Pekannuss (Carya illinoinensis)

Botanischer Name
Carya illinoinensisWalnussgewächse (Juglandaceae), eine Hickory-Art
Verwendet wird
Die Nusskerneroh, geröstet, gehackt oder als Öl
Geschmack
Buttrig, mild, süßlichweniger herb als Walnuss
Herkunft
Südliches NordamerikaMississippi-Tal, Texas, Mexiko
Bekannt für
Pecan Pieund sehr viel einfach ungesättigtes Fett
Saison
Ernte Oktober bis Dezemberganzjährig im Handel, Import

HerkunftDie Nuss der Flussauen

Pekannüsse in einer Holzschale

Der Name stammt aus einer Algonkin-Sprache: pakani hieß eine Nuss, die man nur mit einem Stein knacken konnte.

Pekannussbäume wachsen wild in den Flussauen des Mississippi und seiner Nebenflüsse bis nach Texas und Nordmexiko. Für die Ureinwohner war sie ein wichtiger Wintervorrat. Wie ihre Verwandten, die Hickorynüsse, gehört sie zur Gattung Carya in der Familie der Walnussgewächse. Der Baum wird über 30 Meter hoch und ist der Staatsbaum von Texas.

Plantagen entstanden im 19. Jahrhundert, nachdem ein versklavter Gärtner namens Antoine in Louisiana erstmals erfolgreich Pekanbäume veredelte. Heute liefern die USA und Mexiko den Großteil der Welternte. In den Südstaaten ist der Pecan Pie zu Thanksgiving und Weihnachten Pflicht. In Deutschland trägt der wärmeliebende Baum nur in milden Lagen.

NutzenWas Pekannüsse für dich tun

100 g Pekannüsse liefern rund 690 kcal und 72 g Fett - davon etwa 41 g einfach ungesättigte Fettsäuren (vor allem Ölsäure, wie im Olivenöl) und rund 22 g mehrfach ungesättigte. Dazu kommen knapp 10 g Ballaststoffe, 9 g Eiweiß, viel Mangan, Zink, Magnesium und Vitamin B1 sowie rund 24 mg Gamma-Tocopherol, eine Form von Vitamin E.

Pekannüsse sind außerdem reich an Polyphenolen wie Catechinen, Ellagsäure und Proanthocyanidinen. In einer großen Messreihe des US-Landwirtschaftsministeriums von 2004 hatten sie die höchste antioxidative Kapazität (ORAC-Wert) aller untersuchten Nüsse. Doch das USDA hat seine ORAC-Datenbank 2012 zurückgezogen, weil Laborwerte im Reagenzglas nichts darüber aussagen, was im Körper geschieht. „Antioxidantien-Rekord“ ist also kein Gesundheitsbeweis.

Etwas aussagekräftiger sind kleine Humanstudien: Nach einer Pekan-Mahlzeit stiegen Gamma-Tocopherol und Catechine im Blut, oxidiertes LDL sank für einige Stunden. In einer achtwöchigen Studie senkte pekanreiche Kost Gesamt- und LDL-Cholesterin im Vergleich zu einer fettärmeren Standardkost. Das passt zu großen Beobachtungsstudien, die eine Handvoll Nüsse am Tag mit weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbinden - statt anderer Snacks, nicht zusätzlich.

ca. 72 gFett pro 100 g
ca. 41 geinfach ungesättigte Fettsäuren pro 100 g
ca. 24 mgGamma-Tocopherol pro 100 g
25–30 gsinnvolle Tagesportion (eine Handvoll)

InhaltsstoffeDas steckt in Pekannüssen

Pekannüsse enthalten Fett mit hohem Anteil an Ölsäure und Linolsäure, etwas Alpha-Linolensäure, Eiweiß, Ballaststoffe, Tocopherole (vor allem Gamma-Tocopherol), Phytosterine wie Beta-Sitosterin, Mangan, Zink, Magnesium, Kupfer, Phosphor und Vitamin B1. Die dünne braune Haut ist reich an Polyphenolen: Catechine, Epicatechin, Proanthocyanidine und Ellagsäure.

Weil so viel ungesättigtes Fett enthalten ist, oxidieren Pekannüsse leicht. Geschälte Kerne halten sich kühl und dunkel einige Monate, im Kühlschrank rund ein halbes Jahr, eingefroren deutlich länger.

Verstärkte KombinationenWas Pekan stärker macht

Pekannüsse sind von Natur aus süßlich - sie brauchen wenig, um zu glänzen.

Frühstück

mit Haferflocken

Ballaststoffe plus gutes Fett.

Obst

mit Apfel oder Birne

Klassisch im Herbstsalat.

Gewürz

mit Ceylon-Zimt

Süße ohne Zucker.

Gemüse

mit Kürbis

Geröstet über Ofengemüse.

Salat

mit Feldsalat & Ziegenkäse

Fett hilft bei fettlöslichen Vitaminen.

