Macadamia (Macadamia integrifolia)

Botanischer Name
Macadamia integrifoliaSilberbaumgewächse (Proteaceae)
Verwendet wird
Der Samenkernroh, geröstet, als Öl oder Mus
Geschmack
Buttrig, mild, leicht süßdie cremigste aller Nüsse
Herkunft
Ostaustralienheute auch Südafrika, Kenia, China und Hawaii
Bekannt für
Einfach ungesättigte Fettemit seltener Palmitoleinsäure
Saison
Ganzjähriggetrocknet, nur Import

HerkunftAustraliens Beitrag zur Weltküche

Macadamianüsse, ganz und geknackt, auf einem Holzbrett

Die Macadamia ist die einzige Pflanze aus Australien, die weltweit als Nahrungsmittel angebaut wird.

Die Aborigines sammelten die Nüsse in den subtropischen Regenwäldern von Queensland und New South Wales lange vor der Ankunft der Europäer. Wissenschaftlich beschrieben wurde die Gattung 1857 vom Botaniker Ferdinand von Mueller, der sie nach seinem Freund John Macadam benannte. Die Europäer pflanzten die ersten Bäume bald darauf an.

Ab den 1880er-Jahren kam die Macadamia nach Hawaii, wo im 20. Jahrhundert der erste große Anbau entstand. Heute sind Südafrika und Australien die wichtigsten Erzeuger, gefolgt von Kenia und China. Die Schale ist so hart, dass sie nur mit Spezialmaschinen oder einem besonderen Nussknacker aufgeht. Im Handel gibt es deshalb meist nur ausgelöste Kerne, bei Geschenkpackungen auch angesägte Nüsse mit einem kleinen Schlüssel zum Aufhebeln.

NutzenWas Macadamias für dich tun

100 g Macadamias liefern rund 76 g Fett, davon knapp 60 g einfach ungesättigte Fettsäuren - mehr als jede andere Nuss. Neben Ölsäure ist das vor allem Palmitoleinsäure, eine Omega-7-Fettsäure, die in kaum einem anderen Pflanzenfett in nennenswerter Menge vorkommt. Mehrfach ungesättigte Fette und damit Omega-3 enthält die Macadamia dagegen nur wenig. Dazu kommen gut 8 g Ballaststoffe, viel Mangan und Vitamin B1.

In einer australischen Studie ersetzten Männer mit erhöhtem Cholesterin vier Wochen lang einen Teil ihrer Fette durch 40 bis 90 g Macadamias am Tag: Das LDL-Cholesterin sank um gut 5 Prozent, das HDL stieg. Auf dieser Grundlage hat die FDA 2017 eine qualifizierte Gesundheitsaussage erlaubt - sie besagt, dass unterstützende, aber nicht abschließende Forschung zeigt, dass 1,5 Unzen (gut 40 g) Macadamias am Tag im Rahmen einer Kost mit wenig gesättigten Fetten das Risiko für koronare Herzkrankheit senken können, sofern dadurch nicht mehr Kalorien gegessen werden.

Der entscheidende Nachsatz betrifft die Kalorien: Mit rund 720 kcal pro 100 g ist die Macadamia die energiereichste Nuss. Eine Handvoll von 30 g bringt schon über 200 kcal. Ihr Nutzen entsteht also nur, wenn sie Butter, Wurst oder Knabbergebäck ersetzt - nicht, wenn sie zusätzlich gegessen wird.

ca. 59 geinfach ungesättigte Fette pro 100 g
ca. 720 kcalpro 100 g - die energiereichste Nuss
ca. 4 mgMangan pro 100 g
ab 2,4 g/kgKörpergewicht lösen bei Hunden Vergiftungszeichen aus

InhaltsstoffeDas steckt in Macadamias

Macadamias enthalten Fett mit Ölsäure und Palmitoleinsäure, wenig Eiweiß, Ballaststoffe, Phytosterine, Tocotrienole, Squalen, Polyphenole sowie Mangan, Magnesium, Kupfer, Eisen und die Vitamine B1 und B3. Zucker und Stärke sind kaum enthalten.

Durch den hohen Anteil einfach ungesättigter Fette ist Macadamiaöl hitzestabiler als viele Samenöle und eignet sich auch zum Braten bei mittlerer Hitze.

Verstärkte KombinationenWas Macadamias stärker macht

Macadamias sind ein Genussfett - sie wirken am besten, wenn sie andere Fette ersetzen.

Austausch

statt Butter oder Chips

Nur so bessern sich die Blutfette.

Omega-3

mit Walnüssen oder Leinöl

Macadamia liefert kaum Omega-3.

