Kakao (Theobroma cacao)
HerkunftDie Speise der Götter

Der Gattungsname Theobroma ist griechisch und bedeutet „Götterspeise“ - so benannte ihn Carl von Linné 1753.
Der Kakaobaum stammt aus dem oberen Amazonasgebiet; die ältesten Spuren von Kakao-Nutzung sind über 5.000 Jahre alt und stammen aus Ecuador. Maya und Azteken tranken Kakao bitter und gewürzt, oft mit Chili und Vanille, und nutzten die Bohnen sogar als Zahlungsmittel. Mit den Spaniern kam er im 16. Jahrhundert nach Europa, wurde gesüßt und zum Luxusgetränk des Adels.
Heute stammen rund zwei Drittel der Welternte aus Westafrika, vor allem aus der Elfenbeinküste und Ghana, dazu aus Ecuador, Indonesien und Brasilien. Viele Kleinbauern leben dort in Armut, Kinderarbeit ist ein bekanntes Problem. Fair gehandelter und in Bio-Qualität angebauter Kakao ist deshalb nicht nur eine Geschmacksfrage.
NutzenWas Kakao für dich tut
100 g ungesüßtes Kakaopulver liefern rund 230 kcal, etwa 20 g Eiweiß, 14 g Fett und über 30 g Ballaststoffe. Dazu kommen rund 500 mg Magnesium, etwa 14 mg Eisen, viel Kalium und Kupfer sowie rund 2 g Theobromin und gut 200 mg Koffein. Weil man nur einen Teelöffel bis Esslöffel verwendet, sind die absoluten Mengen im Alltag aber klein.
Am besten untersucht sind die Kakaoflavanole, vor allem Epicatechin. Die EFSA hat anerkannt, dass täglich 200 mg Kakaoflavanole zur Erhaltung einer normalen, gefäßabhängigen Weitstellung der Blutgefäße beitragen. Diese Menge steckt in 2,5 g speziell flavanolreichem Kakaopulver oder 10 g flavanolreicher Zartbitterschokolade - normales, stark geröstetes oder alkalisiertes Kakaopulver enthält oft deutlich weniger.
Große Hoffnungen dämpft die COSMOS-Studie: Über 21.000 ältere Erwachsene nahmen täglich 500 mg Kakaoflavanole als Kapsel oder ein Placebo. Die Gesamtzahl der Herz-Kreislauf-Ereignisse sank nicht signifikant, nur die Herz-Kreislauf-Todesfälle waren in der Kakaogruppe seltener. Kakao ist also ein interessanter Pflanzenstoff-Lieferant, aber kein Herzmedikament - und Schokolade mit viel Zucker und Fett schon gar nicht.
InhaltsstoffeDas steckt im Kakao
Kakaobohnen enthalten rund die Hälfte Fett (Kakaobutter aus Stearin-, Öl- und Palmitinsäure), Eiweiß, Ballaststoffe, die Methylxanthine Theobromin und Koffein, Flavanole (Epicatechin, Catechin, Procyanidine), Magnesium, Eisen, Kupfer, Zink, Kalium und Phosphor. Dazu kommen Spuren von biogenen Aminen wie Phenylethylamin und Tyramin.
Fermentation, Trocknung, Röstung und vor allem die Alkalisierung (Dutch-Verfahren, für mildes, dunkles Pulver) bauen einen großen Teil der Flavanole ab. Als natürliche Verunreinigung nimmt der Kakaobaum außerdem Cadmium aus dem Boden auf - besonders in manchen Regionen Mittel- und Südamerikas.
Verstärkte KombinationenWas Kakao stärker macht
Kakao entfaltet sich am besten pur, wenig gesüßt und mit Gewürzen, die ihn schon die Maya mochten.
Möglichst nicht alkalisiert.
Wie bei den Maya.
Mit Banane statt Zucker.
Säure und Herbe passen zusammen.
Für Energiekugeln.
Wenig Zucker, mehr Kakao.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Theobromin ist für Tiere giftig.
Oft über 70 % Zucker.
