Nektarine (Prunus persica var. nucipersica)

Botanischer Name
Prunus persica var. nucipersicaRosengewächse (Rosaceae), eine Form des Pfirsichs
Verwendet wird
Die Fruchtfrisch, gegrillt, gebacken, als Kompott
Geschmack
Süß-säuerlich, saftigetwas fester und aromatischer als Pfirsich
Herkunft
China, über Persien nach Europaheute vor allem aus Spanien, Italien, Griechenland
Bekannt für
Die glatte Hauteine natürliche Mutation des Pfirsichs
Saison
Juni bis SeptemberImport aus Südeuropa, heimisch kaum

HerkunftEin Pfirsich ohne Pelz

Reife Nektarinen mit Blättern

Der Name kommt vom „Nektar“ - dem süßen Göttertrank der Griechen.

Pfirsiche wurden vor Jahrtausenden in China kultiviert und gelangten über Persien nach Europa - daher der lateinische Name persica. Irgendwann trat an einem Pfirsichbaum ein Zweig mit glatten Früchten auf. Heute weiß man, dass eine einzige Veränderung in einem Gen die Härchen verschwinden lässt. Aus den Samen eines Pfirsichs kann eine Nektarine wachsen und umgekehrt; die Merkmale werden rezessiv vererbt.

Die hartnäckige Behauptung, die Nektarine sei eine Kreuzung aus Pfirsich und Pflaume, stimmt also nicht. In Europa wurde sie erst im 20. Jahrhundert zur Massenfrucht, heute kommt sie vor allem aus Spanien, Italien und Griechenland. In Deutschland wächst Steinobst dieser Art nur in milden Lagen wie an der Mosel oder in der Pfalz - der Großteil ist Import.

NutzenWas die Nektarine für dich tut

100 g Nektarine haben nur etwa 44 kcal, dazu rund 1,7 g Ballaststoffe, gut 200 mg Kalium und etwa 5 mg Vitamin C. Eine mittelgroße Frucht von 150 g bringt also rund 8 mg Vitamin C - ein kleiner Beitrag, kein Vitamin-C-Wunder. Mit fast 88 Prozent Wasser ist sie im Sommer ein guter Durstlöscher.

Ihre gelb-orange Farbe verdankt sie Carotinoiden, vor allem Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin, die der Körper teilweise in Vitamin A umwandeln kann. Unter der Schale und in der roten Färbung stecken außerdem Polyphenole wie Chlorogensäure, Catechine und Anthocyane. Da die glatte Haut mitgegessen wird, landet mehr davon im Mund als beim geschälten Pfirsich.

Studien zu speziellen Gesundheitseffekten der Nektarine gibt es kaum. Sie zählt zum Obst, dessen reichlicher Verzehr in großen Studien mit weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Ihr Wert liegt im Genuss mit wenig Kalorien, nicht in einer besonderen Heilwirkung.

ca. 44 kcalpro 100 g
ca. 200 mgKalium pro 100 g
ca. 150 µgBeta-Carotin pro 100 g
ein Genunterscheidet sie vom Pfirsich

InhaltsstoffeDas steckt in der Nektarine

Nektarinen enthalten Wasser, Zucker (Saccharose, Glucose, Fructose), Sorbit, Ballaststoffe wie Pektin, Fruchtsäuren, Kalium, Magnesium, Phosphor, Vitamin C, Niacin, Vitamin E sowie Carotinoide (Beta-Carotin, Beta-Cryptoxanthin, Lutein) und Polyphenole wie Chlorogensäure, Catechine, Flavonole und Anthocyane.

In den Kernen steckt wie bei Pfirsich und Aprikose Amygdalin, aus dem Blausäure entstehen kann. Den Stein daher nicht knacken oder mitverarbeiten.

Verstärkte KombinationenWas die Nektarine stärker macht

Die Nektarine braucht wenig - etwas Fett, etwas Säure, etwas Wärme.

Fett

mit Joghurt oder Nüssen

Hilft bei den Carotinoiden.

Frühstück

mit Haferflocken

Ballaststoffe und Fruchtsüße.

Säure

mit Himbeeren

Frische und mehr Vitamin C.

Grill

mit Honig & Thymian

Karamellisiert in 3 Minuten.

