Pistazie (Pistacia vera)

Botanischer Name
Pistacia veraSumachgewächse (Anacardiaceae), verwandt mit Cashew und Mango
Verwendet wird
Der Samenkernroh, geröstet, gesalzen, als Mus oder Paste
Geschmack
Mild, nussig, leicht süßlichgeröstet kräftiger
Herkunft
Zentralasien und Iranheute vor allem USA, Iran und Türkei
Bekannt für
Kalium, Vitamin B6 und Luteindie grüne Farbe stammt vom Chlorophyll
Saison
Ernte August bis Septemberganzjährig getrocknet, fast nur Import

HerkunftDie lachende Nuss aus dem Orient

Pistazien in einer Holzschale

In Iran heißt die Pistazie pesteh khandan, in China „glückliche Nuss“ - weil die reife Schale von selbst aufspringt, als würde sie lachen.

Wilde Pistazienbäume wachsen in den trockenen Bergregionen von Zentralasien bis Iran. Die Samen wurden dort schon vor Jahrtausenden gesammelt und später angebaut. Über Persien und Syrien gelangte die Pistazie in die Mittelmeerwelt; die Römer brachten sie nach Italien.

Pistazienbäume sind zweihäusig: Es gibt männliche und weibliche Bäume, bestäubt wird durch den Wind. Heute kommen die meisten Pistazien aus Kalifornien, Iran und der Türkei. Berühmt sind die leuchtend grünen Pistazien aus Bronte am Ätna auf Sizilien. In Deutschland wächst der Baum nicht zur Reife - Pistazien sind hier immer Import.

NutzenWas Pistazien für dich tun

100 g rohe Pistazien liefern rund 20 g Eiweiß, 45 g Fett - überwiegend einfach und mehrfach ungesättigt - und gut 10 g Ballaststoffe. Herausragend sind etwa 1.000 mg Kalium, 1,7 mg Vitamin B6 und 1,3 mg Kupfer. Eine Handvoll von 30 g bringt damit rund 300 mg Kalium und etwa ein Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin B6. Mit rund 560 kcal pro 100 g gehören Pistazien zu den etwas leichteren Nüssen.

Pistazien sind die einzige gängige Nuss mit nennenswert Lutein und Zeaxanthin - je nach Analyse etwa 1 bis 3 mg pro 100 g. Diese Carotinoide lagern sich in der Netzhaut ab. In einer kontrollierten Studie mit Menschen mit erhöhtem Cholesterin stiegen unter einer pistazienreichen Kost die Lutein-Werte im Blut, und oxidiertes LDL-Cholesterin sank. Ob das langfristig Herz oder Augen schützt, ist damit nicht bewiesen.

Große Beobachtungsstudien verbinden eine Handvoll Nüsse am Tag mit weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen; Pistazien sind darin eingeschlossen. Das Knacken hat noch einen Nebeneffekt: Wer Pistazien selbst schält, isst langsamer, und die leeren Schalen zeigen, wie viel schon gegessen wurde. Das eigentliche Plus liegt aber in den ungesalzenen Kernen - gesalzene bringen schnell ein Gramm Salz und mehr pro 100 g mit.

ca. 1.000 mgKalium pro 100 g
ca. 1,7 mgVitamin B6 pro 100 g
1–3 mgLutein und Zeaxanthin pro 100 g
30 gübliche Portion (etwa 50 Kerne)

InhaltsstoffeDas steckt in Pistazien

Pistazien enthalten Fett mit viel Ölsäure und Linolsäure, Eiweiß, Ballaststoffe, Phytosterine, Carotinoide (Lutein, Zeaxanthin), Chlorophyll, Gamma-Tocopherol (Vitamin E), Polyphenole wie Anthocyane in der violetten Samenhaut, Flavonoide und Proanthocyanidine sowie Kalium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Eisen und die Vitamine B1 und B6.

Je grüner der Kern, desto mehr Chlorophyll und Lutein enthält er - früh geerntete Pistazien sind deshalb am intensivsten gefärbt. Rösten verringert einen Teil der empfindlichen Farbstoffe und Vitamine.

Verstärkte KombinationenWas Pistazien stärker macht

Pistazien sind ein Würzkern: Sie passen zu Süßem wie zu Herzhaftem - am besten ungesalzen.

Fett

mit Gemüse & Salat

Lutein wird mit Fett besser aufgenommen.

Vitamin C

mit Granatapfel

Farbe, Frische und Hilfe beim Eisen.

Frühstück

im Joghurt oder Müsli

Gehackt über Obst.

Süß

mit Datteln

Gefüllt als Snack.

Kräuter

mit Basilikum & Minze

Als Pesto.

