Kürbiskerne (Cucurbita pepo)
HerkunftDas grüne Gold der Steiermark

Der schalenlose Ölkürbis entstand durch eine zufällige Mutation - erst sie machte das Öl im großen Stil möglich.
Kürbisse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen Amerikas: In Mexiko wurden Kürbissamen schon vor rund 10.000 Jahren gesammelt, lange bevor man das Fruchtfleisch aß. Mit Kolumbus kam der Gartenkürbis nach Europa und wurde in Südosteuropa schnell heimisch.
In der Steiermark tauchte im 19. Jahrhundert eine Spielart auf, deren Kerne nur von einem dünnen grünen Häutchen statt einer harten Schale umgeben sind. Aus diesem Steirischen Ölkürbis werden bis heute die grünen Kürbiskerne und das dunkelgrüne Kürbiskernöl gewonnen, das als „Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.“ geschützt ist. Auch in Deutschland, Ungarn und Slowenien wird er angebaut, ein großer Teil der Kerne im Handel kommt allerdings aus China.
NutzenWas Kürbiskerne für dich tun
100 g Kürbiskerne liefern rund 30 g Eiweiß, etwa 49 g Fett - überwiegend Linolsäure und Ölsäure –, rund 6 g Ballaststoffe sowie etwa 550 mg Magnesium, 8 mg Zink und 8 mg Eisen. Schon eine Handvoll von 30 g deckt damit gut ein Drittel des Magnesium- und rund ein Viertel des Zinkbedarfs. Dazu kommen Vitamin E, Phytosterole und Tryptophan.
Als Arzneidroge beschreibt die Kommission E Kürbissamen bei Reizblase und Miktionsbeschwerden bei gutartiger Prostatavergrößerung im Stadium I bis II. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der EMA (HMPC) ordnet sie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein - die Anwendung beruht also auf langjähriger Erfahrung, nicht auf einem sicheren Wirksamkeitsnachweis. In einer großen Studie über ein Jahr (GRANU) besserten sich die Beschwerden unter Kürbissamen etwas stärker als unter Placebo; die Prostata selbst wurde nicht kleiner.
Wichtig: Kürbiskerne ersetzen keine ärztliche Abklärung. Beschwerden beim Wasserlassen können viele Ursachen haben, auch ernste - deshalb gehören sie immer zuerst zum Arzt. In der Küche sind Kürbiskerne aber eine sehr gute, nährstoffreiche Ergänzung für jeden Tag.
InhaltsstoffeDas steckt in Kürbiskernen
Kürbiskerne enthalten fettes Öl mit viel Linol- und Ölsäure, Eiweiß mit reichlich Arginin und Tryptophan, Ballaststoffe, Phytosterole (vor allem Delta-7-Sterole), Tocopherole (Vitamin E), Carotinoide wie Lutein, Lignane sowie Magnesium, Zink, Eisen, Phosphor, Kalium, Mangan und Kupfer.
Die grüne Farbe der steirischen Kerne und des Öls kommt vom Chlorophyll im dünnen Samenhäutchen. Kürbiskernöl wird aus gerösteten Kernen gepresst, ist daher sehr aromatisch, aber nicht zum Braten geeignet.
Verstärkte KombinationenWas Kürbiskerne stärker macht
Kürbiskerne sind überall eine kleine Aufwertung - im Salat, im Brot, im Müsli.
Hilft beim Eisen aus den Kernen.
Steirischer Klassiker mit Feldsalat.
Eiweiß und Magnesium zum Start.
Aroma wie Nüsse, knackig.
Oder obenauf gestreut.
Kerne und Öl als Topping.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Verliert Aroma, wird bitter.
Lieber naturbelassen.
Viel Energie - eine Handvoll reicht.
Werden ranzig.
Blasenbeschwerden immer abklären.
Auf Herkunft und Qualität achten.
In der KücheWo sie hingehören
- Steirischer SalatMit Kürbiskernöl und Kernen.
- KürbiskernbrotMit Vollkornmehl.
- Müsli und PorridgeMit Apfel und Zimt.
- KürbissuppeMit gerösteten Kernen obenauf.
- Kürbiskern-PestoMit Petersilie oder Bärlauch.
- Kürbiskern-PasteteAls Brotaufstrich.
- Geröstete KerneMit Paprika und Salz als Snack.
- Kürbiskern-PanadeFür Gemüse oder Fisch.
- Vanilleeis mit KernölSteirische Spezialität.
- Salat-ToppingÜber Rucola oder Feldsalat.
Als HausmittelKürbiskerne für Blase und Prostata
Kürbiskern-Kur
- Ärztlich abklären lassen, woher die Beschwerden beim Wasserlassen kommen.
- Täglich 10 g Kürbiskerne (etwa 1 gehäufter Esslöffel), morgens und abends, gut kauen.
- Die Kerne können ganz, grob gemahlen oder im Müsli gegessen werden.
- Die Anwendung über mehrere Wochen bis Monate beibehalten - ein Effekt zeigt sich, wenn überhaupt, erst langsam.
Traditionell zur Linderung von Beschwerden bei Reizblase und beim Wasserlassen durch eine gutartig vergrößerte Prostata (Stadium I bis II), nachdem ernste Ursachen ausgeschlossen wurden. Die Kerne lindern nur Beschwerden, sie verkleinern die Prostata nicht.
Laut Kommission E 10 g Samen pro Tag; standardisierte Fertigpräparate nach Packungsbeilage. Bei Blut im Urin, Fieber, Schmerzen, Harnverhalt oder Verschlechterung sofort zum Arzt.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Kürbiskerne gelten im Ayurveda als süß, leicht wärmend und nährend. Sie werden zur Stärkung und für die Harnwege eingesetzt und gelten als ausgleichend für Vata, in größeren Mengen jedoch als schwer für Kapha.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM heißen Kürbissamen Nan Gua Zi. Sie gelten als süß und neutral, wirken auf Magen und Dickdarm und wurden traditionell vor allem gegen Darmwürmer wie Bandwürmer eingesetzt.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Arztbesuch: Beschwerden beim Wasserlassen immer ärztlich abklären lassen - Kürbiskerne ersetzen keine Diagnose.
- Warnzeichen: bei Blut im Urin, Fieber, Schmerzen oder Harnverhalt sofort zum Arzt.
- Allergie: selten, Kreuzreaktionen mit anderen Kürbisgewächsen möglich.
- Energie: sehr fett- und kalorienreich; eine Handvoll am Tag genügt.
- Qualität: ranzig riechende oder schimmelige Kerne wegwerfen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Kommission E: Monographie Cucurbitae peponis semen (Kürbissamen). Bundesanzeiger 1985, geändert 1991.
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC): Community herbal monograph on Cucurbita pepo L., semen. EMA/HMPC/136024/2010.
- Vahlensieck W et al. Effects of pumpkin seed in men with lower urinary tract symptoms due to benign prostatic hyperplasia in the one-year, randomized, placebo-controlled GRANU study. Urologia Internationalis 2015; 94(3): 286–295.
- USDA FoodData Central: Seeds, pumpkin and squash seed kernels, dried.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr - Magnesium und Zink.


