Grüne Bohnen (Phaseolus vulgaris)

Botanischer Name
Phaseolus vulgarisHülsenfrüchtler (Fabaceae); Buschbohne: var. nanus
Verwendet wird
Die unreife Hülsesamt den jungen Kernen, immer gegart
Geschmack
Grasig-grün, leicht süßlichgekocht zart mit Biss
Herkunft
Mittel- und Südamerikaseit dem 16. Jahrhundert in Europa
Bekannt für
Phasin - roh giftigdazu Folat, Vitamin K und Ballaststoffe
Saison
Juli bis Septemberfrühe Ware ab Juni, sonst Import

HerkunftVon den Anden in den Bauerngarten

Frische grüne Bohnen in Nahaufnahme

Die Gartenbohne wurde zweimal unabhängig domestiziert - in Mexiko und in den Anden.

Wilde Gartenbohnen wachsen von Mexiko bis Argentinien. Schon vor rund 8.000 Jahren begannen Menschen in Mittelamerika und in den Anden, sie anzubauen, zusammen mit Mais und Kürbis als die „drei Schwestern“: Der Mais dient als Rankhilfe, die Bohne bindet Stickstoff, der Kürbis beschattet den Boden. Mit den spanischen Schiffen kam die Bohne im 16. Jahrhundert nach Europa und verdrängte hier rasch die alte Ackerbohne.

Man unterscheidet die niedrige Buschbohne (var. nanus) und die rankende Stangenbohne, die bis zu drei Meter hoch klettert. Im Handel gibt es Brech-, Prinzess-, Schnitt- und gelbe Wachsbohnen. Die rankende Feuerbohne ist dagegen eine eigene Art (Phaseolus coccineus) - und ebenfalls roh giftig.

NutzenWas grüne Bohnen für dich tun

100 g rohe grüne Bohnen haben laut USDA nur rund 31 kcal, aber 2,7 g Ballaststoffe, 1,8 g Eiweiß, etwa 33 µg Folat, 12 mg Vitamin C und rund 43 µg Vitamin K - eine Portion von 200 g deckt damit den geschätzten Tagesbedarf an Vitamin K. Dazu kommen Kalium, Magnesium und Carotinoide.

Die Ballaststoffe sättigen, fördern eine regelmäßige Verdauung und machen grüne Bohnen zu einem guten Sattmacher bei wenig Energie. Große Beobachtungsstudien verbinden einen hohen Gemüse- und Hülsenfruchtverzehr mit weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen - für grüne Bohnen allein gibt es aber keine eigenen Belege. Sie sind schlicht ein nährstoffreiches, leichtes Sommergemüse.

Der wichtigste Punkt ist die Sicherheit: Phasin ist ein Lektin, das an die Darmschleimhaut bindet. Schon wenige rohe Bohnen können nach zwei bis drei Stunden Übelkeit, Bauchkrämpfe, Erbrechen und Durchfall auslösen, Kinder sind wegen ihres geringen Gewichts besonders gefährdet. Hitze zerstört Phasin - aber nur sprudelndes Kochen, sanftes Dämpfen oder Dünsten reicht laut BfR nicht.

mind. 10–15 Min.sprudelnd kochen - nie roh essen
ca. 43 µgVitamin K pro 100 g
ca. 33 µgFolat pro 100 g
31 kcalpro 100 g

InhaltsstoffeDas steckt in grünen Bohnen

Grüne Bohnen enthalten Kohlenhydrate (vor allem Zucker und Stärke), Ballaststoffe wie Pektine und Cellulose, Eiweiß einschließlich des Lektins Phasin, Flavonoide wie Quercetin- und Kaempferol-Glykoside, Chlorophyll, Beta-Carotin, Lutein sowie Folat, Vitamin K, Vitamin C, Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen.

Beim Kochen gehen Vitamin C und Folat zum Teil ins Wasser über. Das Kochwasser trotzdem wegschütten - darin sammeln sich auch Reste des Phasins. Vitamin K, Carotinoide und Ballaststoffe sind hitzestabil.

Verstärkte KombinationenWas grüne Bohnen stärker macht

Grüne Bohnen brauchen Hitze, etwas Fett und ein würziges Kraut.

Kraut

mit Bohnenkraut

Die klassische Kombination - würzig und bekömmlich.

Fett

mit Butter oder Olivenöl

Vitamin K und Carotinoide sind fettlöslich.

Säure

mit Essig oder Zitrone

Für den Bohnensalat - aber erst nach dem Garen.

Nüsse

mit Mandeln

Haricots verts amandine.

Sommer

mit Tomaten & Knoblauch

Mediterran geschmort.

Eiweiß

mit Kartoffeln & Ei

Rheinisch oder als Salade niçoise.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Roh

nicht roh naschen

Phasin - auch Kinder im Garten aufpassen.

