Griechischer Bergtee (Sideritis scardica)

Family
LamiaceaeSideritis scardica, auf Deutsch auch Gliedkraut (nicht das Eisenkraut Verbena)
is used
herbdie getrockneten blühenden oberirdischen Teile
The taste
mild, blumigleicht süßlich mit einem Hauch Zitrus und Salbei
Origin
BalkanHochgebirge in Griechenland, Bulgarien, Nordmazedonien und Albanien
status
HMPC-Monographietraditionelle Anwendung bei Erkältungshusten und leichten Magen-Darm-Beschwerden
Important
Lippenblütler-Allergiewer auf Lippenblütler allergisch ist, lässt ihn weg

OriginEin Tee von den Gipfeln des Balkans

Griechischer Bergtee mit silbrig behaarten Blättern und gelben Blütenähren

Wo im Sommer Schafe über kahle Kalkhänge ziehen, wächst ein silbriges Kraut, das auf dem Balkan in fast jeder Küche steht.

Der Griechische Bergtee ist ein ausdauernder Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler. Er wächst auf steinigen, sonnigen Kalkböden im Hochgebirge der Balkanhalbinsel, etwa im Pirin, in den Rhodopen oder am Olymp. Seine Blätter und Stängel sind dicht mit weißen Härchen bedeckt, was ihm einen silbrigen Schimmer gibt. Im Sommer erscheinen gelbe Blüten in kurzen, dichten Ähren.

Der Artname scardica geht auf das Šar-Gebirge zurück, das in der Antike Scardus hieß. In Griechenland kennt man den Tee als „Tsai tou vounou“, Tee vom Berg, in Bulgarien als Mursalski-Tee nach einem Gipfel in den Rhodopen. Hirten haben ihn seit Generationen gesammelt und als wärmendes Getränk getrunken.

Weil die Wildbestände durch Übersammeln zurückgingen, steht die Art in einigen Ländern unter Schutz. Heute stammt der Großteil der Ware aus kontrolliertem Anbau. Neben Sideritis scardica werden in Griechenland auch verwandte Arten wie Sideritis raeseri, Sideritis clandestina and Sideritis syriaca als Bergtee verwendet. Die EU-Monographie umfasst alle vier.

To useVom Hirtentee zur EU-Monographie

In der Volksheilkunde des Balkans wird der Bergtee traditionell bei Erkältungen, Husten und Halsbeschwerden getrunken, außerdem bei Magenverstimmung und Völlegefühl. Viele Familien trinken ihn auch einfach als täglichen Kräutertee, oft mit Honig und Zitrone. Diese lange und breite Verwendung war die Grundlage für die Bewertung durch die europäischen Behörden.

Das HMPC hat 2016 eine Monographie zu Sideritis herba verabschiedet. Danach kann der Tee als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Husten bei Erkältung und zur Linderung leichter Magen-Darm-Beschwerden verwendet werden. Die Anerkennung beruht ausschließlich auf langjähriger Anwendung, nicht auf klinischen Wirksamkeitsstudien. 2018 wurde Sideritis scardica zudem in die EU-Liste der pflanzlichen Stoffe für traditionelle Arzneimittel aufgenommen.

In Labor- und Tierversuchen zeigten Extrakte entzündungshemmende, antioxidative und schwach antimikrobielle Eigenschaften. Diese Befunde passen zur traditionellen Anwendung, sind aber noch kein Beweis für eine Wirkung am Menschen.

Neu ist das Interesse an den Nerven. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 155 gesunden Erwachsenen zwischen 50 und 70 Jahren zeigte sich nach 28 Tagen mit 950 mg Extrakt täglich eine etwas bessere Aufmerksamkeitsleistung und weniger Anspannung als unter Placebo. Die Studie wurde von einem Extrakthersteller mitgetragen und muss noch bestätigt werden.

