Kürbis (Cucurbita maxima)
HerkunftZehntausend Jahre alt

In einer Höhle in Mexiko fanden Archäologen Kürbiskerne von Kulturkürbissen, die rund zehntausend Jahre alt sind - älter als Mais und Bohnen.
Kürbisse stammen aus Amerika. Cucurbita pepo - zu der auch Zucchini und Zierkürbisse gehören - wurde vor etwa zehntausend Jahren in Mexiko domestiziert, zunächst vermutlich wegen der nahrhaften Kerne und als Gefäß. Mit Mais und Bohnen bildete der Kürbis die „Drei Schwestern“ des indigenen Ackerbaus: Der Mais gibt Halt, die Bohne Stickstoff, der Kürbis beschattet den Boden.
Nach Europa kamen Kürbisse im 16. Jahrhundert. Heute unterscheidet man vor allem Riesenkürbisse (C. maxima, dazu Hokkaido), Gartenkürbisse (C. pepo, dazu der Steirische Ölkürbis) und Moschuskürbisse (C. moschata, dazu Butternut). Der Steirische Ölkürbis ist eine Besonderheit: Seine Kerne haben keine harte Schale und liefern das dunkelgrüne Kürbiskernöl.
NutzenWas der Kürbis für dich tut
Kürbisfleisch ist leicht und carotinreich: Je nach Sorte 20 bis 40 kcal pro 100 g, dazu reichlich Beta-Carotin (besonders Hokkaido und Butternut), Kalium, Vitamin C, Vitamin E und Ballaststoffe. Er ist gut verträglich, macht satt und eignet sich schon als Beikost für Babys.
Die eigentliche Heilpflanze sind die Kürbiskerne. Die europäische Arzneimittelbehörde (HMPC) und zuvor die Kommission E haben Kürbissamen als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei Beschwerden der Reizblase und beim Wasserlassen durch eine gutartige Prostatavergrößerung anerkannt. In einer großen Studie mit über 1.400 Männern linderten Kürbiskerne über zwölf Monate die Beschwerden stärker als ein Placebo.
Die Kerne liefern außerdem Eiweiß, Magnesium, Zink, Eisen und ungesättigte Fettsäuren - als Snack oder über Salat ein nahrhafter Zusatz. Die Wirkung bei Prostatabeschwerden ersetzt nicht die ärztliche Abklärung, denn hinter den Symptomen kann auch etwas anderes stecken.
InhaltsstoffeDas steckt im Kürbis
Das Fruchtfleisch enthält vor allem Wasser, Beta-Carotin und Alpha-Carotin, Kalium, Vitamin C, Vitamin E, Ballaststoffe und etwas Zucker. Die Schale des Hokkaido ist dünn und wird beim Garen weich - sie wird mitgegessen und liefert zusätzliche Ballaststoffe.
Die Kerne enthalten rund 30 Prozent Eiweiß und etwa 45 Prozent Fett, vor allem Linolsäure, dazu Phytosterole, Vitamin E, Magnesium, Zink und Eisen. Kulturkürbisse sind so gezüchtet, dass sie keine Cucurbitacine mehr bilden - diese sehr bitteren Stoffe kommen in Zierkürbissen vor und können durch Kreuzung wieder auftauchen.
Verstärkte KombinationenWas den Kürbis stärker macht
Kürbis mag Fett, Wärme und Säure - und seine Kerne gehören immer mit dazu.
Beta-Carotin ist fettlöslich - Kürbissuppe mit Sahne, Kokosmilch oder Kürbiskernöl.
Kürbis-Ingwer-Suppe: Schärfe gegen Süße.
Die Pumpkin-Spice-Mischung - im Kuchen, aber auch in der Suppe.
Ein paar Tropfen steirisches Kernöl über die Suppe - nussig und grün.
Kürbis-Ravioli oder Gnocchi mit Salbeibutter.
Ofenkürbis mit salzigem Käse und säuerlichen Kernen.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Cucurbitacine machen den Kürbis bitter und können schwere Magen-Darm-Vergiftungen verursachen. Kochen zerstört sie nicht.
