Türkischer Drachenkopf (Dracocephalum moldavica)

Family
LamiaceaeDracocephalum moldavica, auch Moldawische Melisse
is used
herbdie blühenden oberirdischen Teile, frisch oder getrocknet
The taste
zitronig, milderinnert an Zitronenmelisse, mit leicht herber Note
Origin
Central AsiaSibirien, Mongolei und Nordwestchina, in Europa verwildert und angebaut
status
keine Monographieweder HMPC noch Kommission E, in Europa vor allem als Tee- und Gewürzkraut genutzt
Important
Beruhigungsmittelnicht mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln kombinieren, ohne Rücksprache

OriginEine Zitronenpflanze aus den Steppen Asiens

Türkischer Drachenkopf mit blauvioletten Lippenblüten an aufrechten Stängeln

Wer im Sommer an einem Beet mit Drachenkopf vorbeistreift, riecht sofort Zitrone, und die Bienen sind schon da.

Der Türkische Drachenkopf ist ein einjähriger Lippenblütler mit aufrechten, vierkantigen Stängeln und gezähnten Blättern. Im Hochsommer trägt er blauviolette, seltener weiße Blüten, deren Form an ein geöffnetes Drachenmaul erinnert, daher der Gattungsname Dracocephalum, Drachenkopf. Er stammt aus Zentralasien, Sibirien und dem Nordwesten Chinas und wächst dort auf trockenen, sonnigen Standorten.

Der Artname moldavica verweist auf die Moldau. In Mittel- und Osteuropa wird die Pflanze seit langem kultiviert und ist stellenweise verwildert. Imker schätzen sie als ergiebige Bienenweide, Köche als Ersatz für Zitronenmelisse in Salaten, Limonaden und Kräutertees.

Im Deutschen kursieren mehrere Namen: Türkischer Drachenkopf, Moldawische Melisse oder Türkische Melisse. Mit der echten Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist er verwandt, aber nicht identisch. In Mexiko ist er als „Toronjil“ ein beliebtes Hausmittel, in China als Xiang Qing Lan bekannt.

To useVolksheilkunde trifft Laborforschung

In der Volksheilkunde Osteuropas, Sibiriens und der Mongolei wird der Drachenkopf traditionell bei Kopfschmerzen, Nervenschmerzen und Zahnschmerzen verwendet, außerdem bei Magen- und Leberbeschwerden sowie bei Husten. In Mexiko trinkt man ihn als Tee zur Beruhigung und bei Nervosität. Das zitronige Aroma macht ihn zu einem angenehmen Abendtee.

In Nordwestchina, besonders in Xinjiang, ist das Kraut Bestandteil traditioneller Zubereitungen, die bei Herzbeschwerden und Bluthochdruck eingesetzt werden. Ein bekanntes Beispiel ist das Granulat Yixin Badiranjibuya. Belastbare klinische Studien nach europäischen Maßstäben gibt es dazu bisher kaum.

Für die Nerven ist eine Studie aus Mexiko interessant. Ein wässriger Auszug des Krauts verlängerte bei Mäusen die Schlafdauer unter einem Schlafmittel, verringerte die Bewegungsaktivität und wirkte insgesamt dämpfend. Eine angstlösende oder antidepressive Wirkung zeigte sich in diesem Versuch nicht.

Weitere Labor- und Tierstudien beschreiben antioxidative, entzündungshemmende und herzschützende Eigenschaften, vor allem für die Flavonoide des Krauts. Das sind wertvolle Hinweise, aber noch keine Belege für eine Wirkung am Menschen. Wer den Drachenkopf trinkt, tut das heute vor allem als milden, aromatischen Kräutertee.

rund 66 ProzentGeranial und Neral (Citral) im ätherischen Öl der Blätter in einer polnischen Analyse
0,1 Prozentgeringe Ölausbeute aus dem getrockneten Kraut in derselben Untersuchung
TilianinLeitflavonoid, ein Glykosid des Acacetins
präklinischdie meisten Studien stammen aus Labor und Tierversuch

IngredientsZitronenduft und Flavonoide

Der Duft stammt aus dem essential oil. Darin dominieren Geranial and Neral, die zusammen als Citral bekannt sind, dazu Geraniol und Nerol. Es sind dieselben Stoffe, die auch Zitronenmelisse und Zitronengras ihr Aroma geben.