Theobromin und Koffein regen an.
Viel Zucker und Kalorien.
Viel Theobromin, mögliche Keime.
Polyphenole bremsen die Eisenaufnahme.
In der KücheWo er hingehört
- Heiße SchokoladeAus Kakaopulver, Pflanzendrink und etwas Honig.
- Kakao-PorridgeMit Banane und Zimt.
- Mole poblanoMexikanische Chili-Kakao-Soße.
- Kakao-NibsIm Müsli oder auf Joghurt.
- EnergiekugelnMit Datteln und Nüssen.
- SchokopuddingAus Kakao und Speisestärke.
- Chili sin carneEin Teelöffel Kakao vertieft die Würze.
- BrowniesMit Bohnen oder Nüssen.
- SmoothieMit Banane und Beeren.
- TiramisuMit Kakao bestäubt.
Als HausmittelUngesüßter Gewürzkakao
Gewürzkakao
- 1 gehäuften Teelöffel ungesüßtes Kakaopulver (etwa 5 g) mit 2 Esslöffeln kaltem Wasser oder Pflanzendrink glatt rühren.
- 200 ml Milch oder Pflanzendrink erwärmen, nicht kochen.
- Die Kakaopaste einrühren und eine Prise Zimt, etwas Vanille und nach Wunsch eine Messerspitze Chili dazugeben.
- Nach Geschmack mit einem Teelöffel Honig oder einer zerdrückten Dattel süßen.
Als wärmendes, wenig gesüßtes Getränk statt Kakaopulver aus der Fertigmischung - mit Magnesium, Ballaststoffen und Flavanolen, ohne die Zuckermenge einer Tasse Instant-Kakao.
Eine Tasse pro Tag. Wegen Theobromin und Koffein nicht am späten Abend und für Kinder nur schwach dosiert.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Kakao ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung gilt er als bitter, erwärmend und anregend - bei Kapha in Maßen geeignet, bei Vata und Pitta sparsam, besonders mit viel Zucker.
Traditionelle Chinesische Medizin
Auch in der klassischen TCM spielt Kakao keine Rolle. In der westlichen TCM-Ernährungslehre wird er meist als bitter und warm eingeordnet und soll das Herz anregen, bei innerer Hitze und Schlafstörungen aber gemieden werden.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Hunde und Katzen: Theobromin wird von Tieren sehr langsam abgebaut - schon kleine Mengen Zartbitterschokolade oder Kakaopulver können bei Hunden Erbrechen, Unruhe, Herzrasen und Krämpfe auslösen; sofort den Tierarzt anrufen.
- Cadmium: Kakao kann Cadmium enthalten; die EU begrenzt es in Kakaopulver und Schokolade. Kakaopulver und Rohkakao nicht in großen Mengen löffeln, besonders nicht bei Kindern.
- Anregung: Theobromin und Koffein können Schlaf und Herzschlag beeinflussen; bei Herzrhythmusstörungen, in der Schwangerschaft und bei Kindern maßvoll.
- Migräne und Reflux: Kakao kann bei manchen Menschen Migräne oder Sodbrennen begünstigen.
- Rohkakao: wird nicht geröstet und kann daher Keime enthalten; nicht für Schwangere und Kleinkinder.
- Zucker: Schokolade und Kakaogetränke enthalten meist viel Zucker und gelten als Genussmittel, nicht als Gesundheitsprodukt.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to cocoa flavanols and maintenance of normal endothelium-dependent vasodilation pursuant to Article 13(5) of Regulation (EC) No 1924/2006. EFSA Journal 2012; 10(7): 2809.
- Sesso HD et al. Effect of cocoa flavanol supplementation for the prevention of cardiovascular disease events: the COcoa Supplement and Multivitamin Outcomes Study (COSMOS) randomized clinical trial. American Journal of Clinical Nutrition 2022; 115(6): 1490–1500.
- Verordnung (EU) 2023/915 der Kommission über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln (Cadmium in Kakao und Schokolade).
- USDA FoodData Central: Cocoa, dry powder, unsweetened.