Zierkürbisse enthalten Cucurbitacine. Auch aus eigenem Saatgut gezogene Kürbisse können sich mit ihnen gekreuzt haben.
Nur beim Hokkaido wird die Schale weich - Butternut und Muskatkürbis schälen.
Kerne sind fettreich und kalorienreich - eine Handvoll am Tag.
Angeschnittener Kürbis schimmelt schnell - in Folie im Kühlschrank, in wenigen Tagen verbrauchen.
Beschwerden beim Wasserlassen immer ärztlich abklären lassen, bevor man selbst behandelt.
In der KücheWo er hingehört
- KürbissuppeHokkaido mit Zwiebel, Ingwer, Kokosmilch, Kernöl.
- OfenkürbisIn Spalten mit Rosmarin, Olivenöl, Feta.
- KürbisrisottoMit Parmesan und Salbei.
- Kürbis-CurryMit Kichererbsen, Kokosmilch und Kurkuma.
- Kürbis-GnocchiMit Salbeibutter.
- Pumpkin PieAmerikanischer Kürbiskuchen mit Zimt und Nelke.
- KürbisbrotHefeteig mit Kürbispüree - leuchtend gelb.
- Geröstete KerneMit Salz und etwas Paprika im Ofen.
- Kürbis-ChutneyMit Apfel, Ingwer und Essig.
- Kernöl-SalatFeldsalat mit Kürbiskernöl und Kernen.
Als HausmittelKürbiskerne bei Reizblase
Kürbiskerne als Kur
- Täglich 10 g ungeröstete, ungesalzene Kürbiskerne (etwa ein gehäufter Esslöffel) gut kauen.
- Morgens und abends die Hälfte, oder über Müsli und Salat verteilt.
- Alternativ zwei Mal täglich einen Esslöffel geschrotete Kerne.
- Mindestens drei Monate beibehalten - die Wirkung setzt langsam ein.
Beschwerden einer Reizblase und Probleme beim Wasserlassen durch eine gutartige Prostatavergrößerung im Frühstadium. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel von der europäischen Arzneimittelbehörde (HMPC) anerkannt.
10 g Kerne am Tag. Vorher ärztlich abklären lassen - Blut im Urin, Schmerzen, Fieber, plötzliche Harnverhaltung oder sehr häufiger nächtlicher Harndrang gehören immer zum Arzt. Die Kerne verringern die Beschwerden, nicht die Größe der Prostata.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Der Kürbis (Kushmanda, eigentlich der Wachskürbis) gilt im Ayurveda als süß, kühlend und nährend. Er beruhigt Pitta und Vata und gilt als Stärkungsmittel für Geist und Körper; die Kerne werden traditionell gegen Würmer eingesetzt.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM ist der Kürbis (Nan Gua) süß und warm. Er soll die Mitte stärken, Qi auffüllen und Schleim lösen. Die Kürbissamen (Nan Gua Zi) sind ein klassisches Mittel gegen Bandwürmer.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Bittergeschmack: bitter schmeckenden Kürbis sofort ausspucken und nicht essen (Cucurbitacine).
- Zierkürbisse: nicht essbar; kein Saatgut aus Zierkürbis-Nachbarschaft ziehen.
- Prostata: Beschwerden vor der Selbstbehandlung ärztlich abklären lassen.
- Kerne: kalorienreich; bei Divertikulitis im akuten Schub meiden.
- Allergie: selten, auf Kürbiskerne möglich.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Smith BD. The initial domestication of Cucurbita pepo in the Americas 10,000 years ago. Science 1997; 276(5314): 932–934.
- HMPC. Community herbal monograph on Cucurbita pepo L., semen. European Medicines Agency 2012.
- Vahlensieck W et al. Effects of pumpkin seed in men with lower urinary tract symptoms due to benign prostatic hyperplasia in the one-year, randomized, placebo-controlled GRANU study. Urologia Internationalis 2015; 94(3): 286–295.
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Bittere Zucchini und Kürbisse nicht verzehren. Verbraucherinformation 2015.
- USDA FoodData Central: Pumpkin, raw und Seeds, pumpkin and squash seed kernels, dried.


