Guave (Psidium guajava)

Botanischer Name
Psidium guajavaMyrtengewächse (Myrtaceae)
Verwendet wird
Die Frucht, volksmedizinisch die Blätteram besten roh mit Schale
Geschmack
Süß, blumig, leicht säuerlichDuft zwischen Birne und Erdbeere
Herkunft
Tropisches Amerikavon Mexiko bis ins nördliche Südamerika
Bekannt für
Extrem viel Vitamin Cmehr als viermal so viel wie Orange
Saison
Ganzjährigfrisch nur als Import

HerkunftVon Mittelamerika bis nach Indien

Ganze Guaven und rosa Guavenstücke

Der Name stammt über das spanische guayaba aus einer Sprache der Karibik-Ureinwohner.

Die Guave wuchs ursprünglich im tropischen Amerika und wurde dort schon vor Jahrtausenden gegessen. Spanische und portugiesische Seefahrer brachten sie im 16. und 17. Jahrhundert nach Asien und Afrika, wo sie so gut gedieh, dass sie heute vielerorts verwildert wächst - auf manchen Inseln wie den Galápagos gilt sie sogar als invasive Art. Größter Produzent ist inzwischen Indien, wo die Frucht Amrud heißt.

Es gibt Sorten mit weißem, gelbem und rosa bis lachsrotem Fruchtfleisch, rund oder birnenförmig, mit vielen oder wenigen Kernen. In Brasilien kocht man sie zu der festen Paste Goiabada ein, die mit Käse als „Romeu e Julieta“ gegessen wird; in Mexiko isst man sie mit Limette und Chili. Nach Deutschland kommen frische Guaven nur selten, häufiger als Saft, Nektar oder Püree.

NutzenWas Guave für dich tut

100 g Guave liefern nach USDA-Daten rund 230 mg Vitamin C - eine Orange kommt auf etwa 50 mg. Schon eine kleine Frucht von 55 g deckt damit den Tagesbedarf, den die DGE mit 95 mg für Frauen und 110 mg für Männer angibt. Die Gehalte schwanken je nach Sorte und Reife stark, liegen aber fast immer weit über Zitrusfrüchten. Viel Vitamin C sitzt in und direkt unter der Schale, deshalb isst man sie am besten mit.

Dazu kommen gut 5 g Ballaststoffe pro 100 g, etwa 420 mg Kalium, Folat und Beta-Carotin - bei nur knapp 70 kcal. Rosa Sorten enthalten bis zu rund 5 mg Lycopin pro 100 g, etwa doppelt so viel wie eine rohe Tomate. Lycopin ist ein fettlöslicher Farbstoff, der zusammen mit etwas Fett besser aufgenommen wird. Weiße Guaven enthalten praktisch keins.

Die Guavenblätter sind reich an Gerbstoffen und Flavonoiden wie Quercetin. In Lateinamerika und Asien werden sie traditionell bei Durchfall getrunken, in Japan ist ein Guavenblatt-Tee für Menschen mit leicht erhöhtem Blutzucker verbreitet. Kleine Humanstudien deuten auf einen etwas geringeren Blutzuckeranstieg nach dem Essen und in einer Studie auf weniger Bauchkrämpfe bei akutem Durchfall hin. Große, unabhängige Studien fehlen - ein Ersatz für Diabetesbehandlung oder ärztliche Hilfe bei Durchfall ist der Tee nicht.

ca. 230 mgVitamin C pro 100 g - Orange: rund 50 mg
ca. 5 gBallaststoffe pro 100 g
bis ca. 5 mgLycopin pro 100 g bei rosa Sorten
1 kleine Fruchtdeckt den Vitamin-C-Tagesbedarf

InhaltsstoffeDas steckt in der Guave

Die Frucht enthält Vitamin C, Zucker, Pektin und andere Ballaststoffe, Carotinoide (Lycopin in rosa Sorten, Beta-Carotin), Folat, Kalium, Magnesium und Kupfer sowie Polyphenole. Die zahlreichen Kerne sind sehr hart und bestehen vor allem aus unlöslichen Ballaststoffen.

Die Blätter enthalten Gerbstoffe, Flavonoide wie Quercetin und sein Glykosid Guaijaverin, Triterpene und ätherisches Öl. Unreife Früchte sind ebenfalls gerbstoffreich und schmecken deshalb herb und zusammenziehend.

Verstärkte KombinationenWas Guave stärker macht

Guave ist ein Vitamin-C-Lieferant - am besten roh und zusammen mit Eisenquellen.

Eisen

mit Linsen oder Haferflocken

Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme deutlich.

Lycopin

mit etwas Olivenöl oder Nüssen

Fett hilft beim Farbstoff.