Herzhaft

mit Rucola & Mozzarella

Sommerlicher Salat.

Mandel

mit Mandeln

Die Steinobst-Verwandtschaft im Kuchen.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Allergie

nicht bei Pfirsichallergie

Dasselbe Allergen Pru p 3.

Kühlschrank

nicht unreif kalt stellen

Wird mehlig statt reif.

Kern

nicht den Kern knacken

Amygdalin kann Blausäure bilden.

Waschen

nicht ungewaschen essen

Die glatte Schale wird mitgegessen.

Reizdarm

nicht mehrere auf einmal bei Sorbit-Empfindlichkeit

Kann blähen.

Druck

nicht im Laden drücken

Druckstellen faulen schnell.

In der KücheWo sie hingehört

  • Frisch aus der HandGewaschen, mit Schale.
  • ObstsalatMit Beeren und Minze.
  • Gegrillte NektarineMit Honig und Thymian.
  • SommersalatMit Rucola und Mozzarella.
  • CrumbleMit Hafer-Streuseln.
  • Overnight OatsGewürfelt obendrauf.
  • KompottMit Vanille.
  • SmoothieMit Joghurt und Himbeeren.
  • SalsaMit Chili und Limette zu Fisch.
  • BlechkuchenMit Mandelblättchen.
Faustregel: Reife Nektarinen duften und geben am Stielansatz leicht nach. Harte Früchte bei Zimmertemperatur neben einem Apfel nachreifen lassen, reife Früchte höchstens zwei bis drei Tage im Kühlschrank lagern und vor dem Essen wieder auf Zimmertemperatur bringen.

Als HausmittelNektarinen-Kompott für den Vorrat

So geht’s

Nektarinen-Kompott

  1. 1 kg reife Nektarinen waschen, halbieren, entsteinen und in Spalten schneiden.
  2. Mit 100 ml Wasser, dem Saft einer halben Zitrone und nach Geschmack einem Esslöffel Honig in einen Topf geben.
  3. Zugedeckt 5 bis 8 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Spalten weich, aber nicht zerfallen sind.
  4. Heiß in saubere Schraubgläser füllen, verschließen und abkühlen lassen.
Wofür

Um die kurze Saison zu verlängern und überreife Früchte zu retten. Warm gegessen ist Kompott für empfindliche Mägen oft bekömmlicher als rohes Obst, und die Carotinoide bleiben beim kurzen Garen weitgehend erhalten.

Menge

Im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar, portionsweise eingefroren mehrere Monate. Ein Schälchen zum Frühstück oder als Nachtisch.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Im Ayurveda wird der Pfirsich (und damit die Nektarine) als süß, leicht sauer und eher wärmend beschrieben - ausgleichend für Vata, reif und in Maßen auch für Pitta, bei Kapha sparsam.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM gilt der Pfirsich als warm, süß und sauer. Er soll die Säfte nähren, den Darm befeuchten und die Mitte stärken; bei innerer Hitze sollen nicht zu viele gegessen werden.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • LTP-Allergie: das Lipid-Transfer-Protein Pru p 3 steckt vor allem in der Schale und kann starke Reaktionen bis zur Anaphylaxie auslösen; wer auf Pfirsich reagiert, meidet auch Nektarinen.
  • Kreuzallergie: Birkenpollenallergiker reagieren oft mit Kribbeln im Mund; Schälen oder Erhitzen hilft bei dieser Form meist.
  • Kerne: nicht knacken oder essen - Amygdalin kann Blausäure freisetzen.
  • Sorbit: bei Sorbit- oder Fructoseunverträglichkeit kleine Mengen testen.
  • Rückstände: gründlich waschen, da die Schale mitgegessen wird.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

Passend zum ThemaWeiterlesen und mitkochen

Shop-Links führen zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.

QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Nectarines, raw (FDC 169914).
  2. Vendramin E et al. A unique mutation in a MYB gene cosegregates with the nectarine phenotype in peach. PLoS ONE 2014; 9(3): e90574.
  3. Pastorello EA et al. The major allergen of peach (Prunus persica) is a lipid transfer protein. Journal of Allergy and Clinical Immunology 1999; 103(3 Pt 1): 520–526.
  4. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Pfirsiche und Nektarinen. Pressemeldung.