Unter den Flavonoiden is Tilianin (Acacetin-7-glucosid) besonders gut untersucht, daneben Acacetin, Apigenin- und Luteolin-Glykoside, zum Teil mit Malonylresten. In der mexikanischen Studie zur dämpfenden Wirkung waren genau diese malonylierten Glykoside die Hauptbestandteile des Tees.

Außerdem enthält das Kraut reichlich Rosmarinic acid und andere Phenolcarbonsäuren, wie sie für viele Lippenblütler typisch sind. Dazu kommen Lignane, die erst in den letzten Jahren näher beschrieben wurden.

Enhanced combinationsSanfte Partner für den Abend

Als milder Zitronentee lässt sich der Drachenkopf gut mit den klassischen Abendkräutern mischen.

Unrest

with Lemon balm

Zitronenmelisse ist für nervöse Unruhe und Einschlafprobleme in einer EU-Monographie geführt und passt geschmacklich perfekt.

Einschlafen

with lavender

Lavendelblüten werden traditionell bei Unruhe verwendet und geben dem Tee eine blumige Note.

Evening tea

with Linden blossoms

Lindenblüten machen die Mischung weich und runden das Zitronenaroma ab.

stomach

with chamomile

Kamille ergänzt den Drachenkopf bei nervösen Magenbeschwerden.

Durchschlafen

with Passionflower

Die Passionsblume ist bei nervöser Unruhe vom HMPC als traditionelles Arzneimittel geführt.

What contradicts itselfIt's best to avoid these combinations.

Medications

not with Schlaf- und Beruhigungsmitteln

Im Tierversuch verstärkte der Auszug die Wirkung eines Schlafmittels, deshalb vorsichtshalber nicht ohne Rücksprache kombinieren.

alcohol

not with alcohol

Auch Alkohol dämpft das Nervensystem, und die Effekte könnten sich addieren.

Straßenverkehr

not before dem Autofahren in großen Mengen

Bei Mäusen litt die Bewegungskoordination, darum große Mengen lieber am Abend trinken.

Duftstoffallergie

not as Öl auf die Haut bei Citral-Allergie

Citral gehört zu den bekannten Kontaktallergenen in Duftstoffen.

ApplicationSo verwendest du den Drachenkopf

  • infusion1 bis 2 Teelöffel getrocknetes Kraut mit 200 ml heißem, nicht mehr sprudelnd kochendem Wasser übergießen.
  • ZiehzeitZugedeckt 5 bis 8 Minuten ziehen lassen, damit das Zitronenaroma im Tee bleibt.
  • Evening teaEine Tasse etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen.
  • FreshEine Handvoll frische Blätter mit heißem Wasser übergießen oder in kaltes Wasser mit Zitrone geben.
  • In the kitchenFrische, fein geschnittene Blätter passen zu Salaten, Quark, Fisch und Obstsalat.
  • lemonadeEin paar Stängel über Nacht in einem Krug Wasser ziehen lassen, das ergibt ein erfrischendes Getränk.
  • MischungenGut zu gleichen Teilen mit Melisse, Lavendel oder Lindenblüten.
  • Im GartenEinjährig, im Frühjahr direkt ins Beet säen, sonniger Platz, blüht ab Juli.
Rule of thumb: Behandle den Drachenkopf wie Zitronenmelisse: nicht zu heiß aufgießen und immer zudecken. Ein bis zwei Tassen am Abend sind ein guter Rahmen. Wenn du merkst, dass er dir gut tut, wechsle trotzdem ab und zu mit anderen Abendkräutern.

