Himbeerblätter (Rubus idaeus)

Family
Rose familyRubus idaeus - die Blätter der gewöhnlichen Himbeere
is used
The leafvor der Blüte geerntet und rasch getrocknet
The taste
Mild and slightly tarterinnert an schwarzen Tee, ohne dessen Koffein
Origin
Europe and Asiaan Waldrändern, Lichtungen und Schlägen - überall verbreitet
Recognized for
Leichter Durchfall und MundschleimhautEMA: traditional use - nicht für die Geburtsvorbereitung
Important
Nicht in der frühen Schwangerschaftund auch später nur nach Rücksprache mit der Hebamme

OriginDer Tee vom Waldrand

Himbeerblätter grün Nahaufnahme

Kaum ein Kraut wird in Schwangerschaftsforen so oft empfohlen wie Himbeerblätter - und kaum eines hat für seinen berühmtesten Einsatz eine so dünne Studienlage.

Die Himbeere ist ein Halbstrauch aus der Familie der Rosengewächse, der an Waldrändern, auf Lichtungen, Kahlschlägen und Brachflächen in ganz Europa und weiten Teilen Asiens wächst. Sie gehört zu den Pionierpflanzen: Wo der Wald aufreißt, ist sie eine der Ersten. Ihre Triebe sind zweijährig - im ersten Jahr wachsen sie, im zweiten blühen und fruchten sie und sterben dann ab. Für die Blattdroge werden die Blätter vor der Blüte geerntet, weil dann der Gerbstoffgehalt am günstigsten ist.

Ein wichtiger Hinweis zur Verarbeitung, der bei Brombeer- und Himbeerblättern gleichermaßen gilt: Sie müssen rasch und vollständig getrocknet werden. Halb getrocknete oder angewelkte Blätter beginnen zu fermentieren und können verschimmeln - das ist der Grund, warum man Himbeerblätter nicht einfach in eine Papiertüte wirft, sondern dünn ausgebreitet und luftig trocknet. Richtig behandelt riechen sie angenehm und schmecken wie ein milder Schwarztee.

Die Verwendung als Frauentee ist alt und in der europäischen wie in der nordamerikanischen Volksmedizin fest verankert - bei den Ureinwohnern Nordamerikas war red raspberry leaf ein Standardmittel in der Geburtshilfe, und über diesen Weg ist die Anwendung auch in Europa populär geworden. In deutschen Hebammenpraxen gehört der Himbeerblättertee bis heute zum festen Repertoire der Geburtsvorbereitung.

To useWas Himbeerblätter für dich tun - und was offen ist

The anerkannte Anwendung ist unspektakulär: Die europäische Arzneimittelagentur führt Himbeerblätter als traditionelle Anwendung bei mild diarrhea and at mild inflammation of the oral and pharyngeal mucosa. Grundlage sind die Gerbstoffe, die wie bei Blutwurz und Heidelbeere die oberste Schleimhautschicht verdichten. Das funktioniert, ist gut verträglich und milder als die stärkeren Gerbstoffdrogen - für Kinder und empfindliche Menschen oft die angenehmere Wahl.

Berühmt ist die Pflanze aber für etwas anderes: die Geburtsvorbereitung. Die Vorstellung ist, dass Himbeerblätter die Gebärmuttermuskulatur „tonisieren“ - also besser koordinieren statt einfach stärker kontrahieren lassen - und dadurch die Austreibungsphase erleichtern. Was sagt die Forschung? Es gibt eine Handvoll Studien, meist klein, teils retrospektiv, mit uneinheitlichen Methoden. Einige beschreiben eine leicht verkürzte Austreibungsperiode oder seltenere Zangen- und Saugglockengeburten, andere finden gar keinen Unterschied. Eine Übersichtsarbeit fasste zusammen, dass die Evidenz nicht ausreicht, um die Anwendung zu empfehlen oder davon abzuraten - und dass keine gehäuften Komplikationen berichtet wurden. Das ist die ehrliche Lage: ein offener Befund, keine belegte Wirkung und kein bekanntes großes Risiko.

Daraus folgt ein praktischer Umgang, den auch die meisten Hebammen so handhaben: Himbeerblättertee gehört nicht in die frühe Schwangerschaft. Üblicherweise wird er frühestens ab der 37. Schwangerschaftswoche empfohlen, also ab dem Zeitpunkt, an dem eine Geburt nicht mehr zu früh wäre - und selbst dann in begrenzter Menge und in Absprache mit Hebamme oder Ärztin. Bei einer Risikoschwangerschaft, bei geplantem Kaiserschnitt, nach vorangegangenem Kaiserschnitt oder bei vorzeitiger Wehentätigkeit wird in der Regel ganz davon abgeraten.

Bleibt die dritte traditionelle Anwendung: bei Regelbeschwerden. Auch hier ist die Grundlage Erfahrung und nicht Studie. Dass eine gerbstoffhaltige, leicht krampflösende Pflanze bei krampfartigen Regelschmerzen als angenehm empfunden wird, ist plausibel - belegt ist es nicht, und wir behaupten es hier nicht.

Ab der 37. Wochefrühestens, und nur nach Rücksprache mit Hebamme oder Ärztin
Evidenz offendie Studien zur Geburtsvorbereitung sind klein und uneinheitlich
Traditional useanerkannt ist er bei leichtem Durchfall und zum Gurgeln
Rasch trocknenangewelkte Blätter fermentieren und können verschimmeln

IngredientsThat's what's in the leaf

Die wirksamkeitsbestimmende Gruppe sind die tannins - hydrolysierbare Ellagitannine und kondensierte Gerbstoffe, zusammen etwa 5 bis 10 Prozent. Sie erklären die anerkannte Anwendung bei leichtem Durchfall und beim Gurgeln: Sie verbinden sich mit den Eiweißen der obersten Schleimhautschicht und bilden eine dünne Schutzschicht. Der Gehalt ist niedriger als bei Blutwurz oder Eichenrinde, was Himbeerblätter zur milden Variante macht.

Daneben enthalten die Blätter Flavonoids (Quercetin- und Kämpferolglykoside), Vitamin C, Mineralstoffe und Fruchtsäuren. Für die viel beschriebene Wirkung auf die Gebärmuttermuskulatur wird eine Substanz namens Fragarin verantwortlich gemacht - die allerdings chemisch nie sauber charakterisiert wurde. In Tierversuchen an isolierter Gebärmuttermuskulatur zeigten Himbeerblattextrakte teils entspannende, teils kontrahierende Effekte, je nach Versuchsanordnung und Gewebezustand. Das ist einer der Gründe, warum die Frage bis heute offen ist: Es gibt nicht einmal einen sauber beschriebenen Wirkmechanismus.

Für die Zubereitung gilt: Die Gerbstoffe gehen im heißen Aufguss gut über; zehn Minuten zugedeckt ziehen reichen. Wer die Blätter selbst erntet, nimmt junge, gesunde Blätter vor der Blüte, breitet sie einlagig aus und trocknet sie zügig an einem luftigen, schattigen Ort. Vollständig trocken bedeutet: Die Blattstiele brechen, statt sich zu biegen.

Enhanced combinationsWas Himbeerblätter stärker macht

Eine milde Gerbstoffdroge - die Regeln sind dieselben wie bei den stärkeren, nur sanfter.

Diarrhea

with Heidelbeere & Blutwurz

If the milder version isn't enough, then the stronger tannin-containing drugs are the answer.

Neck

as gargle solution

Stärker angesetzt und lauwarm - bei Halskratzen und wundem Zahnfleisch.

Rule

with Schafgarbe & Frauenmantel

Die traditionelle Frauenteemischung bei krampfartigen Regelbeschwerden.

