Bohnen (Phaseolus vulgaris)
HerkunftZweimal erfunden

Die Gartenbohne wurde zweimal unabhängig domestiziert - einmal in Mexiko und einmal in den Anden.
Die Wildbohne wächst von Mexiko bis Argentinien. Vor etwa 8.000 Jahren wurde sie in Mittelamerika und unabhängig davon in den Anden zur Kulturpflanze; mit Mais und Kürbis bildete sie die „Drei Schwestern“ der indigenen Landwirtschaft. Mais und Bohnen zusammen liefern ein vollständiges Eiweiß - eine Kombination, die in der mexikanischen Küche bis heute das Fundament ist.
Nach Europa kam die Bohne im 16. Jahrhundert und verdrängte die bis dahin übliche Ackerbohne (Saubohne), eine ganz andere Art. Heute gibt es Hunderte Sorten: Kidneybohnen, Wachtelbohnen, schwarze Bohnen, weiße Bohnen, Borlotti, Cannellini - und die grünen Busch- und Stangenbohnen, bei denen die ganze junge Hülse gegessen wird.
NutzenWas Bohnen für dich tun
Getrocknete Bohnen liefern rund 22 Prozent Eiweiß, sehr viele Ballaststoffe, Folat, Eisen, Magnesium, Kalium und Polyphenole - dunkle Sorten wie Kidney- und schwarze Bohnen besonders viele Anthocyane in der Schale.
Hülsenfrüchte senken in Metaanalysen das LDL-Cholesterin, den Blutdruck und den Blutzuckeranstieg nach Mahlzeiten. In einer Langzeitstudie mit älteren Menschen in Japan, Schweden, Griechenland und Australien war der Verzehr von Hülsenfrüchten der stärkste Ernährungsfaktor für ein längeres Leben - pro 20 g täglich sank das Sterberisiko um etwa 8 Prozent. Ein Zusammenhang, kein Beweis, aber ein bemerkenswert konsistenter.
Die leeren Bohnenhülsen sind eine alte Arzneidroge: Die Kommission E hat Bohnenschalen-Tee zur unterstützenden Behandlung bei Beschwerden beim Wasserlassen anerkannt; traditionell werden sie leicht harntreibend eingesetzt.
InhaltsstoffeDas steckt in Bohnen
Bohnen enthalten Eiweiß, Stärke mit hohem Anteil resistenter Stärke, lösliche und unlösliche Ballaststoffe, Folat, Eisen, Magnesium, Kalium, Zink und Polyphenole. Grüne Bohnen sind eher ein Gemüse: wenig Kalorien, Vitamin C, Vitamin K und Folat.
Alle rohen Bohnen enthalten Phasin (Phytohämagglutinin), ein Lektin, das rote Blutkörperchen verklumpen lässt und schon in kleinen Mengen heftiges Erbrechen und Durchfall auslöst. Kidneybohnen enthalten besonders viel. Phasin wird erst durch mindestens zehn Minuten sprudelndes Kochen zerstört - Schongarer und niedrige Temperaturen reichen nicht und können die Giftigkeit sogar erhöhen.
Verstärkte KombinationenWas Bohnen stärker macht
Bohnen mögen Mais, Tomaten, Kräuter und Zeit - und sie brauchen immer richtiges Kochen.
Bohnen mit Mais oder Reis liefern ein vollständiges Eiweiß - Chili, Gallo Pinto, Rice and Beans.
Bohnenkraut heißt nicht zufällig so - es gilt als blähungswidrig und gehört zu grünen Bohnen.
Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme.
Toskanische weiße Bohnen mit Salbei, Knoblauch und Olivenöl.
Über Nacht einweichen, abgießen, in frischem Wasser mindestens 10 Minuten sprudelnd, dann weich kochen.
Bohnensalat mit Essig und roter Zwiebel.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Phasin in rohen Bohnen verursacht heftige Magen-Darm-Vergiftungen.
Niedrige Temperaturen zerstören Phasin nicht - Bohnen vorher 10 Minuten sprudelnd kochen.
Einweichen und Wasser wechseln verringert blähende Zucker.
Mäßiger Puringehalt.
Bei Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel lösen Ackerbohnen (Saubohnen) schwere Blutarmut aus - die Gartenbohne nicht.
Sehr alte Bohnen werden nicht mehr weich.
In der KücheWo sie hingehören
- Chili sin CarneKidneybohnen, Mais, Tomate, Kreuzkümmel.
- Grüne Bohnen mit BohnenkrautBlanchiert, in Butter geschwenkt.
- Fagioli all’uccellettoWeiße Bohnen mit Salbei und Tomate.
- Frijoles negrosSchwarze Bohnen, kubanisch mit Reis.
- BohnensalatGrüne und weiße Bohnen mit Essig und Zwiebel.
- MinestroneMit Borlotti-Bohnen und Gemüse.
- Bohnen-DipWeiße Bohnen mit Rosmarin und Knoblauch püriert.
- RajmaNordindisches Kidneybohnen-Curry.
- Baked BeansWeiße Bohnen in Tomatensauce, selbst gemacht.
- SchnippelbohneneintopfNorddeutscher Wintereintopf.
Als HausmittelBohnenschalen-Tee
Tee aus Bohnenhülsen
- Getrocknete Bohnenhülsen ohne Samen (Apotheke oder selbst getrocknet) zerkleinern.
- 2,5 g (etwa zwei Teelöffel) mit 150 ml kochendem Wasser übergießen.
- Zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, abseihen.
- Über den Tag verteilt trinken, dazu viel Wasser.
Zur unterstützenden Durchspülung bei leichten Beschwerden beim Wasserlassen, wie von der Kommission E beschrieben. Traditionell auch bei Wassereinlagerungen.
Zwei bis drei Tassen am Tag. Nur getrocknete Hülsen verwenden, keine frischen, grünen Bohnen roh. Nicht bei Wassereinlagerungen durch Herz- oder Nierenschwäche. Brennen beim Wasserlassen mit Fieber oder Blut im Urin gehört zum Arzt.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Kidneybohne (Rajmasha) gilt im Ayurveda als schwer, süß, zusammenziehend und kühlend - schwer verdaulich und Vata-erhöhend. Sie wird eingeweicht, lange gekocht und mit Ingwer, Asant und Kreuzkümmel gewürzt; Mungbohnen gelten als die leichteste Alternative.
Traditionelle Chinesische Medizin
Die TCM nutzt vor allem die kleine rote Adzukibohne (Chi Xiao Dou): süß-sauer und neutral, soll sie Feuchtigkeit ausleiten, Schwellungen reduzieren und das Wasserlassen fördern. Die Gartenbohne wird ähnlich als Milz stärkend und Feuchtigkeit ausleitend eingeordnet.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Roh giftig: alle Bohnen - auch grüne - nur ausreichend gekocht essen.
- Schongarer: getrocknete Bohnen vorher 10 Minuten sprudelnd kochen.
- Blähungen: einweichen, Wasser wechseln, Bohnenkraut oder Kümmel.
- G6PD-Mangel: Ackerbohnen (Saubohnen) meiden - nicht mit Gartenbohnen verwechseln.
- Bohnenschalen-Tee: nicht bei Ödemen durch Herz- oder Nierenerkrankungen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Darmadi-Blackberry I et al. Legumes: the most important dietary predictor of survival in older people of different ethnicities. Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition 2004; 13(2): 217–220.
- Ha V et al. Effect of dietary pulse intake on established therapeutic lipid targets for cardiovascular risk reduction. CMAJ 2014; 186(8): E252–E262.
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Rohe Bohnen sind giftig - Hülsenfrüchte immer ausreichend erhitzen. Verbraucherinformation.
- Kommission E: Monographie Phaseoli pericarpium (Bohnenhülsen), Bundesanzeiger.
- USDA FoodData Central: Beans, kidney, all types, mature seeds, raw.



