Zucchini (Cucurbita pepo)

Botanischer Name
Cucurbita pepo var. giromontiinaKürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Verwendet wird
Die unreife Fruchtauch die Blüten
Geschmack
Mild, leicht nussigklein und jung am besten
Herkunft
Italien, 19. Jahrhundertein Sommerkürbis aus Amerika
Bekannt für
Sehr wenig Kalorienrund 17 kcal pro 100 g
Wichtig
Nie bitter essenBitterstoffe können giftig sein

HerkunftEin junger Kürbis aus Italien

Frische Zucchini in einem Korb

Zucchini heißt „kleiner Kürbis“ - und genau das ist sie: ein Gartenkürbis, der geerntet wird, bevor er reif ist.

Wie alle Gartenkürbisse stammt die Zucchini von Cucurbita pepo aus Mittelamerika ab. Die längliche, grüne Sorte, die wir heute kennen, wurde aber erst im 19. Jahrhundert in Norditalien gezüchtet, in der Gegend um Mailand. Italienische Auswanderer brachten sie nach Amerika, und erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde sie in Deutschland verbreitet.

Zucchini sind im Garten legendär ergiebig: Eine einzige Pflanze trägt im Sommer oft mehr, als eine Familie essen kann. Neben der grünen gibt es gelbe, gestreifte und runde Sorten. Die großen gelben Blüten werden in Italien gefüllt und frittiert - eine Delikatesse, die im Handel selten zu bekommen ist.

NutzenWas die Zucchini für dich tut

Die Zucchini ist ein leichtes, gut verträgliches Gemüse: rund 17 kcal pro 100 g, 95 Prozent Wasser, dazu Vitamin C, Kalium, Folat, Vitamin B6, Lutein und Zeaxanthin - die meisten davon in der Schale. Weil sie so mild ist, eignet sie sich für Schonkost, Babybrei und Menschen mit empfindlichem Magen.

Eine besondere Heilwirkung hat sie nicht, und das ist in Ordnung. Ihr Wert liegt darin, dass man mit ihr viel Gemüse essen kann, ohne dass es schwer wird - als Nudel-Ersatz, im Auflauf, in Suppen oder roh im Salat.

Ernst nehmen muss man die Cucurbitacine. Kulturzucchini enthalten keine davon, doch durch Kreuzung mit Zierkürbissen im eigenen Garten oder durch Stress wie Hitze und Trockenheit können sie wieder auftreten. 2015 starb in Baden-Württemberg ein älterer Mann nach einem Eintopf aus bitteren Zucchini aus dem eigenen Garten. Die Regel ist einfach: Vor dem Kochen ein kleines Stück roh probieren, und alles Bittere wegwerfen.

ca. 17 kcalpro 100 g
95 %Wasser
19. Jh.entstand die grüne Zucchini in Norditalien
1 Pflanzeträgt oft mehrere Kilo pro Sommer

InhaltsstoffeDas steckt in der Zucchini

Zucchini enthält Wasser, wenig Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamin C, Kalium, Folat, Vitamin B6, Mangan sowie die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, die vor allem in der grünen Schale sitzen.

Cucurbitacine sind Bitterstoffe der Kürbisgewächse, die Pflanzen gegen Fraßfeinde schützen. Schon kleine Mengen verursachen Übelkeit, Erbrechen, heftigen Durchfall und Bauchkrämpfe; in schweren Fällen kommt es zu Kreislaufversagen. Sie sind hitzestabil - Kochen hilft nicht.

Verstärkte KombinationenWas die Zucchini stärker macht

Zucchini hat wenig Eigengeschmack und viel Wasser - sie braucht Hitze, Salz und Kräuter.

Technik

scharf anbraten

In heißer Pfanne mit wenig Öl anbraten, dann erst salzen - so bleibt sie bissfest und bräunt.

Technik

vorher salzen & ausdrücken

Für Puffer und Füllungen geraspelte Zucchini salzen, 10 Minuten ziehen lassen, ausdrücken.

Kräuter

mit Minze & Zitrone

Roh gehobelt mit Minze, Zitrone, Olivenöl und Parmesan.

Mediterran

mit Tomate & Aubergine

Ratatouille - das Sommergemüse im Schmortopf.

Käse

mit Feta & Ricotta

Gefüllte Zucchini, Zucchini-Puffer mit Feta.

Carotinoide

mit Schale & Öl

Die Schale nicht entfernen, etwas Öl dazu - so kommen Lutein und Zeaxanthin an.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Bitter

nicht bitter schmeckend essen

Cucurbitacin-Vergiftungen sind gefährlich - bitteres Gericht sofort wegwerfen.

