Nektarine (Prunus persica var. nucipersica)
HerkunftEin Pfirsich ohne Pelz

Der Name kommt vom „Nektar“ - dem süßen Göttertrank der Griechen.
Pfirsiche wurden vor Jahrtausenden in China kultiviert und gelangten über Persien nach Europa - daher der lateinische Name persica. Irgendwann trat an einem Pfirsichbaum ein Zweig mit glatten Früchten auf. Heute weiß man, dass eine einzige Veränderung in einem Gen die Härchen verschwinden lässt. Aus den Samen eines Pfirsichs kann eine Nektarine wachsen und umgekehrt; die Merkmale werden rezessiv vererbt.
Die hartnäckige Behauptung, die Nektarine sei eine Kreuzung aus Pfirsich und Pflaume, stimmt also nicht. In Europa wurde sie erst im 20. Jahrhundert zur Massenfrucht, heute kommt sie vor allem aus Spanien, Italien und Griechenland. In Deutschland wächst Steinobst dieser Art nur in milden Lagen wie an der Mosel oder in der Pfalz - der Großteil ist Import.
NutzenWas die Nektarine für dich tut
100 g Nektarine haben nur etwa 44 kcal, dazu rund 1,7 g Ballaststoffe, gut 200 mg Kalium und etwa 5 mg Vitamin C. Eine mittelgroße Frucht von 150 g bringt also rund 8 mg Vitamin C - ein kleiner Beitrag, kein Vitamin-C-Wunder. Mit fast 88 Prozent Wasser ist sie im Sommer ein guter Durstlöscher.
Ihre gelb-orange Farbe verdankt sie Carotinoiden, vor allem Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin, die der Körper teilweise in Vitamin A umwandeln kann. Unter der Schale und in der roten Färbung stecken außerdem Polyphenole wie Chlorogensäure, Catechine und Anthocyane. Da die glatte Haut mitgegessen wird, landet mehr davon im Mund als beim geschälten Pfirsich.
Studien zu speziellen Gesundheitseffekten der Nektarine gibt es kaum. Sie zählt zum Obst, dessen reichlicher Verzehr in großen Studien mit weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Ihr Wert liegt im Genuss mit wenig Kalorien, nicht in einer besonderen Heilwirkung.
InhaltsstoffeDas steckt in der Nektarine
Nektarinen enthalten Wasser, Zucker (Saccharose, Glucose, Fructose), Sorbit, Ballaststoffe wie Pektin, Fruchtsäuren, Kalium, Magnesium, Phosphor, Vitamin C, Niacin, Vitamin E sowie Carotinoide (Beta-Carotin, Beta-Cryptoxanthin, Lutein) und Polyphenole wie Chlorogensäure, Catechine, Flavonole und Anthocyane.
In den Kernen steckt wie bei Pfirsich und Aprikose Amygdalin, aus dem Blausäure entstehen kann. Den Stein daher nicht knacken oder mitverarbeiten.
Verstärkte KombinationenWas die Nektarine stärker macht
Die Nektarine braucht wenig - etwas Fett, etwas Säure, etwas Wärme.
Hilft bei den Carotinoiden.
Ballaststoffe und Fruchtsüße.
Frische und mehr Vitamin C.
Karamellisiert in 3 Minuten.
Sommerlicher Salat.
Die Steinobst-Verwandtschaft im Kuchen.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Dasselbe Allergen Pru p 3.
Wird mehlig statt reif.
Amygdalin kann Blausäure bilden.
Die glatte Schale wird mitgegessen.
Kann blähen.
Druckstellen faulen schnell.
In der KücheWo sie hingehört
- Frisch aus der HandGewaschen, mit Schale.
- ObstsalatMit Beeren und Minze.
- Gegrillte NektarineMit Honig und Thymian.
- SommersalatMit Rucola und Mozzarella.
- CrumbleMit Hafer-Streuseln.
- Overnight OatsGewürfelt obendrauf.
- KompottMit Vanille.
- SmoothieMit Joghurt und Himbeeren.
- SalsaMit Chili und Limette zu Fisch.
- BlechkuchenMit Mandelblättchen.
Als HausmittelNektarinen-Kompott für den Vorrat
Nektarinen-Kompott
- 1 kg reife Nektarinen waschen, halbieren, entsteinen und in Spalten schneiden.
- Mit 100 ml Wasser, dem Saft einer halben Zitrone und nach Geschmack einem Esslöffel Honig in einen Topf geben.
- Zugedeckt 5 bis 8 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Spalten weich, aber nicht zerfallen sind.
- Heiß in saubere Schraubgläser füllen, verschließen und abkühlen lassen.
Um die kurze Saison zu verlängern und überreife Früchte zu retten. Warm gegessen ist Kompott für empfindliche Mägen oft bekömmlicher als rohes Obst, und die Carotinoide bleiben beim kurzen Garen weitgehend erhalten.
Im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar, portionsweise eingefroren mehrere Monate. Ein Schälchen zum Frühstück oder als Nachtisch.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Im Ayurveda wird der Pfirsich (und damit die Nektarine) als süß, leicht sauer und eher wärmend beschrieben - ausgleichend für Vata, reif und in Maßen auch für Pitta, bei Kapha sparsam.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM gilt der Pfirsich als warm, süß und sauer. Er soll die Säfte nähren, den Darm befeuchten und die Mitte stärken; bei innerer Hitze sollen nicht zu viele gegessen werden.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- LTP-Allergie: das Lipid-Transfer-Protein Pru p 3 steckt vor allem in der Schale und kann starke Reaktionen bis zur Anaphylaxie auslösen; wer auf Pfirsich reagiert, meidet auch Nektarinen.
- Kreuzallergie: Birkenpollenallergiker reagieren oft mit Kribbeln im Mund; Schälen oder Erhitzen hilft bei dieser Form meist.
- Kerne: nicht knacken oder essen - Amygdalin kann Blausäure freisetzen.
- Sorbit: bei Sorbit- oder Fructoseunverträglichkeit kleine Mengen testen.
- Rückstände: gründlich waschen, da die Schale mitgegessen wird.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- USDA FoodData Central: Nectarines, raw (FDC 169914).
- Vendramin E et al. A unique mutation in a MYB gene cosegregates with the nectarine phenotype in peach. PLoS ONE 2014; 9(3): e90574.
- Pastorello EA et al. The major allergen of peach (Prunus persica) is a lipid transfer protein. Journal of Allergy and Clinical Immunology 1999; 103(3 Pt 1): 520–526.
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Pfirsiche und Nektarinen. Pressemeldung.