The taste

with Brombeerblättern & Minze

Die Basis vieler „Haustee“-Mischungen - schmeckt wie milder Schwarztee ohne Koffein.

Geburt

with Hebammenbegleitung

Wenn überhaupt, dann ab der 37. Woche und in Absprache - nicht auf eigene Faust.

Drying

with zügigem, luftigem Trocknen

Einlagig ausbreiten, schattig und luftig - halb getrocknete Blätter verderben.

What contradicts itselfIt's best to avoid these combinations.

pregnancy

not in the frühen Schwangerschaft

Vor der 37. Woche wird davon abgeraten - unabhängig davon, wie unklar die Wirkung ist.

risk

not at Risikoschwangerschaft oder Kaiserschnitt

Bei vorzeitigen Wehen, geplantem Kaiserschnitt oder Zustand nach Kaiserschnitt in der Regel gar nicht.

iron

not to the iron-rich meal

Gerbstoffe hemmen die Eisenaufnahme - gerade in der Schwangerschaft relevant.

Medications

not at the same time as tablets

Abstand halten, wie bei allen Gerbstoffdrogen.

Expectation

not as belegte Geburtshilfe

Die Studienlage lässt keine Empfehlung zu - weder dafür noch dagegen.

Drying

not halb getrocknet lagern

Angewelkte Blätter fermentieren und schimmeln - ein echtes Qualitätsproblem.

ApplicationHow they are used

  • HimbeerblätterteeZwei Teelöffel auf 250 ml, zugedeckt zehn Minuten - mild und schwarzteeartig.
  • gargle solutionStärker angesetzt, lauwarm - bei Halskratzen und wundem Zahnfleisch.
  • For mild diarrheaDie anerkannte Anwendung - zwei bis drei Tassen über wenige Tage.
  • Frauentee-MischungMit Schafgarbe und Frauenmantel bei krampfartigen Regelbeschwerden.
  • HausteeMit Brombeerblättern und Minze als koffeinfreier Alltagstee.
  • GeburtsvorbereitungAb der 37. Woche, in Absprache mit Hebamme oder Ärztin - nicht früher.
  • Fermentiert als Blatt-TeeBewusst angewelkt und fermentiert ergibt sich ein schwarzteeähnliches Getränk.
  • Selbst erntenJunge Blätter vor der Blüte, einlagig und zügig trocknen.
  • Wildfrüchte dazuDie Beeren selbst sind Küche und haben mit der Blattdroge nichts zu tun.
  • Nicht in der FrühschwangerschaftDie wichtigste Einschränkung dieser Pflanze.
Rule of thumb: Als milder Alltagstee und bei leichtem Durchfall ist nichts einzuwenden - da ist die Anwendung anerkannt. Für die Geburtsvorbereitung gilt: frühestens ab der 37. Woche und nur nach Rücksprache mit deiner Hebamme oder Ärztin. Beim Selbsttrocknen einlagig ausbreiten und zügig durchtrocknen; angewelkte Blätter verderben.

As a home remedyDer milde Frauentee

Here's how it works

Himbeerblätter-Schafgarben-Tee

  1. Je einen Teelöffel getrocknete Himbeerblätter und Schafgarbenkraut in eine Tasse geben.
  2. Pour 250 ml of boiling water over the mixture, cover, and let steep for ten minutes, then strain.
  3. Zwei Tassen täglich in den Tagen vor und während der Regel trinken - warm und ungesüßt oder mit wenig Honig.
  4. Wärme dazu: Wärmflasche auf den Unterbauch wirkt bei Regelschmerzen nachweislich, und zwar ähnlich gut wie leichte Schmerzmittel.
For what

Bei krampfartigen Regelbeschwerden und als milder Alltagstee. Ehrlich eingeordnet: Für Himbeerblätter bei Regelschmerzen gibt es keine Studien - das ist Tradition. Was in dieser Kombination nachvollziehbar wirkt, ist die Schafgarbe mit ihren krampflösenden Eigenschaften, und was am besten belegt ist, ist schlicht die lokale Wärme: Dafür gibt es kontrollierte Studien, die eine Wirkung ähnlich leichter Schmerzmittel zeigen. Der Tee bringt die Wärme mit - das ist kein Trick, sondern ein realer Teil des Effekts.

