Gurke (Cucumis sativus)
HerkunftDie kühle Frucht aus Indien

„Cool as a cucumber“ - das Innere einer Gurke ist tatsächlich einige Grad kühler als die Umgebung, weil sie so viel Wasser verdunstet.
Die Gurke stammt aus dem Vorland des Himalaya in Indien, wo sie seit etwa 3.000 Jahren angebaut wird. Über Persien und Griechenland kam sie nach Rom - Kaiser Tiberius soll täglich Gurken verlangt haben, die in beweglichen Beeten der Sonne nachgefahren wurden. In Mitteleuropa ist sie seit dem Mittelalter verbreitet.
Der Spreewald ist mit seinen Einlegegurken berühmt; die „Spreewälder Gurken“ sind eine geschützte geografische Angabe. Moderne Salatgurken sind so gezüchtet, dass sie kaum noch Bitterstoffe bilden und keine Bestäubung brauchen.
NutzenWas die Gurke für dich tut
Gurken bestehen zu rund 96 Prozent aus Wasser und haben nur etwa 15 kcal pro 100 g. Sie tragen an heißen Tagen zur Flüssigkeitszufuhr bei und liefern Kalium, Vitamin K und etwas Vitamin C - überwiegend in der Schale. Wer schält, verliert einen Großteil der ohnehin kleinen Nährstoffmenge.
Milchsauer vergorene Salzgurken (ohne Essig, oft im Kühlregal oder selbst gemacht) enthalten lebende Milchsäurebakterien. Essiggurken aus dem Glas sind pasteurisiert und enthalten meist Zucker; sie sind ein Genuss, aber kein fermentiertes Lebensmittel mehr.
Äußerlich sind Gurkenscheiben ein altes Hausmittel für geschwollene Augen und gerötete Haut: Die Kühle und das Wasser beruhigen. Eine besondere Wirkung darüber hinaus ist nicht belegt - aber kühl tut gut.
InhaltsstoffeDas steckt in der Gurke
Gurken enthalten Wasser, wenig Zucker, Kalium, Vitamin K, Vitamin C, Magnesium und in der Schale Carotinoide, Flavonoide und Kieselsäure. Der typische frische Duft stammt von Aldehyden wie Nonadienal.
In Kürbisgewächsen können Cucurbitacine vorkommen - bittere, hitzestabile Stoffe, die zu Übelkeit und Durchfall führen. Moderne Sorten sind weitgehend frei davon; bittere Enden oder ganze bittere Gurken sollte man nicht essen, besonders bei Pflanzen aus eigenem Saatgut.
Verstärkte KombinationenWas die Gurke stärker macht
Die Gurke ist Frische pur - sie liebt Dill, Joghurt, Essig und Salz.
Gurkensalat mit Dill und saurer Sahne - der deutsche Sommerklassiker.
Tzatziki, Raita, Cacık - Gurke und Joghurt kühlen scharfe Gerichte.
Salzgurken in 2- bis 3-prozentiger Salzlake mit Dill und Knoblauch.
Gut waschen, Bio kaufen, Schale dranlassen.
Gurkensalat mit Sesamöl, Chili und Knoblauch.
Gurkenscheiben und Minze im Wasserkrug.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Cucurbitacine - bittere Stücke wegwerfen.
Salz zieht Wasser - erst kurz vor dem Servieren.
Essiggurken sind pasteurisiert - lebende Kulturen nur in milchsauren Salzgurken.
Eingelegte Gurken sind sehr salzreich.
Ethylen lässt Gurken schnell gelb und weich werden.
Unter 7 °C bekommen Gurken Kälteschäden - im Gemüsefach nur kurz.
In der KücheWo sie hingehört
- GurkensalatMit Dill, saurer Sahne oder Essig-Öl.
- TzatzikiMit Joghurt, Knoblauch und Olivenöl.
- SalzgurkenMilchsauer mit Dill und Senfsaat.
- SchmorgurkenMit Hackfleisch oder Dill-Sahnesauce.
- Kalte GurkensuppeMit Joghurt und Minze.
- RaitaIndisch zu Curry.
- Smashed CucumberChinesisch mit Sesam und Chili.
- GurkenwasserMit Minze und Zitrone.
- SandwichMit Frischkäse - britisch.
- GazpachoMit Tomate und Paprika.
Als HausmittelGurkenscheiben für Augen und Haut
Kühle Gurkenauflage
- Eine Gurke waschen und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
- In etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden.
- Bei geschlossenen Augen auf die Lider legen oder auf gerötete Haut nach der Sonne.
- 10 bis 15 Minuten liegen lassen, bei Erwärmen erneuern.
Müde, geschwollene Augen und leicht gerötete, gereizte Haut nach der Sonne. Die Kühle zieht die Gefäße zusammen und beruhigt. Das ist ein Kühlmittel, kein Heilmittel.
Nach Bedarf. Nicht auf offene Haut oder bei Blasenbildung - ein echter Sonnenbrand mit Blasen gehört gekühlt und bei Fieber oder großflächig zum Arzt.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Gurke (Trapusha) gilt im Ayurveda als süß, kühlend und schwer - ideal bei Pitta und Hitze, harntreibend und durststillend. Bei Kapha und Vata sollte sie maßvoll und mit etwas Pfeffer oder Kreuzkümmel gegessen werden.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM ist die Gurke (Huang Gua) süß und kühl. Sie soll Hitze klären, Durst stillen, das Wasserlassen fördern und Schwellungen reduzieren - das klassische Sommergemüse bei Hitze.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Bitterstoffe: bittere Gurken nicht essen.
- Salz: eingelegte Gurken sind salzreich.
- Histamin: eingelegte und fermentierte Gurken bei Histaminintoleranz vorsichtig.
- Allergie: selten, Kreuzreaktion mit Melone und Beifuß möglich.
- Blutverdünner: Vitamin K in üblichen Mengen unproblematisch.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
Passend zum ThemaWeiterlesen und mitkochen
Shop-Links führen zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.
QuellenWorauf sich das stützt
- Mukherjee PK et al. Phytochemical and therapeutic potential of cucumber. Fitoterapia 2013; 84: 227–236.
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Bittere Zucchini, Kürbisse und Gurken nicht verzehren.
- Marco ML et al. Health benefits of fermented foods: microbiota and beyond. Current Opinion in Biotechnology 2017; 44: 94–102.
- Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
- USDA FoodData Central: Cucumber, with peel, raw.


