Pomelo (Citrus maxima)
HerkunftDie Mutter der Grapefruit

Genanalysen zeigen: Die Pomelo ist eine der wenigen echten Ur-Arten, aus denen fast alle heutigen Zitrusfrüchte entstanden sind.
Die Pomelo stammt aus Südostasien und Südchina, wo sie seit Jahrtausenden angebaut wird. Zusammen mit der Mandarine und der Zitronatzitrone gehört sie zu den Stammeltern unserer Zitrusfrüchte: Aus Pomelo und Mandarine ging die Orange hervor, aus Pomelo und Orange später die Grapefruit. Nach Europa brachten sie Seefahrer; ein englischer Kapitän namens Shaddock soll sie im 17. Jahrhundert in die Karibik gebracht haben - im Englischen heißt sie deshalb auch shaddock.
Die Früchte werden 15 bis 30 cm groß und wiegen oft 1 bis 2 kg. Unter der bis zu mehreren Zentimeter dicken, weichen Schale liegen große Segmente, deren Häute bitter sind. Nach Deutschland kommen Pomelos vor allem aus China, Israel und Südafrika. Im Handel finden sich auch Kreuzungen wie Sweetie oder Oroblanco (Pomelo × Grapefruit). In China ist die Pomelo eine Glücksfrucht des Mondfests.
NutzenWas Pomelo für dich tut
100 g Pomelo-Fruchtfleisch liefern nach USDA rund 61 mg Vitamin C, 216 mg Kalium, etwa 1 g Ballaststoffe und nur rund 38 kcal. Eine Portion von 150 g deckt damit schon den Tagesbedarf an Vitamin C. Dazu kommen Folat, Flavonoide wie Naringin und Hesperidin sowie bei rosa Sorten etwas Lycopin und Beta-Carotin.
Weil sie viel Wasser und wenig Säure enthält, ist die Pomelo erfrischend und für viele Menschen bekömmlicher als Grapefruit. Die großen Segmente sättigen gut und passen in herzhafte Salate. Belastbare Studien zu besonderen Heilwirkungen gibt es nicht - die Pomelo ist ein gutes Vitamin-C-Obst, mehr nicht.
Wichtig ist eine andere Eigenschaft: Pomelos enthalten wie Grapefruits Furanocumarine, etwa Bergamottin. Sie hemmen im Darm das Enzym CYP3A4, das viele Arzneimittel abbaut. Die kanadischen Forscher, die die Grapefruit-Wechselwirkung entdeckt haben, nennen Pomelos ausdrücklich als ebenso betroffen. Aus Japan ist ein Fall beschrieben, bei dem nach dem Verzehr von Pomelo der Blutspiegel des Transplantationsmedikaments Tacrolimus deutlich anstieg.
InhaltsstoffeDas steckt in der Pomelo
Pomelos bestehen zu rund 89 % aus Wasser und enthalten Fruchtzucker, Zitronensäure, Vitamin C, Kalium, Folat, Pektin, die Flavonoide Naringin, Naringenin und Hesperidin sowie Limonoide. Rosa Sorten liefern Lycopin und Beta-Carotin. Schale und Trennhäute enthalten ätherisches Öl, Bitterstoffe und besonders viele Furanocumarine wie Bergamottin und 6′,7′-Dihydroxybergamottin.
Der Gehalt an Furanocumarinen schwankt stark zwischen Sorten und Anbaugebieten. Weil man ihn beim Einkauf nicht erkennen kann, gilt für Menschen mit betroffenen Medikamenten: Pomelo wie Grapefruit behandeln.
Verstärkte KombinationenWas Pomelo stärker macht
Die milde Pomelo verträgt kräftige Partner - und braucht Abstand zu manchen Tabletten.
Der thailändische Klassiker Yam Som-O.
Carotinoide der rosa Sorten werden besser aufgenommen.
Vitamin C hilft beim Pflanzen-Eisen.
Weckt das milde Aroma.
Frischer Kontrast zu Omega-3-Fett.
Eiweiß dazu, sättigt länger.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Mehr Wirkstoff im Blut.
Gefährlich hohe Spiegel möglich.
Blutdruck kann zu stark fallen.
Die Hemmung hält bis zu drei Tage.
Bitter und reich an Furanocumarinen.
Nur unbehandelte Schale verwenden.
In der KücheWo sie hingehört
- Pur zum FrühstückSegmente aus der Haut lösen.
- Yam Som-OThailändischer Pomelosalat mit Erdnüssen.
- Vietnamesischer SalatGỏi bưởi mit Garnelen und Kräutern.
- WintersalatMit Fenchel und Feldsalat.
- Avocado-BowlMit Pomelo, Reis und Sesam.
- ObstsalatMit Kiwi und Granatapfel.
- Kandierte SchaleAus unbehandelten Früchten.
- MarmeladeMit etwas Ingwer.
- Joghurt-DessertMit Minze und Honig.
- Chinesisches DessertMango-Pomelo-Sago.
Als HausmittelPomelo-Kräuter-Salat als Vitamin-C-Teller
Pomelo-Kräuter-Salat
- Eine halbe Pomelo schälen, die Segmente aus den Häuten lösen und in mundgerechte Stücke zupfen.
- Mit einer Handvoll Koriander und Minze, einer halben Chili und einem Esslöffel gehackten Erdnüssen mischen.
- Mit dem Saft einer halben Limette und einem Teelöffel Öl anmachen.
- Sofort essen - Vitamin C ist empfindlich gegen langes Stehen.
Als frische, kalorienarme Beilage im Winter, wenn heimisches Obst knapp ist. Zusammen mit Linsen, Tofu oder Fisch hilft das Vitamin C bei der Aufnahme von Pflanzen-Eisen.
Eine Portion von etwa 150 g Fruchtfleisch deckt den Tagesbedarf an Vitamin C. Nur, wenn keine betroffenen Medikamente eingenommen werden - im Zweifel Arzt oder Apotheke fragen.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Pomelo ist im Ayurveda als Madhukarkati bekannt und gilt als süß-sauer, kühlend und herzstärkend. Nach heutiger Einordnung beruhigt sie Pitta und ist bei Vata in Maßen gut; die Schale wird als verdauungsfördernd beschrieben.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM heißt die Pomelo You Zi: kalt, süß-sauer, dem Magen und der Lunge zugeordnet. Sie soll Nahrungsstagnation lösen und Durst stillen. Die Schale (Hua Ju Hong) gilt als warm und wird bei Husten mit viel Schleim eingesetzt.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Medikamente: Pomelo enthält wie Grapefruit Furanocumarine und kann die Wirkung vieler Arzneimittel verstärken - etwa mancher Statine, Calciumantagonisten, Immunsuppressiva und Krebsmedikamente. Beipackzettel lesen, in der Apotheke nachfragen.
- Kein Abstand: die Enzymhemmung kann bis zu drei Tage anhalten - zeitlicher Abstand zur Tablette schützt nicht zuverlässig.
- Kreuzungen: auch Sweetie, Oroblanco und Grapefruit sind betroffen.
- Kalium: wer bei eingeschränkter Nierenfunktion Kalium meiden soll, isst große Pomelos nur in kleinen Portionen.
- Schale: nur unbehandelte Früchte zum Kandieren verwenden; Importware ist oft gewachst und mit Konservierungsstoffen behandelt.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
Passend zum ThemaWeiterlesen und mitkochen
Shop-Links führen zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.
QuellenWorauf sich das stützt
- Wu GA et al. Genomics of the origin and evolution of Citrus. Nature 2018; 554: 311–316.
- Bailey DG, Dresser G, Arnold JMO. Grapefruit–medication interactions: forbidden fruit or avoidable consequences? CMAJ 2013; 185(4): 309–316.
- Egashira K et al. Pomelo-induced increase in the blood level of tacrolimus in a renal transplant patient. Transplantation 2003; 75(7).
- Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum: Zitrusfrüchte und Wechselwirkungen mit Krebsmedikamenten.
- USDA FoodData Central: Pummelo, raw.


