Erdbeere (Fragaria × ananassa)
HerkunftEin Kind zweier Amerikanerinnen

Die Gartenerdbeere entstand zufällig in französischen Gärten - aus einer Erdbeere aus Chile und einer aus Virginia.
In Europa sammelte man jahrhundertelang die kleine, duftende Walderdbeere Fragaria vesca. Im 17. Jahrhundert kam die Scharlach-Erdbeere aus Virginia nach Europa, 1714 brachte der französische Offizier Amédée-François Frézier großfrüchtige Erdbeerpflanzen aus Chile mit. In den Gärten der Bretagne und von Versailles kreuzten sich beide Arten um 1750 zufällig - das Ergebnis war groß, aromatisch und roch ein wenig nach Ananas, daher der Name ananassa.
Heute gibt es Hunderte Sorten. In Deutschland beginnt die Freilandsaison je nach Region im Mai und endet im Juli; im Winter kommen Erdbeeren aus Spanien, Marokko oder Ägypten, oft aus wasserintensivem Anbau in trockenen Regionen. Botanisch ist die Erdbeere keine Beere: Das rote Fruchtfleisch ist der verdickte Blütenboden, die eigentlichen Früchte sind die kleinen gelben Nüsschen auf der Oberfläche.
NutzenWas die Erdbeere für dich tut
Erdbeeren sind ein leichtes und nährstoffreiches Obst: Mit rund 32 kcal pro 100 g liefern sie etwa 60 mg Vitamin C - eine Schale mit 200 g deckt den Tagesbedarf. Dazu kommen Folat, Mangan, Kalium, Ballaststoffe und reichlich Polyphenole: Anthocyane (die rote Farbe), Ellagitannine und Flavonoide.
Kleine kontrollierte Studien fanden, dass Erdbeeren als gefriergetrocknetes Pulver bei Menschen mit metabolischem Syndrom das LDL-Cholesterin und Entzündungsmarker senken und den Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit dämpfen. Große Beobachtungsstudien verbinden einen hohen Verzehr von Beeren mit weniger Herzinfarkten, besonders bei Frauen.
Ehrlich: Das sind überwiegend kleine Studien und Zusammenhänge, keine Beweise für eine Heilwirkung. Aber als Obst, das süß schmeckt, kaum Kalorien hat und reich an Vitamin C und Polyphenolen ist, ist die Erdbeere schwer zu schlagen.
InhaltsstoffeDas steckt in der Erdbeere
Erdbeeren bestehen zu etwa 90 Prozent aus Wasser. Sie enthalten Vitamin C, Folat, Mangan, Kalium, Ballaststoffe und wenig Zucker. Die Farbe stammt von Anthocyanen, vor allem Pelargonidin-3-glucosid. Dazu kommen Ellagitannine und Ellagsäure, Flavonole wie Quercetin und Kaempferol sowie Fisetin.
Das Aroma entsteht aus mehreren hundert flüchtigen Stoffen, darunter Furaneol, das nach Karamell riecht. Erdbeeren reifen nach der Ernte nicht nach - sie werden weicher, aber nicht süßer. Deshalb schmecken voll ausgereift geerntete Freilanderdbeeren so viel besser als früh gepflückte Importware.
Verstärkte KombinationenWas die Erdbeere stärker macht
Die Erdbeere mag Säure, Sahne und Pfeffer - und sie verträgt keine lange Lagerung.
Ein paar Tropfen alter Balsamico und schwarzer Pfeffer holen mehr Aroma heraus als Zucker.
Erdbeersalat mit Minze oder Basilikum - frisch und ungewöhnlich.
Erdbeeren im Müsli bremsen den Blutzucker zusammen mit Ballaststoffen und Eiweiß.
Erdbeeren, Babyspinat, Ziegenkäse, Walnüsse - süß, säuerlich, salzig.
Das Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme aus Pflanzen.
Rhabarber-Erdbeer-Kompott: Säure trifft Süße.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Erst kurz vor dem Essen waschen, dann den Stiel entfernen - sonst saugen sie Wasser und verlieren Aroma.
