Krebserkrankungen · Sauerstoff

Oxygen, classified

Druckkammer, Ozon, Höhentraining, Atmen. Was davon belegt ist, was Grundlagenforschung, was gefährlich - und was dein Körper ohne Gerät kann.

Stand September 2026Quellen am EndeKeine Produktlinks

Vorweg

This page does not recommend any treatment and does not advise against any. Sie ist dafür da, dass du verstehst, worüber du entscheidest.

Sauerstoff ist ein Thema, bei dem sich Belegtes und Behauptetes besonders eng aneinander lehnen. Es gibt eine Anwendung, die in Studien steht und in Kliniken gemacht wird. Es gibt Verfahren, die gut klingen und nicht untersucht sind. Und es gibt eines, das gefährlich ist. Diese Seite hält sie auseinander.

Nichts davon gehört in eine laufende Behandlung, ohne dass dein Team es weiß. Auch Atemübungen nicht, wenn Lunge oder Herz betroffen sind.

01Der Ausgangspunkt

Was Sauerstoff im Tumor macht - und was nicht

Ein Tumor wächst schneller, als seine Blutversorgung mitkommt. Er treibt neue Gefäße an, aber die geraten krumm, undicht und ungleich verteilt. In den Winkeln dazwischen herrscht Sauerstoffmangel - und in diesem Mangel werden Tumorzellen tatsächlich unangenehmer: Sie schalten auf Gärung, sie werden beweglicher, und sie sprechen schlechter auf Bestrahlung an. So weit stimmt alles, was man dazu liest.

Wo der Schluss kippt

Der beliebte Schluss lautet: Wenn Sauerstoffmangel den Tumor stärkt, dann schwächt ihn mehr Sauerstoff. Dafür müsste der Sauerstoff aber dort ankommen, wo er fehlt - und genau das tut er nicht, weil die Gefäße dorthin nicht reichen. Man kann das Blut mit Sauerstoff sättigen, bis es nicht mehr geht, und die sauerstoffarmen Winkel im Tumor bleiben sauerstoffarm. Das ist kein Argument gegen Sauerstoff. Es ist der Grund, warum alles, was dazu wirklich untersucht wurde, in einer bestimmten Situation stattfindet: unter Druck, in der Klinik, zusammen mit Bestrahlung. Davon handelt das nächste Kapitel.

Und ein Missverständnis gehört gleich hier ausgeräumt: Krebs entsteht nicht durch Sauerstoffmangel. Der Mangel entsteht im Tumor, nachdem er da ist. Die Reihenfolge ist umgekehrt, wie so oft in diesem Bereich.

02Das Belegte

Die Druckkammer: wofür sie wirklich da ist

Bestrahlung hinterlässt manchmal Schäden, die erst Monate oder Jahre später auftauchen: Gewebe, das nicht mehr richtig durchblutet wird, Knochen im Kiefer, der nach einer Zahnentfernung nicht heilt, ein Enddarm, der blutet. Für genau diese Spätfolgen ist die Druckkammer untersucht - und da hat sie etwas zu bieten.

Was der Review sagt

Bei Strahlenspätfolgen an Kopf, Hals und Enddarm war das Ergebnis mit Druckkammer besser. Beim Kieferknochen heilte das Gewebe häufiger, Wundkomplikationen nach dem Eingriff waren seltener, Zahnfächer nach Entfernungen im bestrahlten Bereich heilten wahrscheinlicher. Die Beweislage ist mäßig bis schwach - kleine Studien, wenige Teilnehmer, und über Nebenwirkungen haben sie fast nichts berichtet. Bei geschädigten Nerven brachte die Kammer nichts.

Was sie nicht ist

Sie ist keine Krebsbehandlung. Es gibt eine ältere Forschungslinie, die den Sauerstoff der Kammer nutzen wollte, um Tumoren während der Bestrahlung empfindlicher zu machen - das ist der einzige Ort, an dem „Sauerstoff gegen Krebs“ je ernsthaft geprüft wurde, und es ist eine Frage der Strahlentherapie, nicht der Selbsthilfe.

Wenn dir jemand eine Druckkammer gegen den Tumor anbietet, verkauft er dir ein Verfahren mit einem anderen Beipackzettel. Wenn du nach einer Bestrahlung Spätfolgen hast, frag dein Team nach der Kammer - dafür gibt es sie.

03Das Behauptete

Höhentraining und Ozon: was dahintersteht

Intervall-Hypoxie, „Höhentraining“

Man atmet abwechselnd sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft, über eine Maske, in Sitzungen. Die Idee: Der Wechsel trainiert die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen. Es gibt dazu Studien an Sportlern und an Menschen mit Herzschwäche, kleine, mit gemischten Ergebnissen. Zu Krebs gibt es keine. Was auf Seiten als „steigert nachweislich die Mitochondrienfunktion“ steht, stammt aus diesen anderen Zusammenhängen und aus Zellversuchen. Das macht es nicht falsch - es macht es zu etwas, das man mit offenen Karten sagen muss: nicht untersucht bei Krebs.

