Kaffee (Coffea arabica)

Botanischer Name
Coffea arabicaRötegewächse (Rubiaceae)
Verwendet wird
Die gerösteten Samendie „Bohnen“ aus der Kaffeekirsche
Geschmack
Bitter, röstig, fruchtigArabica milder als Robusta
Herkunft
ÄthiopienBergwälder im Südwesten des Landes
Bekannt für
Koffein und Chlorogensäurendas meistgetrunkene Heißgetränk Deutschlands
Saison
Ganzjähriggeröstet, immer Import

HerkunftVom Bergwald Äthiopiens in die Welt

Frisch geröstete Kaffeebohnen in Nahaufnahme

Das Wort „Kaffee“ geht über das Türkische auf das arabische qahwa zurück.

Wild wächst Coffea arabica in den Bergwäldern Südwestäthiopiens. Von dort gelangte der Strauch in den Jemen, wo Sufi-Mönche im 15. Jahrhundert einen Aufguss aus gerösteten Bohnen tranken, um bei nächtlichen Gebeten wach zu bleiben. Im 17. Jahrhundert eröffneten die ersten Kaffeehäuser in Europa.

Heute kommen rund 60 Prozent der Welternte von Arabica, der Rest vor allem von Robusta (Coffea canephora). Arabica wächst im Hochland, schmeckt feiner und säuerlicher und enthält etwa 1 bis 1,5 Prozent Koffein. Robusta ist robuster, wächst im Tiefland, schmeckt herber und enthält ungefähr doppelt so viel Koffein - er steckt oft in Espressomischungen und Instantkaffee.

NutzenWas Kaffee für dich tut

Eine Tasse Filterkaffee (200 ml) enthält im Mittel etwa 90 mg Koffein, ein Espresso etwa 80 mg. Koffein blockiert im Gehirn die Signale für Müdigkeit. Nach Einschätzung der EFSA sind für gesunde Erwachsene bis zu 400 mg Koffein am Tag und bis zu 200 mg auf einmal unbedenklich, für Schwangere und Stillende bis zu 200 mg am Tag.

Neben Koffein liefert Kaffee Chlorogensäuren - Polyphenole, die bei vielen Menschen zu den wichtigsten Quellen dieser Stoffgruppe gehören. Eine Tasse bringt je nach Sorte und Röstung grob 50 bis 350 mg. Eine große Übersichtsarbeit im BMJ fand, dass Menschen, die etwa drei bis vier Tassen am Tag trinken, seltener an Typ-2-Diabetes, Lebererkrankungen und Herz-Kreislauf-Leiden erkranken als Nichttrinker. Das sind Beobachtungsdaten: Sie zeigen Zusammenhänge, keinen Beweis, dass Kaffee die Ursache ist.

Die Zubereitung macht einen Unterschied. Die Bohnen enthalten die Öle Cafestol und Kahweol, die das LDL-Cholesterin erhöhen. Ein Papierfilter hält sie fast vollständig zurück, in Kaffee aus der Stempelkanne, türkischem Mokka oder gekochtem Kaffee bleiben sie dagegen drin; Espresso liegt dazwischen.

ca. 90 mgKoffein in 200 ml Filterkaffee
400 mgKoffein am Tag gelten für Erwachsene als unbedenklich
200 mgTagesgrenze in Schwangerschaft und Stillzeit
etwa 2 ×so viel Koffein hat Robusta wie Arabica

InhaltsstoffeDas steckt im Kaffee

Kaffee enthält Koffein, Chlorogensäuren und daraus beim Rösten entstehende Chinasäurelactone, Trigonellin (das teilweise zu Niacin wird), Melanoidine aus der Röstung, die Diterpene Cafestol und Kahweol sowie kleine Mengen Kalium, Magnesium und Niacin.

Beim Rösten bildet sich auch Acrylamid, ein Stoff, den die EFSA als möglicherweise krebserregend einstuft. Kaffee ist für Erwachsene eine der Hauptquellen; die EU setzt dafür Richtwerte. Besonders viel Acrylamid enthalten Instantkaffee und Kaffeeersatz aus Getreide oder Zichorie.

Verstärkte KombinationenWas Kaffee besser macht

Kaffee ist Genuss - mit ein paar Regeln rund um Filter, Uhrzeit und Mahlzeiten.

Filter

mit Papierfilter

Hält Cafestol fast vollständig zurück.

Gewürz

mit Kardamom

Arabische Art - sehr aromatisch.

Süße

mit Zimt statt Zucker

Rundet ab, ohne Kalorien.

Wasser

mit einem Glas Wasser

Wie im Wiener Kaffeehaus.

Mokka

mit Kakao

Noch mehr Polyphenole.

Uhrzeit

am Vormittag

Stört den Schlaf am wenigsten.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Eisen

nicht zum Essen

Bremst die Eisenaufnahme - Abstand halten.

Schilddrüse

nicht mit L-Thyroxin

Tablette 30 bis 60 Minuten vorher nehmen.

Abends

nicht ab dem Nachmittag

Koffein wirkt viele Stunden nach.

Ungefiltert

nicht literweise Stempelkanne

Cafestol hebt das LDL.

Koffein

nicht mit Energydrinks

Die Mengen addieren sich.

Zucker

nicht als Sirup-Latte

Viel Zucker, viele Kalorien.

In der KücheWo er hingehört

  • FilterkaffeeHandaufguss mit Papierfilter.
  • EspressoKurz und kräftig.
  • CappuccinoMit Milchschaum oder Haferdrink.
  • Cold BrewKalt über Nacht gezogen, mild.
  • Kaffee mit KardamomArabisch, ohne Zucker.
  • AffogatoEspresso über Vanilleeis.
  • TiramisuMit Löffelbiskuits.
  • EiskaffeeIm Sommer mit Eiswürfeln.
  • Kaffee-RubFür Grillgemüse und Fleisch.
  • Schoko-Kaffee-KuchenEspresso verstärkt den Kakao.
Faustregel: Für guten Filterkaffee etwa 6 g frisch gemahlenen Kaffee auf 100 ml Wasser nehmen und das Wasser nach dem Kochen kurz abkühlen lassen (etwa 92 bis 96 °C).

Als HausmittelKaffeekohle bei Durchfall

So geht’s

Kaffeekohle

  1. Kaffeekohle als Pulver in der Apotheke kaufen - verbrannte Bohnen aus der eigenen Pfanne oder Kaffeesatz sind kein Ersatz.
  2. Nach Packungsbeilage dosieren und das Pulver in einem Glas Wasser verrührt trinken.
  3. Dazu reichlich trinken, bei starkem Durchfall am besten eine Elektrolytlösung aus der Apotheke.
  4. Andere Arzneimittel mit 2 bis 3 Stunden Abstand einnehmen, weil die Kohle sie binden kann.
  5. Hält der Durchfall länger als 3 Tage an oder kommen Fieber oder Blut im Stuhl dazu, ärztlich abklären lassen.
Wofür

Die Kommission E hat Kaffeekohle - bis zur Verkohlung geröstete und gemahlene grüne Kaffeebohnen - für unspezifischen, akuten Durchfall positiv bewertet, außerdem örtlich bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Die Kohle bindet Stoffe im Darm und wirkt zusammenziehend.

Menge

Nur für wenige Tage und nur als Apothekenprodukt. Bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen Durchfall immer früh ärztlich abklären.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Kaffee ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung gilt er als bitter, heiß und anregend - er regt Kapha an, kann aber Vata und Pitta aus dem Gleichgewicht bringen, besonders auf leeren Magen.

Traditionelle Chinesische Medizin

Auch in der klassischen TCM spielt Kaffee keine Rolle. In der westlichen TCM-Ernährungslehre gilt er als bitter, warm und trocknend: Er soll kurzfristig Energie geben, im Übermaß aber das Nieren-Yin erschöpfen.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Schwangerschaft: nicht mehr als 200 mg Koffein am Tag, das sind etwa zwei Tassen Filterkaffee.
  • Herz und Nerven: Herzrasen, Unruhe, Schlafstörungen oder Sodbrennen sind Zeichen, die Menge zu senken.
  • Medikamente: manche Arzneimittel, etwa bestimmte Antibiotika (Gyrasehemmer) oder das Antidepressivum Fluvoxamin, bremsen den Koffeinabbau; L-Thyroxin mit Abstand einnehmen.
  • Eisenmangel: Kaffee erst 1 bis 2 Stunden nach dem Essen trinken, weil er die Aufnahme von pflanzlichem Eisen deutlich senkt.
  • Cholesterin: bei erhöhtem LDL Filterkaffee statt Stempelkanne oder gekochtem Kaffee.
  • Kaffeekohle: nicht mit anderen Medikamenten zusammen und nicht länger als wenige Tage.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. EFSA NDA Panel. Scientific Opinion on the safety of caffeine. EFSA Journal 2015; 13(5): 4102.
  2. Poole R et al. Coffee consumption and health: umbrella review of meta-analyses of multiple health outcomes. BMJ 2017; 359: j5024.
  3. Urgert R, Katan MB. The cholesterol-raising factor from coffee beans. Annual Review of Nutrition 1997; 17: 305–324.
  4. Morck TA, Lynch SR, Cook JD. Inhibition of food iron absorption by coffee. American Journal of Clinical Nutrition 1983; 37(3): 416–420.
  5. EFSA CONTAM Panel. Scientific Opinion on acrylamide in food. EFSA Journal 2015; 13(6): 4104.
  6. Kommission E: Monographie Coffeae carbo (Kaffeekohle). Bundesanzeiger Nr. 85 vom 5. Mai 1988.