2016Jahr der HMPC-Monographie zu Sideritis herba
2 bis 4 gKraut pro Tasse laut Monographie, 2 bis 3 Mal täglich
4 ArtenS. scardica, S. clandestina, S. raeseri und S. syriaca sind abgedeckt
155 Personennahmen an der bisher größten Studie zur geistigen Leistung teil

IngredientsWas im silbrigen Kraut steckt

Den Hauptanteil der Wirkstoffe stellen Flavonoids, vor allem Glykoside des Isoscutellareins und Hypolaetins sowie von Apigenin und Luteolin. Diese seltenen 8-Hydroxyflavone gelten als typisch für die Gattung Sideritis.

Join in Phenylethanoidglykoside wie Verbascosid (Acteosid), die auch im Spitzwegerich und in der Königskerze vorkommen, sowie Phenolcarbonsäuren wie Chlorogensäure. Sie tragen zur antioxidativen Kraft des Tees bei.

Der Anteil an ätherischem Öl ist gering, prägt aber den feinen Duft. Außerdem enthält das Kraut Diterpenes und Iridoide. Der genaue Gehalt schwankt je nach Art, Standort und Erntezeit.

Enhanced combinationsGute Teepartner und klare Grenzen

Der milde Bergtee lässt sich wunderbar mit anderen Kräutern mischen, ohne sie zu übertönen.

Cough

with thyme

Thymian ist für Erkältungshusten gut belegt und gibt dem milden Bergtee eine kräftige Note.

Tickly cough

with Ribwort plantain

Spitzwegerich legt sich mit seinen Schleimstoffen schützend auf gereizte Schleimhäute.

Neck

with Honey

Ein Löffel Honig im lauwarmen Tee ist ein klassisches Hausmittel bei kratzendem Hals.

stomach

with chamomile

Kamille ergänzt den Bergtee bei leichten Magen-Darm-Beschwerden mit ihrer entspannenden Wirkung.

Entspannung

with Lemon balm

Melisse passt geschmacklich gut und wird traditionell bei nervösen Magenbeschwerden verwendet.

Freshness

with lemon

Ein paar Spritzer Zitrone sind auf dem Balkan die übliche Begleitung und heben das Aroma.

What contradicts itselfIt's best to avoid these combinations.

allergy

not at Lippenblütler-Allergie

Wer auf Salbei, Minze oder Thymian allergisch reagiert, kann auch auf Bergtee reagieren.

Children

not for Kinder und Jugendliche unter 18

Die Monographie empfiehlt ihn für diese Altersgruppe nicht, weil Daten fehlen.

Substitute

not as Ersatz für ärztliche Abklärung

Hält Husten länger als eine Woche an oder hast du Fieber und Atemnot, gehört das abgeklärt.

ApplicationSo bereitest du den Bergtee zu

  • infusion2 bis 4 g Kraut (etwa 1 bis 2 gehäufte Teelöffel oder ein paar Stängel) mit 150 bis 200 ml kochendem Wasser übergießen.
  • ZiehzeitZugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, damit das ätherische Öl nicht verfliegt.
  • frequency2 bis 3 Tassen am Tag, höchstens 12 g Kraut täglich, so die Monographie.
  • Klassisch gekochtAuf dem Balkan werden die Stängel oft 3 bis 5 Minuten leicht gekocht, das gibt einen kräftigeren Tee.
  • Bei HustenWarm und in kleinen Schlucken trinken, gern mit einem Löffel Honig.
  • Bei MagenbeschwerdenEine Tasse nach dem Essen, ungesüßt.
  • ColdAbgekühlt mit Zitrone ergibt der Tee ein erfrischendes Sommergetränk.
  • Length of timeBei Husten nach einer Woche, bei Magenbeschwerden nach zwei Wochen ohne Besserung ärztlich abklären lassen.
Rule of thumb: Nimm lieber die ganzen Stängel mit Blüten als fein zerkleinertes Pulver, dann bleibt das Aroma besser erhalten. Drei Stängel auf einen großen Becher sind ein guter Anfang. Wenn er dir zu mild ist, lass ihn einfach länger ziehen.

