Birne (Pyrus communis)
HerkunftDie Frucht der Götter und der Gärten

Homer beschrieb Birnbäume im Garten des Alkinoos - schon damals ein Zeichen von Wohlstand und Gartenkunst.
Die Kulturbirne stammt von Wildbirnen aus dem Kaukasus und Vorderasien ab. Griechen und Römer kannten Dutzende Sorten; im Barock war die Birne das edle Tafelobst des Adels, und französische Gärtner züchteten die schmelzenden Butterbirnen, deren Namen noch heute „Beurré“ tragen.
In Deutschland war die Birne lange so wichtig wie der Apfel. Viele alte Sorten wachsen heute nur noch auf Streuobstwiesen; im Handel dominieren Conference, Williams Christ und Abate Fetel. Birnen reifen am Baum nicht vollständig aus - sie werden fest geerntet und werden bei Zimmertemperatur weich und aromatisch.
NutzenWas die Birne für dich tut
Eine mittelgroße Birne liefert rund 5 bis 6 g Ballaststoffe - mehr als die meisten anderen Obstsorten –, dazu Kalium, Vitamin C, Vitamin K, Kupfer und Polyphenole, die vor allem in der Schale sitzen. Weil sie kaum Säure enthält, wird sie von Menschen mit empfindlichem Magen und Sodbrennen meist gut vertragen.
Birnen enthalten viel Fruchtzucker und Sorbit. Das ist bei Reizdarm ein Nachteil, bei Verstopfung aber ein Vorteil: Sorbit zieht Wasser in den Darm und macht den Stuhl weicher. Birnensaft und gedünstete Birne sind deshalb traditionelle, sanfte Mittel bei träger Verdauung - auch für Kinder.
Große Beobachtungsstudien zeigen: Wer viel Obst isst, hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Birne ist dabei kein Sonderfall, sondern ein gutes, gut verträgliches Alltagsobst.
InhaltsstoffeDas steckt in der Birne
Birnen enthalten Wasser, Fruchtzucker (deutlich mehr als Traubenzucker), Sorbit, lösliche und unlösliche Ballaststoffe, darunter Pektin und Lignin in den kleinen Steinzellen, die für die körnige Textur sorgen. Dazu Kalium, Vitamin C, Vitamin K, Kupfer sowie Polyphenole wie Chlorogensäure, Arbutin und Flavonole in der Schale.
Die Kerne enthalten wie bei allen Kernobstgewächsen Amygdalin - mitgegessene ganze Kerne sind unbedenklich.
Verstärkte KombinationenWas die Birne stärker macht
Die Birne ist süß und mild - sie liebt Käse, Nüsse, Gewürze und sogar Speck.
Birnen, Bohnen und Speck - der norddeutsche Klassiker aus süß und salzig.
Birne, Gorgonzola, Walnüsse - als Salat, Tarte oder auf dem Käsebrett.
Gedünstete Birnen mit Winterwürze.
Die Schale enthält viele Ballaststoffe und Polyphenole - gut waschen und dranlassen.
Birne im Porridge ersetzt Zucker.
Gedämpfte Birne mit Honig - die chinesische Hausmedizin bei trockenem Husten.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Fruktose und Sorbit sind FODMAPs - Birnen gehören zu den häufigsten Auslösern von Blähungen.
Birnen haben mehr Fruchtzucker als Traubenzucker - meist schlecht verträglich.
Birnen reagieren empfindlich auf Ethylen und werden schnell mehlig.
Birnen bei Zimmertemperatur nachreifen lassen, bis sie am Stiel leicht nachgeben.
Viel Zucker, wenig Ballaststoffe - der Saft wirkt eher abführend als sättigend.
Wie Äpfel können rohe Birnen Kribbeln im Mund auslösen - gegart meist verträglich.
In der KücheWo sie hingehört
- Birnen, Bohnen und SpeckNorddeutscher Eintopf mit grünen Bohnen.
- Birne HelenePochierte Birne mit Vanilleeis und Schokoladensauce.
- Birnen-Gorgonzola-SalatMit Rucola und Walnüssen.
- Gedünstete BirneMit Zimt als Frühstück oder Schonkost.
- BirnenkuchenMit Mandeln oder als Tarte.
- Birnen-ChutneyMit Ingwer zu Käse.
- BirnenmusFür Babys und Kleinkinder.
- BirnenbrotFrüchtebrot mit Trockenbirnen.
- Birnen-PorridgeMit Hafer und Kardamom.
- Gedämpfte Birne mit HonigDas chinesische Hustenmittel.
Als HausmittelGedämpfte Birne bei trockenem Husten
Birne mit Honig, gedämpft
- Eine reife Birne waschen, den Deckel abschneiden und das Kerngehäuse aushöhlen.
- Einen Teelöffel Honig in die Höhlung geben, Deckel wieder aufsetzen.
- Die Birne in einer Schale im Dampfkorb oder Wasserbad 30 bis 40 Minuten dämpfen, bis sie weich ist.
- Warm auslöffeln, samt dem entstandenen Saft.
Trockener, kratzender Husten und gereizter Hals. In der TCM gilt die Birne als befeuchtend für die Lunge; die gedämpfte Birne mit Kandiszucker oder Honig ist dort ein altes Familienrezept. Wärme, Flüssigkeit und Honig tun dem Rachen gut - eine wissenschaftlich geprüfte Hustenwirkung hat die Birne allerdings nicht.
Ein bis zwei Birnen am Tag. Kein Honig für Säuglinge unter einem Jahr. Husten über drei Wochen, mit Fieber oder Atemnot gehört zum Arzt.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Birne (Amritaphala) gilt im Ayurveda als süß, zusammenziehend und kühlend. Sie beruhigt Pitta, wird bei Hitze und Entzündungen empfohlen und kann roh Vata erhöhen - deshalb gedünstet mit wärmenden Gewürzen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM ist die Birne (Li) süß-leicht sauer und kühl. Sie soll die Lunge befeuchten, Hitze kühlen, Schleim lösen und Durst stillen - das klassische Obst bei trockenem Husten und trockenem Hals im Herbst.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Reizdarm: Fruktose und Sorbit - häufiger Blähungsauslöser.
- Fruktosemalabsorption: meist schlecht verträglich.
- Allergie: rohe Birnen bei Birkenpollenallergie oft problematisch, gegart besser.
- Kleinkinder: Birnensaft wirkt abführend - nicht in großen Mengen.
- Honig: nicht für Säuglinge unter einem Jahr.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
Passend zum ThemaWeiterlesen und mitkochen
Shop-Links führen zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.
QuellenWorauf sich das stützt
- Reiland H, Slavin J. Systematic review of pears and health. Nutrition Today 2015; 50(6): 301–305.
- Gibson PR, Shepherd SJ. Evidence-based dietary management of functional gastrointestinal symptoms: the FODMAP approach. Journal of Gastroenterology and Hepatology 2010; 25(2): 252–258.
- Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
- Bensky D et al. Chinese Herbal Medicine: Materia Medica. 3. Auflage, Eastland Press 2004.
- USDA FoodData Central: Pears, raw.


