Pfirsich (Prunus persica)
HerkunftDer „persische Apfel“ aus China

Der lateinische Name persica führt in die Irre: Der Pfirsich stammt aus China, nicht aus Persien.
In China wird der Pfirsich seit rund 4000 Jahren kultiviert und gilt dort als Symbol für langes Leben. Über die Seidenstraße gelangte er nach Persien, wo ihn Griechen und Römer kennenlernten - daher der Name „persischer Apfel“. Im Mittelalter pflanzten Klöster ihn auch nördlich der Alpen.
Die Nektarine ist keine Kreuzung, sondern eine Varietät des Pfirsichs mit glatter Haut (Prunus persica var. nucipersica). Der flache Plattpfirsich, auch Weinbergpfirsich oder Saturnpfirsich genannt, ist eine weitere Form. In Deutschland wächst der Pfirsich vor allem in Weinbaulagen, der Großteil kommt aus Spanien, Italien und Griechenland.
NutzenWas Pfirsiche für dich tun
Ein mittelgroßer Pfirsich (etwa 150 g) hat nur rund 60 kcal und liefert knapp 300 mg Kalium, etwa 10 mg Vitamin C und gut 2 g Ballaststoffe. Gelbfleischige Sorten enthalten zusätzlich Carotinoide wie Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin.
In Schale und Fruchtfleisch stecken Polyphenole wie Chlorogensäure und Catechine, in rotschaligen Sorten auch Anthocyane. Laborstudien zeigen antioxidative Effekte; ob der Pfirsich darüber hinaus besondere Gesundheitswirkungen hat, ist beim Menschen nicht untersucht.
Seine Stärke ist schlicht: Reif ist er weich, süß und gut verträglich - gekocht sogar besonders magenschonend. Die Schale enthält mehr Polyphenole als das Fruchtfleisch; wer sie verträgt, wäscht sie gründlich und isst sie mit.
InhaltsstoffeDas steckt im Pfirsich
Pfirsiche bestehen zu fast 90 Prozent aus Wasser. Sie enthalten Zucker (vor allem Saccharose), Fruchtsäuren, Pektin, Kalium, Vitamin C, etwas Vitamin E und Niacin, Carotinoide (bei gelben Sorten) sowie Polyphenole wie Chlorogensäure, Catechine und Quercetin-Glykoside.
Der Samen im Stein enthält das cyanogene Glykosid Amygdalin, aus dem beim Kauen Blausäure entstehen kann. In der Schale sitzt das Lipid-Transfer-Protein Pru p 3, das Hauptallergen des Pfirsichs.
Verstärkte KombinationenWas Pfirsiche stärker macht
Pfirsiche brauchen wenig - ein wenig Fett, Säure oder Würze reichen.
Carotinoide werden besser aufgenommen.
Macht aus Obst eine Mahlzeit.
Klassisch zum Kompott.
Im Sommersalat.
Im Porridge.
Für Chutney.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Amygdalin setzt Blausäure frei.
Pru p 3 kann schwere Reaktionen auslösen.
Reift schlecht nach, bleibt mehlig.
Wird mehlig.
Viel zugesetzter Zucker.
Enthält Sorbit.
In der KücheWo er hingehört
- PurReif und gewaschen.
- PfirsichkompottMit Vanille.
- PorridgeMit Haferflocken und Mandeln.
- SommersalatMit Basilikum und Mozzarella.
- Gegrillter PfirsichMit Joghurt.
- Pfirsich-CrumbleMit Haferstreuseln.
- SmoothieMit Joghurt und Ingwer.
- ChutneyZu Käse oder Curry.
- PfirsichmarmeladeMit wenig Zucker.
- QuarkspeiseMit gewürfelten Pfirsichen.
Als HausmittelPfirsichkompott für den empfindlichen Magen
Pfirsichkompott
- 2 reife Pfirsiche häuten, entsteinen und in Spalten schneiden.
- Mit 100 ml Wasser und nach Wunsch einer Prise Zimt oder etwas Vanille in einen Topf geben.
- Zugedeckt 5 bis 10 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Früchte weich sind.
- Lauwarm essen, pur oder zu Haferbrei oder Zwieback.
Als leichte, gut verträgliche Obstmahlzeit, wenn der Magen empfindlich ist oder man sich nach einem Infekt langsam wieder an normales Essen herantastet. Gekochtes, geschältes Obst ist schonender als rohes - eine Heilwirkung ist damit nicht verbunden.
Eine kleine Schüssel pro Mahlzeit. Ohne Zucker kochen. Bei Durchfall mit Fieber, Blut im Stuhl oder anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Im Ayurveda gilt der reife Pfirsich als süß, leicht sauer und eher wärmend. Er soll Vata beruhigen; bei Pitta sparsam, bei Kapha in Maßen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM gilt das Fruchtfleisch als warm, süß und sauer und soll die Säfte befeuchten. Der Samen (Tao Ren) ist ein eigenständiges Arzneimittel, das nur von Fachleuten dosiert werden darf - als Hausmittel ist er wegen des Amygdalins ungeeignet.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Allergie: Pfirsich ist in Südeuropa einer der häufigsten Auslöser einer Lebensmittelallergie. Das Lipid-Transfer-Protein Pru p 3 übersteht Kochen und kann schwere Reaktionen bis zum Schock auslösen - bei bekannter LTP-Allergie meiden und ärztlich beraten lassen.
- Pollen: Birkenpollen-Allergiker reagieren oft mit Kribbeln im Mund; gekocht wird das meist besser vertragen.
- Kerne: enthalten Amygdalin, aus dem Blausäure entsteht - nicht essen, nicht als „Vitamin B17“ einnehmen.
- Reizdarm: Sorbit und Fruktose können blähen.
- Waschen: Pfirsiche gehören zu den häufiger mit Pflanzenschutzmitteln belasteten Obstarten - gründlich waschen oder schälen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- USDA FoodData Central: Peaches, yellow, raw.
- EFSA CONTAM Panel. Acute health risks related to the presence of cyanogenic glycosides in raw apricot kernels and products derived from raw apricot kernels. EFSA Journal 2016; 14(4): 4424.
- Pastorello EA et al. The major allergen of peach (Prunus persica) is a lipid transfer protein. Journal of Allergy and Clinical Immunology 1999; 103(3): 520–526.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag sind für Erwachsene das Limit - Kinder sollten darauf verzichten.
- Wolters T et al. Lipid-Transfer-Protein-Allergie: Charakterisierung und Vergleich mit birkenpollenassoziierter Nahrungsmittelallergie. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (JDDG) 2022; 20.