As a home remedyEin Abendritual mit Zitronenduft

Here's how it works

Drachenkopf-Lavendel-Tee mit Honig

  1. 1 Teelöffel getrockneten Drachenkopf und eine Prise Lavendelblüten in eine Tasse geben.
  2. Mit 200 ml heißem Wasser (etwa 90 Grad) übergießen und sofort zudecken.
  3. 7 Minuten ziehen lassen und abseihen.
  4. Nach Wunsch mit einem halben Teelöffel Honig süßen und in Ruhe in kleinen Schlucken trinken.
For what

Traditionell als beruhigender Abendtee bei Unruhe und zum Abschalten nach einem langen Tag.

Crowd

Eine Tasse am Abend, über zwei bis drei Wochen, danach eine Pause oder Wechsel zu anderen Abendkräutern.

Ayurveda & TCMWhat the old systems say

Ayurveda

Im klassischen Ayurveda kommt der Türkische Drachenkopf nicht vor. Nach seinen Eigenschaften, aromatisch, leicht kühlend und beruhigend, ließe er sich zur Besänftigung von Vata bei Unruhe und von Pitta bei innerer Hitze einordnen. Das ist eine Übertragung nach Prinzip, keine Überlieferung.

Traditional Chinese Medicine

In den klassischen Arzneibüchern der Traditionellen Chinesischen Medizin spielt der Drachenkopf keine große Rolle. Unter dem Namen Xiang Qing Lan wird er aber in Nordwestchina in regionalen Heiltraditionen verwendet, vor allem in Xinjiang, wo er Bestandteil von Zubereitungen gegen Herzbeschwerden ist. Nach TCM-Logik würde man ihn als aromatisches, leicht kühles Kraut einordnen, das Hitze klärt und das Herz-Shen beruhigt. Das ist eine Einordnung nach Eigenschaften und keine klassische Überlieferung.

Warning noticesWhen you should be careful

Please note

  • Beruhigungsmittel: Wenn du Schlaf- oder Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder Antiepileptika nimmst, sprich vor einer regelmäßigen Anwendung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
  • Pregnancy and breastfeeding: Es gibt keine Sicherheitsdaten. Als gelegentlicher Küchengebrauch unbedenklich, als Tee-Kur in dieser Zeit lieber nicht.
  • Children: Für Kinder fehlen Daten. Ein schwacher Tee in kleinen Mengen ist eine Küchenanwendung, keine Therapie.
  • Allergy: Bei Allergie gegen Lippenblütler oder gegen Citral solltest du vorsichtig sein, besonders mit dem ätherischen Öl.
  • Schlafprobleme: Wenn du über Wochen schlecht schläfst oder dich anhaltend unruhig und niedergeschlagen fühlst, lass die Ursache ärztlich abklären.

This page provides information and does not replace medical advice. If symptoms persist, please consult a doctor.

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SourcesWhat is this based on?

  1. Weremczuk-Jeżyna I, Grzegorczyk-Karolak I. A comprehensive review of the phenolic compounds in Dracocephalum genus (Lamiaceae) related to traditional uses of the species and their biological activities. Molecules 2025; 30(9): 2017.
  2. Martínez-Vázquez M, Estrada-Reyes R, Martínez-Laurrabaquio A, López-Rubalcava C, Heinze G. Neuropharmacological study of Dracocephalum moldavica L. (Lamiaceae) in mice: sedative effect and chemical analysis of an aqueous extract. J Ethnopharmacol 2012; 141(3): 908 bis 917.
  3. Dmitruk M, Sulborska A, Żuraw B et al. Sites of secretion of bioactive compounds in leaves of Dracocephalum moldavica L.: anatomical, histochemical, and essential oil study. Braz J Bot 2019; 42(4): 701 bis 715.
  4. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, Anhang III (Citral und Geraniol als kennzeichnungspflichtige Duftstoffe).
  5. Bildnachweis: Türkischer Drachenkopf. Foto: Bff, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons