Stachelbeere (Ribes uva-crispa)

Botanischer Name
Ribes uva-crispaStachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Verwendet wird
Die Beerengrün, gelb oder rot
Geschmack
Sauer bis süßgrün unreif für Kompott, reif zum Naschen
Herkunft
Europa, Nordafrika, Kaukasuswild in Wäldern und Hecken
Bekannt für
Vitamin C und BallaststoffePektin für Marmelade
Saison
Juni bis Augustgrün ab Juni, reif ab Juli

HerkunftDie Leidenschaft der Engländer

Frische grüne Stachelbeeren in einer Schale

Im 19. Jahrhundert gab es in England über 170 Stachelbeer-Vereine, die Wettbewerbe um die schwerste Beere austrugen.

Die Stachelbeere wächst wild in ganz Europa und ist eng mit der Johannisbeere verwandt. Gezielt angebaut wird sie seit dem 16. Jahrhundert, vor allem in England und den Niederlanden, wo Hunderte Sorten entstanden. Die Rekordbeeren der englischen Vereine wogen über 50 Gramm.

In Deutschland war sie in jedem Bauerngarten zu finden, bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein aus Amerika eingeschleppter Mehltau die Bestände dezimierte. Heute gibt es robuste, teils stachellose Sorten, und die Stachelbeere erlebt im Hausgarten ein Comeback.

NutzenWas die Stachelbeere für dich tut

Stachelbeeren liefern rund 28 mg Vitamin C und 4 g Ballaststoffe pro 100 g, dazu Kalium, Mangan, Vitamin A und Polyphenole - rote Sorten zusätzlich Anthocyane. Mit rund 44 kcal pro 100 g sind sie leicht und erfrischend.

Ihr hoher Pektingehalt macht sie zur idealen Marmeladenfrucht und liefert lösliche Ballaststoffe, die die Darmflora füttern und den Blutzuckeranstieg bremsen. Wie bei allen Beeren verbinden Beobachtungsstudien einen hohen Verzehr mit besserer Herz- und Gefäßgesundheit.

Die Stachelbeere ist ein gutes Beispiel für Saisonküche: Wer sie im Juni grün erntet, hat Kompottfrucht, im Juli reife Naschbeeren - aus dem eigenen Garten, ohne Transport und Verpackung.

ca. 28 mgVitamin C pro 100 g
ca. 4 gBallaststoffe pro 100 g
über 50 gwog die schwerste englische Wettbewerbsbeere
170+Stachelbeer-Vereine gab es im England des 19. Jahrhunderts

InhaltsstoffeDas steckt in der Stachelbeere

Stachelbeeren enthalten Fruchtsäuren (vor allem Zitronen- und Äpfelsäure), Zucker, Vitamin C, Pektin und andere Ballaststoffe, Kalium, Mangan sowie Polyphenole wie Quercetin, Kaempferol und in roten Sorten Anthocyane.

Unreife grüne Beeren sind saurer und pektinreicher, reife Beeren süßer und aromatischer. Die Schale ist fest und enthält einen großen Teil der Polyphenole.

Verstärkte KombinationenWas die Stachelbeere stärker macht

Stachelbeeren brauchen Süße gegen die Säure - oder Fett, das sie trägt.

Süß

mit Holunderblüten

Stachelbeer-Holunderblüten-Marmelade - ein englischer Klassiker.

Kuchen

mit Baiser

Stachelbeerkuchen mit Baiserhaube: sauer und süß.

Herzhaft

zu Makrele & Ente

Stachelbeersauce schneidet durch fetten Fisch und Geflügel.

Dessert

mit Sahne

Gooseberry Fool - Kompott mit geschlagener Sahne.

Frühstück

mit Joghurt & Hafer

Reife Beeren im Müsli.

Marmelade

ohne Geliermittel

Grüne Stachelbeeren gelieren durch ihr eigenes Pektin.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Säure

nicht grün roh in Mengen

Sehr sauer - grüne Beeren gekocht verwenden.

Zähne

nicht sauer und dann putzen

Fruchtsäure - 30 Minuten warten.

Magen

nicht bei Sodbrennen in Mengen

Säure kann reizen.

Pflücken

nicht ohne Handschuhe

Die Stacheln - daher der Name.

Zucker

nicht zu stark gesüßt

Lieber reife Beeren nehmen als viel Zucker zugeben.

Lagerung

nicht lange liegen lassen

Reife Beeren halten nur wenige Tage im Kühlschrank.

In der KücheWo sie hingehört

  • StachelbeerkuchenMit Baiserhaube.
  • Gooseberry FoolKompott mit Sahne.
  • Stachelbeer-MarmeladeMit Holunderblüten.
  • KompottMit Vanille zu Grießbrei.
  • CrumbleMit Haferstreuseln.
  • Sauce zu MakreleEnglisch mit etwas Zucker.
  • ChutneyMit Ingwer zu Käse.
  • Rote GrützeMit anderen Sommerbeeren.
  • SmoothieReife Beeren mit Banane.
  • Frisch vom StrauchReife, weiche Beeren.
Faustregel: Für Kompott und Kuchen die Beeren im Juni fest und grün ernten, zum Naschen im Juli, wenn sie weich werden. Stiel- und Blütenansätze mit einer Schere abknipsen.

Als HausmittelStachelbeerkompott mit wenig Zucker

So geht’s

Stachelbeerkompott

  1. 500 g grüne Stachelbeeren waschen und die Enden abknipsen.
  2. Mit 100 ml Wasser, 2 bis 3 Esslöffeln Honig oder Zucker und einer Vanilleschote aufkochen.
  3. 5 Minuten sanft köcheln, bis die ersten Beeren platzen.
  4. Abkühlen lassen, zu Joghurt, Porridge oder Grießbrei essen.
Wofür

Als vitamin- und pektinreiche Beilage für Frühstück und Dessert. Das Pektin sättigt und bremst den Blutzucker, die Säure macht zusätzlichen Zucker weitgehend überflüssig.

Menge

Im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar. Eine Portion pro Tag.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die europäische Stachelbeere ist im Ayurveda nicht beschrieben - nicht zu verwechseln mit der indischen Stachelbeere Amla (Phyllanthus emblica), einer der wichtigsten ayurvedischen Pflanzen. Nach ihrem sauren Geschmack würde man sie als Vata-senkend und Pitta-anregend einordnen.

Traditionelle Chinesische Medizin

Auch in der TCM spielt die Stachelbeere keine Rolle. Saure Beeren werden allgemein als zusammenziehend und Körperflüssigkeiten bewahrend beschrieben.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Säure: bei Sodbrennen und empfindlichen Zähnen vorsichtig.
  • Stacheln: beim Pflücken Handschuhe.
  • Verwechslung: nicht mit der indischen Stachelbeere Amla verwechseln - andere Pflanze.
  • Allergie: selten.
  • Zucker: Kompott und Marmelade sparsam süßen.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Basu A, Rhone M, Lyons TJ. Berries: emerging impact on cardiovascular health. Nutrition Reviews 2010; 68(3): 168–177.
  2. Hummer KE, Dale A. Horticulture of Ribes. Forest Pathology 2010; 40(3–4): 251–263.
  3. Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr - Vitamin C.
  5. USDA FoodData Central: Gooseberries, raw.