Dämpfen

nicht nur dämpfen oder dünsten

Zu wenig Hitze für Phasin.

Blanchieren

nicht nur blanchiert essen

Drei Minuten reichen nicht zum Entgiften.

Kochwasser

nicht weiterverwenden

Immer wegschütten.

Niedrigtemperatur

nicht im Slow Cooker

Unter 100 °C bleibt Lektin aktiv.

Natron

nicht ins Kochwasser

Grün bleibt es, Vitamine gehen verloren.

In der KücheWo sie hingehören

  • Bohnen mit BohnenkrautIn Butter geschwenkt.
  • BohnensalatMit Zwiebeln und Essig.
  • Grüne-Bohnen-EintopfMit Kartoffeln und Möhren.
  • SpeckbohnenIm Bündel gegart.
  • Salade niçoiseMit Kartoffeln, Ei und Oliven.
  • Haricots vertsMit gerösteten Mandeln.
  • Birnen, Bohnen und SpeckNorddeutscher Klassiker.
  • Geschmorte BohnenMit Tomaten und Knoblauch.
  • CurryMit Kokosmilch und Linsen.
  • Wok-BohnenErst gekocht, dann scharf angebraten.
Faustregel: Enden abschneiden und die Bohnen in reichlich sprudelnd kochendem Salzwasser mindestens 10 bis 15 Minuten garen, bis sie weich sind - dicke, ältere Bohnen länger. Das BfR nennt für frische Bohnen in seiner Lektin-Stellungnahme sogar bis zu 30 Minuten. Tiefkühlbohnen ebenso gründlich kochen.

Als HausmittelBohnensalat mit Bohnenkraut für die leichte Sommerküche

So geht’s

Bohnensalat

  1. 500 g grüne Bohnen putzen und mit einem Zweig Bohnenkraut in sprudelndem Salzwasser 12 bis 15 Minuten weich kochen.
  2. Abgießen, Kochwasser wegschütten, Bohnen kurz kalt abschrecken.
  3. Eine fein gewürfelte Schalotte mit 2 EL Weinessig, 3 EL Öl, Salz und Pfeffer verrühren.
  4. Die noch lauwarmen Bohnen untermischen und mindestens 30 Minuten durchziehen lassen.
Wofür

Als ballaststoffreiche, leichte Beilage im Sommer. Bohnenkraut wird traditionell zu Hülsenfrüchten gegeben, um Blähungen vorzubeugen - ein Erfahrungswissen, das nicht durch Studien belegt ist, aber gut schmeckt.

Menge

Als Beilage 150 bis 200 g pro Person. Im Kühlschrank hält sich der Salat zwei Tage.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Im Ayurveda gelten grüne Bohnen als süß und adstringierend, kühlend und leicht - ausgleichend für Pitta und Kapha. Bei Vata-Neigung werden sie gut gegart und mit wärmenden Gewürzen wie Kreuzkümmel oder Ingwer gegessen.

Traditionelle Chinesische Medizin

Die westliche TCM-Ernährungslehre ordnet grüne Bohnen als süß und neutral ein. Sie sollen die Mitte (Milz und Magen) stärken und Feuchtigkeit ausleiten - gegart und mit einem würzigen Kraut wie Bohnenkraut besonders verträglich.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Nie roh: Phasin löst schon in kleinen Mengen Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall aus, in schweren Fällen blutigen Durchfall und Kreislaufprobleme. Nach Verzehr roher Bohnen - besonders bei Kindern - den Giftnotruf anrufen.
  • Garen: sprudelnd kochen, nicht nur dämpfen, dünsten oder bei niedriger Temperatur garen; Kochwasser wegschütten.
  • Blutverdünner: bei Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar gleichmäßige Mengen essen statt plötzlich viel.
  • Blähungen: bei empfindlichem Darm kleinere Portionen, gut gegart und mit Bohnenkraut oder Kümmel.
  • Allergie: selten, Kreuzreaktionen mit anderen Hülsenfrüchten wie Erbse, Erdnuss oder Soja möglich.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Beans, snap, green, raw.
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Lektine in pflanzenbasierten Lebensmitteln: Gibt es ein gesundheitliches Risiko? Stellungnahme 03/2024 vom 23. Januar 2024.
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Bohnen nur gegart genießen. Pressemitteilung vom 19. Juli 2021.
  4. Rodhouse JC, Haugh CA, Roberts D, Gilbert RJ. Red kidney bean poisoning in the UK: an analysis of 50 suspected incidents between 1976 and 1989. Epidemiology and Infection 1990; 105(3): 485–491.
  5. Verbraucherzentrale Bremen: Grüne Bohne - richtig zubereitet, eine nährstoffreiche Hülsenfrucht. Pressemeldung vom 25. Juli 2023.
  6. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Hülsenfrüchte: Vom Einkauf in die Küche.