HerkunftDas Königskraut aus Indien

„Basilikon“ heißt königlich - und in Indien wächst das Kraut bis heute vor Tempeln, weil es dort nicht als Gewürz gilt, sondern als Göttin.
Basilikum stammt aus dem tropischen Asien, vermutlich aus Indien, wo sein Verwandter Tulsi seit Jahrtausenden als heilige Pflanze verehrt wird. Über Persien und Ägypten kam es in die Antike: Die Griechen nannten es Königskraut, die Römer nutzten es als Gewürz und Liebeszauber. Im Mittelalter war es in Klostergärten fest, und im 16. Jahrhundert wurde es in Ligurien zum Pesto - dem Gericht, das Basilikum in Europa berühmt gemacht hat.
Heute gibt es Dutzende Sorten: das großblättrige Genoveser Basilikum für Pesto, das zarte griechische Buschbasilikum, das rot-violette Thai-Basilikum mit Anisnote für Currys, das zitronige Lemon Basil, das indische Tulsi für Tee. Alle lieben Wärme, Licht und Wasser - und alle sterben beim ersten Frost. Basilikum ist eine Sommerpflanze, und so schmeckt es auch.
NutzenWas Basilikum für dich tut
Basilikum ist ein Kraut für Magen und Nerven. Sein ätherisches Öl - je nach Sorte reich an Linalool, Estragol oder Eugenol - regt die Verdauung an, löst leichte Krämpfe und wirkt keimhemmend. Traditionell gilt Basilikumtee als Mittel gegen Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit, und in der Mittelmeerküche ist es der Grund, warum Tomaten und Öl nicht schwer im Magen liegen.
Frisch gegessen liefert es Vitamin K, Beta-Carotin und Flavonoide - in einem Pesto mehr, als man denkt. Und Linalool, der Hauptstoff des Genoveser Basilikums, hat in Studien eine leicht beruhigende, angstlösende Wirkung gezeigt - es ist derselbe Stoff, der Lavendel entspannend macht.
Die indische Verwandte Tulsi ist das eigentliche Heilbasilikum: Im Ayurveda ein Adaptogen gegen Stress, in kleinen Studien mit Hinweisen auf Blutzucker und Stresshormone. Für unser Küchenbasilikum gilt: Es ist ein Genussmittel mit Nebenwirkung für die Verdauung - und das ist genug.
InhaltsstoffeDas steckt im Blatt
Das ätherische Öl ist je nach Sorte ein anderes: Genoveser Basilikum trägt vor allem Linalool (blumig, beruhigend) und Eugenol (Nelke), Thai-Basilikum Estragol (Anis), Zitronenbasilikum Citral. Deshalb schmecken die Sorten so verschieden - und deshalb kann man sie nicht gegeneinander tauschen.
Dazu Rosmarinsäure und andere Phenolsäuren, Flavonoide, Vitamin K (ein Bund deckt den Tagesbedarf), Beta-Carotin, Kalzium und Eisen. Die Öle sitzen in Drüsen auf der Blattoberfläche - Hitze und Trocknung zerstören sie, deshalb ist getrocknetes Basilikum kaum mehr als grüner Staub.
Verstärkte KombinationenWas Basilikum stärker macht
Basilikum ist eine Sommerzutat: Es liebt Fett, Säure und Süße - und hasst Hitze.
Caprese, Pasta al pomodoro, Bruschetta: Die Säure der Tomate, das Fett des Öls und die Süße des Basilikums sind das Dreieck, auf dem die halbe italienische Küche steht.
Die Duftstoffe sind fettlöslich. Pesto ist nichts anderes als Basilikum in Öl konserviert - deshalb hält es und deshalb schmeckt es intensiver als das Blatt.
Salz und Schärfe geben dem süßen Kraut Rückgrat. Ohne Knoblauch ist Pesto ein Smoothie.
Basilikum in Erdbeersalat, Pfirsich-Carpaccio, Sorbet: Die Nelken-Anis-Note hebt Sommerobst wie schwarzer Pfeffer.
Thai-Basilikum in Pad Krapao und grünem Curry: Hier darf es kurz in die heiße Pfanne, weil die Sorte mehr Estragol hat und Hitze verträgt.
In Limonade, Wasser, Salatdressing: Basilikum und Minze zusammen sind grüner als jedes für sich.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Fünf Minuten Hitze, und das Aroma ist weg - übrig bleibt Bitterkeit. Immer zum Schluss, roh, über das fertige Gericht.
Unter 8 °C werden die Blätter schwarz. Basilikum steht wie Blumen im Wasserglas bei Zimmertemperatur.
Metall und Druck oxidieren die Blätter. Mit den Fingern zupfen, im Mörser zerreiben.
Die harzigen Winterkräuter erdrücken das zarte Basilikum - entweder oder.