Ozon-Eigenblut

Blut wird abgenommen, außerhalb des Körpers mit einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch versetzt und zurückgegeben. Die Anbieter sprechen von Immunanregung. Belegt ist bei Krebs nichts davon - es gibt Zellversuche, in denen Ozon Tumorzellen schädigt, und Zellversuche schädigen fast alles. Die Fachgesellschaft der Krebsärzte fasst es so zusammen: keine einzige randomisierte kontrollierte Studie bei Tumorpatienten, die Unbedenklichkeit nicht belegt - und trotzdem weit verbreitet.

Wobei wir deutlich werden

Es gibt Anbieter, die Ozon oder Sauerstoff direkt in die Vene geben. Das kann eine Gasembolie auslösen, es hat Menschen das Leben gekostet, und es ist in Deutschland seit 1984 verboten. Wer dir das anbietet, ist kein Grenzgänger zwischen den Medizinen - er gefährdet dich. Geh.

Wir haben diese beiden Verfahren früher auf dieser Seite freundlicher beschrieben. Das war ein Fehler, und er ist korrigiert. Was bleibt, ist die ehrliche Auskunft: Höhentraining ist Grundlagenforschung mit interessanten Fragen. Ozon-Eigenblut ist bei Krebs unbelegt. Beides ersetzt nichts, beides gehört, wenn überhaupt, in ärztliche Hände - und beides hat mit dem, was Sauerstoff wirklich für dich tun kann, wenig zu tun. Davon handelt der Rest dieser Seite.

Zwischenstand

Drei Sätze zum Sauerstoff

Bevor es um das geht, was du selbst tun kannst - das ist der Stand nach den ersten drei Kapiteln.

Edenshealth

Sauerstoff und Krebs, ehrlich

  1. Sauerstoff, den du einatmest, kommt im Tumor nicht an. Der Mangel dort entsteht durch die Gefäße, nicht durch die Atmung.
  2. Die Druckkammer ist belegt - für Strahlenspätfolgen. Kopf, Hals, Enddarm, Kieferknochen. Nicht gegen den Tumor.
  3. Höhentraining ist bei Krebs nicht untersucht, Ozon-Eigenblut ist unbelegt. Ozon in die Vene ist gefährlich.

Was jetzt kommt, ist die Seite, die Sauerstoffanbieter nie erwähnen: die, für die man kein Gerät braucht.

04Der Atem

Atmen: was in der Leitlinie steht

Yoga, Tai Chi und Qigong sind im Kern Bewegung mit Atem. Und sie stehen in der deutschen S3-Leitlinie mit „sollte“ gegen die bleierne Müdigkeit, die so viele während und nach einer Behandlung begleitet - Tai Chi und Qigong zusätzlich für den Schlaf. Das ist keine Nebensache: Fatigue ist die häufigste Beschwerde überhaupt, und hier steht ein Weg, der nichts kostet, nichts einnimmt und nichts riskiert.

Was der Atem im Körper macht

Wenn du langsam ausatmest, länger als du einatmest, meldet der Vagusnerv dem Körper: keine Gefahr. Der Puls sinkt, die Muskeln lassen los, die Verdauung läuft an. Dieser Schalter ist bei Angst, Anspannung und Schlaflosigkeit der direkteste, den du hast - und er ist immer dabei.

Drei Dinge, die du heute anfangen kannst

  • Vier ein, sechs aus. Durch die Nase einatmen, langsam durch den Mund ausatmen, ein paar Minuten. Vor dem Einschlafen, vor einem Termin, im Wartezimmer.
  • Ein Kurs statt eines Videos. Yoga, Qigong oder Tai Chi in einer Gruppe - viele Krebsberatungsstellen und Sportvereine haben eigene Angebote für Betroffene, oft kostenfrei. In der Gruppe hält man durch.
  • Sanft, nicht sportlich. Es geht nicht um Dehnung und Leistung. Es geht um den Atem, und der funktioniert auch im Sitzen.

Wann du erst fragen solltest

Bei Lungenmetastasen, nach Lungenoperationen, bei Atemnot oder Herzschwäche gehören Atemübungen vorher ans Team - nicht, weil sie verboten wären, sondern weil sich die Form ändert. Und Atemübungen sind kein Ersatz für die Behandlung von Atemnot. Wer nachts keine Luft bekommt, ruft an, statt zu atmen.

