Yams (Dioscorea spp.)
HerkunftDie Knolle der Neuyamsfeste

Eine einzelne Yamsknolle kann über einen Meter lang und mehr als 50 Kilogramm schwer werden.
Yams gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Tropen. Er wurde in Westafrika, in Südostasien und in Amerika jeweils unabhängig aus wilden Arten gezüchtet. Heute stammen rund zwei Drittel der Welternte aus Nigeria. In Westafrika feiern viele Gemeinschaften nach der Ernte das Neuyamsfest - erst danach darf die neue Ernte gegessen werden. Yams ist dort nicht nur Nahrung, sondern auch Gastgeschenk und Zeichen von Wohlstand.
Die wichtigsten Arten sind der Weiße Yams (Dioscorea rotundata) aus Westafrika, der Wasser- oder Flügelyams (D. alata) aus Südostasien - seine violette Form kennt man als Ube aus philippinischen Desserts - und der Chinesische Yams (D. polystachya), in Japan Nagaimo. Er ist frosthart und wächst sogar in deutschen Gärten. Die orangefarbene Süßkartoffel (Ipomoea batatas) gehört dagegen zu den Windengewächsen; dass sie in Nordamerika „Yam“ genannt wird, ist ein alter Handelsname.
NutzenWas Yams für dich tut
100 g rohe Yamsknolle liefern rund 118 kcal, etwa 28 g Kohlenhydrate, gut 4 g Ballaststoffe und rund 17 mg Vitamin C. Auffällig ist der hohe Kaliumgehalt von etwa 800 mg - mehr als in Banane oder Kartoffel. Dazu kommen Vitamin B6, Mangan und Kupfer. Eiweiß und Fett enthält Yams nur wenig, er ist ein klassisches Stärkegemüse.
Ein Teil der Yamsstärke ist resistent, und die Knolle enthält Schleimstoffe. In kleinen Studien ließ Yams den Blutzucker etwas langsamer ansteigen als andere stärkereiche Beilagen; belastbar für eine Empfehlung ist das nicht. Violette Sorten wie Ube enthalten zusätzlich Anthocyane, die gleichen Farbstoffe wie Blaubeeren.
Viel beworben wird der Pflanzenstoff Diosgenin aus wilden Yamsarten. Er diente seit den 1940er-Jahren als Ausgangsstoff, um im Labor Progesteron und andere Hormone herzustellen. Im menschlichen Körper findet diese Umwandlung aber nicht statt. In einer placebokontrollierten Studie veränderte eine „Wild Yam“-Creme über drei Monate weder die Wechseljahresbeschwerden noch die Hormonwerte. Yams ist ein gutes Nahrungsmittel - ein natürliches Hormonpräparat ist er nicht.
InhaltsstoffeDas steckt im Yams
Yams enthält vor allem Wasser und Stärke, dazu Ballaststoffe, Schleimstoffe, das Speichereiweiß Dioscorin, Kalium, Mangan, Kupfer, Phosphor, Magnesium, Vitamin C und B6. In vielen Arten kommen Steroidsaponine wie Dioscin vor, aus denen Diosgenin entsteht; violetter Yams liefert Anthocyane, gelbfleischiger Carotinoide.
Roh enthält die Knolle nadelförmige Calciumoxalat-Kristalle, die Haut und Schleimhäute reizen und jucken lassen. Manche Wildarten, etwa die Luftkartoffel D. bulbifera oder D. hispida, enthalten außerdem giftige Bitterstoffe und Alkaloide wie Dioscorin (engl. dioscorine, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamig klingenden Eiweiß). Die im Handel üblichen Speiseyams sind nach dem Kochen sicher.
Verstärkte KombinationenWas Yams stärker macht
Yams ist ein mildes Stärkegemüse - er braucht Würze, Eiweiß und etwas Fett.
Ergänzt das wenige Eiweiß der Knolle.
Westafrikanischer Klassiker zu Yams-Fufu.
Bringt Schärfe in den milden Brei.
Folat, Eisen und Farbe dazu.
Für Curry und Ube-Desserts.
Mehr resistente Stärke.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Reizt Mund und Rachen, manche Arten sind giftig.
Oxalatkristalle lassen die Hände jucken.
Andere Pflanze, andere Nährstoffe.
Diosgenin wird im Körper nicht umgewandelt.
Giftige Arten sind schwer zu unterscheiden.
Sehr kaliumreich.
In der KücheWo er hingehört
- Pounded YamWestafrikanischer Brei zu Suppen.
- Yams-PommesGekocht, dann im Ofen gebacken.
- AsaroNigerianischer Yams-Eintopf mit Tomaten.
- Ube HalayaPhilippinische violette Yamscreme.
- YamspüreeMit Butter und Muskat.
- Yams-CurryMit Kokosmilch und Spinat.
- SuppeneinlageIn karibischen Eintöpfen.
- Yams-ChipsDünn gehobelt und gebacken.
- TororoGegarter Nagaimo als japanische Beilage.
- OfengemüseMit Kürbis und Zwiebeln.
Als HausmittelGestampfter Yams als milde Beilage
Yamsbrei
- 500 g Yams mit Handschuhen schälen und in gleich große Würfel schneiden.
- Die Würfel gründlich waschen und in leicht gesalzenem Wasser 20 Minuten weich kochen.
- Das Wasser abgießen und den Yams kräftig stampfen, bis ein glatter, fester Brei entsteht.
- Mit etwas warmem Wasser oder Pflanzendrink geschmeidig rühren und warm servieren.
Als sättigende, leicht verdauliche Beilage an Tagen, an denen der Magen Ruhe braucht, und als kaliumreiche Alternative zu Kartoffelbrei. Eine Heilwirkung ist damit nicht verbunden.
Eine Portion von 150 bis 200 g als Beilage. Bei Nierenerkrankungen oder kaliumarmer Diät vorher mit Arzt oder Ernährungsberatung abstimmen.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Im Ayurveda werden einige Dioscorea-Arten als Knollen (Kanda) beschrieben, etwa Varahikand. Sie gelten als süß, schwer und nährend, sollen Kraft geben und Vata beruhigen. Für Kapha eher sparsam und mit wärmenden Gewürzen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM ist der Chinesische Yams (Shan Yao) ein bekanntes Mittel: süß und neutral, er soll Milz, Lunge und Niere stärken. Er wird getrocknet in Rezepturen und frisch in Suppen und Congee verwendet - immer gegart.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Roh: Yams immer garen; roh reizt er Mund und Rachen, manche Arten sind giftig.
- Hautreizung: beim Schälen Handschuhe tragen - Oxalatkristalle können Juckreiz und Rötung auslösen.
- Nieren: Yams ist sehr kaliumreich; bei Niereninsuffizienz oder kaliumarmer Diät nur nach Rücksprache.
- Nierensteine: bei Neigung zu Oxalatsteinen nicht täglich große Mengen essen.
- Hormoncremes: „Wild Yam“-Produkte sind kein Ersatz für eine Hormontherapie - Beschwerden ärztlich abklären lassen.
- Wildsammlung: keine wild wachsenden Dioscorea-Arten essen - einige sind stark giftig.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Padhan B, Panda D. Potential of neglected and underutilized yams (Dioscorea spp.) for improving nutritional security and health benefits. Frontiers in Pharmacology 2020; 11: 496.
- Komesaroff PA et al. Effects of wild yam extract on menopausal symptoms, lipids and sex hormones in healthy menopausal women. Climacteric 2001; 4(2): 144–150.
- Library of Congress: What is the difference between sweet potatoes and yams? Everyday Mysteries.
- USDA FoodData Central: Yam, raw.