As a home remedyDas Hausmittel der Balkanküche

Here's how it works

Bergtee mit Honig, Zitrone und Zimt

  1. 3 bis 4 Stängel Bergtee in einen kleinen Topf mit 400 ml Wasser geben.
  2. Eine kleine Zimtstange dazugeben und alles aufkochen.
  3. Bei kleiner Hitze 5 Minuten köcheln, dann vom Herd nehmen und 5 Minuten ziehen lassen.
  4. Abseihen, etwas abkühlen lassen und mit einem Teelöffel Honig und einem Spritzer Zitrone abschmecken.
For what

Traditionell an kalten Tagen und bei Erkältungshusten getrunken. Der Honig beruhigt den Hals, Zimt und Zitrone machen den Tee rund.

Crowd

2 bis 3 Becher am Tag, solange die Erkältung dauert, höchstens etwa eine Woche ohne ärztlichen Rat.

Ayurveda & TCMWhat the old systems say

Ayurveda

Im Ayurveda kommt der Griechische Bergtee nicht vor, er ist eine Pflanze des Balkans. Nach seinen Eigenschaften, mild aromatisch und leicht wärmend als heißer Tee, würde man ihn zur Beruhigung von Kapha bei verschleimten Atemwegen und von Vata bei Kälte einordnen. Das ist eine Übertragung nach Prinzip, keine Überlieferung.

Traditional Chinese Medicine

Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin spielt Sideritis keine Rolle. Als aromatisches, leicht warmes Kraut ließe er sich am ehesten den Mitteln zuordnen, die bei Wind-Kälte-Erkältungen die Oberfläche öffnen und das Lungen-Qi absenken, und zugleich die Mitte harmonisieren. Das ist eine Übertragung nach Prinzip, keine Überlieferung. Die eigentliche Tradition des Bergtees ist die griechische und bulgarische Volksheilkunde, die bis in die Antike zurückreichen soll.

Warning noticesWhen you should be careful

Please note

  • Allergy: Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Lippenblütler (etwa Salbei, Minze, Thymian) solltest du auf Bergtee verzichten.
  • Kinder und Jugendliche: Für Menschen unter 18 Jahren empfiehlt die EU-Monographie den Tee mangels Daten nicht.
  • Pregnancy and breastfeeding: Die Sicherheit ist nicht belegt. Trinke ihn in dieser Zeit nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
  • Husten: Wenn der Husten länger als eine Woche dauert, du Fieber, Atemnot oder blutigen Auswurf hast, lass dich ärztlich untersuchen.
  • Magen-Darm: Halten Beschwerden länger als zwei Wochen an oder werden sie schlimmer, gehört das abgeklärt.

This page provides information and does not replace medical advice. If symptoms persist, please consult a doctor.

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SourcesWhat is this based on?

  1. EMA/HMPC: European Union herbal monograph on Sideritis scardica Griseb.; Sideritis clandestina (Bory & Chaub.) Hayek; Sideritis raeseri Boiss. & Heldr.; Sideritis syriaca L., herba. EMA/HMPC/39453/2015, 2016.
  2. Durchführungsbeschluss (EU) 2018/134 der Kommission vom 24. Januar 2018 zur Änderung der Entscheidung 2008/911/EG (Aufnahme von Sideritis scardica Griseb., herba in die Liste pflanzlicher Stoffe für traditionelle Arzneimittel).
  3. Todorova M, Trendafilova A. Sideritis scardica Griseb., an endemic species of Balkan peninsula: traditional uses, cultivation, chemical composition, biological activity. J Ethnopharmacol 2014; 152(2): 256 bis 265.
  4. Wightman EL, Jackson PA, Khan J et al. The acute and chronic cognitive and cerebral blood flow effects of a Sideritis scardica (Greek mountain tea) extract: a double blind, randomized, placebo controlled, parallel groups study in healthy humans. Nutrients 2018; 10(8): 955.
  5. Zheleva-Dimitrova D, Voynikov Y, Gevrenova R, Balabanova V. A comprehensive phytochemical analysis of Sideritis scardica infusion using Orbitrap UHPLC-HRMS. Molecules 2023; 29(1): 204.
  6. Bildnachweis: Griechischer Bergtee. Foto: Rumen Evtimov, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons