Walnuss (Juglans regia)

Botanischer Name
Juglans regiaWalnussgewächse (Juglandaceae)
Verwendet wird
Kerne, Blätter, grüne SchalenBlätter als Arzneidroge
Geschmack
Nussig, leicht bitterdie Haut ist gerbstoffreich
Herkunft
Zentralasien bis Persienvon den Römern verbreitet
Bekannt für
Omega-3-Fettsäure ALAdie einzige Nuss mit nennenswert Omega-3
EU-Aussage
30 g täglichverbessern die Elastizität der Blutgefäße

HerkunftDie welsche Nuss

Walnusskerne in einer Holzschale mit ganzen Walnüssen

„Walnuss“ bedeutet „welsche Nuss“ - die Nuss aus dem romanischen Süden, die die Römer über die Alpen brachten.

Der Walnussbaum stammt aus einem Gebiet zwischen dem Balkan, Persien und dem Himalaya; die größten Wildbestände wachsen bis heute in den Bergwäldern Kirgistans. Perser und Griechen kultivierten ihn, die Römer nannten die Nuss Juglans, die Eichel des Jupiter, und brachten sie nach Mitteleuropa. Karl der Große ließ Walnussbäume in seinen Landgütern anpflanzen.

Heute sind China und die USA die größten Produzenten, in Europa vor allem Frankreich (Grenoble, Périgord). Ein alter Walnussbaum kann über hundert Jahre alt werden und liefert neben den Nüssen wertvolles Holz. Seine Blätter enthalten Juglon, einen Stoff, der das Wachstum anderer Pflanzen unter ihm hemmt.

NutzenWas die Walnuss für dich tut

Walnüsse enthalten vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren, darunter rund 9 g Alpha-Linolensäure (ALA) pro 100 g - die pflanzliche Omega-3-Fettsäure. Dazu Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamin E (vor allem als Gamma-Tocopherol), Magnesium, Kupfer, Mangan und viele Polyphenole, besonders in der dünnen Haut.

Eine Metaanalyse von 26 kontrollierten Studien fand: Walnüsse senken das Gesamt- und LDL-Cholesterin und die Triglyceride, ohne dass das Körpergewicht steigt. In der großen spanischen PREDIMED-Studie hatte die Gruppe mit täglich 30 g Nüssen - zur Hälfte Walnüsse - weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle. Die EU hat die Aussage zugelassen, dass täglich 30 g Walnüsse zu einer besseren Elastizität der Blutgefäße beitragen.

Die Walnussblätter sind eine eigene Arzneidroge: Die Kommission E hat sie äußerlich bei leichten, oberflächlichen Hautentzündungen und übermäßigem Schwitzen anerkannt - die Gerbstoffe wirken zusammenziehend.

30 gWalnüsse am Tag - die EU-anerkannte Menge
ca. 9 gOmega-3 (ALA) pro 100 g
26kontrollierte Studien in der Cholesterin-Metaanalyse
ca. 650 kcalpro 100 g - eine Handvoll reicht

InhaltsstoffeDas steckt in der Walnuss

Walnusskerne bestehen zu rund 65 Prozent aus Fett, überwiegend Linolsäure und Alpha-Linolensäure, dazu etwa 15 Prozent Eiweiß und 7 Prozent Ballaststoffe. Sie enthalten Vitamin E, B-Vitamine, Magnesium, Kupfer, Mangan, Melatonin in kleinen Mengen und Polyphenole wie Ellagitannine (Pedunculagin), die im Darm zu Urolithinen werden.

Die Blätter und grünen Fruchtschalen enthalten Gerbstoffe, Flavonoide und Juglon, das die Haut braun färbt - früher als Haarfärbemittel genutzt. Weil die ungesättigten Fette leicht ranzig werden, gehören Walnüsse kühl, dunkel und luftdicht gelagert.

Verstärkte KombinationenWas die Walnuss stärker macht

Walnüsse bringen Biss und leichte Bitterkeit - sie passen zu Süßem, Käse und Blattsalaten.

Gesundheit

täglich eine Handvoll

30 g am Tag, am besten statt anderer Snacks - so wurde der Nutzen gemessen.

Geschmack

kurz geröstet

In der trockenen Pfanne geröstet werden sie aromatischer und weniger bitter.

Käse

mit Blauschimmel & Birne

Birne, Gorgonzola, Walnuss - der Klassiker.

Salat

mit Chicorée & Apfel

Waldorfsalat oder Chicorée-Salat mit Walnussöl.

Frühstück

mit Hafer & Beeren

Im Müsli - Omega-3, Ballaststoffe und Polyphenole.