Erdbeeren setzen im Körper Histamin frei - Juckreiz und Quaddeln sind oft eine Pseudoallergie.
Erdbeeren gehören regelmäßig zu den am stärksten mit Pestizidrückständen belasteten Obstsorten - gründlich waschen oder Bio.
Vitamin C und Farbe leiden - Erdbeermarmelade kurz kochen oder mit Gelierzucker 3:1.
Wenig Aroma, lange Transportwege, oft hoher Wasserverbrauch - Tiefkühlerdbeeren sind im Winter die bessere Wahl.
Bei Kindern mit Neurodermitis ist die Reaktion auf Erdbeeren häufiger - vorsichtig einführen.
In der KücheWo sie hingehört
- Erdbeeren mit QuarkDer Sommerklassiker - Quark mit etwas Milch glatt rühren.
- ErdbeerkuchenMürbeteig oder Biskuit, Vanillecreme, frische Erdbeeren.
- Erdbeer-Spinat-SalatMit Ziegenkäse, Walnüssen und Balsamico.
- Erdbeer-Rhabarber-KompottKurz gekocht, mit Vanille.
- ErdbeermarmeladeKurz kochen, damit Farbe und Aroma bleiben.
- Erdbeeren mit BalsamicoHalbiert, mit Balsamico und Pfeffer, eine Stunde ziehen lassen.
- SmoothieMit Banane und Haferdrink.
- Erdbeer-TiramisuMit Mascarpone und Löffelbiskuits.
- ErdbeerbowleMit Weißwein oder alkoholfrei mit Minze.
- ErdbeersorbetPürieren, wenig Zucker, Zitrone, einfrieren.
Als HausmittelErdbeerblättertee
Tee aus Erdbeerblättern
- Junge Blätter von ungespritzten Erdbeerpflanzen oder Walderdbeeren sammeln.
- An einem schattigen, luftigen Ort vollständig trocknen lassen.
- Zwei Teelöffel zerkleinerte Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen.
- 10 Minuten ziehen lassen, abseihen.
Traditionell als milder Haustee bei leichtem Durchfall - die Gerbstoffe wirken leicht zusammenziehend. Außerdem als Bestandteil von Frühstücks- und Haustees wegen des milden Geschmacks. Die Wirkung ist nicht in Studien belegt.
Zwei bis drei Tassen am Tag. Die Blätter nur vollständig getrocknet verwenden. Bei bekannter Erdbeerallergie meiden. Anhaltender Durchfall gehört zum Arzt.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Gartenerdbeere kommt in den klassischen Texten nicht vor. Heutige Ayurveda-Praktiker beschreiben sie als süß-sauer und leicht erwärmend: gut für Vata, in Maßen für Kapha, bei Pitta-Überschuss und Hautreizungen eher zurückhaltend.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM gilt die Erdbeere (Cao Mei) als süß-sauer und kühl. Sie soll die Lunge befeuchten, Körperflüssigkeiten bilden und den Magen stärken - bei trockenem Husten, Durst und Heiserkeit.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Pseudoallergie: Juckreiz, Quaddeln oder Hautrötungen nach Erdbeeren sind häufig und meist durch Histaminfreisetzung bedingt.
- Echte Allergie: selten, dann meist mit Kreuzreaktion zu Birke oder anderen Rosengewächsen.
- Rückstände: gründlich waschen oder Bio kaufen.
- Oxalat: Erdbeeren enthalten mäßig Oxalat - bei Nierensteinen nicht in großen Mengen.
- Kinder: bei Neurodermitis vorsichtig einführen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Giampieri F et al. The strawberry: composition, nutritional quality, and impact on human health. Nutrition 2012; 28(1): 9–19.
- Basu A et al. Strawberries decrease atherosclerotic markers in subjects with metabolic syndrome. Nutrition Research 2010; 30(7): 462–469.
- Cassidy A et al. High anthocyanin intake is associated with a reduced risk of myocardial infarction in young and middle-aged women. Circulation 2013; 127(2): 188–196.
- Darrow GM. The Strawberry: History, Breeding and Physiology. New York 1966.
- USDA FoodData Central: Strawberries, raw.