Würze

mit Limette & Chili

Die mexikanische Art.

Käse

mit Frischkäse

Romeu e Julieta aus Brasilien.

Frühstück

mit Joghurt

Als fruchtige Vitamin-C-Portion.

Tropisch

mit Maracuja

Aroma plus Säure.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Kochen

nicht lange kochen

Vitamin C geht verloren.

Schälen

nicht dick schälen

Viel Vitamin C sitzt in der Schale.

Kerne

nicht zerbeißen

Sehr hart - Vorsicht bei Zahnersatz.

Unreif

nicht grün und hart

Gerbstoffe, eher stopfend.

Nektar

nicht statt Frucht

Viel Zucker, weniger Ballaststoffe.

Blättertee

nicht zu Diabetesmedikamenten ohne Rücksprache

Unterzuckerung möglich.

In der KücheWo sie hingehört

  • Pur mit SchaleIn Spalten geschnitten.
  • Mit Limette und ChiliMexikanischer Snack.
  • GoiabadaBrasilianische Guavenpaste.
  • Romeu e JulietaGuavenpaste mit Käse.
  • Agua frescaPüree mit Wasser und Limette.
  • SmoothieGesiebt, mit Banane.
  • ObstsalatMit Maracuja und Mango.
  • Guaven-ChutneyIndisch mit Ingwer.
  • PastelitosKubanisches Blätterteiggebäck.
  • SalatMit Gurke, Minze und Salz.
Faustregel: Reif ist die Guave, wenn sie auf Druck leicht nachgibt, gelblich wird und intensiv duftet. Grüne Früchte reifen bei Zimmertemperatur in wenigen Tagen nach. Für Smoothies und Soßen das Fruchtfleisch pürieren und durch ein Sieb streichen, damit die harten Kerne zurückbleiben.

Als HausmittelGuavenblätter-Tee

So geht’s

Guavenblätter-Tee

  1. 1 Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Guavenblätter (etwa 2 g) in eine Tasse geben.
  2. Mit 250 ml kochendem Wasser übergießen.
  3. Zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
  4. Ungesüßt und warm in kleinen Schlucken trinken.
Wofür

Volksmedizinisch bei leichtem Durchfall und Magenverstimmung, weil die Gerbstoffe zusammenziehend wirken. In Japan wird der Tee zu kohlenhydratreichen Mahlzeiten getrunken. Die Studienlage ist klein - der Tee ist ein traditionelles Hausmittel, keine geprüfte Behandlung.

Menge

1 bis 2 Tassen am Tag, nur für kurze Zeit. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, und bei Diabetesmedikamenten nur nach ärztlicher Rücksprache.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

In Indien ist die Guave (Amrud) fester Teil der Küche und Volksmedizin. Nach ayurvedischer Einordnung gilt die reife Frucht als süß, leicht herb und kühlend - ausgleichend für Pitta; unreife Früchte und Blätter gelten als zusammenziehend und werden bei Durchfall genutzt.

Traditionelle Chinesische Medizin

In Südchina und Taiwan werden Guavenblätter volksmedizinisch bei Durchfall verwendet. Nach TCM-Einordnung gelten sie als bitter-herb, neutral und zusammenziehend; die Frucht als süß und leicht kühl.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Diabetes: Guavenblätter-Tee kann den Blutzucker zusätzlich senken - mit Medikamenten nur nach Rücksprache.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: auf Blättertee verzichten, die Frucht ist unbedenklich.
  • Kerne: sehr hart - bei empfindlichen Zähnen oder Zahnersatz aussieben.
  • Durchfall: bei Kindern, Fieber, Blut im Stuhl oder mehr als 3 Tagen ärztlich abklären, auf Flüssigkeit achten.
  • Verstopfung: unreife Früchte und Blättertee wirken stopfend.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Guavas, common, raw.
  2. Gutiérrez RMP, Mitchell S, Solis RV. Psidium guajava: a review of its traditional uses, phytochemistry and pharmacology. Journal of Ethnopharmacology 2008; 117(1): 1–27.
  3. Díaz-de-Cerio E et al. Health Effects of Psidium guajava L. Leaves: An Overview of the Last Decade. International Journal of Molecular Sciences 2017; 18(4): 897.
  4. Deguchi Y, Miyazaki K. Anti-hyperglycemic and anti-hyperlipidemic effects of guava leaf extract. Nutrition & Metabolism 2010; 7: 9.
  5. Lozoya X et al. Intestinal anti-spasmodic effect of a phytodrug of Psidium guajava folia in the treatment of acute diarrheic disease. Journal of Ethnopharmacology 2002; 83(1–2): 19–24.
  6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr - Vitamin C.