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Haarausfall natürlich begegnen
Haarausfall hat viele mögliche Ursachen – genetische Faktoren, hormonelle Veränderungen, Stress oder Nährstoffmängel. Ernährung kann helfen, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt – pauschale „Haar-Vitamine“ ohne nachgewiesenen Mangel bringen dagegen wenig.

🩹 So funktioniert der Haarzyklus deiner Kopfhaut
Jedes Haar durchläuft einen eigenen Zyklus mit drei Phasen: In der Anagenphase (Wachstum) wächst das Haar aktiv, das kann bei Kopfhaaren zwei bis sieben Jahre dauern. Es folgt die kurze Katagenphase (Übergang), in der der Follikel sich zurückbildet, und schließlich die Telogenphase (Ruhephase), an deren Ende das Haar ausfällt und ein neues nachwächst. Normalerweise befinden sich rund 85 bis 90 Prozent aller Haare gleichzeitig in der Wachstumsphase.
Bei Haarausfall verschiebt sich dieses Verhältnis: Mehr Follikel wechseln vorzeitig in die Ruhephase, die Anagenphase verkürzt sich. Bei erblich bedingtem Haarausfall spielt das Hormon DHT (Dihydrotestosteron) eine Schlüsselrolle – es bindet an empfindliche Haarfollikel und lässt sie mit jedem Zyklus schwächer und kürzer nachwachsen, bis sie irgendwann ganz verkümmern. Auch Eisenmangel, Schilddrüsenprobleme und chronischer Stress können Follikel vorzeitig in die Ruhephase drängen.
Wie sich dieser Prozess über Jahre entwickelt und woran man die einzelnen Stadien erkennt, erklärt der nächste Abschnitt.
Wie sich Haarausfall über Jahre entwickelt
Erblich bedingter Haarausfall verläuft meist über Jahre: Haarfollikel reagieren zunehmend empfindlich auf das Hormon DHT, wodurch sich die Wachstumsphase der Haare schrittweise verkürzt und Haare feiner nachwachsen, bis manche Follikel ganz verkümmern. Diffuser, nährstoffbedingter Haarausfall entwickelt sich dagegen oft über Monate eines schleichenden Mangels – etwa durch chronisch niedrige Eisenspeicher, starken Stress oder einseitige Diäten. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sich gegensteuern.
Eisen im Blick behalten
Zahlreiche Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Haarausfall, besonders bei diffusem Haarausfall bei Frauen. Ein niedriger Ferritinwert (Eisenspeicher) wird dabei häufiger festgestellt.
Zink für Kollagen & Keratin
Zink ist an der Bildung von Kollagen und Keratin beteiligt – den Hauptbestandteilen der Haare. Eine Studie an Kindern mit Haarverlust identifizierte Zink- und Eisenmangel als wichtige Auslöser.
Biotin: ehrlich eingeordnet
Viel beworbene Biotin-Präparate zeigen bei Menschen ohne nachgewiesenen Mangel keinen gesicherten zusätzlichen Nutzen – die meisten Menschen haben schlicht keinen Biotinmangel. Sinnvoller ist eine Kombination aus Protein, Vitamin C und Zink, für die es bessere Evidenz gibt.
Erst abklären, dann handeln
Weil Haarausfall so viele mögliche Ursachen hat, lohnt sich vor jeder Nährstoff-Kur ein Bluttest beim Arzt. Sowohl ein unbehandelter Mangel als auch eine unnötige, hochdosierte Supplementierung bergen gesundheitliche Risiken.
Wichtig: Eisen- oder Zink-Hochdosierung ohne nachgewiesenen Mangel kann selbst gesundheitsschädlich sein – nicht auf eigene Faust hochdosieren.
Suitable herbs in the Botanical Archive
Diese Inhalte ersetzen keine ärztliche oder dermatologische Diagnostik. Bei anhaltendem oder plötzlichem Haarausfall wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt, um die Ursache abzuklären.