Getrocknetes Basilikum ist ein anderes, fast wirkungsloses Gewürz. Lieber im Sommer Pesto einfrieren.
Estragol und Methyleugenol stehen im Verdacht, in hohen Dosen die Leber zu belasten. Als Küchenkraut kein Thema - Basilikumöl und Tulsi-Kuren in der Schwangerschaft aber nicht.
Zu welchem GerichtWo es hingehört
- Pesto alla GenoveseZwei Bund Basilikum, eine Knoblauchzehe, Pinienkerne, Parmesan, Pecorino, Olivenöl, Salz - im Mörser, nie warm.
- CapreseTomate, Mozzarella, Basilikum, Öl, Salz. Kein Balsamico - das ist ein deutsches Missverständnis.
- Pasta al pomodoroBasilikum in die fertige Sauce, Blätter ganz, Topf vom Herd - erst dann.
- Pad KrapaoThai-Basilikum mit Hackfleisch, Chili, Fischsauce und Knoblauch - die Blätter zum Schluss in die heiße Pfanne.
- BruschettaGeröstetes Brot, Knoblauch, Tomatenwürfel, gezupftes Basilikum, Öl, Salz.
- ErdbeersalatErdbeeren, ein paar Basilikumstreifen, schwarzer Pfeffer, ein Spritzer Zitrone.
- Pizza MargheritaBlätter nach dem Backen darauf - nicht vorher, sonst verbrennen sie.
- Basilikum-LimonadeZitrone, Zucker, Wasser, eine Handvoll Basilikum - 30 Minuten ziehen lassen.
- Grünes Thai-CurryThai-Basilikum ist die letzte Zutat vor dem Servieren - ohne ihn fehlt die Anisnote.
- Tulsi-TeeIndisches Basilikum, getrocknet, 5 Minuten ziehen - der Abendtee gegen Stress.
Als HausmittelBasilikumtee bei Völlegefühl und Nervosität
Basilikumtee
- Eine Handvoll frische Blätter (oder 2 TL getrocknetes Tulsi) leicht zerreiben.
- Mit 250 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen, 5 bis 8 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
- Abseihen, nach Belieben mit Zitrone und Honig.
- Nach dem Essen bei Völlegefühl, am Abend bei Unruhe - eine Tasse.
Völlegefühl, Blähungen, nervöser Magen, innere Unruhe. Tulsi (heiliges Basilikum) ist die stärkere Variante für den Abend - im Ayurveda das Kraut gegen Stress.
Eine bis zwei Tassen am Tag. Basilikumöl aus der Flasche nie innerlich - Estragol und Methyleugenol sind in konzentrierter Form nicht harmlos.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Tulsi (Ocimum sanctum), das heilige Basilikum, ist eine der wichtigsten Pflanzen des Ayurveda: ein Rasayana, das Körper und Geist stärkt, Kapha und Vata senkt, bei Husten, Fieber und Stress hilft. Es steht vor jedem Hindu-Haus und wird täglich als Tee getrunken. Unser Küchenbasilikum gilt als milder Verwandter.
Traditionelle Chinesische Medizin
Luo Le (Basilikum) ist ein kleines Mittel der chinesischen Materia Medica: wärmend, bewegt das Qi, vertreibt Feuchtigkeit - bei Verdauungsschwäche, Erbrechen und Kopfschmerzen aus Kälte. Keine große Rolle, aber vorhanden.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Estragol und Methyleugenol: in Küchenmengen unbedenklich; Basilikumöl innerlich und Dauerkuren mit hochkonzentrierten Extrakten meiden - besonders in Schwangerschaft und Stillzeit.
- Blutgerinnung: viel Vitamin K - wer Gerinnungshemmer wie Marcumar nimmt, isst Basilikum gleichmäßig, nicht plötzlich ein Kilo Pesto.
- Blutzucker: Tulsi kann den Blutzucker senken - bei Diabetesmedikamenten beobachten.
- Pesto-Hygiene: selbstgemachtes Pesto mit Knoblauch nur wenige Tage im Kühlschrank, immer mit Öl bedeckt - sonst Botulismus-Risiko.
- Allergie: selten bei Lippenblütler-Allergie.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Estragol und Methyleugenol in Lebensmitteln - Bewertung und Empfehlungen.
- Cohen MM. Tulsi - Ocimum sanctum: A herb for all reasons. Journal of Ayurveda and Integrative Medicine 2014; 5(4): 251–259.
- USDA FoodData Central: Basil, fresh - Nährwerte, Vitamin K.
- Gernot Katzers Gewürzseiten: Eintrag Basilikum - Sorten, Chemotypen, Küche.
- Blaschek W (Hrsg.): Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka. 6. Auflage 2016, Eintrag Basilici herba.


