuter Infekt braucht Behandlung.
Einzelfälle mit erhöhtem INR beschrieben.
Extrakte können Oxalat liefern.
Andere Art, anderes Profil.
In der EU ist kein Harnwegs-Claim zugelassen.
In der KücheWo sie hingehören
- CranberrysoßeZu Truthahn und Wild.
- PorridgeMit frischen Beeren und Apfel.
- MüsliGetrocknet, sparsam dosiert.
- WintersalatMit Walnüssen und Ziegenkäse.
- ChutneyMit Zwiebel, Ingwer und Essig.
- MuffinsFrische Beeren im Teig.
- KompottMit Birne und Zimt.
- FüllungIn Geflügel mit Brot und Kräutern.
- StudentenfutterMit Nüssen und Kernen.
- SaftschorleUngesüßter Saft mit Wasser.
Als HausmittelCranberry-Schorle zur Vorbeugung
Cranberry-Schorle
- Ungesüßten Cranberry-Muttersaft (100 % Frucht) kaufen.
- 50 bis 100 ml Saft in ein großes Glas geben.
- Mit 200 ml Wasser auffüllen und nach Geschmack mit einem Spritzer Apfelsaft abrunden.
- Über den Tag verteilt zusätzlich reichlich Wasser oder Kräutertee trinken.
Als Baustein zur Vorbeugung, wenn Harnwegsinfekte immer wieder auftreten. Die Wirkung ist moderat und ersetzt bei einem akuten Infekt keine ärztliche Abklärung.
Ein Glas täglich über längere Zeit, so wurde es in vielen Studien geprüft. Wer Warfarin oder andere Blutverdünner nimmt oder zu Nierensteinen neigt, spricht vorher mit Arzt oder Apotheke.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Cranberry ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung gilt sie als sauer, herb und kühlend - für Kapha und Pitta eher ausgleichend, bei Vata besser gekocht und leicht gesüßt.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM ist die Cranberry kein klassisches Mittel. In der westlichen TCM-Ernährungslehre wird sie als sauer, herb und kühl eingeordnet und bei Feuchter Hitze im unteren Erwärmer genannt, also bei Beschwerden der Harnwege.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Harnwegsinfekt: bei Fieber, Flankenschmerz, Blut im Urin, in der Schwangerschaft und bei Männern immer ärztlich abklären.
- Blutverdünner: unter Warfarin oder anderen Vitamin-K-Antagonisten keine großen Mengen Saft oder Extrakt ohne Rücksprache - Einzelfälle mit erhöhtem INR-Wert sind beschrieben.
- Nierensteine: bei Neigung zu Oxalatsteinen konzentrierte Extrakte meiden.
- Zucker: getrocknete Cranberrys und Nektare enthalten viel zugesetzten Zucker.
- Magen: die Säure kann Sodbrennen verstärken.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Williams G, Hahn D, Stephens JH, Craig JC, Hodson EM. Cranberries for preventing urinary tract infections. Cochrane Database of Systematic Reviews 2023; CD001321.
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to proanthocyanidins from cranberry (Vaccinium macrocarpon Aiton) fruit and defence against bacterial pathogens in the lower urinary tract. EFSA Journal 2011; 9(6): 2215.
- Howell AB et al. A-type cranberry proanthocyanidins and uropathogenic bacterial anti-adhesion activity. Phytochemistry 2005; 66(18): 2281–2291.
- Aston JL, Lodolce AE, Shapiro NL. Interaction between warfarin and cranberry juice. Pharmacotherapy 2006; 26(9): 1314–1319.
- USDA FoodData Central: Cranberries, raw und Cranberries, dried, sweetened.