Getreide

mit Bulgur oder Couscous

Orientalischer Salat.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Salz

nicht gesalzen in Mengen

Viel Natrium hebt den Blutdruck.

Allergie

nicht bei Cashewallergie

Häufig Kreuzreaktion.

Schimmel

nicht muffig oder verfärbt

Verdacht auf Aflatoxine - wegwerfen.

Menge

nicht tütenweise

Rund 560 kcal pro 100 g.

Kinder

nicht ganze Kerne für Kleinkinder

Erstickungsgefahr.

Lagerung

nicht warm und feucht

Werden ranzig und schimmeln leichter.

In der KücheWo sie hingehören

  • PistazienpestoMit Basilikum und Zitrone.
  • PistaziencremeAuf Brot oder im Gebäck.
  • BaklavaMit Filoteig und Sirup.
  • Pistazien-EisAus echtem Pistazienmus.
  • BulgursalatMit Granatapfel und Minze.
  • KrusteFür Lachs oder Tofu.
  • Joghurt-ToppingGehackt mit Honig.
  • Grüner SalatMit Birne und Ziegenkäse.
  • Mortadella-ArtItalienische Wurst mit Pistazien.
  • KulfiIndisches Milcheis mit Kardamom.
Faustregel: Pistazien ungesalzen und in der Schale kaufen - sie bleiben länger frisch. Für Pesto und Gebäck geschälte Kerne kurz in kochendes Wasser geben, abschrecken und die Samenhaut abreiben: So wird die Farbe leuchtend grün.

Als HausmittelPistazienmus ohne Zusätze

So geht’s

Pistazienmus

  1. 200 g ungesalzene, geschälte Pistazienkerne in einer Pfanne ohne Fett 3 bis 4 Minuten leicht anrösten und abkühlen lassen.
  2. Im Hochleistungsmixer oder Blitzhacker zunächst fein mahlen.
  3. Weitermixen und zwischendurch immer wieder die Masse vom Rand schieben, bis nach 8 bis 12 Minuten ein cremiges Mus entsteht.
  4. Nach Wunsch eine Prise Salz oder etwas Zitronenschale einrühren und in ein sauberes Glas füllen.
Wofür

Als Brotaufstrich ohne Zucker und Palmöl, als Grundlage für Dressings oder zum Verfeinern von Joghurt und Porridge. Ein Löffel bringt Kalium, Vitamin B6 und Lutein in den Alltag. Ein Küchenhelfer, kein Heilmittel.

Menge

1 bis 2 Teelöffel pro Portion. Kühl und dunkel gelagert etwa 4 Wochen haltbar. Bei Nuss- oder Cashewallergie tabu.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Im Ayurveda heißt die Pistazie Pista. Sie gilt als süß, schwer, ölig und wärmend - nährend und kräftigend für Vata, in großen Mengen belastend für Pitta und Kapha.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der chinesischen Ernährungslehre wird die Pistazie als süß und warm eingeordnet. Sie soll die Mitte stärken und den Darm befeuchten; klassische Quellen beschreiben sie kaum.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Allergie: Pistazien sind Schalenfrüchte und Hauptallergene. Wer auf Cashews allergisch ist, reagiert sehr häufig auch auf Pistazien (und umgekehrt) - beides nur nach ärztlicher Abklärung essen.
  • Aflatoxine: Pistazien werden im EU-Schnellwarnsystem immer wieder wegen Schimmelpilzgiften gemeldet. Muffig riechende, verfärbte oder schimmlige Kerne wegwerfen, nicht nur aussortieren.
  • Salz: gesalzene Pistazien liefern je nach Produkt 1 g Salz oder mehr pro 100 g - bei Bluthochdruck ungesalzene wählen.
  • Kleinkinder: keine ganzen Nüsse unter 4 Jahren wegen Erstickungsgefahr.
  • Energie: rund 560 kcal pro 100 g - eine Handvoll ist die sinnvolle Portion.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Nuts, pistachio nuts, raw.
  2. Kay CD, Gebauer SK, West SG, Kris-Etherton PM. Pistachios increase serum antioxidants and lower serum oxidized-LDL in hypercholesterolemic adults. Journal of Nutrition 2010; 140(6): 1093–1098.
  3. Aune D et al. Nut consumption and risk of cardiovascular disease, total cancer, all-cause and cause-specific mortality: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. BMC Medicine 2016; 14: 207.
  4. Willison LN et al. Pistachio vicilin, Pis v 3, is immunoglobulin E-reactive and cross-reacts with the homologous cashew allergen, Ana o 1. Clinical & Experimental Allergy 2008.
  5. Verordnung (EU) 2023/915 der Kommission über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln (Aflatoxine in Schalenfrüchten).