Crowd

Zwei Tassen täglich rund um die Regel. Nicht in der Schwangerschaft vor der 37. Woche, und danach nur nach Rücksprache mit Hebamme oder Ärztin; bei Risikoschwangerschaft, vorzeitigen Wehen oder geplantem Kaiserschnitt gar nicht. Gerbstoffe hemmen die Eisenaufnahme - bei starker Regelblutung und niedrigem Eisenwert den Tee zwischen den Mahlzeiten trinken. Sehr starke, zunehmende oder neu aufgetretene Regelschmerzen gehören gynäkologisch abgeklärt; dahinter kann eine Endometriose stecken.

Ayurveda & TCMWhat the old systems say

Ayurveda

Himbeerblätter sind im Ayurveda nicht vertreten. Nach ihren Eigenschaften eingeordnet wären sie herb (Kashaya), kühl und leicht trocknend: Pitta and Kapha lowering, Vata in größeren Mengen erhöhend. Die ayurvedische Pflanze mit vergleichbarer Rolle in der Frauenheilkunde ist Shatavari (Asparagus racemosus), die allerdings genau umgekehrt wirkt: süß, schwer und aufbauend statt herb und trocknend.

Traditional Chinese Medicine

In der chinesischen Materia Medica ist nicht das Blatt, sondern die Frucht einer verwandten Art geführt: Fu Pen Zi, die Himbeerfrucht von Rubus chingii, süß-sauer und leicht warm, der Niere und der Leber zugeordnet. Sie gilt als das Nieren-Yang stärkend und wird bei häufigem Wasserlassen und in der Männer- wie Frauenheilkunde eingesetzt. Die Blattanwendung, wie wir sie kennen, ist dort nicht überliefert.

Warning noticesWhen you should be careful

Please note

  • Frühe Schwangerschaft: vor der 37. Woche wird von Himbeerblättertee abgeraten.
  • Risikoschwangerschaft: bei vorzeitigen Wehen, geplantem Kaiserschnitt oder Zustand nach Kaiserschnitt in der Regel gar nicht anwenden - immer mit Hebamme oder Ärztin besprechen.
  • Evidenz: die Studien zur Geburtsvorbereitung sind klein und uneinheitlich - eine Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
  • Iron: die Gerbstoffe hemmen die Eisenaufnahme - in Schwangerschaft und bei starker Regelblutung zwischen den Mahlzeiten trinken.
  • Medications: Abstand zu Tabletten halten, wie bei allen gerbstoffreichen Tees.
  • Quality: nur vollständig getrocknete Blätter verwenden - angewelkte fermentieren und können verschimmeln.

This page provides information and does not replace medical advice. If symptoms persist, please consult a doctor.

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SourcesWhat is this based on?

  1. EMA/HMPC: European Union herbal monograph on Rubus idaeus L., folium - traditional use bei leichtem Durchfall und leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.
  2. Simpson M et al. Raspberry leaf in pregnancy: its safety and efficacy in labor. Journal of Midwifery & Women’s Health 2001; 46(2): 51–59.
  3. Holst L, Haavik S, Nordeng H. Raspberry leaf - should it be recommended to pregnant women? Complementary Therapies in Clinical Practice 2009; 15(4): 204–208.
  4. Blaschek W (ed.): Wichtl - Herbal drugs and phytopharmaceuticals. 6th edition 2016, monograph Rubi idaei folium.
  5. Akin MD et al. Continuous low-level topical heat in the treatment of dysmenorrhea. Obstetrics & Gynecology 2001; 97(3): 343–349 - zur Wirksamkeit lokaler Wärme.