Saatgut

nicht aus eigenem Saatgut ziehen

Selbst geerntete Samen können sich mit Zierkürbissen gekreuzt haben - jedes Jahr gekauftes Saatgut verwenden.

Technik

nicht lange schmoren ohne Plan

Zucchini zerfällt schnell zu Brei - spät in den Topf geben.

Größe

nicht riesig ernten

Überständige Zucchini sind wässrig und kernig - am besten 15 bis 20 cm lang.

Lagerung

nicht zu kalt lagern

Unter 8 °C bekommt sie Kälteschäden - im Gemüsefach nur wenige Tage.

Stress

nicht nach Hitze & Dürre ungeprüft

Gestresste Pflanzen bilden eher Bitterstoffe - dann besonders gründlich probieren.

In der KücheWo sie hingehört

  • RatatouilleMit Aubergine, Paprika, Tomate, Kräutern der Provence.
  • ZoodlesSpiralisierte Zucchini statt Nudeln, kurz angebraten.
  • Zucchini-PufferGeraspelt, ausgedrückt, mit Feta, Dill und Ei.
  • Gefüllte ZucchiniMit Hackfleisch oder Linsen und Tomatensauce.
  • Zucchini-CarpaccioRoh gehobelt mit Zitrone, Minze, Parmesan.
  • Gegrillte ZucchiniIn Scheiben mit Knoblauchöl.
  • Frittierte ZucchiniblütenMit Ricotta gefüllt.
  • ZucchinisuppeMit Kartoffel, Brühe und Basilikum.
  • ZucchinikuchenSaftig wie Karottenkuchen.
  • Pasta alla NeranoFrittierte Zucchini mit Provolone und Basilikum.
Faustregel: Beim Kauf kleine, feste Zucchini mit glänzender Schale wählen. Aus dem eigenen Garten täglich ernten, bevor sie zu groß werden - und jede Pflanze einmal roh probieren.

Als HausmittelZucchini als Schonkost

So geht’s

Leichte Zucchinisuppe

  1. Zwei junge Zucchini und eine mehligkochende Kartoffel würfeln.
  2. In einem halben Liter Gemüsebrühe 15 Minuten weich kochen.
  3. Fein pürieren, mit wenig Salz und einem Teelöffel Olivenöl abschmecken.
  4. Lauwarm in kleinen Portionen essen.
Wofür

Als leichte Kost nach Magen-Darm-Infekten, bei empfindlichem Magen oder wenn wenig Appetit da ist. Zucchini ist ballaststoffarm genug, um den Darm nicht zu belasten, und liefert Wasser und Kalium.

Menge

Ein bis zwei Teller am Tag, ergänzt durch Zwieback, Reis oder Banane. Vorher ein Stück Zucchini roh probieren - nicht bitter? Dann los. Bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Zucchini wird in modernen ayurvedischen Texten als süß, kühlend und leicht beschrieben. Sie gilt als besonders gut für Pitta, ist gekocht auch für Vata geeignet und wird wie andere Kürbisgewächse als sanftes, gut verdauliches Gemüse geschätzt.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM gilt die Zucchini wie andere Sommerkürbisse als süß und kühl. Sie soll Hitze klären, Durst löschen und Feuchtigkeit ausleiten - ein Sommergemüse bei Hitze und Schwellungen.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Bitterstoffe: bitter schmeckende Zucchini nicht essen, auch nicht gekocht.
  • Saatgut: kein selbst gezogenes Saatgut verwenden.
  • Nieren: kaliumreich - bei Niereninsuffizienz Mengen beachten.
  • Allergie: selten, Kreuzreaktion mit anderen Kürbisgewächsen möglich.
  • Vergiftungszeichen: Erbrechen und Durchfall nach einem bitteren Gericht - ärztlich abklären lassen, bei Kreislaufproblemen Notruf.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung: Bittere Zucchini und Kürbisse nicht verzehren. Verbraucherinformation 2015.
  2. Kaushik U, Aeri V, Mir SR. Cucurbitacins - an insight into medicinal leads from nature. Pharmacognosy Reviews 2015; 9(17): 12–18.
  3. Paris HS. History of the cultivar-groups of Cucurbita pepo. Horticultural Reviews 2001; 25: 71–170.
  4. Salehi B et al. Cucurbits plants: a key emphasis to its pharmacological potential. Molecules 2019; 24(10): 1854.
  5. USDA FoodData Central: Squash, summer, zucchini, includes skin, raw.