Radieschen (Raphanus sativus)

Botanischer Name
Raphanus sativus var. sativusKreuzblütler (Brassicaceae)
Verwendet wird
Knolle und Blätterdie Blätter sind essbar
Geschmack
Frisch, scharfdie Schärfe sitzt in der Schale
Herkunft
Asien, Mittelmeerraumeng verwandt mit dem Rettich
Bekannt für
Senföleplus Vitamin C und Kalium
Saison
April bis Oktobernach 4 Wochen erntereif

HerkunftVom Pyramidenrettich zum Gartenradieschen

Bund frischer Radieschen mit Blättern auf Holz

Schon die Arbeiter an den ägyptischen Pyramiden sollen nach Herodot mit Rettich, Zwiebeln und Knoblauch versorgt worden sein.

Rettiche werden seit Jahrtausenden in Asien und im Mittelmeerraum angebaut. Die kleinen, runden, roten Radieschen, wie wir sie kennen, sind dagegen eine junge Zuchtform: Sie entstanden im 16. und 17. Jahrhundert in Europa, vermutlich in Frankreich und Italien.

Der Name kommt vom lateinischen radix - Wurzel. Botanisch ist das Radieschen allerdings keine Wurzel, sondern eine verdickte Sprossachse. Heute gibt es weiße, violette, gelbe und zweifarbige Sorten wie das längliche „Eiszapfen“- oder das rot-weiße „French Breakfast“-Radieschen.

NutzenWas das Radieschen für dich tut

Radieschen liefern pro 100 g rund 15 mg Vitamin C, 230 mg Kalium, Folat und Ballaststoffe bei nur etwa 16 kcal - sie bestehen zu 95 % aus Wasser. Die Blätter enthalten sogar deutlich mehr Vitamin C, Calcium und Eisen als die Knolle.

Die Schärfe kommt von Senfölglykosiden, vor allem Glucoraphasatin, aus denen beim Kauen scharfe Isothiocyanate entstehen. Sie regen die Bildung von Verdauungssäften und die Gallentätigkeit an - deshalb gilt Rettich traditionell als Mittel bei Völlegefühl. Die Kommission E hat Rettichwurzel für Verdauungsbeschwerden und Katarrhe der oberen Atemwege positiv bewertet.

Wie alle Kreuzblütler werden Radieschen wegen ihrer Isothiocyanate erforscht; in Laborstudien wirken diese antioxidativ und antimikrobiell. Beim Menschen ist der Nutzen vor allem als Teil einer gemüsereichen Ernährung belegt.

ca. 16 kcalpro 100 g
ca. 95 %Wassergehalt
4 Wochenvon der Aussaat bis zur Ernte
ca. 230 mgKalium pro 100 g

InhaltsstoffeDas steckt im Radieschen

Radieschen enthalten Senfölglykoside (Glucoraphasatin, Glucoraphenin), Vitamin C, Folat, Kalium, Calcium, Ballaststoffe und in roten Sorten Anthocyane in der Schale, vor allem Pelargonidin-Verbindungen.

Die Schärfe sitzt vor allem in der Schale und steigt mit Trockenheit und Hitze. Die Blätter sind reich an Vitamin C, Carotinoiden und Mineralstoffen.

Verstärkte KombinationenWas das Radieschen stärker macht

Radieschen mögen Fett und Salz - das mildert die Schärfe und macht sie zum perfekten Brotbelag.

Brot

mit Butter & Salz

Der französische Klassiker.

Quark

mit Schnittlauch

Kräuterquark mit Radieschen.

Salat

mit Gurke

Frisch und knackig.

Blätter

als Pesto

Die Blätter nicht wegwerfen.

Süße

mit Honig

Rettich-Honig als Hustensaft.

Säure

mit Essig

Schnell eingelegt, rosa gefärbt.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Magen

nicht bei Magenschleimhautreizung

Die Senföle reizen.

Gallensteine

nicht bei Gallensteinen in Mengen

Rettich regt die Galle an.

Lagerung

nicht mit Blättern lagern

Die Blätter ziehen Wasser aus der Knolle.

Nitrat

nicht für Säuglinge

Radieschen enthalten Nitrat.

Zu groß

nicht überständig

Pelzig und hohl.

Blähungen

nicht in großen Mengen bei empfindlichem Darm

Kohlgemüse-typisch.

In der KücheWo es hingehört

  • Butterbrot mit RadieschenUnd etwas Salz.
  • Radieschen-QuarkMit Schnittlauch.
  • Gurken-Radieschen-SalatMit Joghurt und Dill.
  • Radieschenblatt-PestoMit Nüssen und Öl.
  • Eingelegte RadieschenSchnell in Essig.
  • Geröstete RadieschenIm Ofen mild und süß.
  • TacosIn feinen Scheiben.
  • BrotzeitMit Rettich und Brezen.
  • BowlAls knackiges Topping.
  • SuppeDie Blätter in grüne Suppe.
Faustregel: Die Blätter gleich nach dem Kauf abdrehen - so bleiben die Knollen tagelang knackig. Blätter noch am selben Tag als Pesto oder in Suppe verwenden.

Als HausmittelRettich-Honig-Sirup

So geht’s

Rettich-Honig-Sirup

  1. Einen schwarzen Rettich oder einen Bund Radieschen waschen und in dünne Scheiben schneiden.
  2. Schichtweise mit Honig in ein Glas füllen.
  3. Über Nacht abgedeckt ziehen lassen - es bildet sich ein Sirup.
  4. Den Sirup abgießen und im Kühlschrank aufbewahren.
Wofür

Traditionelles Hausmittel bei Husten und Verschleimung. Die Senföle wirken leicht schleimlösend, der Honig beruhigt den Hals. Die Kommission E bewertet Rettich bei Katarrhen der oberen Atemwege positiv.

Menge

Mehrmals täglich 1 Teelöffel, innerhalb von 2 Tagen aufbrauchen. Nicht für Kinder unter 1 Jahr (Honig).

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Rettich (Mulaka) ist ein wichtiges Gemüse im Ayurveda: scharf und erwärmend, jung gut für alle Doshas, reif eher Pitta-steigernd. Er wird bei Verdauungsschwäche und Husten eingesetzt.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM ist Rettich (Lai Fu, der Samen Lai Fu Zi) scharf und süß, bewegt das Qi, löst Nahrungsstagnation und Schleim - ein klassisches Verdauungsmittel.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Magen: bei Gastritis und Magengeschwüren meiden.
  • Galle: bei Gallensteinen nicht in großen Mengen.
  • Nitrat: nicht für Säuglinge.
  • Honig-Sirup: nicht für Kinder unter 1 Jahr.
  • Allergie: selten, Kreuzreaktion mit Senf möglich.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

Passend zum ThemaWeiterlesen und mitkochen

Shop-Links führen zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.

QuellenWorauf sich das stützt

  1. Gamba M et al. Nutritional and phytochemical characterization of radish (Raphanus sativus): A systematic review. Trends in Food Science & Technology 2021; 113: 205–218.
  2. Manivannan A et al. Deciphering the nutraceutical potential of Raphanus sativus - a comprehensive overview. Nutrients 2019; 11(2): 402.
  3. Higdon JV et al. Cruciferous vegetables and human cancer risk: epidemiologic evidence and mechanistic basis. Pharmacological Research 2007; 55(3): 224–236.
  4. Kommission E: Monographie Raphani sativi radix (Rettich). Bundesanzeiger 1986.
  5. USDA FoodData Central: Radishes, raw.