Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
HerkunftDie Beere vom Johannistag

Ihren Namen trägt sie, weil die ersten Sorten um den 24. Juni reifen - den Tag Johannes des Täufers.
Anders als viele Obstarten musste die Johannisbeere nicht aus dem Süden eingeführt werden: Wildformen wachsen in den feuchten Wäldern und Auen West- und Mitteleuropas. Griechen und Römer kannten sie kaum. Erst im Spätmittelalter holten Klostergärtner und Bauern die Sträucher in ihre Gärten, zuerst in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland.
In Österreich und Bayern heißt sie bis heute Ribisel, in der Schweiz „Meertrübeli“. Weiße Johannisbeeren sind übrigens keine eigene Art, sondern eine farblose Spielart der Roten ohne Anthocyane. Heute ist die Johannisbeere ein fester Bestandteil fast jedes Schrebergartens und wird in Deutschland auch im Erwerbsanbau geerntet.
NutzenWas Rote Johannisbeeren für dich tun
100 g Rote Johannisbeeren liefern nach USDA-Daten rund 41 mg Vitamin C - das deckt fast die Hälfte des Tagesbedarfs. Die Schwarze Johannisbeere kommt mit rund 180 mg auf mehr als das Vierfache. Dazu bringen die roten Beeren gut 4 g Ballaststoffe, etwa 275 mg Kalium und nur rund 56 kcal. Ein Großteil der Ballaststoffe steckt in Schale und Kernen.
Ihren typischen Geschmack verdanken sie der Zitronen- und Apfelsäure. Die Säure macht die Beeren erfrischend und schützt beim Einkochen Farbe und Vitamin C, reizt aber empfindliche Mägen und Zahnschmelz. Das rote Farbspiel stammt von Anthocyanen, die in roten Sorten den größten Teil der Polyphenole ausmachen - allerdings in viel geringerer Menge als in schwarzen Johannisbeeren oder Heidelbeeren.
Besonders ist das Pektin: Zusammen mit der Säure sorgt es dafür, dass Johannisbeersaft beim Kochen mit Zucker sicher geliert. Pektin ist ein löslicher Ballaststoff, der im Darm quillt und sättigt. Gezielte Studien zur Gesundheitswirkung der Roten Johannisbeere gibt es kaum - sie ist einfach ein gutes, vitaminreiches Sommerobst.
InhaltsstoffeDas steckt in Roten Johannisbeeren
Rote Johannisbeeren enthalten Wasser, Fruchtzucker und Traubenzucker, Zitronen- und Apfelsäure, Pektin und weitere Ballaststoffe, Vitamin C, etwas Vitamin K und Folat sowie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. An Polyphenolen finden sich Anthocyane (vor allem Cyanidin-Glykoside), Flavonole wie Quercetin, Proanthocyanidine und Phenolsäuren.
Weiße Johannisbeeren sind ähnlich zusammengesetzt, enthalten aber keine Anthocyane und schmecken etwas milder. Beim Kochen geht ein Teil des Vitamin C verloren, Pektin und Mineralstoffe bleiben weitgehend erhalten.
Verstärkte KombinationenWas Johannisbeeren stärker macht
Die Säure der Johannisbeere braucht einen weichen Gegenpart - und passt erstaunlich gut zu Herzhaftem.
Mildert die Säure, bringt Eiweiß dazu.
Vitamin C hilft bei pflanzlichem Eisen.
Gleicht die Säure ohne Zucker aus.
Als Gelee oder Cumberland-Soße.
Für Rote Grütze.
Rundet den Geschmack ab.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Die Säure weicht den Zahnschmelz kurz auf - 30 Minuten warten.
Kann Sodbrennen verstärken.
Dann überwiegt der Zucker.
Die Beeren platzen und laugen aus.
Im Kühlschrank höchstens drei Tage.
Deutlich weniger Vitamin C.
In der KücheWo sie hingehören
- JohannisbeergeleeKlar, fest, leuchtend rot.
- JohannisbeerkuchenMit Baiserhaube.
- Rote GrützeMit anderen Sommerbeeren.
- Cumberland-SoßeZu Wild und Pastete.
- JohannisbeersirupMit Wasser als Schorle.
- QuarkspeiseMit etwas Honig.
- MüsliFrisch über Hafer gestreut.
- SorbetSpritzig und kühl.
- SalatEin paar Beeren an Feldsalat mit Ziegenkäse.
- ChutneyMit Zwiebel und Essig.
Als HausmittelJohannisbeergelee mit eigenem Pektin
Johannisbeergelee
- 1 kg Rote Johannisbeeren waschen und samt Rispen mit 100 ml Wasser aufkochen, bis die Beeren platzen.
- Die Masse in ein Tuch oder feines Sieb geben und den Saft ohne Pressen abtropfen lassen.
- 750 ml Saft mit 500 g Zucker oder Gelierzucker 2:1 aufkochen und nach Packungsangabe sprudelnd kochen.
- Gelierprobe machen: Ein Tropfen auf einem kalten Teller sollte fest werden.
- Heiß in saubere Gläser füllen und sofort verschließen.
Für einen Vorrat aus dem eigenen Garten. Johannisbeeren bringen so viel Pektin und Säure mit, dass sie auch mit weniger Zucker gut gelieren. Ein Genussmittel, kein Heilmittel.
Ein Teelöffel zum Frühstück oder als Beilage. Wegen des Zuckers bleibt Gelee etwas für kleine Portionen - frische Beeren sind die bessere Wahl.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Johannisbeere ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung gilt sie als sauer und kühlend - erfrischend im Sommer, bei viel Pitta aber nur in kleinen Mengen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM spielt die Rote Johannisbeere keine klassische Rolle. In der westlichen TCM-Ernährungslehre wird sie als sauer und kühl eingeordnet und soll Körperflüssigkeiten bewahren und Hitze kühlen.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Säure: bei empfindlichem Magen, Sodbrennen oder Gastritis nur kleine Mengen.
- Zähne: nach dem Essen mit Wasser spülen, Zähne erst nach einer halben Stunde putzen.
- Zucker: Gelee, Sirup und Nektar enthalten viel zugesetzten Zucker.
- Allergie: selten, Reaktionen auf Johannisbeeren sind aber beschrieben.
- Waschen: gekaufte und bodennah gepflückte Beeren vor dem Essen kurz abspülen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- USDA FoodData Central: Currants, red and white, raw.
- USDA FoodData Central: Currants, european black, raw.
- Määttä K, Kamal-Eldin A, Törrönen R. Phenolic compounds in berries of black, red, green, and white currants (Ribes sp.). Antioxidants & Redox Signaling 2001; 3(6): 981–993.
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Die Johannisbeeren sind reif. Pressemeldung, 2023.


