Olive (Olea europaea)
HerkunftDer Baum des Mittelmeers

Ölbäume können über tausend Jahre alt werden - manche Bäume in Griechenland und im Libanon gelten als noch älter.
Der Ölbaum wurde vermutlich im östlichen Mittelmeerraum, in der Levante, vor mehr als 6.000 Jahren aus wilden Oleastern in Kultur genommen. Phönizier, Griechen und Römer verbreiteten ihn rund um das Mittelmeer; Olivenöl war Nahrung, Lampenöl und Salbe zugleich.
Heute stammen die meisten Oliven aus Spanien, Italien, Griechenland, der Türkei, Tunesien und Marokko. In Deutschland wächst der Ölbaum nur als Kübelpflanze. Grüne und schwarze Oliven sind übrigens keine verschiedenen Sorten, sondern meist verschiedene Reifestadien - oder, bei manchen schwarzen Oliven, das Ergebnis einer Färbung.
NutzenWas Oliven für dich tun
100 g eingelegte grüne Oliven liefern rund 145 kcal und etwa 15 g Fett, reife schwarze Oliven aus der Dose rund 115 kcal und 11 g Fett. Der Großteil ist Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure. Dazu kommen gut 3 g Ballaststoffe, Vitamin E und Polyphenole wie Hydroxytyrosol, Tyrosol und Verbascosid. Gleichzeitig stecken in 100 g grünen Oliven oft über 1,5 g Natrium - das entspricht fast 4 g Kochsalz.
Den besten Ruf hat das Olivenöl. In der großen spanischen PREDIMED-Studie hatten Menschen mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko, die eine Mittelmeerkost mit viel nativem Olivenöl extra aßen, seltener Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Herztod als eine Vergleichsgruppe mit fettreduzierter Kost. Die Studie musste wegen Fehlern bei der Zufallszuteilung neu ausgewertet werden; das Ergebnis blieb ähnlich, gilt aber für die gesamte Ernährungsweise, nicht für das Öl allein.
Für Olivenöl gibt es eine in der EU zugelassene gesundheitsbezogene Angabe: Polyphenole im Olivenöl tragen dazu bei, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen - aber nur, wenn das Öl mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und seine Derivate pro 20 g enthält. Das schaffen nicht alle Öle, und die Angabe gilt nicht für Tafeloliven. Tafeloliven sind wegen des Salzes eher etwas für eine Handvoll als für eine Schüssel.
InhaltsstoffeDas steckt in Oliven
Oliven enthalten Fett (vor allem Ölsäure, dazu Linolsäure und Palmitinsäure), Ballaststoffe, Vitamin E, etwas Carotinoide, Squalen, Phytosterine und Triterpene wie Oleanolsäure und Maslinsäure. An Polyphenolen finden sich der Bitterstoff Oleuropein, seine Abbauprodukte Hydroxytyrosol und Tyrosol sowie Verbascosid, Flavonoide und Anthocyane in reifen Früchten.
Beim Entbittern wird Oleuropein zum großen Teil abgebaut oder ausgewaschen - wie viele Polyphenole übrig bleiben, hängt stark von Sorte und Verfahren ab. Dafür nehmen die Früchte viel Natrium aus Lake oder Salz auf. Geschwärzte Oliven enthalten zusätzlich Eisen aus dem Farbstabilisator.
Verstärkte KombinationenWas Oliven stärker macht
Oliven gehören in eine Küche mit viel Gemüse, Kräutern und Hülsenfrüchten - und mit wenig zusätzlichem Salz.
Das Fett hilft bei den Carotinoiden.
Klassisch mediterran.
Für sättigende Salate.
Hebt den Geschmack.
Senkt den Salzgehalt spürbar.
Die polyphenolreichste Form.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Ungenießbar bitter durch Oleuropein.
Schnell mehrere Gramm Salz.
Oliven sind schon salzig genug.
Oft gefärbt statt gereift.
Bei starkem Rauchen Pfanne runter.
Verschluckgefahr.
In der KücheWo sie hingehören
- Griechischer SalatMit Kalamata-Oliven und Feta.
- TapenadeOliven-Paste mit Kapern.
- Pizza und FocacciaSchwarze Oliven obenauf.
- Pasta puttanescaMit Tomaten, Kapern und Sardellen.
- Oliven-BrotGrobe Stücke im Teig.
- AntipastiMariniert mit Kräutern.
- TajineMarokkanisch mit Zitrone.
- KichererbsensalatMit Petersilie und Oliven.
- OfengemüseZum Schluss dazugeben.
- Brot mit OlivenölZum Eintunken.
Als HausmittelOlivenblätter-Tee
Olivenblätter-Tee
- 1 bis 2 Teelöffel getrocknete, geschnittene Olivenblätter (etwa 2 g) in eine Tasse geben.
- Mit 150 ml kochendem Wasser übergießen.
- Zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen lassen und abseihen.
- Warm oder lauwarm trinken; der Tee schmeckt herb und leicht bitter.
Das europäische Herbal-Komitee (HMPC) führt Olivenblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel, um bei leichter Wassereinlagerung die Wasserausscheidung über die Nieren zu fördern - nachdem ein Arzt ernsthafte Ursachen ausgeschlossen hat. Weitere Wirkungen, etwa auf Blutdruck oder Blutzucker, sind nicht ausreichend belegt.
Bis zu 3 bis 4 Tassen täglich, nicht länger als 2 bis 4 Wochen ohne ärztlichen Rat. Nicht bei Herz- oder Nierenschwäche mit Wassereinlagerungen und nicht für Kinder unter 12 Jahren.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Olive ist im klassischen Ayurveda kaum beschrieben. Nach heutiger Einordnung gilt Olivenöl als schwer, ölig und leicht erwärmend - ausgleichend für Vata, bei Kapha sparsam; die salzigen Tafeloliven gelten als Pitta-erhöhend.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM ist die europäische Olive kein klassisches Mittel. Die chinesische „Olive“ (Qing Guo) stammt von einem anderen Baum (Canarium album) und wird bei Halsbeschwerden verwendet - sie darf nicht mit Olea europaea verwechselt werden.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Salz: Tafeloliven enthalten sehr viel Natrium - bei Bluthochdruck, Herz- oder Nierenerkrankungen nur wenige Stück und vorher abspülen.
- Geschwärzte Oliven: gleichmäßig tiefschwarze Oliven sind oft mit Eisen-II-gluconat (E 579) geschwärzt - der Stein bleibt dabei meist grünlich.
- Olivenblätter: nicht bei Wassereinlagerungen durch Herz- oder Nierenschwäche; bei blutdruck- oder blutzuckersenkenden Medikamenten ärztlich abklären.
- Steine: Kleinkindern nur entsteinte, halbierte Oliven geben.
- Allergie: Olivenbaumpollen sind im Mittelmeerraum ein häufiges Allergen; Reaktionen auf die Früchte sind selten.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Charoenprasert S, Mitchell A. Factors influencing phenolic compounds in table olives (Olea europaea). Journal of Agricultural and Food Chemistry 2012; 60(29): 7081–7095.
- Estruch R et al. Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet Supplemented with Extra-Virgin Olive Oil or Nuts. New England Journal of Medicine 2018; 378(25): e34.
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to polyphenols in olive and protection of LDL particles from oxidative damage. EFSA Journal 2011; 9(4): 2033.
- EMA/HMPC: European Union herbal monograph on Olea europaea L., folium (EMA/HMPC/359238/2016).
- USDA FoodData Central: Olives, pickled, canned or bottled, green und Olives, ripe, canned (small-extra large).