Pesto

mit Petersilie oder Basilikum

Walnuss statt Pinienkerne - günstiger und mehr Omega-3.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Lagerung

nicht warm lagern

Walnüsse werden schnell ranzig - kühl, dunkel, luftdicht, ideal im Kühlschrank oder eingefroren.

Ranzig

nicht bittere, ranzige Nüsse essen

Ranzige Nüsse schmecken seifig-bitter und sind nicht mehr gesund.

Schimmel

nicht schimmelige Nüsse

Schimmel auf Nüssen kann Aflatoxine bilden - nicht essen, auch nicht die anderen aus der Tüte, wenn es viele sind.

Allergie

nicht bei Nussallergie

Walnüsse sind ein häufiges und potenziell schweres Allergen.

Menge

nicht unbegrenzt

650 kcal pro 100 g - eine Handvoll, nicht eine Tüte.

Medikamente

nicht direkt mit Schilddrüsenhormonen

Ballaststoffe können die Aufnahme von L-Thyroxin verringern - Abstand halten.

In der KücheWo sie hingehört

  • Walnuss-PestoMit Petersilie, Parmesan und Olivenöl.
  • MuhammaraSyrische Paste aus gerösteter Paprika und Walnüssen.
  • WaldorfsalatSellerie, Apfel, Walnuss.
  • WalnussbrotMit Roggen und Walnüssen.
  • Birnen-Gorgonzola-SalatMit karamellisierten Walnüssen.
  • FesenjanPersischer Eintopf mit Walnuss und Granatapfel.
  • Walnuss-PorridgeMit Zimt und Apfel.
  • NusskuchenMit gemahlenen Walnüssen.
  • Nudeln mit WalnusssauceLigurische Salsa di noci.
  • Grüne WalnüsseIm Juni eingelegt als Nocino-Likör.
Faustregel: Walnüsse in der Schale halten am längsten. Geknackte Kerne in einem Schraubglas im Kühlschrank lagern oder einfrieren - so bleiben sie monatelang frisch.

Als HausmittelWalnussblätter-Fußbad

So geht’s

Walnussblätter-Sud bei Schweißfüßen

  1. 5 Esslöffel getrocknete Walnussblätter (Apotheke) in einem Liter Wasser aufkochen.
  2. 15 Minuten leise köcheln lassen, dann abseihen.
  3. Den Sud mit warmem Wasser zu einem Fußbad verdünnen.
  4. Füße 10 bis 15 Minuten baden, gut abtrocknen.
Wofür

Übermäßiges Schwitzen an Händen und Füßen und leichte, oberflächliche Hautentzündungen, wie von der Kommission E für die äußerliche Anwendung beschrieben. Die Gerbstoffe ziehen die Haut zusammen und wirken leicht antibakteriell.

Menge

Zwei bis drei Mal pro Woche. Nur äußerlich. Der Sud kann Haut und Nägel leicht bräunlich färben. Nicht auf offene Wunden oder großflächige Ekzeme.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Walnuss (Akshota) gilt im Ayurveda als süß, schwer, ölig und erwärmend. Sie stärkt, nährt Nerven und Gewebe und beruhigt Vata; bei Pitta und Kapha nur in kleinen Mengen.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM ist der Walnusskern (Hu Tao Ren) ein klassisches Stärkungsmittel: süß und warm, soll er Nieren und Lunge stärken, das Yang kräftigen und den Darm befeuchten - bei Rückenschwäche, chronischem Husten und Verstopfung.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Allergie: Walnüsse sind ein häufiges, potenziell schweres Allergen.
  • Schimmel: verschimmelte oder bitter-ranzige Nüsse wegwerfen.
  • Kleinkinder: ganze Nüsse sind eine Erstickungsgefahr - nur gemahlen.
  • Schilddrüsenhormone: mit Abstand einnehmen.
  • Blätter: nur äußerlich anwenden.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Guasch-Ferré M et al. Effects of walnut consumption on blood lipids and other cardiovascular risk factors: an updated meta-analysis and systematic review of controlled trials. American Journal of Clinical Nutrition 2018; 108(1): 174–187.
  2. Estruch R et al. Primary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet supplemented with extra-virgin olive oil or nuts. New England Journal of Medicine 2018; 378(25): e34.
  3. EFSA NDA Panel. Scientific opinion on the substantiation of health claims related to walnuts and maintenance of normal endothelium-dependent vasodilation. EFSA Journal 2011; 9(4): 2074.
  4. Kommission E: Monographie Juglandis folium (Walnussblätter), Bundesanzeiger.
  5. USDA FoodData Central: Nuts, walnuts, English.