Rösten

kurz ohne Fett

3–5 Minuten, das Aroma verdoppelt sich.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Allergie

nicht bei Walnussallergie

Starke Kreuzreaktion.

Ranzig

nicht bitter oder muffig

Dann wegwerfen.

Schimmel

nicht verfärbte Kerne

Aflatoxin-Gefahr.

Menge

nicht tütenweise

Rund 700 kcal pro 100 g.

Zucker

nicht nur als Pecan Pie

Sirup und Zucker überwiegen.

Lagerung

nicht warm und hell

Kühl, dunkel, luftdicht.

In der KücheWo sie hingehören

  • Pecan PieDer Klassiker aus den Südstaaten.
  • Müsli und PorridgeGrob gehackt.
  • HerbstsalatMit Apfel und Feldsalat.
  • OfengemüseMit Kürbis und Süßkartoffel.
  • Pekan-PestoMit Basilikum statt Pinienkernen.
  • BananenbrotIm Teig und obenauf.
  • PralinenKaramellisierte Pekannüsse.
  • NussmusSelbst gemixt, cremig.
  • KrusteFür Fisch oder Tofu.
  • BrowniesMit Pekan statt Walnuss.
Faustregel: Pekannüsse in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 3 bis 5 Minuten rösten und ständig schwenken - sie verbrennen schnell. Frisch geröstet schmecken sie deutlich intensiver, eine kleine Menge reicht.

Als HausmittelPekan-Zimt-Mus für das Frühstück

So geht’s

Pekan-Zimt-Mus

  1. 150 g Pekannüsse in einer trockenen Pfanne 4 Minuten leicht rösten und abkühlen lassen.
  2. Im Mixer oder Blitzhacker 5 bis 10 Minuten mahlen, dabei immer wieder von den Rändern schieben, bis ein cremiges Mus entsteht.
  3. Eine Prise Salz und einen halben Teelöffel Ceylon-Zimt untermischen.
  4. In ein sauberes Schraubglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren.
Wofür

Als Aufstrich oder Porridge-Topping, das ohne Zucker süßlich schmeckt und gutes Fett sowie Vitamin E in das Frühstück bringt. Kein Heilmittel, aber ein guter Ersatz für Nuss-Nougat-Creme.

Menge

1 bis 2 Teelöffel pro Mahlzeit. Im Kühlschrank etwa 2 bis 3 Wochen haltbar - riecht es muffig oder schmeckt es bitter, wegwerfen.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Pekannuss stammt aus Amerika und kommt im klassischen Ayurveda nicht vor. Nach heutiger Einordnung gilt sie wie die Walnuss als warm, schwer und ölig - ausgleichend für Vata, bei Kapha und Pitta in kleinen Mengen.

Traditionelle Chinesische Medizin

Auch in der klassischen TCM ist die Pekannuss nicht beschrieben. In moderner TCM-Ernährungslehre wird sie ähnlich wie die Walnuss als süß und warm eingeordnet und soll Nieren und Darm „befeuchten“ - das ist eine Tradition, kein Wirkungsnachweis.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Allergie: Pekan ist eine kennzeichnungspflichtige Schalenfrucht. Fast alle Pekan-Allergiker reagieren auch auf Walnuss - im Zweifel ärztlich testen lassen.
  • Ranzig: bitter, muffig oder nach Farbe riechende Kerne nicht essen.
  • Aflatoxin: schimmelige, verfärbte oder geschrumpfte Nüsse wegwerfen - das Schimmelpilzgift ist hitzestabil.
  • Kleinkinder: ganze Nüsse erst ab etwa 4 Jahren wegen Verschluckungsgefahr, vorher fein gemahlen.
  • Energie: sehr kalorienreich - eine Handvoll am Tag genügt.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Wu X, Beecher GR, Holden JM, Haytowitz DB, Gebhardt SE, Prior RL. Lipophilic and hydrophilic antioxidant capacities of common foods in the United States. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2004; 52(12): 4026–4037.
  2. Hudthagosol C, Haddad EH, McCarthy K, Wang P, Oda K, Sabaté J. Pecans acutely increase plasma postprandial antioxidant capacity and catechins and decrease LDL oxidation in humans. Journal of Nutrition 2011; 141(1): 56–62.
  3. Rajaram S et al. A monounsaturated fatty acid-rich pecan-enriched diet favorably alters the serum lipid profile of healthy men and women. Journal of Nutrition 2001; 131(9): 2275–2279.
  4. Elizur A et al. Clinical and Molecular Characterization of Walnut and Pecan Allergy (NUT CRACKER Study). Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice 2020; 8(1): 157–165.
  5. Verordnung (EU) 2023/915 der Kommission über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln (Aflatoxine in Schalenfrüchten).
  6. USDA FoodData Central: Nuts, pecans.