Frucht

mit Mango & Ananas

Tropischer Obstsalat.

Gemüse

über Salat & Ofengemüse

Fett hilft bei Carotinoiden.

Frühstück

im Porridge

Wenige Kerne genügen.

Öl

als Bratöl

Bei mittlerer Hitze.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Menge

nicht zusätzlich naschen

Rund 720 kcal pro 100 g.

Hunde

nie an Hunde verfüttern

Giftig für Hunde.

Salz

nicht gesalzen & geröstet in Mengen

Mehr Salz, oft zusätzliches Fett.

Schokolade

nicht als Cookie-Füllung täglich

Aus Nutzen wird Zucker.

Lagerung

nicht warm und offen

Wird ranzig.

Kinder

nicht ganze Kerne für Kleinkinder

Erstickungsgefahr.

In der KücheWo sie hingehören

  • Macadamia-CookiesMit weißer Schokolade - als Ausnahme.
  • MacadamiamusButtrig auf Brot.
  • NussmilchBesonders cremig.
  • PestoMit Basilikum und Zitrone.
  • KrusteFür Fisch oder Hähnchen.
  • Tropischer ObstsalatMit Mango.
  • PorridgeMit Banane.
  • OfengemüseMit gerösteten Kernen.
  • Vegane KäsecremeEingeweicht und püriert.
  • SalatMit Avocado und Limette.
Faustregel: Macadamiakerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze 3 bis 5 Minuten rösten, bis sie hellgolden sind - sie verbrennen schnell. Zum Pürieren vorher 2 bis 4 Stunden einweichen.

Als HausmittelMacadamia-Aufstrich statt Butter

So geht’s

Macadamia-Aufstrich

  1. 150 g ungesalzene Macadamiakerne 2 Stunden in Wasser einweichen und abgießen.
  2. Mit 3 bis 4 Esslöffeln frischem Wasser, einer Prise Salz und einem Spritzer Zitronensaft im Mixer glatt pürieren.
  3. Nach Wunsch Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie unterrühren.
  4. In ein Glas füllen und im Kühlschrank aufbewahren.
Wofür

Als Brotaufstrich, der Butter ersetzt: Er liefert einfach ungesättigte statt gesättigter Fette - genau der Austausch, auf dem die positiven Studienergebnisse beruhen. Ein Küchenhelfer, kein Heilmittel.

Menge

1 bis 2 Teelöffel pro Brotscheibe. Im Kühlschrank 4 bis 5 Tage haltbar. Außer Reichweite von Hunden aufbewahren.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Macadamia ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung gilt sie als süß, schwer, ölig und wärmend - nährend für Vata, für Kapha nur in kleinen Mengen.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM spielt die Macadamia traditionell keine Rolle. Moderne Ernährungslehren ordnen sie als süß und neutral bis warm ein, befeuchtend für Darm und Lunge.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Hunde: Macadamias sind für Hunde giftig. Schon ab etwa 2,4 g pro Kilogramm Körpergewicht - bei einem kleinen Hund wenige Nüsse - treten innerhalb von 12 Stunden Schwäche, Zittern, Erbrechen, Gangunsicherheit und Fieber auf. Meist klingt das nach 1 bis 2 Tagen ab, trotzdem sofort den Tierarzt anrufen.
  • Energie: rund 720 kcal pro 100 g - die Portion ist eine kleine Handvoll.
  • Allergie: Macadamias sind Schalenfrüchte und Hauptallergene; schwere Reaktionen sind möglich.
  • Kleinkinder: keine ganzen Nüsse unter 4 Jahren wegen Erstickungsgefahr.
  • Knacken: die Schale ist extrem hart - nur mit geeignetem Werkzeug öffnen, Verletzungsgefahr.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

Passend zum ThemaWeiterlesen und mitkochen

Shop-Links führen zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.

QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Nuts, macadamia nuts, raw.
  2. Garg ML, Blake RJ, Wills RBH. Macadamia nut consumption lowers plasma total and LDL cholesterol levels in hypercholesterolemic men. Journal of Nutrition 2003; 133(4): 1060–1063.
  3. U.S. Food and Drug Administration: FDA Completes Review of Qualified Health Claim Petition for Macadamia Nuts and the Risk of Coronary Heart Disease. 24. Juli 2017.
  4. Aune D et al. Nut consumption and risk of cardiovascular disease, total cancer, all-cause and cause-specific mortality: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. BMC Medicine 2016; 14: 207.
  5. Hansen SR et al. Weakness, tremors, and depression associated with macadamia nuts in dogs. Veterinary and Human Toxicology 2000; 42(1): 18–21.