05Der Alltag

Sauerstoff, für den du kein Gerät brauchst

Was die Versorgung wirklich hebt

  • Bewegung. Sie ist das Einzige, was dauerhaft mehr Sauerstoff ins Gewebe bringt - weil sie Herz, Lunge und Blutgefäße trainiert, also den Transport, nicht die Luft. In der Leitlinie steht sie mit „soll“. Zehn Minuten Gehen zählen schon; wie anfangen, steht auf der Seite Begleitende Hilfe.
  • Nicht rauchen. Kohlenmonoxid aus dem Rauch blockiert die roten Blutkörperchen. Wer aufhört, hat innerhalb von Tagen messbar mehr Sauerstoff im Blut. Auch wer erst nach der Diagnose aufhört, verträgt Behandlungen besser und heilt besser.
  • Tageslicht und Draußensein. Nicht wegen des Sauerstoffgehalts der Luft - der ist überall gleich - sondern wegen dem, was Licht und Bewegung im Freien mit Schlaf, Stimmung und Rhythmus machen. Was dahintersteckt, steht im Kernthema Sonnenlicht.
  • Genug Eisen und genug Eiweiß. Sauerstoff wird von roten Blutkörperchen getragen, und die brauchen Eisen und Eiweiß zum Aufbau. Blutarmut ist bei Krebs häufig und wird oft übersehen - lass die Werte anschauen, bevor du an der Atmung arbeitest.

Was der Wald wirklich kann

Man liest, im Wald sei die Luft sauerstoffreicher. Der Unterschied ist winzig und für den Körper bedeutungslos. Was der Wald wirklich tut, ist etwas anderes: Er senkt Stresshormone, er bringt Bewegung und Licht zusammen, und er tut das ohne Anstrengung. Das ist gut untersucht und Grund genug - man muss es nur nicht mit Sauerstoff begründen.

Our stance

Cancer patients should not eat anything processed or industrially produced.

This is our position, not a guideline recommendation – and we explain what it's based on. Even those who don't share it will still find everything they need on this page.

Edenshealth

What's gone - and what's instead

Get away

  • Refined sugar, in any form
  • Ready meals and anything with a long list of ingredients
  • Sausage, ham, bacon, all cured and smoked meats
  • White flour in its usual forms
  • Soft drinks, including the "sugar-free" ones„
  • Sweetened dairy products, fruit yogurt, breakfast cereals
  • Refined oils and margarine
  • Sweeteners

Instead

  • Grass-fed beef, meat in a single piece
  • Organic eggs, free-range chicken
  • Fish
  • Fresh vegetables and herbs, according to the season
  • Cold-pressed oils: olive oil, linseed oil
  • Nuts, legumes, quark
  • If sweet: a teaspoon of honey
  • Water and herbal tea
ProvenProcessed meatGroup 1 of the WHO Cancer Agency
ObservedUltra-processed105,000 people: more of them, more cancer cases – a correlation, but not a proven cause.

The one exception: Those who can barely eat anything and continue to lose weight eat as much as they can. Then every calorie counts more than any ideal.

06The exam

Woran du ein Sauerstoff-Angebot erkennst, das dir schadet

  • Es sagt, Krebs entstehe durch Sauerstoffmangel. Die Reihenfolge ist umgekehrt, und wer das nicht weiß, weiß auch den Rest nicht.
  • Es verspricht, das Tumormilieu zu „verändern“. Das ist ein Satz ohne Messgröße. Frag, was genau sich wo verändern soll und wie man das gemessen hat.
  • Es beruft sich auf die Druckkammer und verschweigt, wofür sie belegt ist: Strahlenspätfolgen, nicht Tumoren.
  • Es gibt Sauerstoff oder Ozon in die Vene. Sofort gehen.
  • Es zitiert Zellversuche und nennt sie Wirkung.
  • Es kostet pro Sitzung und empfiehlt viele Sitzungen.

Und ein Satz für dein nächstes Gespräch

„Mir wurde eine Sauerstofftherapie angeboten. Gibt es bei meiner Erkrankung eine Situation, in der so etwas sinnvoll ist - und spricht bei mir etwas dagegen?“ Wer diese Frage stellt, bekommt in der Regel eine klare Antwort und keinen Verkaufstext.

Sources

  1. Cochrane Database of Systematic Reviews: Hyperbaric oxygen therapy for late radiation tissue injury (Bennett u. a., 2016; Aktualisierung Lin u. a., 2023). 14 Studien, 753 Teilnehmer; Nutzen bei Spätfolgen an Kopf, Hals und Enddarm; kein Nutzen bei Nervenschäden; Nebenwirkungen kaum berichtet.
  2. Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe): S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen, Version 2.0, Mai 2024 - Yoga „sollte“ bei Fatigue; Tai Chi und Qigong „sollte“ bei Fatigue und Schlaf; körperliche Aktivität „soll“. Sauerstoff- und Ozontherapien werden nicht behandelt.
  3. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: Komplementäre und alternative Verfahren · Rauchstopp bei Krebs · Fatigue.
  4. Onkopedia (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie): Leitlinie Ozontherapie. Keine randomisierten kontrollierten Studien bei Tumorpatienten; Fallberichte über Lungenembolien und Todesfälle nach direkter intravenöser Gabe, die in Deutschland seit 1984 verboten ist.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sie empfiehlt kein Verfahren und kein Produkt. Sprich über jedes Verfahren, auch über Atemübungen, mit deinem Behandlungsteam.